Ich werd‘ auch bald Mini-manisch!

Schweizer werden das hier kennen:

minimania

*das* ist die neuste Aktion eines hiesigen Grosshändlers und nennt sich Mini-Mania. Die Mini-Produkte (alles Hauslinien) gibt es bei einem Einkauf ab X Franken dazu.

Wir kaufen kaum bei dem Grosshändler ein – aber auch wir kommen nicht um den ganzen Rummel drum rum: Junior bekommt im Tagi die Dinger geschenkt. Jetzt haben wir schon eine Mini Packung Pommes, eine Mini-Packung Schokolade mit Nüssen, Eistee und Zahnpasta … und Junior will natürlich mehr! Dabei spielt er gar nicht so gerne „Lädele“.

Es gibt einige Diskussionen darüber: Man redet von früher Indoktrination und Prägung auf die verschiedenen (deutlich identifizierbaren) Produkte. Früh übt sich und so. Andere finden das gar nicht so schlimm.

Ich frage mich, was die dazu sagen würden:

minimaniaapo

Ja: ich habe mir erlaubt etwas mit meinem Bildbearbeitungsprogramm herumzuspielen – und Nein: das soll hier keine Werbung sein, die Produkte wurden auch nicht nach Wirksamkeit oder zur Empfehlung herausgesucht, sondern rein auf „Wiedererkennbarkeit“. Ausserdem sind Medikamente keine Konsumgüter (und ganz sicher kein Spielzeug).

Trotzdem die Frage: das sind auch Markenartikel. Wenn das nun frühe Beeinflussung wäre – ist das andere mit den Lebensmittelmarken das nicht auch?

Und: Wie verwerflich ist das?

Ein Kommentar zu „Ich werd‘ auch bald Mini-manisch!

  1. Irene
    Ich hatte als Kind auch Mini-Teile von Markenartikeln, aber frag mich nicht, woher die damals stammten. Ich erinnere mich deshalb so genau daran, weil die tws. gefüllt waren und ich irgendwann auf die grandiose Idee kam, die Maggi-Flasche auszutrinken.
    Muss ich erwähnen, dass ich bis heute eine Maggi-Aversion habe? Keine Ahnung, wie alt das Zeug noch dazu war *schüttel*
    Daher denke ich, dass die „Prägung“ auf genau die Marken nur dann funktioniert, wenn auch die Normalgrösse Alltagsware im Haushalt ist.
    Ausser ans Maggi habe ich nämlich null Erinnerung, was ich sonst noch im Kaufladen anbieten konnte.

    Anitram
    Ach was, ich hab mir die alten Kartons aus der Hausapotheke geschnappt (meine Mama ist Pharmazeutin) und hatte keinen normalen Laden sondern eine Apotheke. Was aus der kleinen Apothekerin geworden ist? Eine große. ;-)
    Alles Liebe, ich lese echt gerne hier, Anitram

    McCloud
    Die Beeinflussung sollte da sein. In unserer Jugend gabs ja damals auch noch Zigaretten aus Kaugummi oder Schokolade für die Kleinen. Nicht umsonst gibt es die Dinger nicht mehr…

    Pharmama
    Da war also wirklich Maggi drin? Hoppla. Das ist bei den Mania Sachen nicht der Fall.

    Also – das bringt mich jetzt grad zum Schmunzeln.
    Vielleicht sollten wir doch so eine Aktion machen und uns so Nachwuchs für die Apotheken heranzüchten?

    Hmmm – allerdings muss ich sagen, dass ich obwohl ich die Schoggi von den Zigarettendingern mochte nie das Verlangen hatte dann auch echte zu essen … Verzeihung: rauchen. Zu Bäh.

    Röbi
    Halb off topic: melkt der Bub früh und abends Kühe von Hand oder betreibt armwrestling? Oder wie kommt er zu so einer Pranke?

    gedankenknick
    Müßte man mal ausmessen. Vielleicht ein Fall für http://www.psdisasters.com/

    gedankenknick
    Übrigens: Nette Fleißarbeit, liebe Pharmama! Wobei die Taschentücher und die von Schweizern erfundenen Süßwaren sehe ich ja eher unkritisch.

    Am kritischten sehe ich ja ASS (Raye-Syndrom), Loperamid (dramatische Überdosierung mit … na, das verrate ich lieber nicht), Instant-Nicotin, Nachtschlafsaft und das Mittel für Durchblutungsprobleme, welches definitiv erst nach der Pubertät indiziert ist…

    Pharmama
    Du hast den Mottenspray übersehen …
    nein – fast nix da drauf ist wirklich unkritisch. Ausser den von dir erwähnten – äh – Mitteln.

    Pharmama
    Das bekommt man ab dem ersten Schuljahr vom Seitenweise Buchstaben und Zahlenschreiben …

    Niki
    Ja, die Maggi Flaschen waren gefüllt. Ich habe immer alle leer getrunken :-). Bis heute dar Maggi bei mir nicht leer gehen :-)

    Maggy
    Alles kleines Kind habe ich immer gerne „Verkaufen“ gespielt. Ich hatte Unmengen an kleinen Produkten, und hätte mir so realistische Sachen sehr gewünscht! Ob man sich da wirklich an Marken gewöhnt? Wahrscheinlich schon, aber mir hat das Spielen immer so viel Spaß gemacht. Daran erinnere ich mich heute noch gerne.

    Röbi
    Zigaretten fehlen aber.

    gedankenknick
    Der Kleine will es sich gerade abgewöhnen, daher ja die Nicotin-Kaugummie. Die sind auch kindgerechter – schliesslich soll man weder Feuerzeuge noch Streichhölzer in deren Nähe lassen… ;-)

    Elli
    In meinem Kaufmannsladen hatte ich auch lauter Markenproodukte und kann mich da noch an ganz viele Verpackungen erinnern. Das ging soweit, dass ich im Kindergartenalter darauf bestanden habe, dass meine Mama/Oma beim Einkaufen mit mir zu den Regalen zu gehen und wir zusammen gucken, welches meiner Waschmittel in echt teurer ist usw. Aber ich muss sagen, ich konsumiere heute fast keine der Marken von damals. Beim Waschmittel sicher nicht, beim Süßkram auch nicht. Allein von Maggi bin ich ein Freund geworden, aber die Schachteln fand ich damals irgendwie gar nicht so toll.
    Ich kann mich sogar noch darin erinnern, dass es auch Medikamente wie Wickmedinight gab… Genau das habe ich selbst noch nie genommen…
    Demnach würde ich das ganze nicht so kritisch sehen, besser als viele andere Sammelartikel, die Kinder so mittlerweile an der Kasse abstauben können, wenn die Eltern genug da kaufen. Mit Grauen denke ich an die letzte Lidlaktion zurück. Ein Kaufmannsladen bildet zumindest fürs Leben. Wie oben angeführt: Nach Beschwerden meiner Käufer über meinen etwas ungewöhnliche Preisgestaltung, wollte ich es genau wissen und mich an der Realität orientieren ;) Ich glaube bald darauf habe ich gelernt, mehrere Preise mit dem Taschenrechner zusammen zu rechnen…

    Röbi
    Vom Schreiben kriegt man Studentenhände, wenn überhaupt. Mein bester Freund hat nach dem Abitur Stukkateur (in der Schweiz: Gipser?) gelernt, der hat heute doppelt so große Hände wie ich.

    Sakasiru
    Also bei uns kann man solche Pappverpackungen zum Spielen im Laden kaufen, eine Tüte voll für wenige Euro damit das Kind was in seinem Kauflädchen zu verkaufen hat. Das sind alles Produkte die es wirklich gibt, ich denke, die Hersteller der Originale geben ihr Einverständnis dazu gerne. Aber ich glaube nicht, dass das die Kinder prägt, jedenfalls nicht mehr als wenn sie sehen was Mama einkauft. Mein Sohn nimmt jedenfalls ganz automatisch die Zahnpasta die wir immer kaufen, nicht die, die er als Pappschachtel im Sortiment hat. Mal ganz abgesehen davon dass er auch mal ne Waschmittelpackung zu Cornflakes umwidmet wenn er das lieber verkaufen mag. Also alles nicht so tragisch, da ist Werbefernsehen mit Sicherheit beeinflussender.

    Cristiano Belmonte
    Ich wusste garnicht, dass es Lädele noch gibt :). Ich hatte sowas in den neunzigern zwar schon noch, aber heute kriegt man irgendwie das Gefühl, dass die Kinder eh alle nur noch ihr Smartphone im Sinn haben… Von daher find ich Minimania echt liab. Die Apothekenvariante hat aber ehrlich gesagt auch was.

    Wolfram
    Na ja, das oder die Bohrmaschine im typischen Boche-Grün… :(

    Pateco
    Ich denke das mit „Markenproduktspielzeug“ zu spielen, keine bleiben Schäden hinterlässt.
    Viel mehr ist das Verhalten der Eltern entscheidend. Wenn die den Anspruch haben Grundsätzlich nur Markenware zu kaufen, dann wird es das Kind später sicher auch machen.
    Druck der anderen Kindern gibt es bei Lebensmittel eher selten. Vielleicht noch bei Erfrischungsgetränken (Cola und so).

    Bei Miniaturmedikamente ist die Sache schon schwieriger, gerade weil sie keine Konsumprodukte sind. Da müsste man schon Sachen raus suchen, dich auch etwas mit der Lebenswelt der Kinder zu tun hat.
    Schnupfenspray, Hustensaft, Bonbons, Minithermometer, Taschentücher, Verbandsmaterial (Wie hab ich das als Kind geliebt!!), Creme.
    Und was ich super fände, noch so einen „Was ist Was“ – Zettel oder Karte, wo für Kinder spannende Infos drauf stehen. Und es ist eben eine Frage der Einführung.
    Ein Kinderkaufmannsladen kennt ja jeder, aber eine Kinderapotheke wäre neu – aber auch irgendwie cool!

    Das einzige, was mich an der Werbung stört, ist der Junge. Wer in aller Welt hat den Jungen nur so angezogen. Die Frisur, das Hemd bis oben zugeknöpft und dann noch dieser Pullunder!!
    Das schreit nach: „Bitte moppt mich ganz doll!!“ Wenn das Kind nicht gerade auf der superreichen, hochbegabten Schule ist, würde ich ihm das aber schnell ausziehen – Kinder sind grausam!

    B.Cottin
    Da kommt wieder eine Riesen-Verpackungsflut auf uns zu, oder ?

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