Zu Trennung und Scheidung

Heute in der Post:

Ich zu meinem Kuschelbär: „Willst Du mir etwas damit sagen?!“

Heute Abend, Telefon von meiner Mutter: „Ich habe da eine ganz blöde Frage. Hattet ihr heute einen Prospekt im Briefkasten … über ‚alles Wichtige zu Trennung und …“

Ich: „..Scheidung! Ja, Ja! Ihr etwa auch?“

„Ja … oh, gut …ich dachte schon Junior (der heute morgen bei ihnen war) hat das aus dem Briefkasten der Nachbarn …“

Nun, offenbar hat das hier so ziemlich jeder bekommen. Aber irgendwie finde ich das total daneben sowas als Prospekt zu streuen.

Was denkt  ihr?

30 Kommentare zu „Zu Trennung und Scheidung

  1. Ist das von einer (öffentlichen) Beratungsstelle? Wenn ja, finde ich die Idee gar nicht mal so schlecht. Viele trauen sich nicht wirklich in eine Beratung, wissen nicht, wo sie überhaupt beraten werden können oder sind mit dem Thema nicht vertraut, trauen sich aufgrund versch. familiären Verhältnissen nicht offen über eine Trennung zu sprechen. Da ist so ein Flyer schon praktisch, wenn er informativ gestaltet ist. Es gibt ja auch genügend falsche Informationen, welche verunsichern. Dementsprechend kann so etwas hilfreich sein zur Aufklärung.
    Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass es Gruppen anspricht, die speziellere Probleme mit dem Thema haben. Als Beispiel: manche Migranten, in deren Tradition eine Trennung gleichbedeutend ist mit Schande, die man über die Familie bringt. Das Problem ist dass ein Teil dieser Personengruppe wohl die Zeitung nicht abonniert hat, dementsprechend den Flyer nicht bekommt oder der Sprache nicht mächtig ist.
    Rein aus Neugierde, stehen da irgendwelche Angebote/Ratschläge auch in weiteren Sprachen drin?

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  2. Glaubt ihr, dass es Leute gibt, die das im Briefkasten haben und sich dann sagen: „Ich glaube ich sollte mich scheiden lassen!“
    ??

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    1. Nein. :)

      Ich frag mich eher: „Hey, woher wissen die, dass es meiner Beziehung nicht gut geht?“

      Mit solchen Prospektchen zerstört man Vertrauen eher als man welches aufbaut.

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  3. Klingt auf den ersten Blick natürlich etwas schräg. Daher war Werbung durch Anwälte, Ärzte oder Apotheker früher ja auch mal verboten. Jetzt nicht mehr.
    Bei der zweiten Betrachtung finde ich das weniger seltsam. Wegen dem Flyer wird sich niemand scheiden lassen, oder?
    Bei einer statistischen Scheidungsrate von 40% dürfte aber etwa jeder dritte Adressat ein potentieller Kunde sein; bei denen kann man ja schon mal prophylaktisch Werbung machen. Das klingt nach einer guten Erfolgsquote, wenn als Zielgruppe gezielt verheiratete Paare angeschrieben werden. Der ein oder andere Adressat wird sich den Flyer sicherlich mal aufheben.
    Mit den anderen 60% verscherzt es sich natürlich dieser Anwalt; was ihm aber egal sein kann, da die eh nicht zu seinem Kundenkreis gehören.

    Erinnert mich an den Werbeanhänger, der letztens direkt gegenüber des hiesigen Friedhofseingangs stand: „Anwalt XY – Fachanwalt für Erbrecht“. Dieser Anhänger ist auch ethisch nicht ganz korrekt, aber durchaus effektiv, was die zielgruppengerechte Platzierung angeht.
    Man muss Werbung da machen, wo der potentielle Kundenkreis ist. Die Apotheken-Umschau (deutsche Apothekenzeitung) wirbt ja auch bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten abends um 18 Uhr und nicht auf MTV. Und in den Apotheken gibt es ja auch ungefragt mal ein Pröbchen Slim-Fast, Haarwuchsmittel, Zahnpasta gegen Mundgeruch, Coenzym Q10 bei Statinen, usw. mit. Das ist diesselbe Nummer.

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  4. Die Werbung erreicht sicher viele Kunden, welche ihren Informationsgehalt zu schätzen wissen, aber ich bin mir sicher, dass sie wegen ihrer Geschmackslosigkeit sicher sehr wenig Kunden kriegen werden.

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    1. Tja – es wäre viel persönlicher und „vertraulicher“, wenn ein einzelner Anwalt werben würde, anstelle ein Anwältevermittlungszentrum vorzuschieben.

      Aber warum sollte ein einzelner Anwalt solche Werbung machen? Vielleicht, weil der Schuss doch nach Hinten losgeht?

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  5. Naja, so kann man sich auch Kunden generieren – nämlich dann, wenn es heißt
    „Schatz, hast du mir was zu sagen…?“
    So eine Werbung kann man halt auch schon mal missverstehen und das für ein angefordertes und bestelltes Heftchen halten

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    1. Nunja, in einer funktionierenden Beziehung wird das kaum eine Krise auslösen, und wo es krieselt, schadet es ja nicht, mal drüber zu reden, dass in der Beziehung was im Argen liegt. Vielleicht ist so ein Heftchen ja ein guter Anlass, sich mal auszusprechen, und dann braucht man die Anwälte vielleicht gar nicht mehr?

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        1. Campact hatte so eine Aktion laufen, über die man der Zustellung widersprechen konnte.
          Das Ganze war aber einerseits datenschutztechnisch bedenklich, andererseits bekam man stattdessen trotzdem was vom Springerverlag zugestellt, einen ominösen roten Umschlag.
          War also alles in allem ein Schlag ins Wasser.

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          1. Durchaus nicht. Ich denke, daß die Aktion mit dem Umschlägen Springer so richtig viel Geld gekostet hat. In dem Umschlag war übrigens ein durchaus höflicher und korrekter Brief, der mich darüber informierte, daß mein Zustellverbot richtig verarbeitet wurde (war auch so, ich habe keine BILD bekommen) und mir anbot, mir doch eine zu schicken, falls das Zustellverbot gar nicht von mir ausgesprochen wurde, sondern von irgend einem Spaßvogel.

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  6. Da steckt übrigen ein Richter und grünliberaler Politiker dahinter: Dr. Erik Johner. Rein private Veranstaltung und kommerziell.

    P.S. warum wurde mein Posting gelöscht?

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    1. Wie die Firma heisst, findet man auch schnell heraus.

      Pharmama möchte vielleicht nicht, dass ihr Blog auf etwas Kommerzielles verlinkt. Dazu reichen ein paar treffende Stichworte. Wird der Name einer Beratungsstelle oder deren Anwälte oft erwähnt, meint die Spinne von Google, dass diese Beratungsstelle oder halt diese Anwälte wichtig seien.

      Und schon rutscht diese Beratung bei den Google-Suchtreffern nach oben.

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    1. Ach so, war gar nicht als Eigenwerbung gemeint, ich wollt nur damit aufzeigen aus welcher Perspektive ich das sage und mich von den Kommerziellen absetzen. Das war schon alles. Na ja, ich hab ja jetzt meine Infos. Besten Dank!

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  7. Geschmacklos, mmh, ja, aber wen das Thema nicht tangiert, der legt es halt ungelesen in den Müll. So mache ich das mit Optikerwerbung, Baumarktheften und allem von jeder Religionsgemeinschaft. Andererseits könnte es für so manch einen, der ohnehin in dieser Situation ist und keinen rechten Ausweg weiß, auch eine Möglichkeit aufzeigen. Allerdings wäre es dann schon besser, wenn es eine Selbsthilfegruppe oder eine gemeinnützige Aktion wäre anstelle einer Anwaltsvermittlung… Ja, irgendwie grenzwertig.

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  8. So lange das nicht persönlich adressiert ist, gehts ja noch – ansonsten bekämen die von mir einen ganz gehörigen Anpfiff per Telefon.

    Ich hatte mal eine ganz andere Werbung, dort bin ich garantiert aus der Liste gestrichen worden:
    Anruferin „Guten Tag, hier Maiermüller von der Klinik Gehtsunsgut!“
    Ich: „Um Himmels Willen, was ist passiert?“
    A: „Nichts, wir bieten Schönheitskuren an….“
    Ich: „Sagen Sie mal, wieso erschrecken Sie die Menschen derart, wenn eine Klinik anruft rechnet man doch erst mal damit, dass jemand aus der Familie verunfallt ist!“
    A.: „Oh, das haben wir uns noch nie überlegt?“
    Ich: „Na, dann wirds höchste Zeit!“ und aufgelegt.

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  9. Wenn es jetzt nicht von einem Scheidungsanwalt käme… Ganz dumm angenommen: ein Pärchen hat eh schon Probleme miteinander, der Flyer liegt im Briefkasten und der eine Teil sieht das zum Anlass, einen Streit vom Zaun zu brechen. Dann wäre es keine gute Idee. Aber ansich finde ich es nicht schlecht wenn man weiss, wo man sich im Falle eines Falles erkundigen kann.

    Man muss nicht alles wissen, aber es ist immer gut zu wissen, wo man sich erkundigen kann (oder so)

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  10. Wie wärs mit einem kleinen Heft, betitelt „Auf immer und ewig – Tips für eine erfolgreiche Ehe“. Aber nein, da verdient ja keiner Geld, wenn alles hält und die Leute glücklich sind.

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