Aber der Arzt hat mir das verschrieben!

elizabeth1

„Was soll das heissen: ‚die Krankenkasse übernimmt das nicht‘? Der Arzt hat mir das verschrieben!“

Wenn das so funktionieren würde, dann würde ich mir Schokolade grad kiloweise und auch Ferien verschreiben lassen. Tatsächlich kann der Arzt so ziemlich alles auf ein Rezept schreiben, aber das heisst nicht, dass die Krankenkasse das auch übernehmen muss.

Aber obiges höre ich noch gelegentlich von Patienten. Das letzte Mal gestern, eine ältere Frau, der der Arzt Dynamisan verschrieben hat. Das ist ein Aufbaumittel – und es steht auf der sogenannten Negativliste. (Zur Erinnerung: in der Schweiz werden Medikamente und Mittel von der Krankenkasse anhand verschiedener Listen vergütet: SL: Spezialitätenliste von der Grundversicherung, NLP: Nicht-Listen-Präparate eventuell von der Zusatzversicherung, MiGeL: Mittel-und-Gegenstände-Liste für Sachen wie Verbandsmaterial, Kompressionstrümpfe, Teststreifen etc.  Auf der LPPV: der Negativliste stehen die Sachen, die die Krankenkassen gar nicht übernehmen.)

Das gab dann eine längere Diskussion, die ihr Euch sicher vorstellen könnt – immerhin „will der Arzt ja, das ich das nehme, sonst hätte er es nicht aufgeschrieben“ und „Für was zahle ich eigentlich monatlich die Krankenkassenprämien?“ … nicht für das offensichtlich. Aber Sie werden ganz froh um die Krankenkasse sein, wenn Sie mal regelmässig teure Medikamente brauchen oder eine Operation benötigen.

Aber wirklich doof finde ich, dass ich bei so etwas immer den Ärger der Leute abbekomme und endlos diskutieren muss. Als Apotheke steht man halt mittendrin.

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Über Pharmama

Wie bringt man die Arbeit in der Apotheke und die Familie unter eine Haube? Mit viel Humor natürlich! Ich bin Apothekerin aus der Schweiz schreibe über Interessantes und lustiges in und um die Apotheke. unter: Pharmama.ch

Veröffentlicht am 28/05/2016 in Apotheke und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 14 Kommentare.

  1. Da ist das deutsche System einfacher. Da sieht man als Patient direkt, dass die Kasse es nicht zahlt, wenns auf dem blauen oder grünen, statt dem rosanen Rezept gedruckt ist.
    Diskussionen gibts vermutlich aber trotzdem. 😦

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    • Richtig. Und Diskussionen gibt es sicher dann im Sinne von: „Aber der Arzt hat mir Paracetamol ABC aufgeschrieben und nicht Paracetamol Ratiopharm“ (oder so), er will sicher, dass ich das nehme!

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      • Und was es auch geben wird:
        „Aber warum muss ich da denn nun was da zuzahlen? Das ist doch ein Rosa-Rezept!“
        Oder wenn ein Aut-Idem-Kreuz drauf ist und das Präparat nun dank neuer Rabattverträge nicht mehr zu den billigsten zählt:
        „Warum muss ich denn auf einmal so viel dazu zahlen? Letztes mal war das nicht so!“

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  2. Muss der Arzt dem Patienten in der Schweiz nicht sagen, wenn ein Medikament nicht übernommen wird? Das fände ich auch für den Patienten fairer.

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    • Ja, er muss – oder besser sage ich: er sollte.
      Ich weiss nicht, ob sie das auch wirklich machen – sicher nicht alle, nach der Menge Leute, die ich habe, die dann überrascht sind, wenn nicht.
      Manchmal kann ich das den Ärzten auch nicht vorwerfen: die können auch nicht alles wissen. Letztens hat das Nasobol (Inhalationsmiittel) gewechselt. Jetzt ist es nicht mehr SL, sondern Negativliste, das war auch für uns überraschend … und ich glaube nicht, dass das bei den Ärzten schon angekommen ist. Bei Stärkungsmitteln allerdings … das sollte bekannt sein.

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  3. Und natürlich noch die Patienten, die versuchen, Arzt und Apotheke gegeneinander auszuspielen.

    Ich in der Apotheke: „Die Entscheidung, ob der Arzt Ihnen das aufs Rezept schreibt, liegt beim Arzt……“

    Patient zum Arzt: “ Die Apotheke hat gesagt, Sie schreiben das auf!“

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  4. Zum Thema „Wozu zahle ich eigentlich…“: Ohne Krankenversicherung hätte sie auch den Arztbesuch selbst bezahlen müssen. 😉

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  5. Man sollte bei den Ärzten dann sogenannte „Empfehlungszettel“ einführen, die gerade nicht REZEPT heißen 🙂

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