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Die beste Antiwerbung für DocMorris: Kundenbeiträge

Am Sonntag hat DocMorris im grossen Stil und an alle (aktiven und auch ehemaligen) Kunden der Versandapotheke mails geschrieben um gegen das geplante Versandverbot von rezeptpflichtigen Medikamenten anzugehen. Merke: das Verbot betrifft nur rezeptpflichtiges – das Problem ist, dass das der einzige Weg zu sein scheint, mit dem gegen die Folgen des EuGH-Urteils angegangen werden kann. Das (irre) Urteil bevorteilt nämlich die ausländischen Versandapotheken, die nun Rabatte (auf alles) gewähren dürfen, während die Apotheke vor Ort weiterhin an die gesetzliche Preisbindung gebunden ist.

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Klaro: man versucht die Leute heute beim Geldbeutel zu packen – dabei gibt es gute Gründe, die gegen Rabatte bei rezeptpflichtigem sprechen: sollte da wirklich ein Anreiz geschaffen werden, mehr (als nötig) zu bestellen? Und: da die Krankenkassen die Medikamente ja im Endeffekt bezahlen – stehen diese Rabatte dann nicht eigentlich der Kasse zu? Und die „Preisvorteile für alle“ betrifft ja nicht die Apotheke vor Ort selber, die darf nämlich keine Rabatte geben (und auch keine bekommen). Unfair.

Dabei haben die Versandapotheken vorher schon viele Vorteile gehabt: sie leisten ja keinen Nacht- und Notdienst, sie stellen keine Individualrezepturen her, sie versenden keine Betäubungsmittel für schwerstkranke Patienten – praktisch picken sie sich die „Rosinen“ heraus, während die Apotheken vor Ort einem Kontrahierungszwang unterliegen und das alles machen müssen. Diese Leistungen kosten Geld (Lohn und Miete und Einkauf und so weiter) und werden den Apotheken zwar verlangt, aber sehr schlecht vergütet (bis gar nicht). Wandert jetzt ein Teil der Patienten gelockt von den Rabatten zu den ausländischen Versandapotheken ab, werden (noch) mehr Apotheken unrentabel und müssen schliessen. Dagegen wehren sie sich natürlich.

DocMorris geht schon lange in die Offensive… die schiessen seit Monaten aus allen Rohren um mehr Kunden zu gewinnen: Flyer in den Kaufhäusern, Flyer in den Ärtepraxen, Fernsehwerbung … und jetzt offensichtlich noch mails an alle Kunden. Ja – da sieht man auch, wie die Patientendaten verwendet werden. Wenn man mal drin ist …

Aber die Beste Anti-Werbung für DocMorris findet sich auf der Facebook-Seite der Versandapotheke selber bei den Besucherbeiträgen:

Warum muss ich so lange auf Antwort warten! Ich versuche seit Tagen eine Lieferung zu reklamieren, .. Werbung läuft auf Hochtouren aber keiner kümmert sich um Reklamationen. Mails werden nicht beantwortet, Am Servicetelefon fliege ich nach 10 bis 20 Minuten aus der Warteschleife. Faxe kann ich nicht an Docmorris senden, immer eine Fehlermeldung. Egal welchen Versuch ich unternehme es ist mir nicht möglich Docmorris zu erreichen um meine Reklamation vorzubringen.

Super enttäuscht von der Erreichbarkeit des „Kundenservice“. Dauerwarteschlange in der Hotline. Mails werden erst nach Tage (wenn überhaupt) beantwortet. Da darf nichts dringendes dabei sein.

Erreichbarkeit: die Apotheke vor Ort ist täglich für Dich da. Dank Notdienst ist rund um die Uhr eine Apotheke erreichbar – auch für Fragen oder Reklamationen, wenn mal etwas nicht so geklappt haben sollte. Wer jetzt ausruft von wegen den weiten Wegen zur nächsten Apotheke auf dem Land (und den kurzen in der Stadt) sollte folgendes bedenken: Eine Apotheke ist nicht stattlich gesponsert. Sie muss sich selber erhalten / rentieren. Je mehr Kunden, desto besser ist das möglich. Ohne Kunden stirbt die Apotheke vor Ort … also auch, wenn die nur noch Online einkaufen.

Ganz schwach ! Vor 3 Tagen Bestellung aufgegeben, immer noch nichts erhalten. Also besser direkt zur Apotheke gehen, auch wenn es ein paar Euro mehr kostet.

Ich habe am Montag vormittags bestellt. Heute am Donnerstag ist die Ware immer noch nicht im Versand. Ich versteh ja, dass mal was schief läuft, aber eine Info wäre nett bzw. eine Antwort auf meine E-Mail-Rückfrage wäre nett gewesen… Bin etwas enttäuscht.

Manchmal frag ich mich, ob DocMorris überhaupt mitdenkt, ich habe bei meiner letzten Bestellung extra vermekrt, dass man eine Zustellung für samstag veranlasst, nichts ist passiert, Zustellung am Donnestag, ich nicht da und habe jetzt wieder die Ehre einen Umweg von über 5 km machen zu müssen, damit ich mir mein Päkchen auf der Post abholen kann. So stelle ich mir den Service nicht vor und ich werde mir wohl überlegen, ob ich da bei DocMorris bleibe oder zur Kongurenz gehe!

Nun, dies war meine erste Bestellung bei DocMorris. 2 Rezepte. Es ist jetzt 96 Stunden her, und ich habe erst die Medikamente des einen Rezeptes erhalten … Kein Hinweis auf den Verbleib der Medikamente des 2. Rezeptes. Keine Mail. Kein Anruf. Lediglich auf der DocMorris-Bestellseite wurden die nicht gelieferten Medikmente aus der Bestell-Historie heraus gelöscht! OK. Also, beim Kundenservice angerufen. Nach ca. 2 Minuten war ein freundlicher Mitarbeiter am Telefon, der mir erklärte, dass die größte Versandapotheke Europas meine Medikamente nicht liefern kann. Donnerwetter, das hätte ich nicht erwartet. Täte ihnen leid, aber ihr Lieferant könne die Medikamente nicht besorgen. Sie würden also das 2. Rezept an mich zurückschicken. – Das ist der Anfang vom Ende. Ich kaufe wieder bei meiner örtlichern Apotheke um die Ecke! Sorry DocMorris, von Europas – angeblich – größter Versandapotheke hatte ich mehr erwartet!

habe Montag den 6. Februar eine Bestellung online gemacht. Bis jetzt noch nichts gehört vom Versand. Sind wichtige benötigte Tropfen dabei. Wann bekomme ich meine Ware??????

Habe heute bei DocMorris angerufen, weil sie ja Lieferschwierigkeiten haben.
Habe nach gefragt ob ich bei DocMorris ASS 100 bestellen kann und ob die Tabletten da sind. Die Dame am Telefon sagte das ASS 100 nicht da wären und sie nicht liefern kann.
Dann gehe ich doch gleich in eine Ortsansässige Apotheke und hole es da auch wenn man manche Medikamente nicht da hat, in 2 bis 3 Stunden sind die aus der Zentral Apotheke da. Ich frage mich warum macht DocMorris noch so Reklame !!!

Lieferfähigkeit – die Apotheke vor Ort kann mehrmals täglich Medikamente bestellen. Im Normalfall sind sie nach einem halben Arbeitstag da. Die Apotheke vor Ort bemüht sich auch bei Lieferengpässen engagiert und selbständig um Ersatz. Ganz viele Apotheken bieten auch an, nicht vorrätige Medikamente oder bei Mobilitätsproblemen nach Hause zu bringen. Kostenlos.

DocMorris ist (war?) eigentlich eine tolle Sache! Nur leider sind seit kurzem für manche ganz wichtige Hilfsmittel (z.B. Insulinspritzen) auf Rezept „vorrübergehend nicht verfügbar“, heißt auf Rezept gar nicht mehr erhältlich!! Weiß nicht, wie oft ich schon nachgefragt habe, ob es dazu mal eine konkretere verlässlichere Meinung bei docmorris gibt. Wenn man nur noch bestimmte Sachen bekommt, kann man auch gleich zur Apotheke vor Ort gehen.

Das ist Kühlware … wie garantiert da die Post die ununterbrochene Kühlkette?, Aber ich habe schon geschrieben, dass sowieso nicht alles rezeptpflichtiges bei der Versandapotheke bestellbar ist? Betäubungsmittel (starke Schmerzmittel etc.). Also ist so eine Versandapotheke keine Hilfe für Palliative Patienten – da ist nichts mit „einfach nach Hause schicken“.

Bekannter hat bei euch Talcid bestellt. Da er Probleme mit der schilddrüse hat nimmt er Schilddrüsentabletten ein. Leider hat ihm das keiner gesagt, dass er 2 Stunden abstand nehmen soll zu den tabletten. Jetzt hat er dadurch einige Probleme .. Nicht so super!

Beratung: geht immer noch am besten im direkten Patientenkontakt. Interessanterweise hat die Versandapotheke in Deutschland eigentlich hier noch einen Vorteil: da sie alle Patientendaten und eingekaufte Medikamente speichern darf können sie so Wechselwirkungen eigentlich sehen. Dagegen darf die Apotheke vor Ort das nur mit ausdrücklicher Genehmigung speichern – zum Beispiel in Zusammenhang mit einer Kundenkarte. Aber anscheinend heisst „können“ auch hier nicht machen.

Bildquelle: mailing DocMorris.

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Alles über Generika (Sampler)

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Generika sind als „Nachfolgermedikamente“ der „Originale“ ein grosses Thema in der Apotheke. In diesem Sampler erfahrt Ihr alles über sie. Erst mal die Grundlagen:

Generika – eine Betrachtung 1 – was sind Generika?

Generika – eine Betrachtung 2 – Ist ein Generikum wirklich gleich wie das Originalmedikament?

Generika – eine Betrachtung 3 – die rechtliche und wirtschaftliche Seite in der Schweiz (Warum manche Generika 20% Selbstbehalt haben)

Generika – eine Betrachtung 4 – wann man NICHT einfach ersetzen sollte.

Generika – eine Betrachtung 5 – die Seite der Krankenkassen in Deutschland (Alles über die elenden Rabattverträge)

Würden Apotheker Generika kaufen? Kurze Antwort: Ja! Lange Antwort im Artikel.

Original, Comarketingmedikament und Generikum – manchmal gibt es alles. Siehe auch hier: CoMarketing Produkte: Was und Wieso

Nehmen Sie doch das Generikum, bitte – Was ist ein Auto-Generikum … und weshalb man da problemlos immer wechseln kann.

Generika – und warum fragen Sie nicht? Immer nett: wenn nach Tests bemängelt wird, dass die Apotheke nicht das günstigste OTC-Produkt verkauft hat (ja, auch von denen gibt es Generika!)

Generikum gefällig? (Oder was ich für Gründe zu hören bekomme, weshalb der Patient das nicht will)

Neuer differenzierter Selbstbehalt: für die Schweiz. Weshalb manche Generika 20% Selbstbehalt haben wie das Originalmedikament und nicht 10%

Generika und Rabattverträge : für Deutschland. Und warum es besser wäre, den Apothekern die Wahl zu überlassen statt den Krankenkassen.

Rabattvertrags-Diskussionen – was die Apotheken in Deutschland von den Patienten zu hören bekommen, wenn sie mal wieder das Generikum wechseln müssen.

Das liegt nur am Generikum! – in dem Fall nicht wirklich. Oder: was wir in der Schweiz so zu hören bekommen.

Metoprolol mit Problemen – wenn die Rabattverträge zu akuten Lieferproblemen führen.

Das Billigste und Das Billigste?? (2) – Apothekenbashing in der Schweiz, da Apotheken „lieber die teuren Generika verkaufen“ und nicht immer „das günstigste“ Medikament abgeben. Hmpf. Es gibt Gründe für die Wahl eines Generikums, die über den Preis herausgehen.

Suchanzeige: lactosefreies Medikament. Manchmal ist es gut, sind nicht alle Generika mit den gleichen Hilfsstoffen hergestellt.

Nur nicht in grün! – aber ein Grund, das Generikum zu wechseln

Generika im Gegenwind – Generika werden heute oft in Asien oder Indien hergestellt. Theoretisch unter streng vorgeschriebenen Bedingungen und nach Studien zur gleichen Wirkung. Was aber, wenn da geschlampt wurde?

Origenial – wenn die Herstellerfirma Werbung für ihre Co-Marketing-Medikamente (dem Original identische Generika) macht.

Was darf ein Medikament kosten? Wenn Medikamentenpreise (zu) sehr fallen, kann es durchaus sein, dass die Firmen das nicht mehr herstellen, da unrentabel. Dann gehen auch wichtigere Medikamente einfach aus dem Handel. Speziell in dem kleinen Markt der Schweiz kommt das häufiger vor.

Schnurz-Egal Hauptsache billig – Oder warum der Preis nicht der einzige ausschlaggebende Grund für die Wahl des Generikums sein sollte.

Kein Generikum aus medizinischen Gründen – wenn der Arzt verbietet, ein Generikum zu wählen. (Hier allerdings pauschal und deshalb nicht ganz korrekt!)

Erwiderung gesucht: Wir müssen den Arzt über einen Austausch informieren. Der hier war nicht so zufrieden. Mit der Info, nicht mit dem Austausch?

Dasselbe oder nicht? Ein paar Tricks einer Pharmafirma, damit ihr Medikament nicht ersetzt wird nach Patentablauf.

Strategien nach Patentablauf eines Medikamentes – und noch mehr Möglichkeiten.

Lyrica und Generika und ein akutes Problem und  Zum Lyrica und Generika Problem: Das Patent des Medikamentes ist abgelaufen – allerdings nicht für alle Anwendungen, da sie später noch eine gefunden haben. Kann ich das jetzt (einfach) ersetzen mit dem Generikum? Weshalb nicht immer?

Die Deutschen Apotheken brauchen Deine Hilfe!

Die Deutschen Apotheken brauchen Deine Hilfe!

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Ja, Deine. Auch wenn Du vielleicht im Moment ausser bei der gelegentlichen Erkältung sonst nicht viel mit der Apotheke zu tun hast. Irgendwann kommt der Moment, wo Du, oder Dein Kind oder deine Eltern notfallmässig Medikamente brauchen. Der Moment, wo es wichtig ist, dass die Apotheke den Patienten persönlich kennt, weil nur so die Beratung auch ankommt, nur so kontrolliert werden kann, ob das Medikament wirklich passt und Veränderungen bei chronischen Krankheiten erkannt werden können. Oder der Moment, wo die Apotheke ein Medikament, das so nicht im Handel ist, selber herstellt und abgibt (Kinderdosierungen zum Beispiel). Und dann kann die Apotheke für Dich da sein.

Damit das auch weiterhin so bleibt: Geh‘ in die Apotheke und unterschreib die Petition.

„Wir wollen ein starkes Signal an die Politik senden und zeigen, dass der Wunsch nach dem Erhalt unserer guten Versorgungsstruktur in der Bevölkerung groß ist. Ich bitte alle Apothekenkunden und Patienten, für die Zukunft der Arzneimittelversorgung in Deutschland zu unterschreiben“, sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Das ist wichtig für die Apotheken, dass sie dafür mit ihren Patienten ins Gespräch kommen und die Konsequenzen des EuGH-Urteils vom 19. Oktober erklären. Und es ist wichtig zu erläutern, warum wir ein Gesetz brauchen, das den Versandhandel wie in den meisten anderen europäischen Ländern auf nicht verschreibungspflichtige Medikamente begrenzt.“ (Quelle: ABDA)

Mehr lesen über Arzneimittelpreise und das EuGh Urteil auf der Seite der deutschen Apothekervereinigung.

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Zur Zeit sammeln wir und viele andere deutsche Apotheken Unterschriften gegen ein Urteil, dass der Europäische Gerichtshof im Oktober gefällt hat. Durch dieses Urteil wird ausländischen Versandapotheken erlaubt sich beim Versand von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln über deutschen Recht hinwegzusetzen, an das wir als Ihre Apotheke vor Ort weiter gebunden ist. Das ist so, als ob der Europäische Gerichtshof entscheiden würde, dass ausländische Paketdienste sich in Deutschland nicht an die deutsche Geschwindigkeitsbegrenzung halten müssen. Dadurch entsteht ein Wettbewerbsnachteil, den wir nicht hinnehmen wollen. Die Lösung kann nicht sein, nun für alle die „Geschwindigkeitsbegrenzung“ aufzuheben. Die bestehenden Gesetze und die Arzneimittelpreisverordnung dienen dem Schutz der wohnortnahen Versorgung und das rund um die Uhr auch im Nachtdienst – Genauso wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf bestimmten Strassen dem Schutz der Verkehrsteilnehmer dient.
Unterstützen Sie die Aktion durch Ihre Unterschrift bei Ihrem nächsten Besuch in der Apotheke!
(Quelle: Bären Apotheke Erkrath)

Bitte.

Besucht aponette!

Sie bloggt jetzt selber auf aponettesplauderei. Geht sie mal besuchen!

Es freut mich immer, wenn ich andere bloggende Apotheker finde – in dem Fall aus Deutschland, wo es doch etwas anders läuft als hier. Ihr kennt sie vielleicht schon aus den Kommentaren hier. Auf ihrem frischen Blog finden sich schon einige Beiträge – und auch eine Idee für ein selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk, das sich auch jetzt noch super umsetzen lässt: Senf! Bringt mich direkt auf Ideen …

Apotheken aus aller Welt, 719: Langeoog, Deutschland

Danke an Luisa – und das kann bei Inselapotheken gelegentlich passieren …

Bin bei einem Ausflug über die Inselapotheke in Langeoog gestolpert. Irgendwie ist das Schild süß. Leider war die Apotheke schon zu.

inselapolangegoog

das Discounter-Gesundheitssystem?

Danke an die Einsender, die mich auf diesen Artikel aufmerksam gemacht haben. Auch wenn das sensationell aufgemacht ist, der Artikel der Migros selber ist da realistischer. Es geht darum, dass die Migros und die Zur Rose kooperieren und nächstes Jahr zusammen (erst mal eine?) Apotheke in einem Kaufhaus in Bern integrieren. Auch wenn das jetzt aufgebauscht wird und manche schon wieder jubeln, dass dann die bösen hohen Apotheken-Preise fallen … die Zur Rose ist nicht der Retter der Patienten. Tatsächlich ist die bei mir ziemlich unten durch – um Gewinn zu machen operieren sie häufig an der Grenze zur Illegalität … und teils darüber hinaus, einfach um Tatsachen zu schaffen und auch zu sehen, wie weit sie gehen können.

Die Zur Rose Apotheke wurde 1993 von Ärzten als Ärztegrossist für die selbstdispensierenden Ärzte gegründet und beliefert seit 2001 als Versandapotheke auch Privatpatienten, obwohl der Versand von Medikamenten in der Schweiz laut Heilmittelgesetz eigentlich grundsätzlich verboten ist … oder anders gesagt: nur mit sehr definierten Ausnahmen erlaubt. 2004 expandierte sie nach Deutschland, inzwischen operieren sie nach der Übernahme der holländischen Versandapotheke DocMorris europaweit. Sie ist in den Jahren schon mehrfach negativ aufgefallen– vor allem den Apotheken.

Die Zur Rose belieferte nicht nur Ärzte in Kantonen, wo die Selbstdispensation erlaubt ist (also wo die Ärzte selber Medikamente verkaufen, eine Ausnahme die die Schweiz hat), sondern hat mit einigen Ärzten sonst Kooperationen und Verträge geschlossen, nach denen diese Ärzte, die der zur Rose Versandapotheke Patienten und Rezepte zuschleusen direkt vom so erzielten Umsatz profitieren. Riecht nach Korruption – und diese Praxis wurde vom Bundesgericht schliesslich verboten, da damit praktisch das Selbstdispensationsverbot ausgehebelt wurde und auch die freie Wahl des Leistungserbringers (in dem Fall der Apotheke) eingeschränkt wurde.

Ebenso verboten wurde der Zur Rose der Versand von nicht-rezeptpflichtigen Medikamenten, wenn nicht schon ein Rezept dafür ausgestellt wurde. Das Bundesgericht sagt hier deutlich: ein ärztliches Rezept braucht vorher direkten Kontakt zwischen Patient und Arzt. Die von der zur Rose praktizierte Ferndiagnose, die erst nach Eingang der Bestellung erfolgte (mittels online-Formular) stellt einen Verstoss gegen die ärztliche Sorgfaltspflicht dar. So ist das hierzulande … aber es gibt ja noch das Ausland.

Im Ausland ist die Zur Rose ebenfalls als Versandapotheke tätig. Nach der Expansion nach Deutschland haben sie 2012 die DocMorris Versandapotheke mit Sitz in den Niederlanden für 25 Millionen Euro gekauft. Dieses Jahr haben sie es (mit wer weiss welchen Methoden) durchgebracht, dass der Europäische Gerichtshof ihnen erlaubt hat für Deutsche Patienten Rabatte (und geldwerte Anreize) auch auf den Bezug rezeptpflichtiger Medikamente anzubieten – wohingegen deutsche Apotheken das vom Gesetz her nicht dürfen (!). Man will ja eigentlich nicht Anreize schaffen, dass die Patienten unnötig / vermehrt Medikamente bestellen. Die Begründung für dieses Skandalurteil, das die deutschen Vor-Ort Apotheken benachteiligt und (wenn keine Lösung gefunden wird) zu einem Apothekensterben führen wird, ist mehr als zynisch: Angeblich besitzen die Vor-Ort Apotheken ja den diskriminierenden Vorteil, dass sie im Gegensatz zur Versandapotheke beraten können … das sollte reichen, das auszugleichen.

Die Migros – einer der beiden grossen Kauflädenketten in der Schweiz vor allem für Lebensmittel – versucht seit Jahren in das „Geschäft“ mit den Medikamenten einzusteigen. Ihre bisherigen Vorstösse gingen vor allem in die Richtung Medikamente und Arzneimittel ins eigene Sortiment aufzunehmen. Zum Glück sieht bei uns auch die Politik ein, dass Zustände wie in Amerika – wo es alles, was nicht rezeptpflichtig ist im Supermarkt gibt – nicht gerade der Gesundheit zuträglich sind. Ein Aspirin oder ein Paracetamol mag ja harmlos scheinen … aber ist es nicht! Die Verkäuferin kann (mangels Wissen) auch weder Wechselwirkungen abklären noch ob es überhaupt das richtige Medikament ist. Die Migros als Rezeptsammelstelle zu etablieren (auch durch die Zur Rose Apotheke) hat sich nicht so bewährt – Nun nimmt sich die Migros also Coop zum Vorbild und will die Apotheken in ihre Läden integrieren. Coop hat das System mit Coop Vitality schon länger. Ihr Vertragspartner ist dabei die Galenika Gruppe, ein Medikamenten-Grosshändler, der ausserdem noch die Amavita Apotheken betreibt und vor ein paar Jahren auch noch die Sunstore-Apotheken-Kette aufgekauft hat. Das ist also nichts wahnsinnig neues.

Dass da manche Krankenkassen schon Jubeln von wegen Sparen an den Medikamenten, sollte den Patienten vielleicht auch in dem Sinn zu denken geben: da werden manche Krankenkassen das als Anlass nehmen, exklusive Verträge mit diesen Discount-Apotheken abschliessen … und die Patienten dann zwingen (Versicherungsmodell) dort ihre Medikamente zu holen, oder es halt in der Apotheke bezahlen zu müssen. Analoges gibt es schon in der Kombination Assura Krankenkasse und Sunstore-Apotheken.

Von daher bin ich … mässig beunruhigt. Natürlich freut mich die Konkurrenz gar nicht, vor allem in dieser Kombination: Kaufhaus-Versandapotheke (beide mit hauptsächlich Blick auf kaufmännische Werte anstatt der gesundheitlichen oder sozialen). Eine Apotheke ist heute keine Geldgrube mehr, wie manche denken. Auch nicht in schon bestehenden Läden an gut frequentierten Stellen (denn auf dem Land wird man die sicher nicht finden). Aber da hinter der Kooperation viel Geld steckt, werden sie die Auflagen wohl erfüllen können … denn … es ist nicht so einfach eine Apotheke aufzumachen. Da gibt es eine Menge Auflagen und Gesetze, die erfüllt werden müssen. Da reicht es nicht, einfach eine Ecke im Kaufhaus dafür bereitzustellen. Es gibt bauliche Vorschriften, man braucht ein QMS System, womit unter anderem die korrekte Lagerhaltung kontrolliert wird, man muss am Notdienstturnus teilnehmen, es braucht qualifizierte Angestellte – namentlich Apotheker rund um die Uhr … und ich (persönlich) würde nicht für die arbeiten wollen.

Fabian Vaucher, der Präsident des schweizerischen Apothekerverbandes nimmt das auch sehr gelassen. Er vertraut darauf, dass unsere hochwertige Arbeit als Service-Dienstleister in der Öffentlichkeit die Geiz-ist-Geil-Mentalität schlägt.

Aber es zeigt (einmal mehr), wie sehr das Gesundheitssystem im Umbruch ist.

Passend dazu höre ich von Urs, dass unter den Drogisten fast Krieg ausgebrochen ist, als bekannt wurde, dass der Drogistenverband die Drogerie-Kette Müller in den Verband aufnimmt. Die ursprünglich aus Deutschland stammende Drogerie-Kette (die übrigens Partner der zur Rose Apotheke ist!) ist bekannt dafür, dass sie auf Fachpersonal (in dem Fall: Drogisten) weitmöglichst verzichtet und mit günstigen Verkäufern und geeignetem Einkaufsverhalten (die Masse macht’s und hier auch noch via Einkauf in Deutschland) als Discounter ihren Umsatz generiert. Unter den Voraussetzungen wollen viele Drogisten Drogerie Müller nicht als Mitglied des Drogistenverbandes sehen – auch wenn so (einiges) Geld durch Mitgliederbeiträge herein kommt.

Ich sollte hier für die deutschen Leser erklären, dass man in der Schweiz unter einer Drogerie ein von (ausgebildeten) Drogisten geführtes Fachgeschäft für Gesundheit und Schönheit versteht, das Wert auf eine fachkundige Beratung legt. Es gibt viele Heilmittel in Drogerien zu kaufen, nicht nur Produkte für die Schönheit. An vielen Orten kooperieren Drogerien und Apotheken heute deshalb – das Sortiment ergänzt sich – und das meist problemlos. Nun … wenigstens scheint bei uns das mit den Rezept-Pick-Up-Stellen, wo die Drogerikette dm in Deutschland mit der Zur Rose kooperiert  nicht mehr zu kommen.

Aber: die Discounter drängen ins Gesundheitssystem. Von allen Seiten.

Manche Wirtschaftler und diejenigen, die nur aufs Geld-sparen sehen freut das vielleicht. Ich finde das sehr kurzsichtig gedacht. Mir gefällt das gar nicht.

Nachrichten aus dem Notdienst

Durch den Apothekennotdienst hat ausserhalb der regulären Öffnungszeiten immer eine Apotheke geöffnet … und damit wird die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sichergestellt. Der Apothekennotdienst wird gebietsweise von den Apotheken im Turnus geleistet. Da die Abgabe von Arzneimitteln eine pharmazeutische Tätigkeit darstellt, muss grundsätzlich ein Apotheker anwesend sein. In Gebieten mit wenig Apotheken kann so ein Notdienst (mit Nacht- und Sonntagsdienst) alle 5 bis 10 Tage der Fall sein – und ist im Normalfall ein Verlustgeschäft (trotz der zusätzlichen Gebühren, die in Deutschland gerade mal 2,50 Euro betragen). Das ist hart … und diese Apotheken schauen der „Ausdünnung“ der Apotheken mit Besorgnis entgegen.

In der Schweiz gibt es ausser dem Turnusmodell (und höheren Notdienstpauschalen) vereinzelt auch feste „Notfallapotheken“, die auch dann offen haben, wenn die anderen geschlossen sind. Entweder sie sind normale Apotheken, die rund um die Uhr 365 Tage im Jahr geöffnet haben, oder es gibt spezielle Notdienstapotheken, die dann offen haben, wenn andere geschlossen sind (Beispiel Basel). In einzelnen Kantonen, wo die Ärzte Selbstdispensation betreiben und einen Grossteil der Medikamente abgeben, ist es inzwischen aber so, dass von den Apotheken kein Notfalldienst mehr angeboten wird (z. Bsp. Nidwalden und Schwyz) – das war finanziell nicht mehr tragbar. Die Ärzte haben allerdings auch (normale) Öffnungszeiten, so dass die Bevölkerung bei einem medizinischen Problem den Sanitätsnotruf wählen muss … oder in einen Nachbarkanton fahren.

Das Ladenschlussgesetz in Deutschland sagt übrigens, dass während des Notdienstes von Apotheken nur Arznei-, Krankenpflege-, Desinfektions-, Säuglingspflege- und Säuglingsnährmittel sowie hygienische Artikel abgegeben werden dürfen. Notdienst halt. Leider sehen viele Leute das einfach als „erweiterte Öffnungszeiten“ an – und überhaupt nicht ein, weshalb das auch noch zusätzlich etwas kosten soll (Notdienstpauschale), oder weshalb der Apotheker sich über den Umsatz oder die Anfrage nicht freut. Ich meine … wenn er schon da ist ….

Und manchmal sind es auch die eigenen Angestellten:

Der Pta-Lehrling heute am Telefon……„….Ja kein Problem, Sie können das abholen wann Sie wollen,der Chef hat heute die ganze Nacht Notdienst…..“

notdienst

Hier ein paar „Müsterli“ aus aktuellen Notdiensten aus deutschen / österreicherischen und schweizer Apotheken gesammelt von Facebook (mit Kommentar in kursiv von mir)

Viele Leute rufen (auch nachts) vorher an, wohl zum sehen, ob man wirklich offen hat, oder ob man das gewünschte Produkt an Lager hat. Auch wenn man damit als Kunde Zeit gewinnt, sollte man sich bewusst sein, dass die Apothekerin (die vielleicht auch am Tag vorher schon gearbeitet hat, oder morgen noch arbeiten wird) vielleicht auch einmal schlafen will – und sich überlegen, ob die Anfrage genau jetzt wirklich so wichtig ist.

Da ich heute im Notdienst kein Arsenicum album C200 da hatte und auch nicht mehr bestellen konnte, will sich der anonyme Arzt, der sich telefonisch gemeldet hatte, am Montag bei der Apotheker- und Ärztekammer beschweren, wegen unterlassener Hilfeleistung im Notfall. Er braucht das dringend wegen psychischer Störungen.

Jaaa – homöopathische Mittel. Nicht wirklich so das, was etwas bringt. Auch wenn es offenbar auch Ärzte gibt, die das denken (wenn das denn wirklich einer war).

Beim Biss in die bestellte Pizza ein Anruf :
„Ich kann seit einer Woche nicht zur Toilette gehen. Ich habe seit gestern Kräuterlax und LAXORABEL (beides Abführmittel) genommen, aber trotzdem kann ich mit der Vaseline nur so winzige Ziegenköttelchen rauspulen…“

Zu viel Info! Vor allem beim Essen – und auch wenn das Mitteilungsbedürfnis vielleicht überwältigend wurde, nichts was die Apothekerin am Telefon daran ändern könnte.

Anruf von derselben Person 4mal am Abend (gebetsmühlenartig) ob ein Schmerzmittel denn wirklich so genommen werden sollte wie der Arzt es verordnet hat?

Ja – wirklich. Sollte es nicht reichen, das einmal zu bestätigen und sie danach an den verschreibenden Arzt zu verweisen? Nur dass der jetzt halt nicht da ist … und der Anruf in die Apotheke ja gratis.

Kundin: „Ich brauche die Pille danach, haben Sie die?“
Ich: „Ja habe ich.“
Kundin: „Können Sie die auch bringen?“

Nein. Notdienst hat man im Normalfall alleine. Hauslieferungen gibt es nur tagsüber – das ist auch in den 2,50 nicht inbegriffen. Im übrigen reicht das mit der Pille danach auch morgen noch: die kann man bis max. 5 Tage nachher nehmen.

Anruf: „Haben Sie… da?“
„Ja“
„Ok, danke. Kommen dann.“
Rekord: 7 Stunden später kamen „wir“ dann…

Und der Apotheker hat inzwischen in Erwartung des Patienten wahrscheinlich ziemlich schlecht geschlafen (wenn er dazu gekommen ist)

23.00 Uhr, Telefon: „Haben Sie Notdienst? Haben Sie Fiebersaft?“

Klassiker. Am liebsten wäre man ja sarkastisch ünd würde antworten: Nein, ich gehe immer so spät ans Telefon und Fiebersaft gibt es nur bei Deichmann…. (Schuhladen)

Anruf: „Ich bin erkältet und trinke Ingwer-Tee!! Kann ich trotzdem Milch-Produkte zu mir nehmen oder wirkt der dann nicht mehr?“

Seufz. der Ingwertee kommt wahrscheinlich aus dem Supermarkt, auch weil man der „Pharma“ misstraut, aber die Apotheke kommt für eine „medizinische“ Nachfrage nachts gerade recht.

01:35 Anruf, junge Frau: „Hallo, ich habe ein Problem, ich nehme Yasmin ein, und auf der Verpackung ist ‚dajksjlhds ajslka hfeakj‘ geschrieben.“
„Ehm…entschuldigung?“
„’dajksjlhds ajslka hfeakj‘, was soll ich jetzt machen?“
„Ist das deutsch?“
„Nein, ich glaube das ist portugiesisch!“
„Sorry, aber ich verstehe portugiesich nicht.“
„Ach so, ok…“

Das ist ein Problem, das wir in der Schweiz nicht haben: Offenbar ein Parallelimport-Medikament. Schon Yasmin, aber halt mit portugisischer Umpackung. Das sollte übrigens trotzdem eine Packungsbeilage in deutsch haben …

Männlicher Anrufer um 3:20 Uhr: „Kann ich die Pille danach für meine Freundin abholen?“
(… Erklärung, dass die Frau selber herkommen muss wegen der Abklärungen vor der Abgabe)
„Nein, ich kann meine Freundin nicht mitbringen, die will die Pille ja nicht nehmen!“

So funktioniert das aber nicht. Echt nicht.

Anruf um 3.30 Uhr : „Haben Sie Schnuller vorrätig? Meine Tochter macht mich wahnsinnig.“
Das „Beste“ war ja noch das die Frau rumjammerte sie wären auf einer Hochzeit und jetzt könnte sie gar nicht feiern…! Weil das Kind ständig schreit.

Rabenmutter. Sorry. Mein Mitleid gilt hier höchstens dem Kind, das sie mitschleppen musste und das sicher im Bett ruhig schlafen würde.

Aber auch wenn die Patienten oder Kunden wirklich vorbeikommen … nicht immer ist es so ein Notfall:

„Haben Sie Bittermandelöl? Ich möchte es nur mal riechen. Mein Nachbar hat ein Loch durch die Wand gebohrt und träufelt es in meinen Kaffee. Ich weiß es genau. Er will mich umbringen……“

Der Kunde nimmt seit Donnerstag täglich 4 Dolomo (Schmerzmittel-Kombipräparat), die nicht helfen und jetzt (Nachts nach 12 Uhr) will er Grippemittel …

Ich denke nicht, dass das die richtige Lösung ist …

Muss man morgens um 4 Uhr schleimlösenden Hustensaft kaufen, weil das Kind die „Sofortwirkung“ braucht? Ich glaub`s ja nicht, aber wenn Eltern unbedingt wach bleiben wollen…

Schleimlösende Mittel „wirken“ erst dann gegen den Husten, wenn der so verflüssigte Schleim abgehustet wurde …

Um 5.45 Uhr steht jemand vor der Tür mit einem Rezept über Moviprep. Um 8.00 Uhr sei der Termin zur Darmspiegelung…

Ja – das ist dann definitiv zu spät. Mit der Darmspiegelungs-vorbereitung muss man mindestens einen Tag vorher anfangen.

Gestern wollte der Kunde das Rezept mit dem Antibiotikum nicht einlösen…
Heute nacht steht er damit wieder vor der Türe : „Möchten Sie es doch einlösen?“
Antwort : „Ja. Ist scheiße so.“

Das ist dann allerdings irgendwo verständlich.

Haftcreme ist ja auch so’n Notdienstartikel…

Genauso wie Zahnbürsten, befeuchtende Augentropfen und Nasenspray …. Es gibt Situationen, wo man das ganz plötzlich braucht. Aber dann sollte man sich nicht über den Preis oder gar die Notdienstpauschale beklagen. Haben die Leute schon einmal den Schlüsseldienst, den Klempner oder den Abschleppdienst nachts gebraucht? Da zahlt man für den Notdienst dann viel mehr.

Apotheken aus aller Welt, 711: Bonn, Deutschland

hier Bilder einer Apotheke aus Bonn-Beuel. Beuel ist der Stadtteil, in dem die Weiberfastnacht, also das „Herz“ des rheinischen Karnevals entstand. Das wird einer der Gründe sein, warum diese Apotheke auch außerhalb der Karnevalszeit mit diesen spezifischen Motiven für sich wirbt.

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Die ist wirklich lustig! Danke, Shark.

Apotheken aus aller Welt, 705: München, Deutschland

Steffi aus München schickt coole Apotheke aus München!

Hier ein Foto der Feilitzsch Apotheke in München, die vor kurzem wiedereröffnet hat nach Umbau. Sieht doch ganz cool aus mit dem Eisblock Design.
Tagsüber war ich leider noch nicht da, keine Ahnung ob die Thekenbeleuchtung da auch so gut wirkt.
eisapomuenchen

EU kippt die Preisbindung für rezeptpflichtige Arzneimittel – für ausländische Versandapotheken

Weg mit den Privilegien für Apotheker! Schreibt der Spiegel
Das Ende der Apothekerpreise – titelt die Tagesschau

Was ist passiert?

Apotheken in Deutschland haben eine gesetzliche Preisbindung was die rezeptpflichtigen Medikamente angeht. Wer da Rabatte oder Geschenke dazu anbietet, macht sich strafbar. Damit soll verhindert werden, dass Leute vermehrt Medikamente beziehen, nur um an diese „Geschenke“ zu kommen, seien die jetzt monetär oder selber Produkte.
Ebenso ist den Apotheken verboten Rabatte anzunehmen beim Einkauf der Medikamente – das soll verhindern, dass die Apotheken korrumpiert werden und bei ihren Beratungen dann diese Produkte empfehlen.
Sie dürfen also weder reduziert einkaufen, noch irgendwelche Rabatte anbieten
Die Apotheke (nicht nur in Deutschland) ist zwar ein „Detailhandelsgeschäft“ in privater Hand, aber sehr streng reglementiert durch Gesetze – um die Qualität aufrechtzuerhalten und auch um die Kosten im Gesundheitssystem zu dämpfen.

Seit 2004 ist der Versandhandel mit Medikamenten in Deutschland erlaubt. Dabei hat der Gesetzgeber den Online-Apotheken diverseste Ausnahmen von den Vorschriften, denen die Vor-Ort Apotheke unterliegt eingeräumt. Praktisch gesehen ist der Versand Rosinenpickerei:

Die Versandapotheken (speziell die im Ausland)

  • leisten keinen Nacht- oder Notdienst oder Akutversorgung
  • müssen kein Labor haben um Analysen der Grundsubstanzen zu machen,
  • denn sie machen keine Anfertigung von individuellen Rezepturen,
  • geben keine starken Schmerzmittel ab (was unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, darf so nicht verschickt werden),
  • vermieten keine Inhalationsgeräte, Krücken oder Babywaagen,
  • und müssen dafür auch keine teuren „Qualifizierungen“ der Krankenkassen dafür über sich ergehen lassen
  • sie brauchen kein teures Fachpersonal, sondern nur Calldienste
  • haben keine vorgeschriebene Vorratshaltung,
  • haben keine teuren Mieten innerorts,
  • als Apotheken im Ausland zahlen sie keine Sozialabgaben in Deutschland
  • bieten nie so viele familienfreundlichen Arbeitsplätze
  • … und der Staat kassiert bei denen wohl auch nicht die 19% Mehrwertssteuer die in Deutschland bei den Arzneimitteln anfallen.

Und jetzt kommt die EuGH (der Europäische Gerichtshof) und kippt die Preisbindung für Rx Arzneimittel – und erlaubt ausländischen Versandapotheken die Gewährung von Boni auf verschreibungspflichtige Arzneimittel. Die deutsche Preisbindung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln würde gegen das Unionsrecht verstossen.

Die Begründung dazu liesst sich wie Hohn:

Dass die Arzneimittelpreisverordnung auch für ausländische Apotheken gilt wenn sie Arzneimittel an Kunden in Deutschland versenden, stelle eine nicht gerechtfertigte Beschränkung des freien Warenverkehrs dar. …
Konkret sei es für die ausländischen Apotheken schwerer, weil Versandhandel für sie ein wichtigeres, eventuell sogar das einzige Mittel darstelle, um einen unmittelbaren Zugang zum deutschen Markt zu erhalten. Zudem könne der Preiswettbewerb für Versandapotheken ein wichtigerer Wettbewerbsfaktor sein als für traditionelle Apotheken. Denn diese seien besser in der Lage, Patienten durch Personal vor Ort individuell zu beraten und eine Notfallversorgung mit Arzneimitteln sicherzustellen, so die Richter.

Also grundsätzlich funktioniert das mit den Apotheken vor Ort, aber das diskriminiert offensichtlich die Versandapotheke.
Aber: besser? Da sind Vorschriften, die wie oben geschrieben nur für die ortsansässigen Apotheken gelten! Aufwändig, kostenintensiv … das meiste wollen die Versandapotheken doch gar nicht, selbst wenn sie es könnten, oder müssten wie die hiesigen Apotheken.

Aber es geht noch weiter
Insbesondere sei nicht nachgewiesen worden, inwiefern durch die Festlegung einheitlicher Preise eine bessere geografische Verteilung der traditionellen Apotheken in Deutschland sichergestellt werden könne. Die Richter meinen sogar, dass einige eingereichte Unterlagen im Gegenteil nahelegen, dass mehr Preiswettbewerb unter den Apotheken die gleichmäßige Versorgung mit Arzneimitteln fördern würde. Denn so würden Anreize zur Niederlassung in Gegenden gesetzt, in denen wegen der geringeren Zahl an Apotheken höhere Preise verlangt werden könnten.

Also geben sie hier den Tipp: Apotheken, lasst euch in abgelegenen Gebieten nieder, wo keine anderen Apotheken sind … und erhöht die Preise für die Arzneimittel, bis es sich lohnt. Angebot und Nachfrage spielen lassen!
Dass es dort jetzt schon zunehmend keine Apotheken mehr hat, weil es sich für die Apotheken als unrentabel herausgestellt hat (im jetzigen, streng reglementierten System, wo die Arzneimittelpreise auch deshalb niedrig gehalten werden, damit das Gesundheitssystem nicht belastet wird) ignorieren sie. Genauso, wie es, wenn genug Patienten mit Geiz-ist-geil-Mentalität zu den Rosinenpickern Versandapotheken abwandern hier ganz allgemein noch weniger Apotheken geben wird.

Hauptsache freier Warenverkehr. Eigentlich kann man Arzneimittel nicht mit sonstigen Waren vergleichen, der EuGH tut es aber.
Wer wissen will, wie das mit Angebot und Nachfrage bei den Medikamentenpreisen funktioniert, der schaue mal zu den USA, wie gut das dort geht… es gibt kein Gesundheitssystem, das teurer ist und Pharmafirmen können überrissene Preise für ihre Medis verlangen, darauf haben dann auch die Krankenkassen und Versandapotheken keinen Einfluss mehr.

Die kleinen Apotheken in den ländlichen Gebieten werden zuerst gehen. Dann folgen die mittleren. Überleben werden vielleicht ein paar wenige, die zusätzlich auch hauptsächlich Versandapotheke sind. Erst wenn der Patient nur noch eine Apotheke im Umkreis von 50km hat, merken es wohl auch die letzten, dass das mit dem Bevorteilen der Versandapotheken keine gute Idee war. Wer Zahlen will: Es sind 38’000 Jobs (viele davon von Frauen) die auf dem Spiel stehen!

DocMorris (die ihre Anwälte während der Verhandlung am Gerichtshof hatten) hat bereits reagiert und die Werbung angepasst. Ab sofort gibt es bis zu €12 Bonus pro Kassenrezept.

Eine (grosse) deutsche Versandapotheke reagiert auch schon: sie fordert die Aufhebung der Arzneimittelpreisbindung auch für sich selber: da liegt noch etwas drin! (ja – bei denen vielleicht schon?).

Wie reagieren die deutschen Apotheker?

Sie sind entsetzt von diesem Urteil. Bin ich auch. Und ihr solltet das auch sein! Das Urteil sabotiert de facto das deutsche Gesundheitssystem. Apotheken sind nicht nur Medikamenten-Dispenser, sie sind auch erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen. (Immer noch) leicht erreichbar und die wohl zugänglichsten Medizinalpersonen. Nimm sie weg und Du hast vielleicht noch die (überlaufenen) Notfallstationen der Spitäler. Die Versandapotheken können nicht die Aufgaben übernehmen, die die Vor-Ort Apotheke täglich leistet. Die haben keinen direkten Kontakt zu den Patienten zu den Menschen hinter der mit Medikamenten zu behandelnden Krankheiten.

Apotheker in Deutschland: steht auf! Ihr müsst den Leuten zeigen, was sie an Euch haben!

  • Erklärt der Öffentlichkeit, weshalb ihr besser seid als die Versandapotheke (siehe oben)!
  • Streikt, dann merken sie vielleicht auch, was passiert wenn ihr nicht mehr da seid (Eine Apotheke auf 50km könnte ja noch „Notdienst“ schieben, dann simuliert man auch schön die eventuelle zukünftige Situation.)
  • Aktiviert eure Verbindungen in die Politik, damit endlich mehr auf die aktuelle Situation der Apotheker aufmerksam werden – viel zu viele in der Öffentlichkeit denken immer noch, dass die Apotheke eine Goldgrube ist. Das ist sie nicht mehr. Schon seit längerem.
  • Ladet sie ein in die Apotheke, zeigt ihnen nicht nur Eure Arbeit, sondern auch Euren Umsatz und wie ihr als Arbeitgeber, Steuerzahler und Leister von Sozialabgaben dem Staat (und damit der Öffentlichkeit) dient.
  • Geht gegen den Versandhandel von Rx-Medikamenten vor. Den kann man nämlich gesetzlich verbieten (im Gegensatz zu den OTC Produkten).
  • Macht Eure Arbeit öffentlich!

Apotheken aus aller Welt, 688: Nienhagen, Deutschland

Nienhagen (bei Celle): Ein „Großdorf“, das nach Auskunft einer Tafi-Fahrerin durch Ölfunde „reich geworden“ ist. Mitten in Deutschland. Mit einer großen Apotheke im Zentrum.

Spannend! Merci Beate.

2016_02_Nienhagen

Apotheken aus aller Welt, 687: Celle, Deutschland

Nochmal Beate: Danke!

Celle: Eine Antares-Apotheke … interessanter Name. Und im Vorbeifahren schien mir noch eine weitere Apotheke gleichen Namens im gleichen Ort vorhanden zu sein. Eine (Mini-) Kette?

2016_02_Celle

Apotheken aus aller Welt, 686: Torgau, Deutschland

Torgau: Ein wunderschönes altes Haus, dass offenbar schon seit längerem und immer noch die Bahnhofs-Apotheke beherbergt. Von hier läuft man durch den Park auf den ehemaligen Befestigungs-Anlagen zum Bahnhof …

2015_08_Torgau

Die ist ziemlich kompakt – aber irgendwie cool. Danke Beate!

Apotheken aus aller Welt, 685: Leipzig, Deutschland

Danke an Leserin Beate, die mich grad mit mehreren Apotheken beglückt, die ich nacheinander bringen will.

ich lese ihren Blog schon seit geraumer Zeit eher passiv mit. Ich bin weder Apotheken-Mitarbeiter noch Mediziner und eher selten Apotheken-Kunde. Ich finde die Themen aber trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb?) interessant.
Vor einiger Zeit habe ich nun begonnen, auch Apotheken zu fotografieren, die mir aus irgendeinem Grund aufgefallen sind. Hiervon möchte ich Ihnen nun einige zukommen lassen:
Leipzig: Die Grassi-Apotheke am Grassi-Platz gegenüber von Grassi-Museum… auffallende Namensgleichheit. 🙂
2015_02_Leipzig
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