Die Deutschen Apotheken brauchen Deine Hilfe!

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Die Deutschen Apotheken brauchen Deine Hilfe!

gesundheitssystemingefahr

Ja, Deine. Auch wenn Du vielleicht im Moment ausser bei der gelegentlichen Erkältung sonst nicht viel mit der Apotheke zu tun hast. Irgendwann kommt der Moment, wo Du, oder Dein Kind oder deine Eltern notfallmässig Medikamente brauchen. Der Moment, wo es wichtig ist, dass die Apotheke den Patienten persönlich kennt, weil nur so die Beratung auch ankommt, nur so kontrolliert werden kann, ob das Medikament wirklich passt und Veränderungen bei chronischen Krankheiten erkannt werden können. Oder der Moment, wo die Apotheke ein Medikament, das so nicht im Handel ist, selber herstellt und abgibt (Kinderdosierungen zum Beispiel). Und dann kann die Apotheke für Dich da sein.

Damit das auch weiterhin so bleibt: Geh‘ in die Apotheke und unterschreib die Petition.

„Wir wollen ein starkes Signal an die Politik senden und zeigen, dass der Wunsch nach dem Erhalt unserer guten Versorgungsstruktur in der Bevölkerung groß ist. Ich bitte alle Apothekenkunden und Patienten, für die Zukunft der Arzneimittelversorgung in Deutschland zu unterschreiben“, sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Das ist wichtig für die Apotheken, dass sie dafür mit ihren Patienten ins Gespräch kommen und die Konsequenzen des EuGH-Urteils vom 19. Oktober erklären. Und es ist wichtig zu erläutern, warum wir ein Gesetz brauchen, das den Versandhandel wie in den meisten anderen europäischen Ländern auf nicht verschreibungspflichtige Medikamente begrenzt.“ (Quelle: ABDA)

Mehr lesen über Arzneimittelpreise und das EuGh Urteil auf der Seite der deutschen Apothekervereinigung.

eughvergleich

Zur Zeit sammeln wir und viele andere deutsche Apotheken Unterschriften gegen ein Urteil, dass der Europäische Gerichtshof im Oktober gefällt hat. Durch dieses Urteil wird ausländischen Versandapotheken erlaubt sich beim Versand von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln über deutschen Recht hinwegzusetzen, an das wir als Ihre Apotheke vor Ort weiter gebunden ist. Das ist so, als ob der Europäische Gerichtshof entscheiden würde, dass ausländische Paketdienste sich in Deutschland nicht an die deutsche Geschwindigkeitsbegrenzung halten müssen. Dadurch entsteht ein Wettbewerbsnachteil, den wir nicht hinnehmen wollen. Die Lösung kann nicht sein, nun für alle die „Geschwindigkeitsbegrenzung“ aufzuheben. Die bestehenden Gesetze und die Arzneimittelpreisverordnung dienen dem Schutz der wohnortnahen Versorgung und das rund um die Uhr auch im Nachtdienst – Genauso wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf bestimmten Strassen dem Schutz der Verkehrsteilnehmer dient.
Unterstützen Sie die Aktion durch Ihre Unterschrift bei Ihrem nächsten Besuch in der Apotheke!
(Quelle: Bären Apotheke Erkrath)

Bitte.

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49 comments on “Die Deutschen Apotheken brauchen Deine Hilfe!

  1. hajo sagt:

    Ich bin dankbar dafür, hier – in einem kleinen Ort – eine funktionierende Stamm-Apotheke mit (m.E.) sachkundigem Personal zu haben und nutze nahezu ( 😉 ) ausschliesslich diese.
    Viele sind sich gar nicht der Gefahr bewusst, die die Medikamentenbeschaffung aus dem Internet (oder auch von wechselnden Apotheken) mit sich bringt.
    Wenn ich allerdings mal in die Stadt gehe, frage ich mich schon, welcher Sinn darin steckt, wenn in Sichtweite zwei oder mehr Apotheken existieren.

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    • hajo sagt:

      Nachtrag: .. und es im Gegenzug in Orten „auf dem Land“ im Umkreis von vielen Kilometern keine Apotheke zu finden ist, obwohl gerade dort viele ältere, wenig mobile Menschen leben, die vielfach dringend auf Medikamente angewiesen sind.

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      • Einfach mal mit Schweden vergleichen. Seit dem die da die „Ketten“ haben, sind zwei Dinge eingetreten:
        1) Entgegen der Beteuerungen der Kettenbetreiber gab es Neugründungen von Apotheken NUR in den Kernbereichen von Ballungsgebieten (wie die Versorgung sowieso schon gut war)
        2) Nach der „Mindesthaltefrist“ von 2 Jahren von durch die Kette „zwangsübernommenen“ Landapotheken meinten die Ketteneigner: Entweder Ihr als Regierung zahlt uns pro Landapotheke und Jahr 40.000€ Subvention, oder wir machen die Landapotheken wegen Unwirtschaftlichkeit dicht! Und nun raten alle mal, was da anschließend passiert ist…

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      • TomTom sagt:

        @hajo:
        Wo kein Arzt ist, ist häufig auch keine Apotheke. Den lukrativen Umsatz macht eine Apotheke mit den Rezepten.
        Wenn Lieschen Müller nun mit dem Rezept vom Arzt kommt, steuert sie die nächste Apotheke an.
        Angebot an Ärzten, Nachfrage an Medikamenten.
        Klar gibt es Ausnahmen, aber so ist die Regel.

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        • xpistian sagt:

          „Wo kein Arzt ist, ist häufig auch keine Apotheke. Den lukrativen Umsatz macht eine Apotheke mit den Rezepten.“
          Das ist das Problem. Es gibt ja Gegenden, da könnte man sich eine Apotheke durchaus vorstellen, da weit und breit keine Konkurrenz ist. Wenn es aber nicht mal einen Arzt im gleichen Ort gibt, dann wird da niemand eine Apotheke aufmachen – wenn es schon eine gibt, die man übernehmen könnte, sieht die Sache etwas anders aus; aber auch da ist momentan etwas Flaute, s. z.B. Hüffenhardt oder auch andere Apotheken, die einfach keine Nachfolger finden.

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    • Jörg sagt:

      Die Gesundheitskarte wird bald auch alle bezogenen/verschriebenen Medikamente speichern. Dann kann man da wunderbar einen echten Check auf Wechselwirkungen machen.

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    • Das mit der Apotheken-Häufung in manchen Straßen kommt u.a. daher, daß vermutlich dort auch die Ärzte sind oder früher waren (eine Praxis kann etwas leichter umziehen, wie eine Apotheke), es dort Räume gibt, die geeignet sind. Vielleicht ist auch dort die Bushaltestelle und andere Geschäfte.
      Außerdem gibt es noch das „Eisverkäufer am Strand Erscheinung“ – es macht Sinn für die Eisverkäufer nebeneinander in der Strandmitte zu stehen.

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  2. Und Gegenmeinungen gibt es auch, unter anderem einen Ex-Straf-Richter, der scheinbar so weise ist, dass „Klugscheier“ für ihn wohl eine Ehrenbezeugung sein dürfte, denn er hat die Weisheit offenbar mit Löffeln gegessen und scheidet nun Klugheit aus. Und Ahnung hat er auch vom Apothekenwesen, denn seine Verwandtschaft war vor 60 Jahren Arzt und hat *korruptive Verträge mit Apothekern abgeschlossen. Na klar, mit dem Hintergrund hat man wahrlich viel Einblick in aktuelle Branche. Zu finden hier: http://www_zeit.de/gesellschaft/2016-12/rechtspolitik-gesundheit-eugh-preisbindung-arzneien-ausland (Link manipuliert damit Traffic nicht rückverfolgbar.) Sehr amüsant zu lesen; nach der Lektüre überlegte ich den Selbstversuch einer „Bayotensin akut Philiole“… By the way – mein Opa wurde im WWII in einem U-Boot nach Grichenland verschifft (wahrschenlich wollten seine Vorgesetzen ihn „los“ werden) – deswegen habe ich auch tierisch Ahnung von der Hochseeschiffahrt im allgemeinen und von der aktuellen Bundesmarine-U-Boot-Flotte im speziellen, logisch.

    Übrigens, das letzte Mal, dass deutsche Apotheken eine groß angelegte Unterschriftensammlung (auch gegen der Versandhandel mit Arzneimitteln) im Jahr 2002 gemacht haben, kamen ca. 7,7Millionen Unterschriften zusammen. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2002/az-28-2002/uid-18170 Unabhängig davon, dass ich bezweifele, dass dieses Mal diese Werte erreicht werden, lohnt ein Blick in die Vergangenheit. Damals hat nach Überreichung der Unterschriftenliste die amtierende Gesundheitsministerin – die Sozialpädagogin Ursula „Ulla“ Schmidt – verkünden lassen, dass diese Liste nicht weiter beachtet werden braucht, da die Apotheken die Kunden zur Unterschrift erpresst hätten. Außerdem sagte sie prophetisch vorraus, dass man den Versandshandel mit AM vorsichtshalber schon mal zuläßt, weil der EuGH den ja sowieso erlauben und zwangsverordnen würde – ja, genau SO ist es damals eingetreten – oder auch nicht, wie man nachlesen kann. Eine SPD-Politikerin, die eine Tradition ihrer Parei begründete, die aktuell darin gipfelt, dass SPD scheinbar die neue Abkürzung für SPargelDampfer zu sein scheint… Langer Rede kurzer Sinn, damals wurde die Unterschriftenliste – immerhin mehr als 10% der wahlberechtigten Bevölkerungs D´s – durch die SPD ungelesen direkt in der Rundablage verstaut. Und dieselben Politiker regieren zum Teil immer noch…

    Deshalb bin ich nicht besonders hoffnungs-voll…

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  3. Biene sagt:

    Wir haben die Unterschriftenliste bei uns in der Klinik auch ausliegen. Aber auch ich befürchte, dass wir nicht genügend Unterschriften sammeln werden und dass diese dann auch niemanden interessieren. Viele wissen doch gar nicht, was für Konsequenzen das haben kann. Viele sehen nur, dass es im Internet günstiger ist. Und wenn ich meiner eigenen Familie das schon nicht abgewöhnen kann, wie soll man es dann dem Rest erklären? Und ich fühl mich schon schuldig, wenn ich mal Magnesium in der Drogerie hole und nicht in bei den Kollegen in der Apotheke.

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  4. Hermione sagt:

    Ich muss mal die Apotheken in meiner Umgebung abklappern und gucken, ob eine davon diese Unterschriftenliste ausliegen hat… 🙂
    Danke, dass du drauf aufmerksam gemacht hast!

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  5. mmmmr sagt:

    Ich frag mich ernsthaft, was denn daran soviel schneller/billiger/besser ist, men Medikament nicht sofort mitnehmen zu können, sondern es in 2/3 Werktagen spätnachmittags per Post zu bekommen?!
    Meine Pille kostet im halben Jahr (!) ca 32€ bei meiner Apotheke am Ort, 29€ im Internet. Dafür kann ich in meine Apotheke auch im Notfall mal ohne Rezept marschieren und 1 Monat aus „meiner“ Packung vorab beziehen. Kann ich das online auch?!
    Wenn meine Kinder krank sind, kann ich meine Apotheke um Rat fragen, das Antibiotikum kriege ich ggf sofort und immer mal Taschentücher / Traubenzucker / ein liebes Wort gratis dazu. Soviel kann ich online gar nicht sparen…

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    • OtaconHC sagt:

      Naja es gibt einige krasse Beispiele.

      Meine Großmutter benötigt ein OTC Medikament das sie für eine Monatspackung 70€ in der Apotheke kostet. Online kriegt man es für 42€….
      28€ mehr in der Tasche bei der Rente, da sie auch um einen Teil ihrer Wittwenrente beschissen wurde. Das sind gute 300€ im Jahr.

      Ach ja, ich weiß übrigens aus erster Hand dass die Versandapotheke das Mittel deutlich unter EK verkauft…..

      Da sieht man was ein Preiskrieg bei Rezeptpflichtigen Medikamenten auslösen könnte.

      Kurzzeitig alles unterbieten und die Verluste irgendwo anders wieder reinholen, bis die Konkurrenz weg ist.

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      • McCloud sagt:

        Verkauf unter Einkaufspreis ist zumindest hier in Deutschland verboten. Wobei es wahrscheinlich schwierig ist, den Nachweis zu erbringen, dass ein Mitbewerber unter EK verkauft.

        Die Drogeriemarktkette dm geht hier einen interessanten Weg: Liegt der Preis eines Produkts unterhalb ihres Einkaufspreises, kaufen Mitarbeiter der Kette gezielt das Produkt des Mitbewerbers auf und stellen es ins eigene Regal.

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        • OtaconHC sagt:

          Nein das ist in Deutschland nicht generell verboten, das ist ein Irrtum dem viele aufliegen.

          In einem gewissen Umfang darf man das tun, und von dieser einen Versandapotheke wird immer wieder für dieses Medikament sehr gezielt ausgenutzt.
          Allerdings ist es auch das einzige Mittel das wir aus der Versandapotheke beziehen.

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          • McCloud sagt:

            Ich hab es gerade gegoogelt. Du hast Recht. Pauschal ist das anscheinend wirklich nicht verboten, sondern nur, wenn nicht nur gelegentlich unter Einstandspreis verkauft wird.

            Du musst Dich auch nicht rechtfertigen dafür, dass Du das Mittel über den Versand beziehst. Mir fällt gerade spontan die 120er Packung Gingium 240 ein. Offizieller VK 161,77 Euro. Eine spontan ausgewählte bekannte Versandapotheke bietet das Ding für etwa 95 Euro an. Bei 66 Euro Preisnachlass verstehe ich jeden, der das Ding über den Versand bezieht. Da fällt mir auch keine Argumentation mehr ein, wie man die Preisdifferenz über die Beratung rechtfertigen könnte (wobei mir klar ist, dass eine niedergelassene Apotheke wahrscheinlich einen höheren Einkaufspreis hat als das, was die Internetapotheke hier als VK nimmt).

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          • OtaconHC sagt:

            Danke, ich weiß dass ich dafür nicht rechtfertigen, ich betrachtete die Aussage eher als ein weiteres Detail zum Thema 🙂
            Weil abgesehen von diesem Mittel sehe ich keinen Grund für eine Versandapotheke solange eine „echte Apotheke“ in Fußweite ist.

            Ach ja, bevor mir Jemand unterstellt dass ich mir das mit dem VK deutlich unter EK nur zusammenreime (damit meine ich nicht dich McCloud!), den muss ich enttäuschen.
            Ich hatte direkte Einsicht in diese Daten, und wie die Preise berechnet werden (passiert automatisch)

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    • xpistian sagt:

      Nein, bei einer Versandapotheke gibt es ohne Rezept keine Pille – und so vorteilhaft das manchmal sein mag, das sollte es auch nicht bei der Apotheke um die Ecke. Abgeben verschreibungspflichtiger Medikamente ohne Rezept ist ein Verstoß gegen die Arzneimittelverschreibungsverordnung und kann zum Verlust der Approbation führen.
      Das Problem dabei ist, dass es immer mal wieder gemacht wird und die Leute mit der Zeit eine Erwartungshaltung entwickeln. Dann steht man als Apotheker, der es nicht macht, immer dumm da.
      Aber was ist, wenn dir die Apotheke ohne Rezept die Pille abgibt, du (aus welchem Grund auch immer) eine Thrombose bekommst und der Verdacht fällt auf die Pille – würdest du dann auch zu der Apotheke stehen und nicht sagen, wo du sie ohne Rezept herbekommen hast?
      Ich habe gestern z.B. Montelukast nicht abgegeben, weil eben kein Rezept für die Tochter vorlag. Tat mir schon leid, aber wenn es denn ganz dringend ist, gibt es immer noch die Bereitschaftspraxen, die ein Rezept ausstellen können.
      Oder neulich kam ein Mann mit einer Abholung und meinte, ob ich ihm noch ein Päckchen Cialis dazu geben könnte – offenbar hat er das auch schon öfter bei Kollegen ohne Rezept gekriegt. Nein, geht nicht.
      Ein anderer Kollege hat Prednisolon 5 mg ohne Rezept abgegeben. Die Kundin reichte das Rezept nach und oh Schreck, 2 mg sind aufgeschrieben. Stellte sich glücklicherweise als Fehler seites der Praxis raus und 5 mg hätten es auch sein sollen.

      Es gibt viele gute Gründe für die Vor-Ort-Apotheke. Abgabe von Arzneimitteln ohne Rezept gehört nicht dazu.

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      • Andi sagt:

        Das sehe ich genauso! Aus ärztliche​r Sicht: Jede Woche kommt ein Patient, der im Nachhinein​ ein Rezept​ für ein bereits abgegeben​es, verschreibungspflichtig​es Arzneimittel verlangt -> manchmal​ stehen mir da die Haare zu Berge.

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        • OtaconHC sagt:

          Mir stehen da nur die Haare zu berge weil Apotheker es in DE nicht dürfen. Das ist aber auch der einzige Grund, aber ich bin Apothekern dankbar dass sie das in Ausnahmefällen tun.

          Ich bin dafür dass dies geändert wird. Eine Regelung wie in der Schweiz würde ich da gut finden. Gerade wenn ein Patient das Mittel schon seit längerem auf Rezept kriegt sollte der Apotheker sagen dürfen „Ja kein Problem, wir machen einen Vorbezug“

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          • xpistian sagt:

            „Mir stehen da nur die Haare zu berge weil Apotheker es in DE nicht dürfen.“
            Ja… ich weiß nicht. Vielleicht hat der Arzt das Mittel ja auch nicht aufgeschrieben (nach Jahren des Gebrauchs), weil ein Risikofaktor hinzugekommen ist, kein Bedarf mehr ist, etc., aber der sture Patient (die gibt es ja), will es trotzdem.
            Das Problem besteht ja nicht, wenn die Ärzte noch erreichbar sind. Wenn aber die Leute dann Samstags kommen und kein Insulin mehr haben oder eben wie gestern Freitags um 18:25 und kein Arzt mehr zu erreichen ist, dann müssen sie halt zur Bereitschaftspraxis.
            In echten Notfällen darf man ja auch Medikamente abgeben (wobei auch da Gerichte wohl schon gegenteilig entschieden haben).

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          • McCloud sagt:

            @xpistian, korrigere mich, falls ich falsch liege: Die Bereitschaftspraxis oder der Vertretungsarzt ist aber gewöhnlich auch nicht informiert, ob bei dem Patienten ein Risikofaktor dazugekommen ist. Da hat die Bereitschaftspraxis keinen Vorteil gegenüber der Apotheke.

            Ich halte etwa folgendes Modell einer Abgabe eines Rx-Arzneimittels durch den Apotheker für sinnvoll:
            a) Der Arzt ist nicht erreichbar (Wochenende; Notdienst, Arzt ist im Urlaub).
            b) Es lässt sich schlüssig nachvollziehen, dass der Patient das Arzneimittel schon seit längerer Zeit nimmt. Das kann eine Apotheke entweder durch die Kundenkarte oder durch einen kurzen Check der Rezepte vornehmen, die bei der Rezeptabrechnungsstelle gespeichert sind.
            c) Abgabe der kleinsten Menge, die zur Behebung des Bedarfs notwendig sind – beispielsweise ein Blister oder Tabletten werden ausgeeinzelt.
            d) Die Nummer nur für Medikamente, die kein Suchtpotential aufweisen. Beispielsweise für Metoprolol, Ramipril, etc. Keinesfalls Zopiclon, Zolpidem oder Benzos. Antidepressiva und Neuroleptika sehe ich etwas dazwischen.
            e) Zwingende Abgabe durch den Apotheker und nicht durch PTAs. Verpflichtende schriftliche Dokumentation der Abgabe, des Abgabegrunds, Name und Anschrift des Patienten in einer Kartei, die regelmäßig durch die prüfenden Behörden geprüft wird.
            f) Evtl. verpflichtende Information des verschreibenden Arztes, sowie dieser wieder aus dem Urlaub/Wochenende zurück ist.

            Was meinst Du?

            Im Moment ist es einer Apotheke untersagt, Oma Müller am Freitag Abend ihren langjährig eingenommen Blutdrucksenker abzugeben, wenn sie ihren Arzt nicht mehr erreicht. Das ist eine Straftat. Sowie ein Apotheker oder eine PTA das missachtet, haftet er/sie persönlich, falls etwas passieren sollte, da die Haftpflichtversicherung der Apotheke nicht mehr greift (Straftaten sind natürlich nicht versichert).

            Du schreibst weiterhin, dass in echten Notfällen ein Apotheker Rx-Medikamente ohne Rezept abgeben darf (zumindest habe ich Deinen Satz jetzt so gelesen). Das ist nicht korrekt.

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          • xpistian sagt:

            „Du schreibst weiterhin, dass in echten Notfällen ein Apotheker Rx-Medikamente ohne Rezept abgeben darf (zumindest habe ich Deinen Satz jetzt so gelesen). Das ist nicht korrekt.“
            Ich würde mich da auf §34 Rechtfertigender Notstand berufen.

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          • McCloud sagt:

            @xpistian: Das mit dem „rechtfertigenden Notstand“ sehe ich kritisch. Eine ausgegangene Metoprololschachtel am Freitagabend oder die vergessene Neuverschreibung der „Pille“ ist für einen Patienten keinesfalls ein Notfall. Im Falle eines Prozesses wird einem ein Richter dann sehr wahrscheinlich sagen, dass man den Patienten jederzeit zu einem diensthabenden Arzt schicken hätte können, damit dieser ein ordnungsgemäßes Rezept ausstellt. Strafmildernd wird er berücksichtigen, dass man selbst keine finanziellen Motive verfolgt hat.

            Interessant finde ich folgenden Bericht aus der DAZ aus dem Jahr 2010: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2010/daz-45-2010/rezeptpflicht-bedeutet-verantwortung

            In diesem Artikel wird auch auf den Begriff „rechtfertigender Notstand“ eingegangen.
            Interessant finde ich insbesondere vier der geschilderten Fälle:
            a) Patient mit akutem Asthmaanfall; Abgabe eines langjährig verschriebenen Asthmamittels ohne Rezept –> Verurteilung des Apothekers, da er den Notarzt rufen hätte können.
            b) Ältere Dame, starke Schmerzen. Arzt am gleichen Tag verstorben: Abgabe eines langjährig verschriebenen Codein-Barbiturat-Präparats. Pharmazierat hat es gesehen –> Verurteilung des Apothekers in erster Instanz; Freisprache in zweiter Instanz
            c) Abgabe von Marcumar, Furosemid, Enalapril und Novodigal an langjährig bekannten Patienten mit Bitte um nachträgliche Rezeptausstellung. Anzeige durch den Arzt –> Verurteilung des Apothekers
            d) Abgabe jeweils eines Blisters einer Pille ohne Rezept – in zwei Fällen –> 3000 Euro Strafe

            Mein Fazit: Hier in Deutschland muss man als Apotheker den Patienten zu einem Arzt weiterleiten, wenn er ein Rx ohne Rezept haben möchte. In den heftigeren Fällen, unter denen Du Dich wahrscheinlich wirklich auf den „rechtfertigenden Notstand“ beziehen könntest, musst Du eh die Rettung unter 112 anrufen.

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          • OtaconHC sagt:

            xpistian Fakt ist dass ein Apotheker in Deutschland bei solchen Dingen mit einem Bein im Gefängnis steht.

            Man muss hierzulande den Apothekern endlich mehr zutrauen.
            Mit der Pille danach hat man ja einen winzigen Schritt in diese Richtung getan. Aber schau mal wie viele Ärzte da dagegen schießen!

            Entweder aus purer Arroganz (NUR ein Arzt kann sowas entscheiden) oder weil man die paar Kröten verliert die man für das Gespräch von der KK bekomen würde.

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    • xpistian sagt:

      Naja, wenn man chronisch krank ist und dann eine Bonus auf die Rezepte bekommt, die man im Idealfall nicht erst holt, wenn die Medikamente aufgebraucht sind, dann kann man da über das Jahr schon Einiges sparen.
      Allerdings kommen ja nun schon die ersten Krankenkassen und beanspruchen die Rabatte für sich (folgerichtig, denn sie beanspruchen ja auch die Rabatte, die der Großhandel früher den Apotheken einräumte, zum größten Teil für sich). Damit wird das Modell eigentlich wieder unattraktiv aus Sicht der Versicherten… allerdings können die Kassen da sparen und die Versicherten davon überzeugen ;), dass sie doch bei DoMo etc. bestellen sollen.

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      • McCloud sagt:

        @xpistian: Das perfide ist ja, dass bei dem Modell ein Versicherter Geld damit verdient, wenn er eine Versichertenleistung in Anspruch nimmt.

        Übertrage das mal auf die KFZ-Vollkaskoversicherung oder -Haftpflichtversicherung: Wenn sich damit Geld verdienen lässt, wenn man mit seinem Auto einen Unfall baut, wird doch ein Anreiz geschaffen, möglichst häufig Versicherungsleistungen in Anspruch zu nehmen.

        Zurück zu den Arzneimitteln: Ebenso wird bei geldwerten Boni für Rx-Arzneimittel ein Anreiz geschaffen, dass der Versicherte seinen Arzt unter Druck setzt, möglichst viele und möglichst teure Arzneimittel zu verschreiben. Am Besten lässt man sich das Arzneimittel gleich mehrmals von verschiedenen Ärzten verschreiben, da man dann mit der Aktion gleich mehrmals abkassieren kann. Den Bonus behält man und die Arzneimittel wirft man halt weg.
        Im dem Zusammenhang muss man erwähnen, dass gerade Chroniker und Geringverdiener häufig von der Zuzahlung befreit sind (den Bonus kassieren diese natürlich trotzdem).

        Persönliche Meinung: Ich finde das nicht so toll, wenn Leute meine Versicherungsgelder als Anreiz nehmen, sich einen Nebenverdienst zuzulegen.

        Gefällt 2 Personen

  6. […] Pharmama verbreitet aktuell einen Petitionsaufruf des Apothekerverbands. […]

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  7. Andi sagt:

    Ich nutze beide Wege: meist die Apotheken vor Ort (mehrere je nachdem, wo ich was günstiger oder schneller oder zuverlässig​er erhalte), aber manchmal​ auch die Versandapotheke​ – nicht der Preise​ wegen, sondern der Anonymität​ wegen.

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  8. Kraven sagt:

    Habe dazu jetzt auf die Schnelle in den Links keine Informationen gefunden: Wie lange läuft denn die Unterschriftensammlung? Also wie lange habe ich Zeit zur Apotheke zu kommen und evtl. auch Werbung dafür zu machen?

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  9. Andi sagt:

    Interessant ist noch der Vorstoß von DocMorris, in der Gemeinde Hüffenhardt bei Heilbronn, die seit etwa 2 Jahren keine Apotheke mehr hat, eine AUTOMATENAPOTHEKE MIT VIDEOBERATUNG zu installieren. Online bestellte Arzneien sollen zum Automaten geliefert werden können.

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  10. xpistian sagt:

    Danke, dass du darauf hinweist!
    Vielleicht können wir was mit den Unterschriften erreichen. Aber nach den von Gedankenknick ja schon angesprochenen 7,7 Millionen Unterschriften, die im Rundordner abgelegt wurden, bin ich nicht zu zuversichtlich.

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  11. Eine reflexartige Antwort mancher Kritiker des Apothekenwesens ist ja: es gibt zu viel Apotheken, ich hab versucht auf meinem Blog dazu mal eine Antwort zu schreiben, es ist nur ein Argument, gegen diesen Totschlag-Satz, aber ich finde ein wichtiges.

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  12. jene sagt:

    Ich wollte unterschreiben und bin in die hiesige Dorfapotheke gegangen, aber die machen da gar nicht mit. Die Apothekerin unterhielt sich mit mir, ihr fiel erst nach einer Weile ein, daß es diese Aktion überhaupt gibt, aber sie glaubt nicht, daß es nützen würde. „Buchläden gibt es doch auch kaum noch.“ Aber sie bedankte sich für meinen Versuch und versicherte mir, diese Apotheke sei für die Zukunft gut aufgestellt… man müsse sich eben spezialisieren.

    Gibt es auch eine „Unterschriften“-Liste im Internet? Zu einer anderen Apotheke komme ich nicht so leicht, und ich will denn auch nicht alle Apotheken im Umland abklappern um zu sehen, ob irgendeine da mitmacht… 😦

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