Dialoge aus der Apotheke / 10

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apodialoge16

Kunde: „Kann ich mir die Schmerztabletten bis Montag ausleihen, und zurückbringen, wen ich sie nicht brauche?“

Sowas macht mich immer ein bisschen sprachlos. Vor allem, wenn dahinter dann noch so etwas kommt wie: Dann kann ich am Montag beim Termin beim SD-Arzt grad dort etwas nehmen / bis dann ist es vielleicht da, ich habe das schon im Internet bestellt / die Apotheke, wo ich sonst gehe hat schon zu (und ähnliches).

Jetzt, hier bin ich gut genug … aber nur bis Montag? (Und: lohnt sich das wirklich für sie bei einem Medikament unter 10 Franken??)

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25 comments on “Dialoge aus der Apotheke / 10

  1. Nur übers Wochende und innerhalb der Schweiz? Pharmama, einfach eine Ausleihgebühr pro Tag in der halben Höhe der Gesamtkosten berechnen… 😀

    Ich steigere das mal: Nach einem halben Jahr (und offensichtlich mindestens 2 Wochen Aufenthalt in tropischem Klima) brachte ein Patient zwei Packung Malarone (ein Malariamittel) zurück, er habe sie nicht gebraucht und deshalb wolle er das Geld (roundabout 120€) jetzt bitteschön rückerstattet bekommen. Ich fragte ihn dann, wem ich denn bitte wohl „gebrauchte Tabletten“ verkaufen solle – Den nächsten Kunden. Die wissen das ja nicht! Ich fragte dann, ob ich die wohl IHM verkaufen sollte, wenn er zufällig wieder der nächste Kunde sei. Nein! Ich bekomme IMMER ganz frische Ware! Aha. Lernkurve steil wie der Bodensee… Ich lehnte dann sein Ansinnen dankend ab, woraufhin er eher erzürnt ob der Servicewüste Deutschland meine Apo-Theke verließ.

    Das nächste mal bestellt er wahrscheinlich im Versand, da hat man gemäß Versandhandelsgesetz ja ein 14-tägiges Rückgaberecht ohne Angaben von Gründen. Bloß blöd, wenn sich ausländische Versender prinzipiell nich an deutsches Recht gebunden fühlen… 😉

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    • Elawen sagt:

      Aber gleich dazu sagen, dass die Ausleihgebühr bei Rückgabe NICHT erstattet wird… 😂

      Leute gibts….
      Der Typ mit dem Malariamittel bietet das bestimmt jetzt bei eBay oder Facebook an 😁… Was da manchmal in diversen Facebook-Verkaufsgruppen läuft, ist echt heftig. Manchmal frag ich mich schon, ob die Benutzung des Hirns (sofern vorhanden) Gebühren kostet…. 😈

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    • Pharmama sagt:

      Oh ja – gute Idee!
      Nicht, dass er mit dem Gegenangebot wirklich zufrieden wäre … aber das wäre doch zumindest kein blatantes „Nein!“ … das man ja vermeiden sollte.

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  2. hajo sagt:

    Es gibt schon Menschen …
    Ich werde mal zum Bäcker gehen und fragen, ob ich mir bis zum Abend ein Brot ausleihen kann, falls ich am Tag dann doch keinen Hunger verspüre oder eine andere „Futterquelle“ finde (gern auch beim Lieferdienst), bring ich’s wieder zurück 😉
    Eine Alernative wäre die Vermietung, also man zahlt einen „kleinen“ Betrag .. (ach Hajo, da kommt Dein Hang zum Brainstorming wieder durch 😀 )
    Ansonsten wünsche ich Dir, lieber Pharmama, und allen Kommentatoren (m/w) ein schönes Wochenende.
    Grüsse
    Hajo

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  3. Alwin sagt:

    Da fällt mir StarTrek ein, Dr. „bones“ McCoy: „I’m a doctor, not a …“

    Wie wär’s mit: „Wir sind eine Apotheke, keine Leihbücherei. Wenn Sie Beipackzettel lesen wollen, die gibt’s auch im Internet. Kann man am Bildschirm eh besser lesen, drücken Sie Strg-+ zum Vergrößern.“

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  4. rayne sagt:

    Ich frag mich, ob das die gleichen Menschen sind, die sich ein Anzug/Abendkleid kaufen, zum besonderen Anlass tragen und danach zurück bringen…

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  5. sbocean sagt:

    Das Erinnert mich an die “netten“ Amazon-Kunden die Kaffeemaschinen bestellen und nach trinken der Gratis Pads/Kapseln die dreckigen Kaffeemaschinen zurücksenden. Und der Mitarbeiter darf sich dann mit dem fremden dreck Ärgern. 😭

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    • Pharmama sagt:

      Was? WAS? Neee.
      (Doch, kann ich mir vorstellen.)

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      • sbocean sagt:

        Doch das ist Alltag, die Kaffeemascheinen sind noch harmlos!
        Vibratoren wenn sie zurück kommen sind mehr zum Lachen wobei da häufiger ein Anwendungs Fehler vor liegt. Batterie falsch rum drin starten die Teile immer auf höchster Stufe. Nie liest da ein Kunde die Packungsbeilage und dreht die Batterien richtig rum, lieber gleich zurück schicken weil das Spielzeug einen zu stark befriedigt.

        Nichts ist ummöglich bei Amazon 😉

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        • Vernünftige Vibratoren gehen heutzutage doch nur noch mit App am ach so smarten Phone und ständiger Anbindung an die Überwachungs-Cloud. Nur so können NSA, BND und der Hersteller auswerten, welche Werbung am besten zu den Anwender(inne)n passt…. äh welche Viren man sich mit dem Vibrator einhandeln könnte und wie es um die Sicherheit bestellt ist… Außerdem kann man so dem internationalen Terrorismus vorbeugen – meinen zumindest anerkannte politische und religiöse Führungspersönlichkeiten bestimmter Weltansichten. 😉 vergleiche „IoT“ = „IdioticOnlineThings“

          http://www.heise.de/newsticker/meldung/Klage-gegen-neugierige-Vibrator-App-3324854.html

          @sbocean:
          Andererseits frage ich mich – wenn das Problem beim Hersteller eh bekannt ist – warum man nicht eine 0,02€ Leistungsdiode mit einlötet. Dann geht bei falsch rummer Batterie einfach gar nix mehr, und gut ist. 😀

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          • sbocean sagt:

            Och mein Job wäre doch dann viel langweiliger ohne die lustigen Kunden Rücksendungen. 😉
            So eine diode kann halt bei einen 50 oder 80€ Atikel zu teuer sein, ich hab auf Arbeit bis jetzt kein app Vibrator in der Hand gehabt.

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  6. ednong sagt:

    Also eigentlich ganz einfach:
    Na klar verleihst du die!
    Beim Verleiher – egal wo – muß man ja erst einmal einen Vertrag anfertigen. Das kostet halt etwas. Dann muß man eine Kaution hinterlassen – mindestens zweifacher Preis der Arznei, mindestens aber 100 Euro/CHF. Dazu muß ein Protokoll darüber gefertigt werden, ob alles ok ist – also Blister, Tabletten, Packung etc. Und dann kostet das Leihen natürlich auch etwas pro Tag und Produkt, klar, oder? Oder bekommt der Kunde ein Auto auch kostenlos ausgeliehen?

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    • Wenn Du Glück hast, bezahlt die Leihkosten des Autos die Autoversicherung.

      Wenn Du Glück hast, bezahlt die Leihkosten des Arzneimittels die Krankenversicherung…

      (Viele Menschen wissen einfach nicht, dass ein durch die Krankenversicherung bezahltes Arzneimittel eigentlich folgerichtig auch der Krankenversicherung gehört, und diese es ihrem Versicherten nur zum Gebrauch überlässt…)

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    • hajo sagt:

      also, wenn ich mal im BGB nachsehe (gilt natürlich nicht in CH 😉 ), finde ich § 598 Vertragstypische Pflichten bei der Leihe und da steht: „Durch den Leihvertrag wird der Verleiher einer Sache verpflichtet, dem Entleiher den Gebrauch der Sache unentgeltlich zu gestatten.“ Da ist erst einmal nicht die Rede von Kosten.
      .. aber das gilt in D

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      • Pharmama sagt:

        Das hört sich an, als ob jeglicher Verleih gratis zu sein habe … das kann’s nicht sein, oder?

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        • g2-4a11a06db9782cd35adcdf8058998fb7 sagt:

          Doch, das stimmt so schon. Sobald es entgeltlich wird nennt es der deutsche Gesetzgeber „Miete“ bzw „Pacht“ (je nachdem, wem die Früchte der Sache gehören sollen).

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    • Pharmama sagt:

      Der Aufwand den Vertrag korrekt anzufertigen … bäh.

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  7. aucheinemama sagt:

    Hihihi,
    das erinnert mich an den merkwürdigen Gesichtsausdruck „meiner“ Apothekerin, als ich sie gefragt habe, ob sie nicht gebrauchte Medikamente zurück nehmen würde. Ich meinte damit allerdings abgelaufene Paracetamol-Tabletten und Reste von antibiotischen Augentropfen (nein, die kann man nicht fürs nächste Mal aufheben!), die ich halt nicht im Hausmüll entsorgen wollte. Wir konnten das Missverständnis aber schnell aufklären. Ich war gar nicht auf die Idee gekommen, dass jemand versuchen könnte, Medikamentenpackungen „zurück“ zu geben. Scheint aber immer wieder mal vor zu kommen.

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    • xpistian sagt:

      Wenn der Hausmüll in die Verbrennung geht, dann können da auch Medikamente rein. Also hier zumindest ganz offiziell nach Abfallkalender.
      Größere Mengen soll man zum Problemmüllbus bringen, aber so’n paar Paracetamol schaden im Müll weniger als in der Leber.
      BtM sollte man allerdings so entsorgen, dass nicht morgens die Waschbären mit Atemlähmung um die Mülltonne drum rum liegen (oder Junkies und im schlechtesten Fall Kinder).

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