Lieber Zahnarzt: Bitte nicht.

Kundin bestellt bei uns eine spezial-Zahnpasta. Die braucht tatsächlich ein Rezept, muss aber (wie eigentlich alles auf Zahnarztrezept in der Schweiz) bezahlt werden.

Das Ding ist nicht exorbitant teuer.

Pharmama: „Das macht 9 Franken 50.“

Kundin: „Mein Zahnarzt hat gesagt es kostet 8 Franken.“

Pharmama: „Es kostet 9.50.“

Kundin: „Oookay. 9.50.“

Sie knübelt das Geld aus dem Portemonnaie und zahlt. Leicht widerwillig.

Lieber Zahnarzt. Das Ding kostet mich im Einkauf schon etwas über CHF 7.50.-. Bitte sieh‘ davon ab, dem Kunden irgendwelche Preise zu sagen. Die sind bei Sachen, die sowieso nicht von der Krankenkasse bezahlt werden Marktabhängig … und Du weckst Erwartungen beim Kunden, die wir dann enttäuschen müssen. Ich geh‘ ja auch nicht hin und sag der Kundin: „Oh, ein Loch flicken im Backenzahn – das kostet Sie nicht mehr als … Franken beim Zahnarzt.“

Also: Bitte nicht.

18 Antworten auf „Lieber Zahnarzt: Bitte nicht.

  1. Was für Zahnpasten müssen denn verschrieben werden? Und wieso überhaupt, kann da was gefährliches drin sein?

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  2. Das ist sicher das Duraphat. Gut gegen Wurzelkaries. Sage immer, die Zahnpasta ist teuer und kostet gegen CHF 8.- Werde mir mir merken, dass sie über 9.- kostet. Der Enkel darf sie auf keinen Fall benützen!

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  3. Duraphat ist auch in D verschreibungspflichtig. So wie auch die 38g-Tube Elmex-Gelee. Bei letztere hat es den Vorteil, dass es die dann eventuell auch auf rosa GKV-Gutschein gibt.

    Und zu den Preise… Langsam brechen die „wirklich alten“ Ärzte wegen Rente ja weg, aber oft genug habe ich Diskussionen darum geführt, warum Faustan-Tabletten 50 St. (Diazepam 5mg) nicht mehr ca. 1,50Mark (also DDR-Mark bzw. „Alu-Chips“) kosten, sondern ca. 12€ nach der Preisumstellung von 2004…

    Und auch ein vom Arzt empfohlenes „manuelles Blutdruckmessgerät mit Hakenmanschette“ (Wichtig, weil Klettmanschetten zu ungenauen Ergebnissen führen!) sollte laut Arzt nicht mehr als 10€ kosten… Mein Kommentar unter Vorweisen eines Praxisbedarfskatalogs, wo Preise nur ohne MwSt. drin stehen und die Preise so ab 35€ aufwärts gingen (ohne Aufschlag meinerseits und 19%MwSt.): „Na viel Erfolg bei der Jagd!“ (Der Patient hat dann aber einen Vollautomaten genommen, weil im Beratungsgespräch raus kam, dass er a) gar nicht geschult ist für manuell und b) ein Hörproblem hat, was dem Arbeiten mit Stetoskop sehr abträglich sein dürfte…)

    Pharmama, mit solchen „Unverbindliche Preisempfehlung“s-Problemen bist Du nicht alleine.

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  4. Als Kundin mag ich grobe Preisangaben von Arbeitern in verwalten Berufen sehr. Dadurch kann ich unkompliziert entscheiden ob der Preis so ist, dass ich grosszügig kaufen kann, ob Preisvergleiche und knappe Einkaufsmenge sinnvoll sind oder ob sogar ein verzicht angebracht ist.

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      1. Zur Hautkrebs Prophylaxe empfahl mir der Artz 50+ Sonnencreme einer bekannten nur in Apotheken erhältlichen „teuren“ Marke. Weil die KK nichts bezahlen wollte und ich wenig Einkommen hatte, kaufte ich im Supermarkt 40er Sonnencreme die um über 90% günstiger war.
        Bei der Fluorid Zahnpasta wird es auch freiverkäufliche (schwächere) oder sogar gleichwertige noname Produkte geben. Ob sich ein Preisvergleich bei 10.- für vermutlich mehrere Monate lohnt ist jedoch fraglich. Falls eine Tube nur für einen Tag reicht wäre ein Preisvergleich sicher lohnend.

        PS: Mittlerweile gilt die 50+ Creme übrigens als Medizinprodukt und wird bei Risiko Patientinnen von der KK bezahlt.

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          1. Nur die mit 5mg/g, die mit 1, 5mg/g ist frei verkäuflich. Ob die reicht kann Zahnartz oder Apothekerin beantworten.

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  5. Ich als Physiotherapeutin habe gelernt, dass zwischem dem was ein Arzt gesagt hat und dem, was der Patienten sagt, was der Arzt gesagt haben soll, oft ein himmelweiter Unterschied liegt.

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  6. In Zukunft werden es aber noch mehr Verkaufs Versuche von Produkten sein.
    Man muss Zusatz Geschäfte aus dem Boden stampfen, es geht nur um das Geld nicht um das Wohlbefinden.

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  7. Übrigens aktuelle deutsche Preise für Duraphat (Stand 01.06.2014) 1x51g=15,67€; 3*51g=26,31€. Dieser doch recht happige Preissturz kommt durch die 8,35€ Fixzuschlag + 0,16€ Notdienst-Fonds-Zulage zustande, die im Verhältnis um so höher ausfallen, je niedriger der Einkaufspreis (bzw. der Herstellerabgabepreis HAP) ist. Da beide Packungen „Arzneimittel ohne Normgröße“(nzuordnung) sind, gibt es die nicht zu Lasten der GKV – will meinen, auch ein rosa GKV-Gutschein wird als Privatrezept behandelt.

    Also 9,50CHF währen derzeit ca. 7,80€. Für deutsche Verhältnisse in diesem speziellen Fall echt preisgünstig… kicher

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