Nicht verboten …

„Warum darf ich nicht mit meinem Kind ins Spital?“

Das sagte letztens eine Mutter mit krankem Kind in der Apotheke zu mir – praktisch als Begrüssung.

Ich machte erst mal ein sehr fragendes Gesicht: „Wer sagt denn, dass sie das nicht dürfen?“

Frau: „Ich habe mit dem Spital telefoniert, wissen sie mein Kind hat 39 Grad Fieber und ich brauche etwas dagegen, aber die Ärztin hat gesagt ich soll nicht kommen, ich soll mit ihm in die Apotheke.“
….

Ah.

Verboten ist der Spitalbesuch natürlich nicht, aber die sind dort nicht allzu erfreut, wenn man mit Bagatellerkrankungen zu ihnen kommt. Der Hausarzt (oder Kinderarzt) wäre eine andere erste Anlaufstelle, aber das hat die Frau offenbar nicht. Und dann gibt es natürlich noch uns, die Apotheke.

In dem Fall finde ich noch nett, dass das Spital sie in die Apotheke schickt – da kann ich abklären, ob es wirklich nur eine Bagatelle ist, oder etwas, das zum Arzt gehört. Ausserdem habe ich hier ganz viele Sachen, um Fieber zu behandeln. Wir haben auch für den Jungen etwas gefunden – und so wie’s nach ansehen und befragen aussieht war es eine einfache Erkältung ohne Komplikationen.

Nein, dafür muss sie nicht ins Spital in den Notfall. – mal abgesehen davon, dass es sich um wirklich nichts Schlimmes handelte – das wäre auch für sie einiges stressiger geworden: Die haben nämlich manchmal recht lange Wartezeiten, die mit wegen Fieber quengeligem Kind nicht angenehmer werden. Und dann hätte sie anschliessend ja trotzdem noch bei uns vorbeischauen müssen.

Also: zuerst in die Apotheke!

5 Antworten auf „Nicht verboten …

  1. Ich war gestern in der Apotheke, weil ich etwas Wirksames für mein Kind gegen Mückenstiche haben wollte (sprich: ein Antihistaminikum), und die dortige PTA empfahl mir ein homöopathisches Präparat, mit der Anmerkung, Homöopathie helfe eigentlich bei allem. Ich habe dann (es war nichts los) mal eine kurze Diskussion darüber begonnen, dass es Dinge gibt (u.a. vital bedrohliche Situationen bei meinem Kind), bei denen ich der erwiesenen Wirksamkeit der Schulmedizin eindeutig den Vorzug gebe. Ihre Reaktion war so klar wie schockierend: Auch da könne man es durchaus mal mit Globuli probieren…

    Sorry, aber – wenn „zuerst in die Apotheke“ auch heißen kann, dass dort lebenswichtige Therapien zugunsten von Zuckerkügelchen aufgeschoben werden, dann gehe ich doch lieber zum Arzt…

    @ pharmama: Diese Schlussfolgerung nimmt Dich explizit aus. Ich lese ja schließlich schon lang genug mit, um deine Einstellung zu Hahnemann & Co. zu kennen :)

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    1. Das ist nett von Dir, aber ich hätte dir ein paar Lösungsvorschläge:
      In der Apotheke den Apotheker verlangen, wenn die PTA so auf Homöopathie „besteht“
      oder
      eine Apotheke suchen, wo das nicht so ist. – Da gibt es sicher genug.

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        1. Wie Wolfram gesagt hat: Das habe ich mehr als deutlich gemacht… Leider ohne jeglichen Effekt.

          @ Pharmama: Während des Gesprächs habe ich nebenbei auf einem Flyer auf dem Tresen gelesen, dass die Apothekerin Vorträge zu den Heilwirkungen der Schüsslersalze hält… Es wäre vermutlich wenig Erfolg versprechend gewesen, sie hinzuzubitten.
          Deinen zweiten Rat hingegen werde ich befolgen und mir eine neue Apotheke suchen – aber die am zweitgünstigsten gelegene ist leider ganz ähnlich orientiert. Gibt es irgendwo ein Verzeichnis evidenzbasiert arbeitender Apotheken? ;-)

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