Don’t kill the messenger

Wie sagt man jemandem, dass er nicht mehr lange zu leben hat?

Vielleicht eher nicht so (wie eine Kundin bei Spitalaustritt nach diversen Untersuchungen informiert wurde):

„Es ist ein Wunder, dass Sie noch leben. Das wird nicht besser werden, es wäre gut, wenn Sie, sobald Sie können, Sich einen Hospitz-Platz besorgen. Hier sind die Unterlagen für ihren Hausarzt. Wiedersehen!“

 

Ich bin froh, dass ich derartig schlechte Nachrichten nicht überbringen muss. Und ich bin mir sehr bewusst, dass es da keine Allgemeinformel gibt.

Die einen schätzen es, wenn man ihnen sagt, wie es ist und wie die Chancen stehen (auch wenn es da Spielraum gibt, dass man sich irrt),

Die anderen vertragen das gar nicht und wollen gar nicht wissen, wie es wirklich um sie steht.

Aber ein bisschen mehr Einfühlungsvermögen wenn man nachfragt, darf man glaub ich schon verlangen, oder?

 

Ich hatte die Patientin relativ gleich nach dem Spitalbesuch mit dem Austrittsrezept in der Apotheke. Sie war –gelinde gesagt – geschockt.

Krebs ist einfach Scheisse.

10 Kommentare zu „Don’t kill the messenger

  1. :-(
    Ich hatte leider öfters Patienten/innen, die direkt nach der Diagnose zu uns in die Apotheke kamen. Ich erinnere mich an einen Fall, bei dem ich die betroffene Frau, die alleine unterwegs war, einfach in die Arme genommen und gehalten habe.

    Meine MS-Diagnose wurde mir übrigens auch so mitgeteilt… Nachdem ich alleine mit 21 Jahren zum Vorgespäch(es sollte ja nur ein Vorgespräch vor den Untersuchungen werden) erschienen bin und meine Symptome geschildert habe, meinte der renomierte Arzt einer guten Zürcher Klinik ganz lapidar zu mir:“Ja, sie haben sicher MS!“
    Dass er ein Jahr später seine Praxis aufgegeben hat, habe ich dann erfahren, als ich einen neuen Termin für die Jahreskontrolle vereinbaren wollte. Da war er schon ein paar Monate weg…

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  2. Scheisse.

    Dabei gibt es immer ein paar höfliche Möglichkeiten, Zeit zu schinden, um dann z.B. einen Kollegen zu fragen, wie man die Nachricht überbringen könnte.

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  3. Hi Pharmama,

    da schlage ich aber gleich mal den Bogen zu deinen Blogeinträgen zum Thema Ärzte- und Apotherbewertung.

    Wir wissen nicht was und wie es tatsächlich gesagt wurde, sondern nur, wie es bei der Patientin ankam. Menschen die so eine Nachricht bekommen, egal wie sie vorgetragen wird, reagieren darauf sehr unterschiedlich.

    LG Simone

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  4. Krebs ist echt Sch….

    Als ich mit 33 Jahren die Diagnose Brustkrebs erhielt und ich den Arzt, der übrigens 6 Monate zuvor bei der Geburt meiner Tochter dabei war, nach meiner Prognose fragte, meinte er: „Man fällt nicht sofort tot um. Das dauert meist ein bisschen länger.“

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  5. Ehrlich gesagt finde ich die Aussage jetzt nicht so EXTRA schlimm. Wer weiß in welchem Tonfall es gesagt wurde, von wem, wie das Verhältnis zwischen Arzt/PatientIn ist, was davor und danach besprochen wurde…

    Ein bisschen mehr ausführen würde ich es allerdings schon. Wer weiß, was da noch besprochen wurde. Aber naja. Ja. Krebs ist einfach scheiße.

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  6. Ich weiß, ich bin in der Hinsicht seltsam, aber ich finde die Art toll!
    Ich würde es genauso sgesagt bekommen wollen, keinum den heißen Brei reden, kein omg bloß schonend beibringen oder gar ein nichts sagen. DAs wprde mich alles nerven bis sehr sauer machen…
    Es ist sch***e aber es wird nicht besser durch heititei, für mich würds dadurch eher schlimmer….

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  7. Wie soll man sowas auch sagen? Da ist doch jeder Weg irgendwie falsch. Ich denke, der Arzt kann sich noch so viel Mühe geben, das sanft und weich zu verpacken. Das Gesagte ist so oder so eine der schlimmsten Sachen, die man über sich erfahren kann. Und ich denke, dass auch die allermeisten Ärzte damit Probleme haben, da sie dazu ja auch noch sehr genau wissen, wie so ein Leben dann zu Ende geht. Das ist ja nicht mit dem Totumfallen getan… :-(

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  8. DAS Patentrezept zu diesem Thema gibt es nicht! Der Medizin-Nobelpreisträger W. Forßmann schrieb in seiner Autobiografie darüber.

    Als junger Kinikarzt hatte er vor Weltkrieg II einen zackigen Soldaten mit der Diagnose Blasenkrebs – seiner Aussage nach auch damals durchaus gut behandelbar. Er dachte: „Dieser taffe Typ verträgt die Wahrheit“. Kurz nach Mitteilung erhängte sich der Patient in seinem Zimmer.

    Noch Jahrzehnte später fragte er sich, ob er in dieser Situation das Richtige getan hat…

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