Rabattvertrags-Diskussionen … ein lebensnahes Beispiel

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Heute habe ich das Vergnügen einen Gastbeitrag anzukündigen. Die PsychoTAnte hat einen eigenen Blog, ist PTA in Deutschland in einer kleinen Dorfapotheke und beschreibt hier wunderbar, was die Rabattverträge in den Apotheken für Folgen haben:

Ich bin mir vollkommen darüber im Klaren, dass es auch nach all den Jahren, die es sie jetzt schon gibt, immer noch sehr verwirrend ist mit den Rabattverträgen und grade für ältere (oft multimorbide) Leute wirklich sehr schwer ist, sich ständig an andere Schachteln, manchmal sogar an andere Farben, Darreichungsformen, oder was auch immer zu gewöhnen. Ja, ich verstehe das wirklich und ich wäre ja auch froh, wenn ich jedem immer seine gewohnten Medikamente geben könnte, aber so langsam aber sicher macht die Diskutiererei Tag für Tag keinen Spaß mehr. Ich fange schon an zu klingen, als würde ich ein Tonband abspielen, wenn ich es immer wieder erkläre (Witzigerweise immer den selben Leuten, denen man es jede Woche erklären darf) und ich habe inzwischen einen Informationszettel ausgelegt, den ich den Leuten, die immer wieder diskutieren, kategorisch in die Tüte stopfe.

Bei denen, die immer wieder kommen und oft neue Sachen nehmen müssen, da verstehe ich es wirklich.

Etwas nervig wird es dann aber bei denen, die ein vollkommen neues Medikament auf das Rezept geschrieben bekommen, beispielsweise, weil der gute Herr Doktor festgestellt hat, dass der Blutdruck so langsam dann doch bedenklich in die Höhe geschossen ist.

Folgende Diskussion durfte meine Kollegin gestern führen:

Frau kommt in die Apotheke, auf dem Rezept (das wohlbemerkt für ihren Mann ist) ein Blutdruckmittel von unseren Freunden aus Holzkirchen, ausgestellt von einem Arzt, drei Stunden Autofahrt weg von unserer Apotheke, kein aut idem Kreuz, keine weiteren Hinweise außer die Dosierung. Sie gibt es ins Programm ein und unser Kassenprogramm spuckt ihr einen Rabattvertag mit den Zwillingen aus, also geht sie und holt das Medikament in der Version von Ratiopharm.

Frau: (argwöhnisch die Schachtel betrachtend) “Ist das das, was der Arzt auf das Rezept geschrieben hat?”

Kollegin: “Ja.” (Weiß schon, was gleich kommt)

Frau: “Aber auf dem Rezept steht Hexal und auf der Schachtel Ratiopharm. -”

Kollegin: (Unterbricht, bevor die Litanei los geht) “Das ist richtig, aber ihre Krankenkasse hat aktuell einen Rabattvertrag mit Ratiopharm und der Arzt hat auf dem Rezept einen Austausch nicht ausgeschlossen und dann müssen wir uns nach dem richten, was die Krankenkasse vorschreibt.”

Frau: “Aber auf dem Rezept steht Hexal und (Jetzt kommt mein Lieblings-Totschlag-Argument) der Doktor wird sich ja was dabei gedacht haben, wenn er das so aufschreibt.”

Kollegin: (Innerlich die Augen verdrehend) “Nein, den dann hätte er ja das Kreuz hier gemacht. (Deutet auf das aut idem Feld) So wie es hier steht, geht es ihm nur um den Wirkstoff, und der ist bei beiden Medikamenten gleich.”

Frau: “Ist das denn eine Kostenersparnis?”

Kollegin: “Die 5 Euro Rezeptgebür müssen Sie für beide bezahlen, wenn Sie das meinen.”

Frau: “Ja dann kann ich doch auch das von Hexal bekommen.”

Kollegin: “Nein, weil die Krankenkasse das andere im Rabattvertrag hat.”

Frau: “Ja ist das von Hexal denn teurer?”

Kollegin: “Nein, darum geht es ja auch gar nicht. Sehen Sie, es ist so, dass die Krankenkassen mit bestimmten Firmen Verträge abschließen und denen zusichern, dass Sie ihre Versichtern… (Bitte hier Standart-Erklärtext “Rabattvertrag” einfügen)

Frau: “Und wenn mein Mann die nicht verträgt? Wissen Sie ich habe so viele Allergien und von der Firma da habe ich schonmal ein Medikament nicht vertragen. Mein Mann…”

Kollegin: “Hat ihr Mann denn schon einmal auf ein Medikament reagiert?”

Frau: “Nein, aber ich kenn das von mir und…”

Kollegin: “Dann versuchen Sie es doch erst einmal mit dem und wenn er es wirklich nicht verträgt gehen sie zu Ihrem Arzt und lassen sich das nächste Mal ein aut idem Kreuz geben. Ihr Mann bekommt dieses Medikament aber zum ersten Mal, also können wir ja nicht davon ausgehen, dass er es nicht verträgt. Das muss man erst einmal sehen. Wenn Sie aber gleich so an die Sache ran gehen, dann…”

Frau: “Aber ich habe sooooooo viele Allergien.”

Kollegin: (Langsam aber sicher genervt) “Das Medikament ist aber für Ihren Mann.”

Frau: (wieder zurück zur alten Leier) “Ist das von Hexal denn wirklich so viel teurer?”

Kollegin: “Darum geht es nicht…”

Frau: “Aber warum kann ich dann das von Hexal nicht…”

Kollegin: “Wenn Sie es von Hexal wollen, dann müssen Sie das Rezept wieder mit zu Ihrem Arzt nehmen, sich das aut idem ankreuzen und einen Stempel geben lassen. Dann können wir Ihnen das auch mitgeben, sonst nicht.” (Endgültig, sie hat nämlich keine Lust mehr zu diskutieren)

Frau: “Aber es sind drei Stunden Fahrt zu unserem Arzt.”

Kollegin: “… Ich spreche mit dem Chef.”

Sie geht zum Chef, spricht kurz mit ihm. Ich sitze grade am Rechner in der Nähe des Büros und habe schon vorher gehört, wie er gestöhnt hat, während er die Diskussion verfolgt. Ihm geht sowas schneller auf die Nerven als uns ^^ Er sagt auch, dass wir nicht ständig für die Leute die Rezepte einschicken können. Entweder sie nimmt das, was im Rabattvertrag ist, oder sie besorgt sich Kreuz und Stempel. Außerdem meint er, die Frau solle sich einen Infozettel mitnehmen.

Kollegin: “Nein, der Chef sagt auch, dass wir da nichts machen können.”

Frau: (eindeutig angefressen) “Na gut, aber wenn mein Mann eine Allergie bekommt, dann-”

Kollegin: “Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und lasse Sie das untersuchen. Das sind dann 5 Euro Zuzahlung.”

…. Ernsthaft… wenn Sie auch eine Überreaktion auf ich weiß nicht was in den Tabletten von den Zwillingen (die im Übrigen einen ganz anderen Wirkstoff etc hatten) gezeigt hat, warum geht sie dann sofort davon aus, dass das bei ihrem Mann auch so ist?

Naja, vielleicht, wenn es noch 20 Jahre Rabattverträge gibt… vielleicht hat es dann mal jeder mitbekommen. Solange erklären wir eben weiter und verteilen Infozettel ^^

Lebensecht, nicht? Da freut man sich als Schweizer Apothekerin doch schon darauf, was da kommen mag, wenn bei uns eingeführt wird, dass wir nicht mehr die Generika selbst aussuchen dürfen ….

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62 comments on “Rabattvertrags-Diskussionen … ein lebensnahes Beispiel

  1. S.Glaser sagt:

    LOL 1:1 täglich!!! Mehrfach!!! Einfach köstlich zu lesen, dass es überall so ist!!!
    Gruß S.G.

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  2. Irene sagt:

    Mir fehlt die Antwort „Natürlich gebe ich Ihnen gern das von Hexal, aber das müssen Sie dann selber zahlen, kostet xxx Euro“. Wobei ich die Kunden schon verstehen kann, es ist ja völlig unlogisch, dass die Kasse genau das NICHT bezahlt, was auf dem Rezept steht.
    So, ich geh jetzt mal „Nein“ stimmen (wink zu Pharmama).

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    • PsychoTAnte sagt:

      Hehe das hatte meine Kollegin ihr auch noch angeboten, aber dann wäre der Text nochmal so lang geworden ^^
      Naja und die Frage nach der Logik? Stell ich mir nicht mehr, lohnt nicht ^^

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      • sakasiru sagt:

        „Ihre Krankenkasse zahlt nur das, entweder nehmen sie es, bezahlen das andere selber oder setzen sich mit ihrer Krankenkasse auseinander.“ Immer schön die Verantwortung abschieben, wenn die Leute dann selber aktiv werden müssen dann ist es oft plötzlich gar nicht mehr so wichtig 😉

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    • Don sagt:

      Ich sage den Patienten manchmal, die Krankenkasse hätte mit dieser Arzneimittelfirma einen „Exklusivvertrag“ abgeschlossen.
      Denn ich habe seltsamerweise die Erfahrung gemacht, daß das von den Kunden dann besser verstanden wird.

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  3. schneckchen sagt:

    Nur mal eine prinzipielle Frage: Hätte die Kundin nicht auch das von Hexal bekommen können, wenn sie es selbst bezahlt hätte. Oder ist dann auf eigene Rechnung nur der Differenzbetrag zwischen Hexal und Ratiopharm zu entrichten?

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    • topspin85 sagt:

      Sie hätte den Differenzbetrag löhnen müssen.

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      • PeterLe sagt:

        @topspin85: Falsch! EineDifferenzaufzahlung ist verboten. Da die Krankenkassen ihre Rabatte immer noch nicht offen legen müsse, ist die Differenz ohnehin nicht bekannt. Laut insiderkreisen belaufen sich die aktuellen Rabatte auf 35-100(!) Prozent, letztere für Arzneimittel im unteren Euro bereich (0,80-5,-€), wenn gleichzeitig ein anderes Präparat den Zuschlag bekommt. Die Kundin kann das rezept quasi wie ein Privatrezept nutzen und anschließend versuchen von der Krankenkasse einen Teilbetrag erstattet zu bekommen.

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        • topspin85 sagt:

          Ja gut, mein Fehler – im Moment des Kaufs muss die Kundin den gesamten Preis zahlen, im Optimalfall bekommt sie aber den (Teil-)Preis des günstigeren Medikaments von der Kasse erstattet und bleibt so nur auf der Differenz „sitzen“…

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          • anne sagt:

            Diese Option haben bei mir im letzten Jahr (Vollzeit!) gerade mal zwei Kunden genutzt. Das ist einfach für die Patienten 1) zu teuer (viele, gerade ältere Patienten, haben einfach nicht soviel Geld übrig, erstmal für ihre Medikamente in Vorleistung zu gehen) und 2) viel zu umständlich.

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        • Mr. Gaunt sagt:

          Die Prozentangaben sind vollkommen richtig. Rabatte >90% sind keine Seltenheit, Firmen nehmen in Kauf, dass Sie draufzahlen!
          Ich bin sehr gespannt, wie lange das gutgeht.

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  4. Moppelmax sagt:

    Oh my Goodie – ich würde als Apothekerin wahrscheinlich ob solcher Kunden mehrfach am Tag einen Nervenzusammenbruch bekommen. Aber das sind wahrscheinlich die, die immer noch Aspirin von Bayer kaufen und glauben, es wirke nur, wenn’s aus der grünen Packung kommt. So eine Kandidatin hatte ich als Bettnachbarin bei meinem letzten Krankenhausaufenthalt. Die hat drei Tage lang die Schwestern fast zum Wahnsinn getrieben, weil sie doch daheim immer morgens eine gelbe Tablette nehmen muss und die ist doch so wichtig und ohne die kann sie nicht und warum gibt man ihr die im Krankenhaus nicht? Die Schwestern haben ihr dreimal erklärt, dass bei ihnen die gelbe Tablette eine weiße Kapsel ist – Madame hat’s nicht gerafft.
    Am dritten Morgen wurde mir dann die Debatte zu blöd. Als die darob reichlich genervte Schwester, die zudem bei der Dame und mir eine Infusion angehängt hatte, verschwunden war, machte ich der Bettnachbarin klar, dass der Wirkstoff, den sie sonst per gelber Tablette nimmt, in der Infusion (war übrigens nur Kochsalz, weil sie nicht genug getrunken hat) ist und so viel, viel besser wirkt als per gelber Tablette, weil es ja direkt ins Blut geht, nicht?
    Bettnachbarin, die mir so ziemlich alles abgekauft hätte (nein, ich bin weder Ärztin noch Apothekerin. Aber Frau Bettnachbarin hatte schon am zweiten Abend dem Pfleger erklärt: „Frau Moppelmax ist saumäßig gescheit! Die liest Bücher!“ Zudem hatte ich das Notebook auf dem Nachttisch und – boah-ei! – kam damit ins Internet! Das fand Frau Bettnachbarin absolut faszinierend), nickte darauf und sagte in ihrem breiten Schwäbisch: „Ha, natierlich! Da wirkt des viel besser! Und darom goht mor ja ens Krankenhaus, gell?“
    Am nächsten Morgen gab’s dann zum Erstaunen der Schwester keine Debatte um die zu schluckenden Pillen, stattdessen sagte Frau Bettnachbarin: „Gell, in meiner Infusion isch alles drin, was ich brauch!“, worauf ich dann der Schwester später auf dem Flur erzählte, was ich der verklickert hatte. Schwester grinste und meinte, nun wolle sie nicht an Stelle des Hausarztes der Dame sein, denn der müsse ihr nun wahrscheinlich verklickern, warum sie keine Infusion mehr kriege, sondern wieder die gelbe Tablette nehmen müsse.

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  5. Q sagt:

    Ha! Jetzt hab ich das Prinzip endlich mal verstanden.

    Ich bin nämlich eher so der Kunde in der Apotheke, der sich denkt \”Joa, der Apotheker wird schon wissen, wieso das Medikament jetzt von der Firma ist und nicht von der andern\” und es dann stillschweigend mitnehme.

    Das wiederum hat mehrere Apotheker offenbar schon mal irritiert und sie haben mir gänzlich ungefragt noch schnell versucht, den Sachverhalt hinterherzuwerfen. \”Äh… ich hab ihnen jetzt dieses Medikament gegeben, weil… [lange Erklärung, der ich nicht mehr so ganz folgen kann, weil ich schon halb aus der Tür bin]\” Und ich hab immer nur genickt und gesagt, ja, kein Problem, wenn es doch derselbe Wirkstoff ist? und wusste nicht so recht, was sie mir da nun erklären wollten.

    Nun weiß ichs 🙂

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  6. Lydia sagt:

    Bin ich froh, dass ich privat versichert bin – ich darf eh alles erst mal selbst zahlen und mich dann erst später mit der Versicherung rumschlagen… 😉

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    • Fingerhut86 sagt:

      DITO!

      Und Gottseidank hab ich auch kein Problem mit Rabattverträgen und co, die Kasse zahlt was aufm Privatrezept steht (und es rezeptpflichtig ist)….

      Nur wenn ich demnächst kein Student sondern Doktorand bin flieg ich warscheinlich aus meiner PKV raus, mal sehen…

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  7. gotsassaufeinemast sagt:

    Wenn ich solche Diskussionen lese, bin ich immer froh, dass ich keinen Patientenkontakt habe. Ich hätte für sowas gar nicht die Geduld. Wobei..einige Diskussionen mit dem SchwesternVerein hier im Krankenhaus laufen nach dem gleichen Schema…

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  8. Scharade sagt:

    Ich finde es unfassbar, dass kluge Menschen sich hier so ereifern.

    Denkt denn niemand daran, dass vor allem auch alte Menschen, die vielleicht sogar – ach Gott,ja! – einfach gestrickt sind, die überheblichen Erklärungen einfach nicht verstehen? Wenn die Bevölkerung entsprechend – und vor allem die älteren Leute – aufgeklärt wären, dann müsste auch nicht so viel erklärt werden. Meine Oma glaubte schon, ich mache ihr Radio kaputt, wenn ich einen anderen Sender suchte. Die Häufigkeit dieser so unsagbaren Bemühung bedeutet doch wohl, dass eben NICHT alle Bescheid wissen.

    Im Übrigen: Bei mir wurde auch einmal ein Medikament ausgetauscht, weil der Arzt wohl vergessen hatte, sein Kreuzchen zu machen. Die Folge? Ich habe einen juckenden Ausschlag bekommen – soviel zu den Medikamenten, die ja so gleich sind, immer und überall!

    Mann/Frau sollte mal versuchen, sich in die Gedankenwelt eine alten Menschen zu versetzen, dann müsste man hier nicht so ekelhaft hetzen. Bäh!

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    • PeterLe sagt:

      Die, die mit Verantwortung im Gesundheitssystem arbeiten, tuen genau das. Die Krankenkassen sorgen für die Verwirrung und informieren ihre Mitglieder nicht. Die Argumente sind genauso, als würde ich den Kassierer in der Tankstelle für seine unverschämten Spritpreise beschimpfen. Wir müssen so arbeiten, per Gesetz dazu gezwungen, eine zuwiederhandlung gegen die Rabattverträge stellt sogar eine Strafttat dar.

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    • Was ist so dramatisch daran, sich mal anhand eines anonymen Fallbeispiels mal den Frust von der Seele zu schreiben? Wenn man täglich mit „einfach gestrickten“ Leuten zu tun hat kommt man halt mal an die Grenze der Gelduld. Besser man tauscht sich im Netz (ich muss es nochmal sagen) ANONYM darüber aus und kann darüber lachen als dass man bei der 5343 Diskussion die Nerven verliert. Ich finds ehrlich gesagt eher arrogant und überheblich dann mit dem moralischen Zeigefinger zu kommen und Leuten zu erzählen, wie schlimm sie sind. Und lustigerweise noch mit dem Argument, sich gefälligst mal in andere reinzuversetzen.

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      • sakasiru sagt:

        Danke, sowas ähnliches wollte ich auch schreiben, aber du hast es besser formuliert. Hinzuzufügen wäre noch, dass der Apotheker derjenige ist, der die Entscheidungen von Arzt und Krankenkasse den Leuten dann erklären muss und den Frustabbekommt, auch wenn er selbst keinen Einfluss darauf hat.

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    • katrinelli sagt:

      „kluge Menschen“ – das ist ja erst einmal ein Kompliment, danke.
      Allerdings gefallen mir die „überheblichen Erklärungen“ schon gar nicht mehr – wir Apotheker und PTAs tagtäglich in der Apotheke versuchen wirklich 100mal am Tag, den Leuten die Rabattverträge verständlich zu machen. Fast immer auf dem Niveau des Kunden, ehrlich! WIE bitteschön sollen wir denn noch aufklären? Handzettel, Verweis an die Krankenkasse und die ..zigste Erklärung – was aber, wenn dann immer noch „gemosert“ wird? Natürlich verstehe ich die Verunsicherung (das ist wirklich schlimm) und Verärgerung der Patienten, oft genug telefonieren wir auch mit den Ärzten deswegen. Nur: die eigentlichen „Verursacher“ dieses Chaos sind die Krankenkassen – und da beschweren sich die wenigsten Kunden, denn dort ist ja alles anonym und unpersönlich.
      Ich wünschte mir, nur jeder 10. Kunde würde seinem Ärger mal bei seiner Krankenkasse Luft machen – vielleicht würde DAS ja was bewirken.
      Schlimm genug, dass die Kassen diesen erheblichen Mehraufwand (und Frust) für uns nicht vergüten – jetzt streiten einige Kassen sogar ab, dass die Umsetzung der Rabattverträge überhaupt noch Arbeit macht – hat sich doch alles schön eingespielt! Kann diese Sichtweise hier irgendwer bestätigen? ICH jedenfalls nicht!
      Sorry fürs Zutexten, aber UNS vorzuwerfen, uns nicht in unsere Patienten zu versetzen – das macht mich wütend, denn es entspricht einfach nicht der Wahrheit!

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      • Pharmama sagt:

        Wahre Worte.
        Und ich bin sicher, dass auch die deutschen Apotheker lieber den älteren Patienten „ihr“ Medikament / Generikum, das sie kennen lassen würden. Nicht nur wegen den Erklärungen ständig, sondern auch im Sinne dessen, das die Compliance – also ob die Tabletten richtig genommen werden – bei den *bekannten* sicher besser ist. Und es gibt weniger Doppelt-Dosierungen etc.

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    • Cora sagt:

      *ungläubiges Kopfschütteln*

      Danke den Vorrednern, ich bin sprachlos …

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  9. Das Ganze ist ein Irrsinn. Schließlich zwingt es die Apotheken, genau dasselbe Medikament in x verschiedenen Schachteln vorrätig zu haben bzw. kurzfristig besorgen zu können, nur weil Kasse A es gerne von Pharmaunternehmen C hätte und Kasse B vom Unternehmen D. Obwohl wie gesagt dasselbe Zeug drin ist und es eigentlich auch dasselbe kosten würde.

    Noch idiotischer ist allerdings, daß der Arzt überhaupt ein spezifisches Medikament aufschreibt, nur damit der Apotheker es dann gegen das der betreffenden Kasse genehme identische Medikament in einer anderen Schachtel austauscht. Warum schreiben die Ärzte nicht einfach nur den Wirkstoff und die Dosierung auf, wenn sie schon kein Aut Idem setzen?

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    • PeterLe sagt:

      Tuen viele Ärzte schon, vielen Dank an dieser Stelle dafür. Dies schliesst aber keine Diskussionen aus, da zum Beispiel die AOK im April und die Barmer im Mai neue Rabattverträge abgeschlossen haben und die Versicherten somit eine andere Packung von einem anderen Hersteller als bei der letzten Verordnung bekommen, die Gespräche sehen dann genau so wie oben beschrieben aus, nur statt „das hat der Arzt aufgeschrieben“ mit „das hatte ich aber sonst immer“, der Rest bleibt.

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      • buntklicker sagt:

        Das ist mir schon klar. Aber es sollte die Anzahl derartiger Gespräche doch vermindern?

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        • PeterLe sagt:

          Definitiv nein. Einzig und allein das „Aut-idem-Kreuz“ schafft Ruhe. Sollte aber auch wirklich nur da zum Einsatz kommen, wo es wirklich nötig ist. Ansonsten gilt die alte Adenauer-Regel: Wir müssen mit diesen Leuten leben, wir haben keine anderen.

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    • Pharmama sagt:

      Ja, was die Lagerhaltungsprobleme angeht, da wollen wir gar nicht anfangen. Speziell, wenn die vorgeschriebenen Generika dann alle paar Monate wechseln … und auch noch, wenn die Rabattgenerika dann nicht mal erhältlich sind…
      Irrsinn!

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      • PeterLe sagt:

        Als Eidgenossin kennen sie die deutschen Probleme aber sehr gut, gibt es ähnliche Vereinbarungen bei den schweizer Versicherungen?

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        • Pharmama sagt:

          Zum guten Glück (für uns und Patienten) (noch) nicht.
          Aber ich habe eine gute Vorstellung davon wie das läuft, aufgrund der Informationen, die ich über das System in Deutschland gelesen habe.

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  10. Birgit Barth sagt:

    Mit lieben Grüßen aus Deutschland noch ein Link zu unserem „Fehlerberichts- und Lernsystem für Hausarztpraxen“ mit dem Fall des Monats August 2011, der in unmittelbarem Zusammenhang mit den Rabattverträgen zu sehen ist:

    http://www.jeder-fehler-zaehlt.de/public/report/displaySingleReport.jsp?repID=634

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  11. B.Cottin sagt:

    Ich kann die Kunden, die misstrauisch nachfragen, schon verstehen, besonders wenn sie aufgrund eines langen Lebens schon viele enttäuschende Erfahrungen gemacht haben. Nach ein paar Jahrzehnten kann man einfach nicht mehr annehmen, dass „das, was die da machen,schon richtig ist“.
    Meiner Krankenkasse unterlaufen auch mal Irrtümer, einem Freund ist im Krankenhaus schon mal die falsche Infusion gelegt worden (und hätte ihm fatal werden können, wenn er nicht mehrmals gesagt hätte, er verstehe nicht, warum er auf einmal DAS bekommt…), Kindernahrung ist vergiftet und wird zurückgerufen … also, der Bürger lernt aus Erfahrung, dass er misstrauisch werden muss. Insofern ist diese Pfennigfuchserei der Krankenkassen pädagogisch wirklich fehl am Platz, besonders da die Patienten doch lernen sollen, für sich selbst verantwortlich zu werden.

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    • buntklicker sagt:

      Klar kann man das verstehen. Nur müssen es die armen Apotheker halt ausbaden. Die Patienten können nur sehr begrenzt was dafür.

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    • Pharmama sagt:

      Die Unsicherheit ist verständlich. Das streitet auch niemand ab.
      Aber es ist trotzdem unlustig schon wieder dasselbe zu erklären, zu entschuldigen, zu diskutieren … und dann kann man nicht mal was dafür. Die Apotheker stehen da eigentlich auf der Seite des Kunden und hätten es auch gerne anders.

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      • anne sagt:

        ..und das ist eben das Problem. Ich sehe mich täglich! damit konfrontiert, Kunden die Rabattverträge zu erläutern und täglich bekomme ich dafür den schwarzen Peter zugeschoben. Darauf habe ich eigentlich keine Lust mehr. Ich mache wirklich viel dafür, damit die Patienten zufrieden aus der Apotheke gehen und die Therapie gut funktioniert, aber es macht einfach keinen Spaß, wenn ständig der Ärger der Leute an einem selbst hängenbleibt und z.T. dann noch Vorwürfe kommen, wir wären schuld, der Arzt hätte doch schließlich genau das aufgeschrieben etc. pp.

        Das vermiest einem irgendwie den ganzen, eigentlich doch sehr schönen, Beruf. Ich muss sagen, dass ich mir das wirklich anders vorgestellt hatte.. und wenn es sich weiter so entwickelt, würde es mich nicht wundern, wenn es in Deutschland bald keine Apotheker mehr gibt, weil keiner mehr Lust hat, als Marionette der Krankenkassen zu arbeiten.

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        • Mr. Gaunt sagt:

          Genau aus dem Grund habe ich nach dem Studium einen anderen Weg eingeschlagen. Damals fing das Chaos mit dem Verschreiben der billigsten Generika durch die Ärzte an…
          Ich finde es sehr schade, wenn den engagierten und kompetenten Leuten wie Anne, die ihr Fachwissen einbringen wollen, der schöne Beruf vergrätzt wird. Übrig bleiben dann die weniger motivierten, die einfach ihr Rabattvertrags-Sprüchlein aufsagen und denen das egal ist. Schade für den Kunden und den Berufsstand.

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          • Goofy sagt:

            Jeder Industrieapotheker hatte wohl so eine Initialzündung. Bei mir war es damals die Zulassung des Versandhandels. Meine Meinung war damals, dass der Gesetzgeber keine ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung mehr wünscht. Was will ich dann als Apotheker noch in der Apotheke? Selbstständig brauche ich mich da dann nicht mehr machen. Die Rabattverträge und das Verbot von Einkaufsrabatten, die ein paar Jahre später erfolgten, haben mich bestätigt, dass die Entscheidung für die Industrie richtig war. Als Doktorand hatte ich öfters Kontakt mit Pharmaziestudenten, die sehen das mittlerweile überwiegend ähnlich. Grob geschätzt würde ich sagen, dass 70-80% der Studenten mittlerweile außerhalb der Apotheke arbeiten wollen.
            Ich habe gerne in der Apotheke gearbeitet, das ist ein toller Job. Aber wie Du schon schreibst: Es werden die weniger motivierten Studenten in der Apotheke bleiben.

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          • anne sagt:

            Aber ich _mag_ eben auch das Arbeiten mit Menschen, die vielen Kunden, die eben auch sehr zufrieden sind mit unserer Arbeit.. Ich hab auch schon in anderen Bereichen gearbeitet, aber letzten Endes fand ich die Arbeit in der Offizin am abwechslungsreichsten und interessantesten. Wobei ich sagen muss, dass die Industrie schon sehr verlockend ist, aber ich glaube, auf Dauer würde mich das nicht glücklich machen. Naja, wenn es weiter so den Bach runtergeht, auch was die finanzielle Situation der öffentlichen Apotheken angeht, wird mir irgendwann die Entscheidung wahrscheinlich abgenommen.

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          • Goofy sagt:

            Beides hat Vor- und Nachteile und man sollte da nach seinen Vorlieben gehen.
            Ich arbeite auch gerne mit Menschen und mache das in der Industrie ebenfalls, nur etwas anders als in der öffentlichen Apotheke.
            Es war eine Entscheidung, die ich nach dem Studium treffen musste.
            Ich habe vor etwa einem Jahr bei meinem ehemaligen Arbeitgeber (wir haben uns ganz gut verstanden) in der Apotheke mal für eine Woche ausgeholfen, damit er in Urlaub fahren kann. In dieser Woche habe ich eigentlich nicht mehr pharmazeutisch beraten, wie ich das vor den Rabattverträgen gemacht habe. Ich war nur noch damit beschäftigt, das passende Rabattarzneimittel am Rechner raus zu suchen und den Leuten zu erklären, warum die Schachtel schon wieder anders aussieht. Für eine vernünftige Beratung oder ein nettes Gespräch hatte ich einfach keine Zeit mehr. Das war nicht mehr der Apothekenberuf, den ich vor meiner Industriezeit ohne die Rabattverträge ausgeübt hatte.

            Eigentlich war ich nur noch der Computerfritze, der für die Kasse das passende Medikament aus dem Rechner raussuchen soll. Da arbeite ich in der Industrie wirklich wesentlich mehr mit Menschen. Ich will niemanden den Beruf in der öffentlichen Apotheke verleiden, aber besser wird das nicht mehr werden.

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      • sakasiru sagt:

        Und wenn du versuchst, das ganz offen zu vermitteln? Vielleicht sackt es dann? Bei der nächsten Beschwerde:
        „Wissen Sie was? Sie haben recht! (Überrumpelung schafft Aufmerksamkeit!) Das ist blöd, dass ich Ihnen nicht das geben kann, was da steht. Aber Ihre Krankenkasse übernimmt leider nur das von dieser Firma hier, wenn ich ihnen das auf dem Zettel gebe müssten Sie das privat bezahlen. Rufen Sie doch mal bei denen an.“
        Ihr müsst euch doch nicht zum Puffer machen lassen zwischen Kundenärger und deren Entscheidungen, und schon gar nicht diese rechtfertigen.

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        • Scharade sagt:

          Das finde ich wirklich gut. Ich habe schon mehrere Male in einer Apotheke vor allem auch ältere Leute gesehen, die einfach nicht verstanden haben, was da passiert. Schließlich haben sie ihre Medikamente vom Arzt verschrieben bekommen. Wieso dann ändern?. Eine Kommunikation auf Augenhöhe ist doch überhaupt nicht möglich und die alten Leute bekommen u. U. Angst, widersprechen und verstehen einfach die Antworten nicht. Der Arzt ist GOTT, wieso kommt da so ein Apotheker und schmeißt alles um???? Hier sollte man für Aufklärung sorgen. Nicht die Apotheker haben Schuld, das ist klar, aber die Kunden auch nicht! Alte Leute schalten ab, wenn sie nicht verstehen. Deswegen sollte man seinen verständlichen Ärger dennoch im Zaum halten, man spürt doch sehr genau den Ärger und die Ungeduld des Gegenüber, kann dem aber nichts entgegensetzen.

          Die alte Dame, die ich einmal beobachten konnte, hatte sich so sehr mit der Apothekerin verzettelt, dass sie laut wurde. Und dann hat sie die Mitarbeiter der Apotheke gegen sich aufgebracht, weil plötzlich ein See auf dem Boden unter ihr entstand. Die alte Frau hatte einfach Angst. Verständnis hat sie leider nicht bekommen.

          Ich wünsche manchen Apothekern mehr Empathie, wenn es um die Aufklärung ihrer auch älteren Kundschaft geht. Und wenn sie einen Satz 100 Kunden sagen müssen, dann sollten sie beim 101. Kunden nicht genervt sein. Der Kunde, der vor einem steht, kann das doch alles nicht wissen. Alt sein macht keinen Spaß und das Delegieren von Frust auf einen alten Kunden ist hundsgemein. So sehe ich das.

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          • B.Cottin sagt:

            Ich würde gerne Deinen Satz „Alt werden macht keinen Spaß“ herausnehmen und ganz groß alleine für sich da stehen lassen!

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        • anne sagt:

          Das mach ich oft sowieso, mein liebster Satz ist „Wissen sie, wenn ich könnte, ich würd ihnen ihr Medikament geben, das sie wollen.“ …aber es gibt Kunden, die verstehen das nicht und reden sich so in Rage, dass sie für solche Erklärungen gar nicht mehr empfänglich sind.

          Und wenn man das alles täglich zehnmal erzählt..es zermürbt auch. Man will einfach nicht mehr.

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  12. Blogolade sagt:

    Wenn ich jetzt mit einem Rezept für Medikament X in die Apotheke komme und das Rabattmedikament Laktose enthält, die ich nicht vertrage, darf die Apotkehe es dann austauschen?
    Oder hätte der Arzt das vorher nachschlagen müssen? Kann er das überhaupt?

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    • zimtapfel sagt:

      Sollte der Arzt können, doch.
      Vor allem aber kann der Arzt, wenn er weiß, das du lactoseintolerant bist und das es ein Medikament gibt, das du verträgst, einfach das Kreuzchen aufs Rezept machen, das besagt, das das Mittel eben nicht ausgetauscht werden darf, sondern genau das Verordnete abgegeben werden soll.

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    • PeterLe sagt:

      Der Arzt könnte das, aber hier darf die Apotheke endlich mal wieder pharmazeutisch tätig werden! Die Zauberworte heißen hier: Pharmazeutische Bedenken.
      Der Apotheker darf den Austausch gegen ein Rabattarzneimittel ausschließen, wenn pharmakologische Probleme, wie z.B. eine Unverträglichkeit gegenüber einem Inhaltsstoff vorliegt oder die Therapiesicherheit, wie Sondengängikeit, gefärdet ist. Diese Bedenken gelten aber nicht im Beispiel oben, keine Komplikationen/Allergien/Unverträglichkeiten bekannt.

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  13. Ril sagt:

    Hmmm… liege ich mit der Meinung, dass Krankenkassen eigentlich gar nichts zur Medikation zu sagen haben sollten, falsch?

    In der Realität kommt es immer wieder vor, dass Generika eben nicht völlig identisch sind. Hilfsstoffe und Herstellung dürfen ja variieren… Mal abgesehen von möglichen Verträglichkeits-Problemen kann dies sehr wohl merkliche Folgen haben, zum Beispiel wenn die Medis genau eingestellt werden müssen.

    Ökonomische Überlegungen sollten meiner Meinung nach weit hinter Verträglichkeit und Compliance anstehen.

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    • McCloud sagt:

      Da muss ich widersprechen: Es spricht nichts dagegen, dass die Kassen günstige Präparate verschrieben haben wollen. Das sind Versicherungsgelder, die sinnvoll ausgegeben werden sollen.

      Ein Beispiel: Plavix 75 mg, 100 Stück (Clopodogrel) kostet 273,34 Euro, Clopidogrel von der Firma AL 75 mg, 100 Stück kostet 44,38 Euro.
      Das Gleiche bei Nexium mups 40 mg, 90 Stück (Esomeprazol): 145,95 Euro. Das Gleiche von der Firma CT kostet 46,47 Euro.
      Das ist jeweils dasselbe Medikament, hier ist der Austausch auch im Regelfall unbedenklich.

      Es spricht nichts dagegen, zu sparen. Die Umsetzung ist aber suboptimal, die Rabattverträge selbst sind es sowieso.

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      • PeterLe sagt:

        Gegen die von dir beschriebene Generikaverordnung hat ja auch niemand etwas, aber dass der Patient einmal Esomeprazol Ct und ein Quartal später von Stada erhält.

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      • Don sagt:

        Wobei gerade bei dem genannten Beispiel „Clopidogrel“ die Rabattverträge seltsame Blüten treiben:

        Ich haben einen Patienten mit einem Rezept über eine 100er-Packung Clopidogrel von Heumann (Preis: € 38,-) und die Krankenkasse gibt mir als Rabattvertragsartikel das Clopidogrel von ratiopharm (Preis: € 161,-) an.

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    • buntklicker sagt:

      So war es früher, und es hat nicht funktioniert. Aufgrund grassierender Korruption haben Ärzte gezielt die teuersten Originalmedikamente verschrieben; nicht wegen des Patientenwohls, sondern weil die Vertreter der entsprechenden Pharmaunternehmen die besseren Geschenke vorbeibrachten. Tut doch nicht so, als seien Ärzte Apotheker und Patienten alle gleichermaßen Engel, deren einzige Sorge die schnelle Genesung des Patienten ist, und nur die bösen Kassen funken dazwischen. So einfach ist es nicht.

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      • anne sagt:

        Solche Fälle kenne ich auch (nicht nur Originale, auch Generikahersteller betreffend) – aber das wäre für mich eher ein Grund, diesem Vertreterirrsinn ein Ende zu setzen.. wobei die Zeit der gesponsorten Reisen etc. für Ärzte auch lang vorbei ist.
        Die „Geschenke“, die die Vertreter mittlerweile vorbeibringen, sind mmn. eine gigantische Geldverschwendung. Was brauche ich irgendwelche blöden Tassen, Blöcke, Stifte.. Dieses ganze Geld, was da ins Marketing fließt, wird im Endeffekt ja über die Preise wieder reingeholt. Das sind gigantische Summen. Und DA könnte man deutlich patientenfreundlicher sparen als mit Rabattverträgen.

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        • Verstehe mich bitte nicht falsch, ich sage ja gar nicht, daß die Rabattverträge in ihrer gegenwärtigen Form eine gute Idee sind. Ich bin nur der Meinung, daß den Ärzten freie Hand zu lassen auch keine gute Idee ist, weil die ja alle so integer sind und selbstverständlich nur das Patientenwohl im Auge haben. Beachte das „alle“; es gibt sicher Ärzte, bei denen das so ist, aber es gibt gewiß auch andere.

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      • Don sagt:

        Tja, nun lassen sich stattdessen halt die Krankenkassen „schmieren“, denn die Rabattverträge werden häufigst mit den Originalprodukten abgeschlossen.
        Hatte gerade heute wieder solch einen Fall: Anafranil anstatt Clomipramin-ratio.

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  14. Pia sagt:

    könnte jedesmal heulen ,wenn ich sowas lese. tag für tag die gleiche leier…

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  15. opatios sagt:

    Es ist wohl verständlich, dass besonders alte Menschen verunsichert sind, wenn das Medikament, das sie einnehmen sollen, nicht mehr aussieht wie gewohnt. Vielleicht hilft es, wenn man es anhand einer Analogie erklärt: Ob auf einer Milchtüte nun ganz gross Weidestern, Weihenstefan, Milfina, Moha oder Hochwald draufsteht- es ist immer Milch drin.

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