Hopp und weg!

Anlässlich des Einfach … aufdringlich Posts ist Tatjana noch eine Begebenheit aus ihrer Apotheke eingefallen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Ich liiiebe diese Patienten!!!
Ich hatte mal eine Notfallpatientin, die nicht mehr aufrecht stehen konnte – ihr war übel und schwindlig. Nun, der Blutdruck war ok, also leg ich sie auf unsere Pritsche ins Büro- da schläft sie plötzlich ein! Erst dann (!!) sagt die Kollegin, die sie begleitet hat, dass sie ihr eine Tablette Stilnox gegeben hatte! Ach ja.
Soviel dazu: Nehmen Sie doch das! Das hat mir auch wunderbar geholfen!

Für medizinisch unbedarfte: Stilnox ist ein starkes Schlafmittel – kein Wunder ist ihr (immer noch? / neu?) schwindlig und sie schläft so überraschend ein. Gegen Schwindel und Übelkeit nutzt es natürlich nix … ausser vielleicht in dem Sinn, dass man nichts mehr merkt, wenn man schläft.

Wie krank ist das Kind?

Als Junior letzthin mit einer heftigeren Erkältung zu kämpfen hatte, fand ich die perfekte Methode um herauszufinden, wie krank er sich denn fühlt.

Dazu muss man wissen, dass er Zäpfchen gar nicht (mehr) mag. Als er letztens über Bein-Schmerzen geklagt hat und ich ihn gefragt habe, ob er etwas dagegen haben muss, hat er erst „Ja“ gesagt, sich dann aber total gesperrt, als ich wirklich ein Zäpfchen brachte. Weil er sonst nichts hatte, habe ich dann darauf verzichtet ihm etwas zu geben.

Jetzt bei der Erkältung ging es ihm wirklich nicht gut. Der sonst so aktive Junge hing nur noch auf dem Sofa oder im Bett herum. Das ist ziemlich beunruhigend, weil ich anderes von ihm gewohnt bin. Er hatte Fieber (grenzwertig hoch) und fühlte sich schlecht – offenbar Gliederschmerzen und Ohrenschmerzen. Später sollte sich herausstellen, dass es eine Mittelohrentzündung ist. Jedenfalls behandelte ich ihn mit Algifor Sirup. Den mag er ziemlich – schmeckt auch nach Orangen und ist reichlich süss.

Am Abend klagte er wieder. Weil wir uns aber langsam der Maximaldosierung näherten, habe ich ihm gesagt: „Ich kann Dir keinen Sirup mehr geben, aber Du kannst noch ein Zäpfchen haben. Möchtest Du eins?“

Er meinte „Ja“ und ich ging (zweifelnd) eins holen.

Wie ich zurückkomme liegt er immer noch auf dem Bett, hat sich aber in der Zwischenzeit die Hosen und Unterhosen runtergezogen und wartet mit mir zugestrecktem Po ergeben auf das Zäpfchen.

Oh. Offenbar geht es ihm wirklich nicht gut.

Alt und Neu: Bioflorin und Betadine

Nathalie schickt mir diese Bilder und Beschreibung

Beim Bioflorin war die deutsche Seite nicht fotografierbar, da vollgekrizelt. Verfall 12.1999!

An das Packungsdesign erinnere ich mich noch gut – ist das wirklich schon 10 Jahre her?

 

Betadin hat Verfalldatum 11.2008.

Die Betadine-Packungen fand und finde ich nicht besonders gut. Da sehen alle so gleich aus, man muss wirklich gut lesen, ob man jetzt die Lösung, die Seife, das Gurgelmittel oder was auch immer in der Hand hat.

Und als Extra:

Das Panadol extra hat mich fasziniert! Leider konnte ich bis jetzt nicht herausfinden, aus welchem Land es stammt. Das Verfalldatum ist übrigens 05.2006, also nicht gerade antik :-)

Ich schätze mal das kommt aus der Türkei? Interessant nicht nur das unterschiedlich farbige Design sondern auch, dass es von einer anderen Firma vertrieben wird.

Auch ohne Orgasmus …

Von der letzten Beratung zur „Pille danach“:

Die wichtigste ‚take home message‘:
„Ja, man kann auch schwanger werden, wenn man keinen Orgasmus hatte während dem ungeschützten Geschlechtsverkehr – das gilt für Männer und Frauen.“

Und: musste der Freund denn unbedingt dabei sein bei der Befragung? Damit er genau das mitbekommt?

 

Noch mehr Beratungen zur „Pille danach“:

Aber er hatte sooo schöne Augen.

Negativbeispiel

Noch nie …

Und im Notfall die Pille danach

 

Einfach … aufdringlich!

Es gibt Leute, die müssen einfach immer mitreden. Überall. Selbst wenn sie, wie man hier so sagt „Kei Ahnig vo‘ dr Botanik“ haben.

Leider gibt es die auch in der Apotheke.

So musste ich letzthin folgendes mitbekommen:

Meine freundliche Kollegin ist gerade daran Kunde A zu beraten, der offenbar Rückenschmerzen hat – vom Schneeschaufeln? Etwas daneben bin ich am Rezepte kontrollieren und Stammkundin B, die  unbedingt eine Kosmetikberatung von meiner Kollegin will und deshalb auf sie wartet.
Ja, wenn sie denn warten würde. Stattdessen steht sie direkt daneben und hört offensichtlich mit – jedenfalls, als meine Kollegin dem Herrn kurzfristig Ibuprofen und Schmerzpflaster empfiehlt, muss sie auch mitreden:

„Nehmen Sie doch Arthrotec, das hat mir sehr gutgetan, als ich Schmerzen hatte.“

Sowohl Kunde als auch Kollegin sehen sie etwas entsetzt an ob dem Dreinreden – wagen aber nichts zu sagen.

Kundin: „Das ist das Beste, da hat es ein Schmerzmittel drin und etwas für den Magen … und das Schmerzmittel ist nicht so aggressiv, nicht so wie Voltaren oder so…“

Arrrgh. Das Schmerzmittel in Arthrotec ist Diclofenac, das ist Voltaren!

Jetzt muss ich doch etwas sagen, bevor sie noch weitermacht.

Pharmama: „Entschuldigen sie, aber das kann er sowieso nicht einfach so nehmen, das ist rezeptpflichtig.“

Kundin: „Aber dann kann man doch ein Vorbezug machen!“

… für jemanden, der das noch nie hatte, einfach nur, weil sie das empfiehlt??

Jetzt meldet sich der Kunde doch noch zu Wort: „Besten Dank, aber ich glaube ich bleibe bei dem, was die Fachkraft mir geraten hat!“

Kundin B ist jetzt muffig, aber geht wenigstens auf Abstand und redet nicht weiter drein bis die beiden fertig sind.
Normalerweise versuchen wir Beratungen soweit möglich zu trennen – und es hätte auch mehr als genug Platz gehabt woanders zu stehen und zu warten …  aber bei der Kundin ist das schwierig, die hat irgendwie keinerlei Gefühl für Privatsphäre. Das haben wir schon früher merken müssen.

Liebenswert … – nö.

Ah, was finde ich da in meinem Spam-Ordner?

Waaaas!? Dich mit Deinen Giftpülverchen gibts immer noch!?
Und Deine, Dich über die Kunden erhebenden Textbeiträge auch noch?
Naja, wenn Dein Ego das braucht … ;-)
Dennoch alles Liebe fürs neue Jahr! – Um nicht zu sagen: Baldige Besserung! ;-)

Ich glaube irgendjemand sollte ihm mal beibringen, dass es nicht reicht nach einer Beleidigung zu sagen – „aber ich meine es doch ganz lieb!“ – und alles andere ist vergessen.

– ich brauche wohl nicht zu schreiben, wer das war. Ach sind Filter was Schönes!