Sound alike und Verwechslungsgefahr

Jüngere Frau in der Apotheke: „Haben Sie mir Elloane? … ich bin nicht ganz sicher, ob ich das richtig ausspreche.“

Ich: „Ella One?“ (ich sprech das englisch aus)

Die Ella One ist die hier neu zugelassene Pille danach– die dürfen wir aber nur auf Rezept abgeben. Die Pille danach Norlevo nach einer Beratung mit Patientin und Apothekerin auch ohne. Aber … von vorne:

Pharmama: „Haben Sie ein Rezept, oder sind sie Ärztin?“ frage ich sie.

„Ich bin Ärztin.“ Sie zeigt mir ihren Arztausweis.

Pharmama: „Die Ella One habe ich noch nicht hier, aber die Norlevo. Anderer Wirkstoff, gleiche Wirkung.“

Ärztin: „Norlevo? Meine Frauenärztin hat mir einen anderen Namen gesagt als Generikum. Haben sie das Yaz hier?“

Jetzt bin ich etwas verwirrt. Yaz ist eine der normalen Verhütungspillen.

„Ja, die habe ich hier …“

Aber zuerst gehe ich mal an den Computer.

Ich schaue die Generika von Yaz nach. Eines davon nennt sich Eloine. Aha!

Pharmama: „Oh, meinten Sie Eloine?“

Sie hat das französisch ausgesprochen, also mache ich das auch.

Ärztin: „Ich bin nicht sicher. Das ist ein Generikum vom Yaz.“

Pharmama: „Ja, das ist so. Ich dachte, sie fragten nach der Ella One – der Pille danach.“

Ärztin: „Nein, die Eloine. Aber wenn Sie mir eine Yaz haben, ist das auch gut.“

Hoppla! Die hören sich viel zu ähnlich an für meinen Geschmack. Da sind wir knapp um eine Verwechslung herumgekommen. Gut – sie hätte das spätestens gemerkt, wenn da nur 1 Pille in der Packung ist …

24 Kommentare zu „Sound alike und Verwechslungsgefahr

    1. Es heißt: “Können Sie mir … geben” oder “Haben Sie ….”. Und nicht “Haben sie mir ….”
      Die VHS bietet gute Deutschkurse an…
    2. Stimme Suzy Wong absolut zu. Freifahrtschein für Mediziner? Nogo!

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      1. Mit Verlaub, aber das, was Sie schreiben, ist weder richtig, noch deutsch, noch schweizerdeutsch.
        Man sollte meinen, bei einem Akademiker eine gewisse Schreib- und Ausdruckskompetenz vermuten zu können.

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        1. Liebe Marie, lies mal den Blogeintrag nochmal durch: Die KUNDIN kam in die Apotheke und hat den Satz gesagt: „Haben sie mir…“.

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        2. „Händ Sie mir … “ isch gängigs Alemannisch (Wo übrigens zur Sprachgruppe vom Hochdütsch ghört). Da’s für die Dütschspraach kei normativi Behörde git wo vorschribt was richtig oder falsch wäri, isch isch prinzipiel jede Gemeingebruuch als richtig aazluege. So versuecht dä Duden zum Bispiel dä gebruch vo dä Sprach, Orthografie und Gramatik z‘ beschribe aber nöd vorzschriebe. Er isch meh ä Richtline und än Vorschlag wie mers sött oder chönt mache aber nie Gsetz wie mers muess mache.
          Das hätt mit dä Rechtschribreform zu viel Missverstädniss, bösem Bluet und zerbrochene Fründschafte gfühert. Mä muess sich bewusst sie, dass selbst die beschti deskriptive Orthographie nie idä Laag si wird alli mögliche Fäll abzbilde und z‘ beschriebe. Will mir Mensche sind däzu vill z’kreativ, adaptiv und verspilt. Mir wänded d Sprach so aa wie’s am beschte passt, tönt und für dä speziell Fall sinn macht.

          Also gueti Lektüre empfill ich: Linguistische Mythen, Gereon Müller
          http://www.uni-leipzig.de/~muellerg/mu800.pdf

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  1. An Marie: Im Hochdeutschen heißt das sicher so. Aber Ich glaube, auch die Schweiz hat eigene Redewendungen und Ausdrucksweisen, und die gestehe einer Schweizerin auch gerne zu.

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  2. Find ich oft schwierig dass der Arztausweis alle (medikamentösen)Tore öffnet. Je nachdem welche Fachrichtung da vor einem steht wissen die nicht wirklich viel über das Medikament was sie da sich oder ihren lieben zu Gemüte führen wollen.
    Ausnahmen gibts ja leider nur bei Zahn – oder Tierärzten. Die dürfen nur verordnen oder halt kaufen was in ihr Fachgebiet fällt.Aber wenn ein Orthopäde der schon seit vielen Jahren nichts anders tut plötzlich entdeckt dass sein Blutdruck zu hoch ist und anfängt herum zu probieren ….. find ich jedenfalls
    nicht optimal.

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    1. Du hast absolut recht. Aber … der Ärztin oben ist das nicht vorzuwerfen. Offenbar hat sie ja auch selber eine Frauenärztin. Nur sich halt kein Rezept ausstellen lassen.

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    2. Soweit ich weiß, dürfen sich Zahnärzte für den Eigenbedarf so ziemlich alles verordnen, was der (Privat)Rezeptblock her gibt. Schwierig wird es nur, wenn es für eine 3. Person (Patient / Angehöriger) verordnet wird, wenn es Zahnärzten verboten ist, dies zu verordnen (Vet.-AM oder bestimmte BtM wie Fentanyl), oder wenn es aus der Verordnung ersichtlich ist, dass es nicht für den Verordnenden bestimmt ist (z.B. männlicher Zahnarzt verordnet sich selbst Pidana).

      Tierärzte haben m.E. da auch ziemliche (Narren)Freiheit – brauchen sie ja nur aufs Rezept zu nageln „1x Ramipril 10mg 100St. für den Hund von Frau Müller“, auch wenn Frau Tierärztin Müller die nicht für ihren Hund sondern für sich selber haben möchte… Auch hier gibt es aber Beschränkungen, die durch andere Gesetzte geschaffen wurden (z.B. Fentanyl. Hatte ich mal. Habe mich mit dem Tierarzt dann kurzgeschlossen, dass ich einerseits Buprenorphin vorschlage, aber andererseits dafür auf ein BtM-Rezept bestehe…) ;-)

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      1. Da dieses Thema in unserer Apotheke auch immer diskutiert wurde hängt nun ein Schreiben der Apothekerkammer Nordrhein aus auf dem steht dass der Zahnarzt nur verordnen darf was auch in seinen Bahandlungsbereich fällt was allerdings etwas diffus auslegbar ist, dass er aber auch für den Eigenbedarf nicht alles verordnen darf. Also die Pidana ginge zum Beispiel nicht…..

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        1. Sorry Pharmama, wenn du den Artikel wo ich das A vor der Potheke vergessen hab nochmal für mich werradieren würdest …. :D
          Irgendwie sind wir jetzt auch vom Thema abgewichen, es ging um Verwechslungsgefahr bei ähnlich klingenden Medikamenten.

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          1. Was ich nicht alles mache, damit ihr keine Potheke werdet :-)
            Und Vom Thema abkommen: finde ich immer interessant … immerhin sind wir aber immer noch beim Thema Apotheke – also nicht ganz so weit weg.

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  3. ärzte, ärzte schmerzte

    haben null plan von medikamenten, vorallem wenn sie noch aus dem falschen gebiet kommen
    ein chirurg ist auch ein arzt, wird aber sicher null plan haben von medikamenten, dafür kann er präzise schnibbeln (nicht abwertend gemeint)

    mir sagte gerade vor kurzem ein chirurg das er auf dem ultraschall der kollegin nur schneegestöber sieht (sie kann das und er nicht, dafür kann er was anderes besser), so ähnlich denke ich ists mit den medikamenten ;)

    grüsse

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