Dialoge aus der Apotheke / 11

apodialog12

Vorbezüge gehen nur so weit … (und die Apotheke ist nicht ihr Sekretär)

Apotheke: „Ihr Arzt hat uns mitgeteilt, dass er Ihnen kein neues Rezept ausstellt, bevor er Sie gesehen hat.“

Patient: „Und wann habe ich meinen Termin bei ihm?“

Apotheke: „Umm .. den müssen Sie selber mit ihm abmachen.“

 

Apotheken aus aller Welt, Zwischenstand (3)

Es hat sich doch noch etwas getan seit dem letzen Zwischenstand im März 2014 wie man auch auf der Weltkarte sehen kann:

weltkarteapo3

Dabei musste ich leider die Karte wechseln, da die Seite, mit denen ich es die letzten beiden Male gemacht habe, nicht mehr funktioniert. Dieses Mal habe ich es damit erstellt: Amcharts.com. Die Jpg-Relikte entstehen leider beim hochladen auf WordPress.

Wie man aber sieht hat sich die Karte schon gut gefüllt. Am auffälligsten ist sicher Grönland (auch wenn die „Apotheke“ dort in einen Supermarkt integriert ist) und in Afrika sind ein paar Länder dazugekommen.

Natürlich nehme ich auch weiterhin Apotheken von Ländern (und Orten), die schon gebracht wurden in der Serie Apotheken aus aller Welt – aber speziell freue ich mich von Apotheken von Orten und Ländern, die noch nicht gebracht wurden. Davon gibt es noch einige:

Europa: Bulgarien, Belarus, Zypern, Moldavien, Montenegro, Mazedonien, Vatican City, Isle of Man, Andorra, San Marino.

Nord/Zentralamerika: Bahamas, Dominikanische Republik, Honduras, Jamaica, Puerto Rico, Aruba, Barbados, St. Barthelemy, Grenada, St. Kitts and Nevis, St. Lucia, Martinique, Trurks und Caicos Inseln, British Virgin Inseln, Anguilla, Bermuda, Dominica, St. Pierre and Miquelon, Cayman Inseln, St, Martin, Montserrat, Sint Marteen, Trinidad und Tobado, St. Vincent and the Grenadines, US Virgin Inseln, Bonaire.

Südamerika: Falkland Inseln, Französisch Guinea, Guyana, Paraguay, Uruguay, Surinam, South Georgia and South Sandwich Inseln

Afrika: Angola, Burkina Faso, Burundi, Benin, Botswana, Zentralafrikanische Republik, Republik of Kongo, Elfenbeinküste, Djibouti, Algeria, Eritrea, Gabon, Ghana, Gambia, Guinea, Equatorial-Guinea, Guinea-Bissau, Liberia, Lesotho, Lybien, Mauritius, Mali, Mauritanien, Malawi, Mozambique, Niger, Reunion, Ruanda, Sudan, Sierra Leone, Senegal, Somalia, Süd-Sudan, Swaziland, Chad, Togo, Tunesien, Uganda, Zambia, Western Sahara, Comoros, Saint Helena, Sao Tome and Principe, Mayotte, Kapverde, Seychellen

Asien: Arabische Emirate, Bangladesh, Brunei, Bhutan, Irak, Iran, Krgyzstan, Nordkorea, Kuwait, Kazakhstan, Lao People’s Democratic Republic, Libanon, Macau, Mongolei, Pakistan, Saudi Arabien, Syrien, Tajikistan, Timor-Leste, Turkmenistan, Uzbekistan, Yemen, Malediven, Bahrain

Ozeanien: die vielen kleinen Inseln: Christmas Islands, Fiji, Guam, Marshall Inseln, Neu Kaledonien, Norfolk Inseln, Nauru, Niue, Papua Neu Guinea, Solomon Inseln, Tonga, Vanatu, Tuvalu, Samoa, Französisch Polinesien, Cook Inseln …

Also: Falls ihr zufällig dort hin reist, oder vielleicht schon da gewesen seid und eine Apotheke auf einem Foto findet: schickt es mir! (mail siehe Kontaktseite oder grüner Umschlag in der Seitenleiste hier)

Columbo-Kunden

Da war diese Patientin, die regelmässig 5 Minuten vor Ladenschluss hereinkam mit einem neuen Rezept. Das ist abends um kurz vor 7 Uhr. Sie gehört auch nicht zu den Personen, die den ganzen Tag arbeiten müssen .. und trotzdem machte sie das regelmässig.

Dann würde sie – nachdem man das Rezept ausgeführt hat und ihr die Dosierung erklärt hat – fragen, ob (und wieviel) die Versicherung daran zahlen würde, ob es da nicht etwas gebe, das man ohne Rezept bekommt, was für Nebenwirkungen das hatte und dann … entschied sie sich (fast immer) dafür das Medikament doch nicht zu nehmen.

Noch nicht genug damit versuchte sie immer noch länger zu bleiben indem sie nach Vorschlägen für Medikamente für ihre anderen Beschwerden fragte. … Das alles, während rund um sie herum der Laden geschlossen wurde: Strassensteller hineingenommen, andere Kasse nach hinten versorgt, Computer heruntergefahren und schliesslich Türe geschlossen … denn inzwischen war es meist 15 Minuten nach Ladenschluss.

Das war die schlimmste. Da half eigentlich erst, als man ein paarmal sagte, dass man das Rezept leider erst am nächsten Tag ausführen könnte (weil Medikament nicht da … oder so) und ziemlich deutlich wurde, was die Schliesszeit betraf („Tut mir leid, aber wir schliessen jetzt, ich berate sie gerne morgen zu den Öffnungszeiten über XYZ, ich sehe schon, dass das etwas länger dauert“ – freundlich lächeln nicht vergessen).

Aber auch tagsüber gibt es so ein paar Kunden, die nenne ich für mich „Columbo-Kunden“. Ihr wisst schon, das war dieser Detektiv, gespielt von Peter Falk in der amerikanischen Fernsehserie. Sein Standardzug war, dass er wenn er einen Verdächtigen hatte, da nicht locker liess … und bei Befragungen auch immer wieder mal zurückkam mit: „Ich hätte da noch eine Frage …“ („Just one more thing“)… immer dann, wenn man dachte, jetzt sei er fertig.

So ein Columbo-Kunde geht ähnlich vor. Erst hat er ein neues Rezept (okay), dann fällt ihm ein, dass er vom Dauerrezept auch noch das eine mitnehmen könnte (okay) … und wenn man das hat, dann kommt garantiert vom selben Dauerrezept nochmal etwas. Und dann vom Augenarzt die Tropfen. Und dann (wenn man schon hier ist) könnte man ja auch grad noch (irgendetwas aus dem Freiverkauf?) mitnehmen. Das ist alles okay (ich meine: ist ja gut, wenn man das alles zusammen machen kann) – wenn man dabei nicht das Gefühl hätte, dass das absichtlich so … Stufenweise gemacht wird. Dazwischen hat man immer wieder praktisch den Vorgang abgeschlossen, man ist bei den letzten Smalltalk Worten zur Verabschiedung … und dann kommt noch etwas. Rinse and repeat. Da hilft es auch nichts, wenn man jedesmal fragt: „Darf es sonst noch etwas sein?“ Oder „Brauchen Sie heute noch etwas anderes?“ … denen fällt immer noch etwas ein. Einfach erst nachher.

Tagsüber finde ich das ansatzweise nervig (da Zeit- und auch Papierverschwendung, wenn noch mehr Etiketten ausgedruckt werden), aber nicht sehr schlimm – ausser es warten deutlich noch andere Kunden darauf, dass die so lange „gebundene“ Apothekerin frei wird. Abends nach Ladenschluss ist es einfach nur unverschämt.

Könnte etwas zäh sein.

Von Doris: Danke für den Lacher!

Jetzt habe ich dir auch einmal ein Fundstück, gefunden im Altersheim wo ich arbeite:
Das hätte mir halt wirklich früher mal jemand sagen sollen….
…. und ich hatte immer Probleme dass unsere Bewohner die Dinger fast nicht schlucken konnten 😂😉

komprstrumpf

Ja – da steht „Nicht einnehmen“ auf der Etikette der Apotheke für die Kompressionsstrumpfpackung.

Schon klar, dass sie eine Etikette draufgeklebt haben wegen dem Namen des Patienten, damit man weiss, wem sie sind. Und auch klar, dass zum Beispiel auf Salbenpackungen das (auch auf der Etikette) draufstehen muss … aber hat wirklich schon jemand versucht Strümpfe zu essen? Wir werden es nie erfahren, aber meist kommen so explizite Gebrauchsanweisungen nicht von ungefähr.

Korrekt und freundlich: so beraten Apotheken auch bei der Pille danach.

Der Beobachter hat – wahrscheinlich nach dem Artikel, der in den 20 Minuten kam und ziemliche Reaktionen hervorgerufen hat – selber Leute losgeschickt um zu sehen, was dran ist.(Ganzer Artikel hier).

Nicht wirklich viel, so wie’s aussieht. Ausnahmen gibt es ja (leider) immer, aber bei den  10 getesteten Apotheken waren die Apotheker durchgehend korrekt und haben freundlich beraten: unter 4 Augen im Beratungsraum. Keinerlei Anschuldigungen von wegen der Covergeschichte vom Sex unter Alkoholeinfluss mit dem One-night-stand. Das habe ich auch nicht anders erwartet.

Negativ aufgefallen ist nur dies:

In der St. Galler Apotheke Amavita rief die Angestellte mit lauter Stimme nach der Apothekerin: «Eine Kundin für die Pille danach!» Gut hörbar für alle Anwesenden. In der Apotheke Sunstore im Berner Storchengässchen berechnete die Apothekerin den Zyklus falsch. Sie erklärte, dass die Testerin vermutlich nicht schwanger werden könne, weil vor zwei Wochen die letzte Periode begonnen hatte.

Umm ja. Das macht man nicht. Auch heute nicht. Durch den Laden rufen (gerade bei so etwas) ist sehr unfein – bitte die Angestellte darauf hinweisen. Was den falsch berechneten Zyklus angeht: Hmpf. Im Zweifel gebe ich auch direkt nach der Menstruation die Pille danach ab … Unregelmässigkeiten und Ausnahmen gibt es auch hier und es gilt: lieber sicher als „sorry“.