2 Typen Menschen …

Seit wann darf man nicht mal ein bisschen krank sein?

Da war gestern einer hier, der gestern vom Arzt Antibiotika gegen seine Lungenentzündung verschrieben bekommen hat – und heute beklagt er sich, dass es immer noch nicht gut ist. Wenigstens nimmt er seine Medikamente – das finde ich nämlich speziell toll, wenn man fragt, ob es besser geht mit der Medikation und dann die Antwort ist: „Ach, ich habe sie nicht genommen.“
Humpf.
Jedenfalls habe ich dem Mann gesagt, dass so eine Lungenentzündung halt eine Weile dauert und er sich wohl noch eine Woche nicht wirklich gesund fühlen wird, es aber jeden Tag ein bisschen besser werden wird. Und dass es für ihn besser wäre, wenn er sich ein bisschen schonen könnte in der Zeit.

Das ist das eine Extrem, der „Ich kann/darf nicht krank sein -Typ“. Auf der anderen Seite haben wir die Leute, die das kleinste bisschen Unwohlsein ausnutzen, sich grad ein paar Wochen (!) krank und 100% Arbeitsunfähig schreiben zu lassen.

Es gibt noch einen Mittelweg! Oder?

16 Kommentare zu „2 Typen Menschen …

  1. „Ach, ich habe sie nicht genommen.“
    vielleicht hat ihm niemand gesagt, dass er das Medikament einnehmen soll und er glaubt an übersinnliche Übertragung
    .. allein die Kraft des Vorhandenseins ;-)

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      1. nur weil mir’s in diesem Zusammenhang gerade einfällt:
        oder er/sie macht einen Knoten in’s Taschentuch und fragt sich dann nach Tagen, warum da nur dieser blöde Knoten drin ist ;-)

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  2. Es soll immer noch oft genug Ärzte geben, die ihren Patienten nicht sagen, wie lange die Antibiotika genommen zu werden haben (und die nehmen die dann, bis es ein bisschen besser ist, dann hören sie aber auf. antibiotika sind ja bekanntlich schädlich und man sollte so wenige wie möglich nehmen.) Oder ein Rezept für weniger Tabletten ausstellen, als eigentlich für eine sichere Therapie ohne unnötig Resistenzen zu fördern nötig wäre. Auch bei einer Tonsillitis. Spreche da aus persönlicher Erfahrung.

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  3. Die Leute halten auch oft Antibiotika für ne Art Wunderheilmittel. Aber das das Antibiozika dem Immunsystem nur hilft und somit etwas unter die Arme greift ist ihnen eher unbekannt.

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    1. Nein, es hilft nicht nur dem Immunsystem, sondern bekämpft aktiv Bakterien.
      Aber es stimmt, viele glauben, dass die Wirkung fast unmittelbar einsetzt.

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  4. Was wohl passieren würde, wenn man nachgewiesene Non-Compliance monetär ahnden würde? Ran an die Kohle solcher Leute, die mein Geld mit kosten! Meine Prophezeiung wäre, dass die Gesundheitskosten um mindestens 30% sinken würden.
    Politische Umsetzbarkeit bei Ärzten und Patienten leider 0,1%. Auch von mir ein Humpf.

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  5. 100% krankschreiben lassen?

    Kann man sich in der Schweiz Teilzeit-Krankschreiben lassen oder interpretiere ich die 100% falsch?

    LG
    Nadine

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      1. Das wäre doch mal eine sinnvolle Reform! Hier geht glaub ich nur ganz oder gar nicht – entweder kann man arbeiten, dann aber ganz, oder man kann es nicht… Der Arzt hat nur die Möglichkeit, mehr oder weniger Tage krankzuschreiben.

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        1. Liest hier ein deutscher Arzt mit?

          Ist eine Teilzeit-Krankschreibung auch in Deutschland möglich?

          Klingt für mich in vielen Fällen sehr sinnvoll – habe ich aber noch nie von gehört. Als Selbstständige praktiziere ich das eh so: Rechtzeitig etwas runter schalten, und so habe ich in den letzten Jahren nie wegen Erkältung ganz flach gelegen.

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        2. Das mit dem 50% oder 70% etc. Krankschreiben wird (denke ich) vor allem in Fällen gemacht, wo z.B. jemand Rückenbeschwerden hat (nach Unfall…) oder den Fuss kaputt und nicht mehr richtig laufen kann- Dann kann die Person trotzdem noch arbeiten (z.B. sitzend im Fall vom kaputten Fuss) oder halt nicht so lange. Für Erkältungskrankheiten oder anderes ansteckendes macht das aber keinen Sinn.

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  6. Na gut, dann falle ich wohl nach Deinem Urteil doch eher in die Kategorie „Ich darf nicht krank sein“ statt ins gesuchte gesunde Mittelmaß.

    Wobei die Ansteckungsgefahr bei Jobs ohne Kundenkontakt, die man auch mal vom heimischen Schreibtisch ausführen kann, eine deutlich geringere Rolle spielt als in einer Apotheke.

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    1. Doch, doch, wenn Du die Grippe hast – bleib auch bei einem nicht-Kundenkontakt-Job zu Hause! Nicht nur, dass Du schneller gesund wirst, du schonst auch deine Mitarbeiter.

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