Aber ich habe doch gar kein …

Männlicher, älterer Kunde in der Apotheke.

„Ich habe etwas bestellt. Per Telefon.“

Irgendwie erscheint er mir jetzt schon gestresst, fast gereizt, aber …?

Pharmama: „Wie ist der Name?“

Ich gehe schaue nach, aber ich finde nichts unter dem Namen. Nicht bei den bestellten Sachen, die hier sind, nichts in den offenen Bestellungen. Nichts im Computer hinterlegt unter seinem Namen. Nada.

Ich gehe also zurück zum Mann, der schon ungeduldig trommelt um genauer nachzufragen:

„Ich finde leider nichts für Sie. Was war es denn genau?“

Statt dass er mir das einfach sagt fängt er an auszurufen:  „Das ist schon das zweite Mal, dass ich hierher komme und immer klappt etwas nicht und überhaupt, was ist das hier denn für ein Lotterladen? Ich habe das (Mittel) schon vor über einer Woche bestellt und erst gestern hat eine Frau Meier von Ihnen mir angerufen, dass das bereit sei und jetzt ist es wieder nicht …“

Pharmama: „Moment. Sie wurden von einer Frau Meier angerufen?“

Mann: „Ja! Sag ich doch! Und dann finden sie es wieder nicht!“

Pharmama: „Hier arbeitet keine Frau Meier.“

Das stoppt ihn dann doch in seiner Tirade.

Mann: „ÄH, was?“

Pharmama: „Bei uns arbeitet keine Frau Meier, Maier, Meyer oder Mayer. Ich finde nichts unter ihrem Namen und das Produkt, das Sie genannt haben wurde hier auch noch nie bestellt. Ich weiss nicht, wie ich das anders sagen soll, aber: Sind Sie sicher, dass Sie in der richtigen Apotheke sind?“

Stellt sich heraus, dass er eine andere Apotheke angerufen hat.

Ich habe dann rausgefunden wo und ihn dort hin geschickt.

Meine Kollegin nachher: „Der war diese Woche wirklich schon einmal kurz hier, hat nur seinen Namen gebellt und als wir nichts bei den Sachen zum abholen gefunden haben, ist er abgerauscht noch bevor wir das weiter abklären konnten. Er hat dort schon nur gemeint, das sei dann halt noch nicht da, das sei möglich.“

Tja.

Über Pharmama

Wie bringt man die Arbeit in der Apotheke und die Familie unter eine Haube? Mit viel Humor natürlich! Ich bin Apothekerin aus der Schweiz schreibe über Interessantes und lustiges in und um die Apotheke. unter: Pharmama.ch

Veröffentlicht am 15/02/2016 in Apotheke und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Leider kommt es im Verkauf öfter vor, dass die Kunden den Laden verwechseln und energisch werden. Ich hoffe er hat sich bei Euch noch entschuldigt.
    Wünsche Euch noch viel Geduld.

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  2. Lass mich raten: Er hat sich NICHT entschuldigt… :-p

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  3. „Ich habe ein Buch bestellt“
    „Auf welchen Namen?“
    „Müller.“
    „Mhm. Auf Müller habe ich gar nichts da. Ich schaue mal in den Computer.“
    „Das muss aber da sein.“
    „Ich hab aber eine SMS bekommen! Das muss da sein!“
    „Ja, lassen Sie mich einmal kurz in den Computer gucken. Vielleicht hat sich die Technik nur verschluckt als die Liste gedruckt wurde.“
    „Ich habe aber eine SäääääääMäääääääS. Das Buch ist daaaaaaaa.“
    „Ja, ganz kurzen Moment… ich muss es dann ja nur eben für sie finden…“

    Kundenstammblatt natürlich leer. Keine offene Bestellung in den letzten sechs Wochen.
    Also Zeitraum verlängern. Keine Bestellung im vergangenen Jahr. Stornierungen raus. Auch nix. Filiale raus.

    „Ähm. Frau Müller, das haben Sie in die [Filiale am anderen Ende der Stadt] bestellt.“
    „Nein.“
    „Die Kollegen haben es aber auf Ihren Namen da.“
    „Das kann gar nicht sein. Ich war hier und habe es bestellt.“
    „Das tut mir Leid. Wir können aber gar nicht in die [Filiale am anderen Ende der Stadt] bestellen. Haben Sie es vielleicht telefonisch bestellt? Dass die Kollegen in der Filiale sich verklickt haben?“
    „Nein.“
    „Gut. Also die Kollegen haben es dann für Sie da. Sie können es dann dort abholen. Oder ich bestelle es Ihnen neu her. Dann ist es aber erst übermorgen da.“
    „Aber SIIIIIIE haben mir eine SMS geschickt.“
    „Ja, das System hat sie automatisch informiert, dass die Bestellung eingetroffen ist. In der [Filiale am anderen Ende der Stadt]. Wir benutzen das gleiche System.“ (…wir sind ja schließlich eine Kette)
    „Ich will das aber jetzt mitnehmen!“
    „Ja, das verstehe ich. Wir haben es aber nicht für Sie da. Die Kollegen…“
    „Aber ich will es von HIER JETZT mitnehmen.“

    …und ab da drehten wir uns 7 Minuten im Kreis. Juhe.

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    • Es kann ja mal passieren. Aber stur darauf zu bestehen und das arme Gegenüber, das nicht noch deutlicher werden darf dann zu sinnlosem Wiederholen desselben („rinse and repeat“) zu zwingen – unmöglich.

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