Rezeptfälschungsbeispiel

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Die Rezeptkopie haben wir gefaxt bekommen im Rahmen einer Rundwarnung, dass es (und ähnliche) gefälscht sind.

Das ist so ein Fall – auf den ersten Blick sieht es noch einigermassen okay aus, aber je länger man es ansieht, desto mehr Fragen werfen sich auf:

rpfalsch2

Wieso stellt die Hals-Nasen-Ohren (HNO) Abteilung im Spital ein Rezept für ein starkes Schlafmittel aus?

Seltsame Dosierung: einmal innert 24 Stunden – weshalb nicht grad „maximal 1 Tablette vor dem Schlafen“? Anders nimmt man ein Schlafmittel eigentlich nicht, oder?

Moment: das Rezept ist „für Kind“?

Nö.

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17 comments on “Rezeptfälschungsbeispiel

  1. Naja, dazu dann noch 600mg Ibu für ein Kind… Äh… Selbst ich habe nur 400

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  2. Stillox für ein Kind vom HNO Arzt ….. Sicher doch

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  3. turtle of doom sagt:

    Ebenfalls seltsam: Das Rezept ist leserlich, und die zwei Medikamente haben nichts miteinander zu haben. Oder doch… Stilnox, damit man nach Trumps Worten noch schlafen kann, Ibu, weil die Ohren wehtun…

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  4. nickel sagt:

    Was heisst 10P? 10 Packungen? Was schon genannt wurde dachte ich auch. Zumal ich noch nie erlebt habe, dass ein Arzt 100 Stück von den 600er Ibu aufgeschrieben hat…c(und dann nix für den Magen dazu, hust)

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  5. McCloud sagt:

    Wäre das Rezept jetzt nicht für ein Kind, fände ich es okay.
    Es könnte durchaus sein, dass ein HNO-Arzt bei starken Ohren- oder Halsschmerzen 600 mg Ibuprofen aufschreibt und beispielsweise infolge einer Prüfung oder eines stressigen Berufs noch ne kleine Packung Stilnox zum Einschlafen verschreibt (weil die Person infolge ihres grippalen Infekts Einschlafprobleme hat)..

    Was ich mich jetzt als Apotheker frage, ohne diesbezüglich einschlägige Erfahrung zu haben: Wenn jemand schon die kriminelle Energie aufweist, ein Rezept zu fälschen und dafür eine Strafe riskiert: Warum verschreibt sich der Depp (Verzeihung… 😉 selbst jetzt ausgerechnet Ibuprofen und Zolpidem?
    Ibuprofen ist eh ohne Rezept erhältlich und zum „Herknallen“ gibt es wahrlich besseres verschreibungspflichtiges „Zeugs“ aus der Apotheke als Zolpidem.

    Vermute mal, dass der Rezeptfälscher sich vom IQ in der ersten Perzentile befindet.

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    • Aus der Zulassung von „Zolpidem 10mg“ in D: Eine Anwendung wird bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen; es liegen keine ausreichenden Daten vor. Bei der 5mg-Stärke ist es nichts anderes. Andererseits steht da auch Nur in reduzierter Dosis anwenden bei älteren Patienten über 65 Jahren; diese sprechen oft stärker auf die Wirkung an; Sturzgefahr; es kommt häufiger zu psychischen und paradoxen Reaktionen., woran sich die wenigsten Patienten (und teilweise auch Verordnungen) orientieren dürften.

      Betreffend des „Warum“? Sucht macht viele unlogische Entscheidungen. Vielleicht versucht derjenige von „härteren Sachen“ Abstand zu gewinnen, kann aber wegen Entzugssymtomatik nicht schlafen? Und hat festgestellt, dass die Zolpidem von Oma prima wirken, die aber kein Arzt ohne Diagnose verordnen will, und über deren wahre Gebrauchsursachen er nicht sprechen will, kann und/oder darf?

      Betreffend der Ibu600: Was meisnt Du, wie viele Leute mich mit Kulleraugen groß wie Untertassen (hier mal als Anspielung an ein bekanntes Märchen eines Ander(s)en) anschauen, wenn ich einerseits meine, dass 600mg in D verschreibunspflichtig seinen ( Die habe ich IMMER ohne was gekauft! ); und nochmal, wenn ich andererseits vorsichtig meine, dass 1 1/2 Tabletten á 400mg zusammen auch 600mg ergeben…

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    • Pharmama sagt:

      Das Ibu dient sicher nur der Ablenkung …

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  6. stahldame sagt:

    Laut meiner Zaubersaft-Packung sind 600 mg Ibu die maximale Tagesdosis für den durchschnittlichen 8jährigen mit 25 kg. Da sind die 600er Ibus also schon Grund genug für „Nö.“.
    Dilettant.

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  7. hajo sagt:

    „Wieso stellt die Hals-Nasen-Ohren (HNO) Abteilung im Spital ein Rezept für ein starkes Schlafmittel aus?“
    (mögliche) Erklärung: Das Kind leidet unter Tinnitus und damit es mal wieder durchschlafen kann …
    Eigentlch ist Sarkasmus ja nicht so mein Ding (Hexenkreuz im Rücken 😉 )

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    • Pharmama sagt:

      Gute Besserung!
      Aber Ibuprofen hilft nicht bei Tinnitus und das Kind gleich so flachzulegen … au nein.

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      • hajo sagt:

        Ich glaube, hier ist ein Missverständnis aufgetreten: Mit Hexenkreuz meinte ich die verschlungenen Finger mit denen man eine modifizierte Wahrheit realisieren will 😀
        Und das Ganze findet selbstverständlich hinter dem Rücken statt.
        Trotzdem: Danke für Dein Mtgefühl, ich heb’s für’s nächste Mal auf 😉

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    • [Neunter Link bei Suche „Zolpidem bei Kindern“ via Gockel] *In einer randomisierten placebokontrollierten 8-wöchigen Studie an 201 Patienten im Alter von 6–17 Jahren mit Schlafstörungen in Verbindung mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) konnte die Wirksamkeit von Zolpidem bei 0,25 mg/kg/Tag (mit maximal 10 mg/Tag) im Vergleich zu Placebo nicht nachgewiesen werden. * Zitat aus dieser Quelle: http://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/zul/kam/pdWS/empfehlungen/docs/Zolpidem.html

      Wenn ich die Fachinformation (FAM; lange Version) befrage, befindet sich als Ergänzung zum ersten Link des BfArM noch dieser Hinweis bei der Studie an 6-17jährigen mit 0,25mg/ Tag: Zudem kam es sehr häufig zu Schwindel und Kopfschmerzen sowie häufig zu Halluzinationen.

      [Zweiter Link der selben Gockel-Suche – übrigens ne Schweizer Seite] *Von der Behandlung schwangerer und stillender Frauen sowie von Kindern wird vorläufig abgeraten. * https://www.infomed.ch/pk_template.php?pkid=592

      Auch findet sich in der FAM unter „Überdosierung“ dieser Eintrag: Bei Fällen von Überdosierungen, bei denen Zolpidem allein oder zusätzlich mit anderen zentraldämpfenden Substanzen (wie auch Alkohol) aufgenommen wurde, wurde von einer Beeinträchtigung des Bewusstseins bis hin zum Koma und weiteren schwerwiegenden Symptomen, einschließlich tödlicher Ereignisse, berichtet.

      Daraus folgen für mich 2 Schlüsse:
      1) Zolpidem ist bei Kindern SO scheinbar nicht oder nur sehr schlecht wirksam.
      2) Die Dosisangabe mit maximal 1 Tablette pro 24h wäre VIEL zu hoch für ein 8-jähriges Kind. Auch unter Berücksichtigung der Reduzierung(sempfehlung) der Dosis für Patienten >65 Jahre. Schwere Nebenwirkungen scheinen sehr wahrscheinlich.

      Also wenn ich mal Deinen Beitrag ohne Berücksichtigung von Ironie lese, hätte der Arzt, so er das tatsächlich so verordnet hat, aus meiner Sicht reichlich „off-Label“ verordnet. Hieße, er ist entweder sehr mutig und/oder dumm – oder er hat Zugriff auf Studien, die zu ganz anderen Ergebnissen als die zuständige Behörde und die Hersteller kommen…

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