Ich hätte gerne das … können Sie das lesen?

Was ich immer wieder erstaunlich finde sind Patienten, die mit einem Rezept kommen, es aus der Tasche (oder dem Portemonnaie) ziehen und dann anfangen es genau zu studieren.

Wissen die denn nicht, was der Arzt ihnen aufgeschrieben hat?

Und oft ist es so, dass sie dann die Arztschrift nicht entziffern können. Dann kommt so etwas wie: „Also ich brauche das Amm Mm o …?“

Statt dass sie das Rezept dem Apotheker geben und fragen, für was es ist, oder halt, dass sie das Antibiotikum (oder was auch immer) brauchen.

Ein bisschen Eigenverantwortung gilt auch für die eigene Gesundheit. Man ist heute dem Arzt (oder Apotheker) nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, man darf auch ein bisschen mitreden.

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Über Pharmama

Wie bringt man die Arbeit in der Apotheke und die Familie unter eine Haube? Mit viel Humor natürlich! Ich bin Apothekerin aus der Schweiz schreibe über Interessantes und lustiges in und um die Apotheke. unter: Pharmama.ch

Veröffentlicht am 01/05/2016 in Apotheke und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 28 Kommentare.

  1. Mein Arzt sagt mir zum Glück immer, was wofür ist und meine Medikamente kenne ich unterdessen auch. In der Apotheke mache ich es mir einfach und drücke der zuständigen Person das Rezept in die Hand – dann dauert es eine Weile und ich habe das Medikament. Wieso alles unnötig kompliziert machen? 😉

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  2. Und eben deshalb versuchen manche Patienten das Rezept selbst zu entziffern. Ich selbst finde es auch nicht toll, wenn ich das Rezept übergebe, es mit Stirnrunzeln gelesen wird und dann noch eine gefühlte Ewigkeit im Computer gelesen wird. Eine Info, nach was da geschaut wird, gibt es nicht.

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    • Das mit dem Stirnrunzeln liegt wohl weniger am Rezept als an der Konzentration, mit der es bearbeitet werden muss – und an den Problemen, die vor allem in Deutschland auftreten, wie: von welcher Firma muss das Generikum jetzt laut Rabattvertrag sein, damit die Krankenkasse der Apotheke das überhaupt vergütet? Oh – das ist mal wieder nicht lieferbar, dann muss ich das ersetzen und alles 3fach dokumentieren für die Krankenkasse.
      Bei uns mehr Probleme wie: Auch das ist mal wieder nicht lieferbar – wie ersetze ich das, wo bekomme ich das her? Ah, eine Wechselwirkung mit einem Medikament von einem anderen Arzt verschrieben vor … einem Monat, was war das noch? wird das noch genommen? ist die Wechselwirkung relevant?

      Wenn Du nachlesen willst, was da alles so läuft, kannst Du hier: https://pharmama.ch/2012/06/15/so-lauft-das-apothekersicht/ für die Schweiz
      und hier https://pharmama.ch/2012/06/16/so-lauft-das-in-deutschland/ für Deutschland.

      Und dann fragst Du dich nochmal: willst Du das wirklich „alles“ auch noch kommentiert haben, während der Apotheker da dran arbeitet?

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      • stuttgarterapothekrein

        Ich habe mir inzwischen angewöhnt, nicht mehr von RABATT-Veträgen zu sprechen sondern von LIEFER-Verträgen.
        Weil: wir als Apotheke kriegen keinen Rabatt, nur die kranken Kassen.
        Wir „dürfen“ liefern.
        Oft genug mit erheblichen Schwierigkeiten, wenn sich eine so kleine Kasse wie die AOK für ein Arzneimittel, das von den 5 Versicherten keiner braucht nur einen Lieferpartner sucht *Ironieoff.

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        • stuttgarterapothekrein

          tausche p gegen o…pharmama, kannst Du das evtl redigieren? Und eigentlich sollte auch nix in kursiv dastehen…

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          • Besser? 🙂

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          • stuttgarterapothekerin

            Herzlichen Dank – ich sollte mir endlich mal merken, dass ich als Joker besser ein + oder ein ? verwende, weil der Compi alles zwischen zwei Sternchen kursiv schreibt…
            Und vielleicht nochmal lesen, bevor ich Abschicken drücke 😉 :-))

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          • Die für die meisten mir bekannten Menschen gängige, bekannte Schreibweise für so etwas wäre [/Ironie] oder /Ironie. Die Klammern sind in der Computersprache (bitte nicht hauen ITler!) bbc Zeichen, deren Inhalt eine Formatierung auslöst. Dabei fängt man eine Formatierung mit [b]Hier steht etwas in Fett begonnen und mit Hier steht etwas in Fett[/b] beendet.
            Die Alternativen wären Kleiner- und Größer als – Zeichen für HTML, wobei hier das selbe Schema mit dem /-Zeichen verfolgt wird, um die Formatierung zu beenden. 🙂

            Je nachdem ob hier gleich was Fett wird, sehen wir, ob Pharmamas Blog bbc versteht. xD Wenn ja, hat sich das eh erledigt.
            Ich bin ein HTML-Test. 😉

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      • Sehr gut beantwortet!

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  3. Eigentlich sollte der rezeptierende Kollege ja das ein oder andere Wort zu dem Medikament verloren haben. Da sollte es eigentlich nicht mehr nötig sein, dass der Patient in der Apotheke nochmal nachlesen muss.
    Allerdings finde ich es auch amüsant, dass bei euch noch Rezepte händisch angestellt werden. Allein im Zuge der Qualitätssicherung und Fehlervermeidung sollte man doch auf eine Printversion wechseln. Dann gibts auch keine Probleme mehr beim Entziffern.

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    • Bei uns sind immer noch gefühlt 60% der Rezepte handgeschrieben – es dürfte auch schwer sein, die (meist älteren) Ärzte da zu bewegen sich extra dafür ein neues System anzuschaffen…
      Auf der positiv-Seite: die sind (hier) schlechter zu fälschen, als ein Computergeschriebenes.

      Der Arzt sagt ziemlich sicher etwas zu den verschriebenen Medikamenten … es ist mehr die Frage, ob und wie das angekommen ist.

      Sehr häufig habe ich auch das: „Hat der Arzt nicht X aufgeschrieben?“ oder „Hat er nicht etwas gegen Y verschrieben?“ … und das fehlt dann auf dem Rezept.

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  4. Mein Arzt sagt mir immer wofür das Medikament ist und wie man es anwenden soll. Arzneinamen vermeidet er dabei. Das finde ich allerdings gut, so können die Patienten dann weniger meckern wegen der Rabattverträge 🙂

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  5. Wie berunruhigend, dass ein Patient heutzutage wenigstens ein bisschen mitreden darf 😉
    Demnächst fangen die wohl noch an zu diskutieren, weil sie ja über dieses und jenes was im Internet gelesen haben und meinen, Bescheid zu wissen…

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    • lustige Antwort. Vor allem in Hinblick auf den Kommentar unseres Apothekerverbands-Präsidenten zum neuen Heilmittelgesetz in der Schweiz: „Was wir momentan erleben ist eine kleine Revolution. Die Patienten wollen immer mehr mitreden dürfen bei ihrer Behandlung. Die Rolle des Arztes als Patriarch, dem nicht widersprochen werden darf, ist vorbei …“
      Es ist so. Das macht es nicht einfach heute für die Ärzte … und auch für uns nicht, denn momentan stehen wir teils ein bisschen zwischen den Fronten.

      Gefällt 1 Person

      • Ich glaube kein vernünfitger Arzt hat ein Problem damit, wenn man vom paternalistischen Modell zu einem gleichberechtigten Behandlungskonzept wechselt. Es wäre nur ganz nett, wenn die Patienten merken, wo sie keine Ahnung haben, und nicht Blödsinn erzählenund darauf beharren.

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        • Wäre aber genauso nett, wenn die Ärzte das bei sich selbst auch merken 😎

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          • Argumentieren Ärzte bei dir öfter mit „aber im Internet“?

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          • @pflaegermeister: mir gegenüber gelegentlich schon … 🙂
            Aber ich habe extra nachgeschaut, ob es übernommen wird von der Kasse (Ja, in einer Version, die vor ein paar Wochen überholt wurde),
            Im Internet habe ich aber gefunden, dass es diese Grösse gibt (Ja, allerdings nur von der Firma direkt, die ist sonst nicht im Handel),

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  6. Könnte mir vorstellen dass der Patient – frei nach Göschenen-Airolo-Prinzip – einfach wieder vergessen hat, was der Arzt gesagt hat. Wirkstoffe sind nicht gerade alltägliche Begriffe und für Laien schnell wieder vergessen. Passiert mir auch ständig bei Dingen, in denen ich mich nicht besonders gut auskenne. Muss kein Desinteresse sein und ist mMn nur menschlich.

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  7. Grundsätzlich wäre es schon wünschenswert, wenn der Arzt erklärt, was er verschreibt, oder sich die Patienten erkundigen, falls er es nicht tut. Zumindest in den letzten Monaten war allerdings jede Praxis, die ich betreten musste, hoffnungslos überfüllt. Da meint der Arzt dann rasch mal: „Ich schreibe Ihnen was auf, das Rezept bekommen Sie dann am Empfang.“, und weiter geht es mit dem nächsten Patienten aus dem überquellenden Wartezimmer. Und die Praxisgehilfin ist mit dauerklingelndem Telefon und zwei weiteren Patienten beschäftigt und knallt einem das Rezept hin, während sie gleichzeitig im Kalender blättert und in den Telefonhörer murmelt. Sich da noch ausführlich zu erkundigen, was denn genau auf dem Rezept steht und wie es wirkt, braucht Nerven, die viele Leute meist nicht mehr haben…

    LG, Julia

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  8. Ich würde mir sehr wünschen, dass sich die Leute das Rezept in der Arztpraxis schon mal ankucken, anstatt dann bei mir rumzuheulen, weil Medikament X nicht draufsteht oder (noch besser) der ganze „Kopf“ mit den Patientendaten fehlt, weil der Arzt das Medikament per Hand aufgeschrieben hat und die Sprechstundenhilfe draußen den Rest draufdrucken muss…. Und die Leute, die ihr Rezept dann so aus der Hosentasche zotteln, dass es wie ausm A**** gezogen aussieht….

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  9. Hast du einen Unterschied feststellen können, Pharmama, zwischen jungen und alten, Männer und Frauen, ect? Gibts irgendeine demographische Gruppe, die mehr als die andere informiert ist? Oder auch eben nicht?

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