Umfrage – Auswertung

Zum konkreten Beispiel letzte Woche mit dem für einen wahrscheinlich viralen Infekt verschriebenen Antibiotikum habe ich gefragt, wie man am besten reagiert, wenn auf dem Rezept ein nicht korrektes Mittel verschrieben wurde.

Gefragt habe ich die Apotheken, die Patienten und auch die Ärzte – was sie von so Anrufen bei ihnen halten.

Die Umfrage – hier auf einem privaten Blog ist natürlich genau betrachtet mit gewissen Einschränkungen behaftet. Einerseits habe ich schon viele Leser, die medizinisch interessiert und Apotheken eher wohlwollend gegenüberstehen, andererseits habe ich keine Möglichkeit zu kontrollieren, ob das wirklich Apotheker oder Ärzte sind, die an den spezifischen Umfragen teilgenommen haben. Aber trotzdem schauen wir uns das mal an.

An die Apotheken war die Frage:

Es fällt auf, dass das auf dem Rezept verschriebene Medikament nicht mit der Indikation übereinstimmt – es ist für etwas anderes. Was tut ihr?

statapo

Aus den Kommentaren auf Facebook war heraus zu merken, dass einige Apotheker … ziemlich Respekt haben und nicht gerne beim Arzt anrufen, da sie in ähnlichen Fällen schon sehr negative Reaktionen bekommen haben. Das ist unschön. Aber dazu ist zu sagen: wenn so etwas auffällt – und das kann ein Medikament sein, das nicht für diese Anwendung zugelassen oder geeignet ist, oder eine falsche Dosierung oder auch eine falsche Menge – dann ist das die (gesetzliche) Pflicht des Apothekers, dass das nachgeprüft und nachgefragt wird. Da dem Arzt die alleinige Verantwortung dafür zu überlassen vermindert unsere … Nützlichkeit im Gesundheitssystem. Und ich denke, die paar die das abgestimmt haben zeigen (falls das wirklich Apotheker waren) eine (für Patienten und sich) ungesunde Resignation.

Aber man sieht auch wie die absolute Mehrheit dem beim Arzt nachgehen würde. Das ist toll! Man kann natürlich auch erst einmal versuchen ein eventuelles Problem mit dem Patienten zusammen zu lösen. Das funktioniert bei den Patienten, die informiert sind über ihren Gesundheitszustand und die Behandlung. Wenn aber nicht … verwirrt das die vielleicht nur noch mehr.

An die Patienten war die Frage:

Würdet ihr das wissen wollen, wenn in der Apotheke auffällt, dass das verschriebene Medikament nicht bei den Beschwerden wirkt?

statpat

Und hier sieht man zumindest, dass ein grosser (Überwiegender) Teil der Leser hier auf dem Blog solche interessierten und wohl auch informierten Patienten sind. Trotzdem gibt es natürlich auch hier ein paar, die das nicht wissen wollen (oder müssen), wenn etwas nicht ganz korrekt ist – und eine absolute Minderheit, die dafür plädiert einfach abzugeben, was der Arzt aufgeschrieben hat. Wenn die auf die resignierten Apotheker von oben treffen – das wäre ideal :-)

Dann habe ich die Ärzte gefragt:

Die Apotheke ruft an um ein (vermeintliches?) Problem mit dem Rezept zu klären. Wie (emp)findet ihr das?

statarzt

Auch wenn man die oben genannten Vorbehalte in Betracht zieht: es ist schön zu sehen, dass es bei den allermeisten Ärzten geschätzt wird, dass wir Rezepte noch einmal genau anschauen und bei eventuellen Problemen nachfragen. Aber man sieht auch, dass es einige gibt, die das … nicht so sehen. Das spiegelt die Erfahrungen mancher Apotheker wieder. Ich selber hatte schon unangenehme Reaktionen bei so Nachfragen. Selten zum Glück und … die wurden mit der Zeit noch seltener, was damit zusammenhängt (denke ich), dass sich die Ärzte daran gewöhnen und das nicht mehr als Vorwurf oder Fehler-ankreiden ansehen. Das ist es ja auch nicht – auch wenn ich verstehe, dass das etwas unangenehm sein kann, wenn da eine Nachfrage wegen etwas nicht ganz korrekt aufgeschriebenem kommt. Ehrlich – wäre es mir auch. Darum bin ich auch wirklich nett am Telefon bei so Anrufen und nicht vorwurfsvoll.

Aber es scheint einen Nerv zu treffen. Interessant wäre es, in einem Ärzteblog dasselbe zu fragen und die Antworten anzuschauen. Ich frage mal beim Kinderdoc, Medizynicus und Monsterdoc an, ob sie so eine Umfrage machen.

4 Kommentare zu „Umfrage – Auswertung

  1. Ich muss schon sagen, ein bisschen verstehe ich ja, wie es dazu kommt, dass ein Apotheker ungern beim Arzt anruft oder dass ein Arzt nicht gerne angerufen wird. Aber ein wenig erboßt mich das schon.
    Immerhin geht es da schlichtweg um Gefühle, Unannehmlichkeiten und verletzten Stolz. Beim Patienten dagegen kann das unter Umständen böse ausgehen, wenn ein Medikament falsch aufgeschrieben wird und dem aus Gefühlsgründen nicht nachgegangen wird. Da sind für mich die Relationen doch eindeutig.

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  2. Hallo!

    Als langjähriger, chronischer Patient habe ich mit Arzt und Aptheke eine praktische Absprache getroffen:

    1) Ich rufe Doc an und sage, welche Medikamente mir fehlen.
    2) Doc faxt Rezept(e) zur Apotheke
    3) Apotheke liefert nach hause und bucht am Ende des Monats vom Konto ab.
    4) Wenn ich wieder beim Doc bin nehme ich die Rezepte mit und bringe sie der Apotheke. (Ich bin ca. alle zwei Wochen zur Blutprobe beim Doc.)

    Da Doc, bzw. Arzthelferinnen auch mal Fehler machen, bin ich sehr froh, wenn die Apotheke immer noch mal überprüft: Hat er das gleiche Medikament letztes mal auch bekommen. Und wenn sich etwas ändert, z.B. die Dosierung finde ich es richtig, wenn die Apotheke noch mal beim Doc nachfragt, ob das gewollt ist.

    Viele Grüße

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  3. Schön, dass bereits viele nachfragen bzw. es ihnen (Ärzte) nichts ausmacht, wenn nachgefragt wird. Würde mich freuen, wenn sich dieser Prozentsatz den 100% annähert.

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