Ein Mann kommt in die Apotheke und fragt nach etwas für sein schmerzendes rechtes Ohr. Er sagt es „fühle sich an, wie wenn Wasser drin wäre.“
Ich schaue mir das an. Sein Ohr ist entzündet, der Kanal praktisch vollkommen zugeschwollen und so wie es aussieht hat er Eiter drin.
Ich sage ihm, er soll dringend damit zum Arzt, ich kann ihm nichts geben.
1 Stunde geht vorbei, da kommt er wieder, in der Hand eine Flasche Ohrentropfen gegen Ohrenschmalz, gekauft in einer anderen Apotheke.
Er hält mir das Fläschchen hin und sagt: „Ich habe jetzt das hier benutzt und jetzt brennt es im Ohr!“
…

Ist die Situation in der Schweiz eigentlich besser als in Deutschland, oder kann es dort auch sein, dass man mit ‚Das sollte sich mal ein Arzt ansehen‘ ein Termin in der naechsten Jahreshaelfte bekommt?
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Mit so etwas akutem wird man garantiert kein halbes Jahr warten.
Im Zweifelsfall ruft man nicht an, sondern geht hin – und zeigt es vorne an der Theke…
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Bei manchen Spezialisten kann das tatsächlich so sein – allerdings gibt es ausser den klassischen Hausärzten ja noch Walk-in Kliniken, Telemedizin … und in ganz extremen Fällen den Notfall vom Spital.
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Ich hab‘ (in Deutschland) mit akuten Sachen nie länger als 2 Stunden warten müssen.
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Ich auch nicht. Wenn ich was wirklich akutes habe, mache ich das auch meistens so, das ich nicht anrufe und untertänigst frage, wann ich kommen darf, sondern gehe direkt hin und sage: Hier bin ich, ich bin akut krank, tut etwas! Dann klappt das auch. Am Telefon versuchen sie auch gerne mal, einen abzuwimmeln (zu voll, versuchen Sie’s beim Kollegen…) aber wenn man direkt vor ihnen steht, ist das nicht so einfach. :-)
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Als Apotheker sind wir leider oft die „vox clamantis in deserto“…
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Warum geht er sich nicht in der anderen Apotheke beschweren? o.O
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Wer weiss? Vielleicht, weil er dort nicht gesagt hat, was das Problem genau ist und einfach „Ohrentropfen für geschlossene Ohren“ oder sowas wollte … und jetzt merkt, dass das vielleicht doch nicht ganz das richtige war ..
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Und warum glaubt er, dass er diesmal was anderes als „Geh zum Arzt!“ zu hören bekommt? :D
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Naja. Dann ist er eben bald taub. wer nich hören will…
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Wer nich hören will… kann halt auch bald nich mehr hören…
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Aua, das muss doch sehr weh getan haben, Ohrenschmerzen sind oft unerträglich! Und da geht er lieber 2x, nein 3x in eine Apotheke statt zum Arzt? Arztphobiker?
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das glaub ich sofort, so sind die menschen ;-)
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Wenn von den Ohrentropfen noch was in den Gehörgang gelaufen ist, dann war er offensichtlich nicht komplett zugeschwollen – hey, da kann man also locker noch eine Weile energisch zuwarten!
Schließlich haben wir zwei Ohren, da ist das Risiko doch überschaubar. *Augenroll*
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Hey, wenn ein Ohr zu ist sollte das mit dem Echo besser klappen :D
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Autsch! Ich hatte als Kind auch häufiger Mittelohrentzündung und vor kurzem hatte ich das dann auch mal öfters und das Gefühl als wäre Wasser drin, klingt ziemlich danach. Und als Kind musste ich mal deswegen am Wochenende zu einem anderen Arzt, als meinem Kinderarzt und der hat die Mittelohrentzündung dann nicht erkannt und mir was gegen Ohrenschmalz aufgeschrieben. Ich weiß also aus eigener Erfahrung wie weh das tut, sich etwas gegen Ohrenschmalz bei einer Mittelohrentzündung ins Ohr zu träufeln.
Aber ich kann verstehen, dass er dann nicht zurück in die Apotheke wollte, die ihm das gegeben hat. Ich würde auch lieber notfallsmäßig zu einem Tierarzt als noch mal zu dem Arzt :-D
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Wer nicht hören will, muß fühlen… Oh je, manche Leute…!
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Für solche Anliegen haben Ohrenärzte auf jeden Fall immer kurzfristig Zeit, zumindest in der Schweiz. Bei Hausärzten wäre ich nicht so sicher, das wird oft bagatellisiert. Wenn Sonntag oder Feiertag ist hilft auch die Notfallaufnahme des nächsten Krankenhauses. Ich weiss das aus eigener Erfahrung aus mehreren Kantonen, in meinem Beruf habe ich sehr oft mit genau dem Problem zu tun.
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