Altes Rezept

Das erste Rezept am Morgen ist ein Rezept für Itinerol B6 Zäpfchen, ausgestellt vom Kinderspital. Erst, als ich es mir näher ansehe – weil ich dafür das Alter des Kindes brauche, fällt mir auf, dass das Rezept von vor über einem Jahr ist (!)

Es ist allerdings in Top-Kondition, wäre das Datum nicht, hätte ich das nie gemerkt.

Pharmama: „Das Rezept ist von 2011 … brauchen Sie das wirklich noch?“

Mutter: „Ja, mein Kind hat heute die ganze Nacht gekotzt – und da habe ich das Rezept wieder ausgegraben. Ich weiss, dass da etwas gegen Übelkeit draufsteht.“

Erstaunliche Buchhaltung :-). Nur habe ich jetzt Zwei Probleme: Das Rezept ist nicht mehr gültig und die Itinerol Zäpfchen für Kinder sind rezeptpflichtig.

Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch mit ihr habe ich die Itinerol Zäpfchen dann trotzdem abgegeben – zusammen mit einer Elektrolytmischung. Aber nicht auf Rezept. Die Mutter weis, wie sie die Mittel anzuwenden hat … und auch in was für einem Fall sie zum Arzt muss mit dem Kind.

21 Kommentare zu „Altes Rezept

  1. Itinerol bekommt man ja auch ohne Rezept. Das bekommen meine Kinder vor einer langen Autofahrt ;)

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          1. Genau, das ist es!

            D: Abgabe in Drogerien und zum Teil auch Supermärkten, z.B. Einschlaftees, Paracetamol
            C: Apotheken (da eine Fachberatung angeboten wird, die aber oft nicht stattfindet), z.B. Ibuprofen
            B: Apotheken, auf Rezept, z.B. Kortison und Ponstan
            A: Apotheken, kein Dauerrezept, z.B. Tramadol

            Dann gibts noch die Betäubungsmittelrezepte, sozusagen eine Stufe strenger als das A.

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  2. Da hast du das ja wirklich flexibel gelöst – echter Kunden-Dienst!

    Aber der alte Kram erinnert mich an den mittelalterlichen und etwas jähzornigen Mann, der vor einigen Jahren unnnnnbedingt ein Ticket bei der Bielersee-Personenschifffahrt einlösen wollte, und dafür auch extra nach Biel gereist ist an diesem schönen Tag.

    Ich durfte als sein Mitpassagier eine Viertelstunde lang sein Gezeter anhören.

    Es war ein Ticket, wie es hier beschrieben ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Edmondson :)

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  3. Also als freiverkäufliche Alternative (in D) würden mir „Vomex A Zäpfchen“ oder „Vomacur Zäpfchen“ (jeweils zwei Stärken, je nach Alter des Kindes) sowie „Emesan Zäpfchen“ einfallen.

    Davon abgesehen, dass ein Kassenrezept in D (bis auf besondere Ausnamen) 1 Monat haltbar ist (wobei sich der Monat je nach Rezept auch als 28 Tage rechnet), und ich dieses Rezept anschließend zum Privatrezept erklären darf, wäre auch das schon abgelaufen. Denn Privatrezept in D hält 3 Monate, es sei denn, der Arzt hat eine längere Laufzeit explizit vermerkt.

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  4. Paracetamol gibts bei euch in der Drogerie?? In Deutschland gibt es die nur in der Apotheke und dann auch nur 20 St. auf ein Mal. Sonst braucht man ein Rezept. Unterschiede gibts *kopfschüttel*

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    1. Vielleicht tue ich hier ein paar deutschen Drogisten Unrecht … Aber ich glaube, dass die Drogisten in der Schweiz besser ausgebildet sind, was Medikamente angeht. In Deutschland scheint das Berufsbild -was Wissen und Anwendung angeht … Unterschätzt zu werden. Analog vielleicht zu den Apothekern, denen wird auch immer weniger zugetraut und Verantwortung weggenommen.

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      1. Man möge mich Lügen strafen – aber ich glaube, in Deutschland ist das Berufsbild des „Drogisten“ in der Zwischenzeit abgeschafft. Die letzte „Drogerie“, die sich wirklich so zurecht betiteln konnte, habe ich vor der Wende (im Osten) betreten. Und da waren auch noch ausgebildete Drogisten am Werk, und die hatten wirklich noch Ahnung und einen Plan. (Ich will nicht sagen, dass es keine mehr gibt. Ich kenn bloß keine mehr.)

        Die Drogeriediscounter ala Ex-Schlecker (und wie sie alle heißen) haben das Wortfragment „Drogerie“ doch nur noch aus Tradition und schmückendes Beiwerk im Namen. Nicht nur, dass man da garantiert keinen losen Tee (also „Drogen“) bekommt – maximal im Teebeutel abgepackt, da dort vor allem Wert auf „sehr preiswert“ gelegt wird bezweifel ich die passende Ausbildung der Mitarbeiter. Schon der Verkauf von nichtapothekenpflichtigen Arzneimitteln setzt die Anwesenheit zumindest EINER sachverständigen Person voraus – und wenn damals in einer kleinen Schleckerfiliale 4 Angestellte im Zweischichtbetrieb mallurchten, bezweifel ich ganz schwer, dass 2 von den 4 Mitarbeitern die Sachkundeprüfung für Gifte, Gefahrstoffe und nichtapothekenpflichtige Arzneimittel abgeschlossen hatten.

        Wie schön es ist, sich als Drogeriediscount dann mit den Apotheken-A zu schmücken, sieht man an dem Rechtsstreit, der derzeit zwischen der „Zur-Rose-Versandtapotheke“ zusammen mit „DM“ auf der einen Seite und dem „Deutschen ApothekerVerein (DAV)“ – dem Rechteinhaber des Apotheken-A´s – auf der anderen Seite entbrannt ist. DM hat nämlich in Berufung auf die Pick-up-Stelle von „Zur Rose“ wunderschöne Plakate mit dem Apotheken-A in den Eingangsbereich gestellt, damit man vom guten Ruf der Apotheke als Hort des Wissens und der Beratung profitieren kann, ohne selbst in teuer Fachpersonal investieren zu müssen.

        Einen echten Drogisten kennen in D vielleicht noch meine „ganz alten“ Stammkunden. Ansonsten wird das meiste, was „Fachkompetenz“ verlangt (und damit Kosten verursacht) einfach abgeschafft und ferig, billig sei Dank. Man sieht es auch an Gefahrstoffen im Baumarkt. Noch vor wenigen Jahren war der Erwerb auch von größeren Mengen konzentrierter Salzsäure, Aceton oder 30% Wasserstoffperoxis-Lösung dort kein Problem. Dann kamen das Grundstoffüberwachungsgesetz mit all seinen Auflagen – und plötzlich war im Baumarkt sowas alles aussortiert. „Keine Nachfrage mehr!“ :-D

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        1. Man höre und staune: in Jena gibt es noch eine richtige Drogerie, die den Namen auch wirklich verdient hat. Sie heißt Flora-Drogerie und gehört zu einer Apotheke, d.h. die Drogeristen (und das sind wirklich welche) dort sind keine Verkäufer (wie bei Schlecker und co), sondern ordentlich ausgebildet in diesen ganzen Drogeriesachen. Deswegen ist das auch die einzige Nichtapotheke, die hier Chemikalien und Laborzubehör verkauft. Echt toll und sehr kompetent, ich geh da total gerne rein :)

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          1. Wahnsinn… Gibt es die tatsächlich noch? Ich war 96-99 in Jena und diese Drogerie fand ich damals schon klasse, irgendwie….urig 😊

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            1. Ja, die gibt es tatsächlich noch und urig ist sie noch immer. Richtig schön dort rein zu gehen, durch die Gänge zu schleichen und dieses Gefühl einzufangen, das einen manchmal überkommt, wenn man sich in alten Gebäuden und Räumen aufhält.

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      2. Ich glaube die meisten Mitarbeiter in einer Drogerie hier haben keine Ausbildung im pharmazeutischen Sinne. Das ist wohl eher die Ausnahme, weswegen ich immer wieder erschrocken bin, was dann doch dort an Arzneimitteln rumsteht. Auch wenn es „nicht apothekenpflichtige“ sind.

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    1. Braucht sie nicht. In der Schweiz habe ich als Apothekerin das Recht “ in begründeten Ausnahmefällen“ auch rezeptpflichtiges ohne Rezept abzugeben.

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