Auf die Apotheke abwälzen (2)

Gastposting von Robert:

Unsere Apotheke inmitten von Selbstdispensierenden (SD) Ärzten hat in 50 m Entfernung einen Hautarzt. Rezepte sind äusserst selten, daher klingeln bei uns sofort die Alarmglocken, wenn dann mal eines kommt.

Heute ein Rezept mit Acetocaustin.

Das ist ein Mittel gegen Warzen, rezeptpflichtig, das aber von der Krankenkasse nicht übernommen wird.

Diskussion mit der Kundin: Warum wird das nicht bezahlt und warum hat mir das der Arzt aufgeschrieben…? usw.

Fazit:

Er hat das nicht in seinem Sortiment, da das auf der Negativ-Liste ist. Er gibt das ihr nicht selbst ab, weil er dann diskutieren muss und die Kundin es bezahlen muss. Eine Kasse in der Praxis ist dann schon zu aufwändig und es ist einfacher, wenn wir in der Apotheke das mit der Kundin diskutieren.

Ich habe der Kundin das so erklärt – sie war mit mir einig – unglaublich aber wahr. Sie wird ihn darauf ansprechen…….. hoffentlich.

Übrigens: in der Hand hatte sie 3 Produkte, die die Krankenkasse übernimmt, die hat sie direkt von dem Arzt bekommen, ohne Tasche…….

 

Und jetzt sage mir noch einmal jemand, was an der SD so Patientenfreundlich ist.

16 Antworten auf „Auf die Apotheke abwälzen (2)

  1. Die letzte Frage zu beantworten ist anhand des Beitrages sehr schwer, denn im Grunde ist das die falsche Frage.
    Die SD bleibt nämlich patientenfreundlicher – selbst bei diesem Arzt – da der Patient in der Regel eben nicht noch zusätzlich zur Apotheke gehen braucht. [Persönlich gehe ich übrigens gern in die Apotheke, brauche einen selbstdispendierenden Arzt in meiner derzeitigen Lebenslage und -situation auch gar nicht] Die Ausnahemfälle sind ärgerlich – dennoch bleibt die „Patientenfreundlichkeit“ im Sinne des „weniger Laufwege“ prinzipiell erhalten.

    Das ganz konkrete Beispiel ist in meinen Augen da etwas weniger passend, da es nicht um Patientenfreundlichkeit geht, sondern um die Bequemlichkeit des Arztes. Die Patientin erscheint das auch so zu sehen, denn sonst hätte sie Ihnen ja nicht zugestimmt.
    Und das Verhalten des Arztes, die SD nur dann zu betreibe, wenn es ihm nicht unangenehm wird, ist egoistisch.

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    1. Und SD birgt die Gefahr, dass der Arzt (genauso wie Versandapotheken) sich – soweit ich das verstanden habe – unter den Aufgaben des Apothekers die Rosinen rauspicken kann.

      Die Aufgaben, bei denen eine Apotheke aber Minus macht (Nacht- und Wochenenddienste, Anrühren von Salben inkl. Bevorratung von den einzelnen Zutaten und dem Gesamtergebnis, um im Falle eines Falles im Nachhinein Proben durchführen lassen zu können oder die oben behandelte Abgabe aller apotheken-pflichtigen Medikamente) bleiben auf den Apotheken lasten, die dazu verpflichtet sind.
      Und daraus wächst die Gefahr, dass (wegen der SD-Ärzte und Versandapotheken) die Zahl der Apotheken schrumpft, bis eines Tages keiner mehr (erst in vertretbarem Umkreis, dann gar nicht mehr) da ist, der diese Minus-Aufgaben übernimmt.

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    2. Nein, dafür darf der Patient jedesmal zum Arzt, wenn er etwas braucht, statt auf Dauerrezept das in jeder Apotheke einlösen zu können. Oder in dem Fall: auch erst zum Arzt und dann (trotzdem) auch noch zur Apotheke.

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      1. In Deutschland ist ein Dauerrezept schon echt was seltenes. Da muss man eh andauernd zum Arzt.
        Und ich sage ja nicht, dass ich nicht nachvollziehen kann, weshalb SD von Ärzten eben doch nicht so toll ist wie gedacht, so patientenfeindlich finde ich es aber wirklich nicht.

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        1. Es ist aber Patientenfeindlich.

          Was ist mit Dossiers? Macht das der Arzt? eher nicht.

          Kennt der Arzt auch alle Medikamente die man von anderen Ärzten eventuell kriegt? Nein, die Stammapotheke aber vermutlich schon.

          Der Patient darf jedes mal beim Arzt Geld abdrücken, anstatt einfach ein Dauerrezept zu bekommen.

          Eigenarbeitsbeschaffungsmaßnahme.

          Dazu kommt dass viele dieser Ärzte sich weigern auf biegen und brechen ein Rezept heraus zu rücken. Der Arzt schreibt also dem Patient vor wo dieser gefälligst seine Medikamente zu kaufen hat, und zwar bei ihm.

          Ich sehe daran absolut nichts Patientenfreundliches.

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  2. Rosinenpickerei. Verbunden mit wenig oder eher gar keiner Arbeit. Hätte er eines seiner abgebenden Mittel nicht vorrätig, würde er sicher auch an die Apotheke verweisen.

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      1. Dann kann sie ja auch gleich in die Apotheke gehen, da hat sich das Thema doppelte Wege vermeiden usw. grad erledigt. 😉 Wenn in meiner Apotheke was bestellt werden muss, wird mir auch sofort der lieferservice angeboten, was ich allerdings nur einmal bisher in Anspruch nehmen musste, beim Rest war ich ohnehin nochmal in der Stadt 😉

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  3. Wie immer bei den SD-Themen muss ich hier für die Ärzte in die Bresche springen. Es gibt auch da schwarze Schafe, wie überall. Die gibt es aber auch bei den Apotheken.
    – In unserem Dorf (um die 4500 Einwohner) gibt es und gab es keine Apotheke.
    – Die nächste Apotheke ohne Auto, also mit dem ÖV, liegt mehr als 20 Minuten entfernt.
    – Mein Mann hat von einem Spezialarzt ein Dauerrezept, von dem er monatlich seit etwa 3 Jahren, immer das selbe Medikament in immer derselben Aoptheke bezieht. Mindestens jeden 2. Monat muss das Medikament erst bestellt werden, er muss also 2x extra dahin fahren. Und nein, wir sprechen nicht von einem besonders exotischen Medikament. Und nein, ein Lieferservice wird zu uns definitiv nicht angeboten.
    – Mein Vater ist chronisch krank und hat eine ganze Sammlung von Medikamenten, die er einnehmen muss. Gehen sie zur Neige, ruft er kurz in der Arztpraxis an, falls etwas fehlt wird das besorgt, er muss den Weg also nur einmal gehen. Und ja, der Arzt klopft auch alfällige von anderen Ärzten verschriebene Medikamente ab, beachtet also allfällige Wechselwirkungen (und hat seine Dissertation über Medikamente und deren Wechselwirkungen verfasst).
    Das „doppelter Weg“-Argument ist also Unsinn, es trifft nämlich auf Arzt und Apotheker zu.
    Genauso wie Apotheken nicht per se kundenfreundlich sind, gibt es gute SD-Ärzte. Und beide Gattungen sind nicht so selten, wie man aufgrund der Kommentare hier annehmen könnte.

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    1. Ich verstehe nicht ganz, weshalb er – wenn er schon kurz in der Arztpraxis anrufen kann um etwas zu bestelln – das nicht auch bei der Apotheke machen kann. Problem gelöst und Medikament sicher da.

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        1. sprechen wir von verschiedenen Personen…
        2. ändert das nichts daran, dass er dazu erst mit dem ÖV in die nächste grössere Stadt müsste…
        3. ändert das auch nichts daran, dass die besagte Apotheke weder besonders kundenfreundlich ist noch sich um Wechselwirkungen kümmert (selber dank Schwangerschaft und Spitalrezept erlebt), im Gegensatz zum Hausarzt.

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        1. Spricht tatsächlich nicht so sehr für die Apotheke. Bei Stammkunden kann man schließlich im Rechner nachgucken, wann sie wieder vorbeikommen werden und bestellt zwei Tage vorher.

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