Retoure oder Umtausch?

Kundin in der Drogerie: „Ich möchte das hier zurückgeben!“
„Das hier“ ist eine Schachtel Demovit Vitaminbrausetabletten, geöffnet, 5 Brausetabletten fehlen.
Drogistin: „War etwas nicht in Ordnung damit?“
Kundin: „Sie schmecken mir nicht. Ich hätte jetzt doch lieber die Tabletten.“
Drogistin: „Umm, nur weil sie ihnen nicht schmecken, kann ich sie ihnen aber nicht umtauschen.“
Kundin: „Waaas? Wieso nicht?“
Drogistin: „Gehen sie denn auch in den Migros einen neuen Käse kaufen und bringen ihn wieder zurück, wenn er ihnen nicht passt?“

Ich bin sicher, es gibt Leute, die auch das versuchen.

30 Kommentare zu „Retoure oder Umtausch?

  1. Ich habe es mal erlebt, dass in einem Kaufhaus eine Kundin einen angebissenen Schokoriegel zurück gegeben hat. Die Verkäuferin tat mir so leid. Das fing ja schon damit an, dass ich eigentlich dran gewesen wäre, die aber einen totalen Aufstand geprobt hat, weil sie jetzt sofort bedient werden wollte. Ich habe der Verkäuferin dann gesagt, dass ich warten würde, weil ich dachte, dass die andere Kundin sich dann vielleicht beruhigen würde, aber dann fing die eben damit an, dass sie den Schokoriegel zurück geben wolle. sie hätte gedacht, dass es Softnougat sei, aber das wäre ja harter Nougat und sowas will sie nicht. Die Verkäuferin hat anfangs noch versucht, ihr zu erklären, dass sie einen angebissenen Schokoriegel nicht zurück nehmen kann, aber irgendwann hat sie sich wohl überlegt, dass da jegliche Diskussionen zwecklos sind und hat ihr einfach das Geld zurück gegeben.

    Like

  2. Haha! Perfekte Antwort!

    Und die Leute haben einen an der Klatsche, ich bin dafür man führt verpflichtend ein Jahr im Verkauf ein, am besten etwas länger als ein Jahr, damit die Leute zweimal das Weihnachtsgeschäft erleben dürfen :teufel:

    Like

  3. Oh ja, sowas erleben wir auch des öfteren. Da wird ohne Kassenzettel umgetauscht, die Creme, die in falscher Verpackung angeblich war, bestellte Ware, die dann doch nicht so nach Wunsch ist usw.

    Unverständlicherweise ist das vom Gesetzgeber (in D) sogar so gewollt, dass unangebrochene Packungen von Arzneimitteln zurückgenommen und wieder abgegeben werden. Lagerung und Qualität kann natürlich keiner nachweisen. Ich war überrascht, als ich das bei einer Weiterbildung gehört habe, da gibt es ja sogar eine Sonder-PZN für Wiederabgabe auf Rezept.

    Like

    1. Ich hab gedacht, dass das im Moment noch verboten wäre, dass einmal in den Verkehr gebrachte Arzneimittel erneut abgegeben werden dürfen und dass das momentan nur in der politischen Diskussion ist, so etwas einzuführen?

      Like

    2. Auch meines Wissens nach ist die Weitergabe und Verwendung zurückgegebener Arzneimittel in D nach wie vor gesetzlich verboten (s. ApBetrO, AMGrHdlBetrV wen’s interessiert) – und das aus gutem Grund, denn wer garantiert mir, das die Arzneimittel in der Zwischenzeit gescheid behandelt wurden (Stichwort: Lagerung in der Sonne, im warmen oder im eiskalten Auto, im feuchten Bad usw.). Richtig ist, dass es in der Diskussion ist, dieses Verbot zu lockern – aber wer will das im Ernst verantworten… Wo die WHO selbst der Verwendung ungebrauchter, nicht mehr benötigter AM für Katastrophengebiete etc. aus den gleichen Gründen sehr kritisch gegenübersteht und es in einigen anderen Ländern vergleichbare Verbote gibt.

      Like

      1. Persönlich hab ich während meines Studiums auch geglaubt, dass Versandhandel und Pick-Up-Stellen niemals kommen werden, da ich diese Vertriebsformen für verantwortungslos gegenüber dem Patienten halte.

        Ich wurde eines besseren belehrt.

        Daher denke ich, dass auch das kommen wird…

        Like

  4. Das wird doch in der Werbung für so bestimmte Joghurt (dernen Namen ich hier ebstimmt nicht schreibe) immer gepredigt. Testen Sie 2 Wochen das Joghurt, wenn es Ihnen nicht schmeckt / nützt bekommen Sie das Geld zurück…
    Aber die Leute versuchen das echt bei vielen Produkten und können es kaum verstehen, dass es nicht (eigentlich) einfach so geht. Komisch irgendwie.

    Like

  5. Interessanterweise fährt man mit einer „Wir nehmen alles zurück“-Strategie meist gar nicht so schlecht. Das schafft Kundenzufriedenheit, suggeriert Großzügigkeit und wird darüber hinaus nur sehr selten in Anspruch genommen.

    Wir handhaben es bei uns in der Apo auch so, dass wir alles zurücknehmen, Hauptsache der Kauf kann bei uns nachgewiesen werden.

    Mal ehrlich, auch wenn eine Kundin eine halb aufgebrauchte Creme wegen angeblicher Unverträglichkeit zurück bringt, ich kenne keine Kosmetikfirma in der Apotheke, die diese Creme nicht anstandslos vergütet bzw Ersatzware dafür beschafft. Also warum soll ich eine Frau, die eine halb aufgebrauchte Creme bringt, nicht glücklich machen.

    Und glaubt mir, es gibt kaum jemanden, der diese Sache ausnutzt. Wir haben nicht mehr Reklamationen als woanders auch. Was hätte es jetzt ausgemacht, die Vitamine zurück zu nehmen? Maximal ein paar Euros, dann hättet ihr aber einen zufriedenen Kunden mehr gehabt.

    Im Reklamationsverhalten könenn wir noch viel von den USA lernen. Wir müssen aufhören, ständig in den Dimensionen „Recht“ und „Unrecht“ zu denken. Klar hat Pharmama Recht, wenn sie sagt, dass man in der Regel nicht schmeckenden Käse nicht zurück trägt und dass es sich nicht gehört, angefangen Packungen umtauschen zu wollen. Aber ist dem Kunden damit geholfen? Der ist jetzt enttäuscht und überlegt sich beim nächsten Mal zweimal, ob er bei ihr was kauft…

    Es gibt doch da diesen einen T-Shirt-Hersteller, der lebenslange Garantier auf seine Ware in den USA gewährt. Da kann man seine T-Shirts auch hinschicken, wenn man sie absichtlich angefackelt hat, die schicken dann einfach ein neues. Und nur knapp 1% ihrer Kunden nutzen diesen Service aus.

    Like

    1. Irgenwie wollte ich gerade etwas ähnliches schreiben, aber anders. Ich bin gerade in den USA und mir gefällt die Kundenfreundlichkeit hier sehr gut. Der Kunde ist König und bekommt jeden Wunsch erfüllt.
      Allerdings geht das zu Lasten der Dienstleister (also Kellner, Verkäufer, ect.). Wer auf jeden Cent Trinkgeld angewiesen ist, kriecht dem letzten Ar…l..h in den Hintern. Und es gibt leider genug Kunden, die das ausnutzen. Da wir der Latte fast ausgetrunken und dann behauptet, man hätte doch einen Moccha bestellt und solche Dinger. Und wenn der Chef nicht gerade Mumm hat, dann bekommt man eben einen neuen Moccha für lau.

      Aber um noch was zum Thema beizutragen: ich hab mal beim Pizzaabholen mitgehört, wie sich ein Kunde über den kostenlosen Wein (Bestellung über 20 €) aufgeregt hat und einen anderen wollte. Weil er ihm nicht süß genug war…

      Like

    2. @Steffi: Ich bin da aus betriebswirtschaftlicher Sicht anderer Meinung.

      Der Grund ist der, dass dieses kostenlose Umtauschrecht vom Kunden zwar zunächst als Service wahrgenommen wird. Irgendwann wird das allerdings als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt werden.
      Um beim Beispiel Apotheke zu bleiben: Apotheken erbringen viele Leistungen in Punkto Service, die kein anderer Einzelhandel vergleichbar bietet. Medikamente werden kostenfrei daheim vorbeigebracht, Plastiktüten sind stets gratis, es gibt immer die aktuelle Apotheken-Umschau und es gibt immer eine Zugabe (mind. Taschentücher).
      Als ich noch in der Apo war, hat das meine Apotheke genauso gemacht.
      Und ich wurde zahlreich von Kunden angemeckert, dass das Medikament halt leider erst morgen vorbeigebracht wird, warum denn die Apotheken-Umschau schon wieder vergriffen wäre und warum es bei uns nur Taschentücher gibt und keine Taschenlampen, Billigtonhäuser und den ganzen anderen Scheiss…

      Betriebswirtschaftlich halte ich es für sinnvoller, den Kunden erst gar nicht daran zu gewöhnen.

      Um ein anderes Beispiel zu bringen: Die Versandhändler (nicht Apotheke, sondern Amazon, Otto, Neckermann, etc.) jammern ständig, dass Kunden Ware bestellen, diese ausprobieren und dann wieder zurück senden, was in D verpflichtend ist (14tägiges Umtauschrecht bei Fernabsatz).
      Das führt dazu, dass Taufkleider einmal getragen werden und anschliessend zurück gesendet werden. Dasselbe passiert bei Videokameras für die Hochzeit der Tochter.
      Diese Ware wird z.B. bei Amazon nicht mehr als neuwertig verkauft, sondern gelangt in den Resteposten zu verbilligten Preisen. Da entsteht ein wirtschaftlicher Schaden, den andere Kunden durch den Preis mitzahlen.

      Um beim Beispiel Apotheke zu bleiben: Ich hoffe, dass Eure Apotheke zurückgenommene Arzneimittel dann auch wirklich wegwirft und nicht das Insulin für 100 Euro dem nächsten Kunden wieder mitgibt…
      Weil: Um 100 Euro Gewinn, die man ansonsten ja als Verlust abschreiben müsste, wieder reinzubekommen, muss man bei einem Rohgewinn von ca. 6 Euro/Packung knappe 17 Packungen anderer Medikamente verkaufen.

      Wieviel einfacher wäre es doch da als Geschäftsmann dem nächsten Kunden die gebrauchte Packung wieder mitzugeben…

      Like

    3. Und wo ist die Grenze? Leihe ich mir dann auch mal für lau den Vorführwagen vom Autohändler aus und fahre damit ins Wochenende? Irgendwer zahlt immer die Zeche – und es ist nur richtig, wenn das der Nutznießer ist. Hier also die Kundin, denn sie hat ein Viertel der Packung verbraucht; es ist ihr also erst nach mehreren Tagen aufgefallen, daß die Brausetabletten ihr nicht schmecken. Nun kann sie ja sagen, „Pech gehabt“, und Tabletten kaufen. Aber das, was sie da abzieht, nenne ich Schmarotzertum.
      Bei dem T-Shirt-Hersteller würde ich übrigens aus genau dem Grund nicht kaufen: ich will nicht die Schmarotzerei anderer mitfinanzieren. Gilt auch für Geschäfte, wo man handeln kann wie auf dem persischen Markt: ich mag das nicht, weil es bedeutet, ich muß einerseits Kaufabsichten haben, andererseits die Ware schlechtreden, um deutlich zu machen, sie ist den geforderten Preis nicht wert… aber der ausgezeichnete Preis ist so hoch, daß der Händler auch nach dem Feilschen noch auf seine Kosten kommt, und wer nicht gut feilscht, zahlt drauf.

      Like

    4. Ich finde, man muss unterscheiden zwischen berechtigten Retouren – eben, Allergien und anderen Unverträglichkeiten, Produktefehlern, Fehlern der Apotheke/Drogerie etc und solchen, die einfach … ich sag mal „dahergeholt“ sind.
      Wir nehmen zurück und tauschen um, tatsächlich würde ich uns als kulant bezeichnen: Wenn es denn einen einigermassen vernünftigen Grund hat, machen wir das. Ich habe schon eine Nasensalbe umgetauscht, die der Kunde nicht als angenehm empfand, nachdem sie ihm von einer Mitarbeiterin empfohlen wurde – er wollte etwas nicht austrocknendes … und diese war halt genau das.
      Dagegen tausche ich das Bepanthen, das die Kundin ausdrücklich verlangt hat *gegen Schmerzen“ – nachdem man sie darauf hingewiesen hat, dass das nicht dafür ist – und sie es unbedingt trotzdem wollte – nicht mehr um, weil es geöffnet wurde.

      Ich empfinde das wie Steven: man *erzieht* da die Kunden (wieder) zu etwas, was ganz gewaltig negativ auf einen zurückfällt. Gerade in Amerika wird dieses „Ich kann alles umtauschen, also mache ich es auch.“ – enorm ausgenutzt. Mag sein, dass sich das Walmart und die ganz grossen Geschäfte leisten können, aber die Kleinen, die gehen dabei ein.

      Like

  6. @Steffi: ich sehe aber nicht ein, dass ich bei den 99% bin, die den 1% ihr Schmarotzertum finanzieren.
    Kulanz ist nett und wird ganz bestimmt oft praktiziert, aber viele Menschen erkennen Kulanz gar nicht mehr als solche, sondern halten es für ihr Recht, zB. angebrochene Packungen umzutauschen oder Kleider einmal zu tragen und dann zurückzugeben etc.

    Like

    1. Klar ist es einfacher, solchen Anspruchsdenkern klein bei zu geben, aber das wäre für mich einfach keine lebenswerte Welt.

      Etwas anderes wäre es, wenn jemand freundlich fragt, ob man denn nicht…

      Like

      1. Ups, das sollte eigentlich ein allgemeiner Kommentar sein, keine Antwort auf einen anderen Kommentar. Tschuldigung.

        Like

  7. Oh Mann, auf was für Ideen manche Menschen kommen.

    Ich kann ja noch verstehen, dass man noch verschlossene Dinge umtauschen möchte aber doch nix was angefangen ist.

    Mein Mann hat sollte mir mal Hustentabletten mitbringen. Er bracht aber Hustensaft. Den kann ich nicht nehmen weil ich schlichtweg nicht in der Lage bin ekelige Dinge runterzuschlucken. Spätestens nach zwei Minuten esse ich dann Rückwärts. Ok, ich bin direkt am nächsten Tag in die Apotheke und hab gefragt ob die mir das umtauschen. Er sagt mir, dass er das nur umtauscht, weil er mich 1) lange kennt (Stammkundin) und 2) der Kassenzettel da ist und 3) die Flasche noch versiegelt ist. Eigentlich dürfe er keine Medikamente umtauschen. Jetzt les ich hier grad die Kommentare und frag mich ja n bisschen nach der Richtigkeit dieser Aussage…

    Like

    1. @Sisi: Umtauschen darf er immer, nur das zurückgegebene Medikament nicht mehr weiterverkaufen.

      Ich finde es schon beinahe erschrecken, dass hier so wenig wirklich den Dienstleistungsgedanken betriebswirtschaftlich sehen, sondern wirklich nur nach dem Motto leben „Ich hab Recth, du Unrecht“. Da bleibts dann wirklich bei Service-Wüste Deutschland.

      Like

      1. Betriebswirtschaftlich sehen? Betriebswirtschaftlich sehen heißt in dem Fall, einer zahlt es, aber nicht der, der es bestellt hat. Wer zahlt es also?
        Entweder der Apotheker. Macht er das öfter, legt er den Schlüssel unter die Fußmatte und geht die Hand heben. Dann sind er und seine Mitarbeiter arbeitslos.
        Oder er legt den Preis um auf alle Produkte, die er verkauft. Und dann zahlen wir für die Unverschämtheit der anderen.

        Was die Frau verlangt, ist nichts anderes, als wenn ich zu meinem Autohändler gehe und sage, „mein Auto gefällt mir nicht mehr, seit ichs vor den Baum gefahren hab, gib mir ein neues für umme“. Da wird mein Autohändler mir sagen, „Geld auf den Tisch – oder kein Auto.“ Warum? Weil er rechnen kann.
        Und sei dir gewiß: die Leute, die so ankommen wie die Schlammkuh im Artikel beschriebene Frau, die sind keine Stammkunden.

        Kenn ich übrigens in meinem Beruf auch, solche Leute… das sind immer die, die man nie vorher gesehen hat und die nächsten 20 Jahre nicht wieder sehen wird, die die überzogensten (und oft nicht erfüllbaren) Wünsche haben. Und am finanziellen Leben der Gemeinde nehmen sie ebensowenig teil wie am geistlichen, von daher ist betriebswirtschaftlich am günstigsten, sie nach Cayenne zu schicken. Da wächst nämlich der Pfeffer.

        Like

        1. Nee, der Chili ;-)

          Ansonsten seh ich das ähnlich wie du. Die größten Ansprüche stellen immer die, die sie am wenigsten verdient haben.

          Like

      2. @ Steffi: Darf ich fragen, in welcher Branche du jetzt arbeitest ? Nix für ungut, aber wo werden einem eigentlich angebrochene Packungen umgetauscht ?

        Ich rede jetzt nicht von Qualitätsmängeln oder von Allergieumtäuschen bei Kosmetikherstellern, die mit Geld-zurück-Garantie werben (!) o.ä.

        Wenn ich mir im Supermarkt die falsche Sorte Joghurt kaufe und sie schmeckt mir zu Hause nicht, dann werden die mir was husten, wenn ich wiederkomme und den geöffneten gegen einen anderen tauschen will. Oder ich bestelle etwas im Restaurant und merke dann, das es mir nicht schmeckt und will plötzlich etwas anderes.
        Ich würde im Ernst nicht drauf kommen, so was zu verlangen, das ist meines Erachtens nämlich einfach „persönliches Pech“, ein klarer Fall von Fehlkauf, und ich bin dann beim nächsten Mal schlauer …

        Das alles hat nichts mit mangelnder Qualität oder schlechter vorheriger Beratung zu tun, bei der man sich tatsächlich auf Kulanz und Rücknahme berufen könnte.

        Service ist was anderes

        Like

        1. Ich arbeite ebenfalls in einer Apotheke, nehme auch angebrochene Packungen zurück und muss sagen, dass dies etwa 1 mal alle 3-4 Monate vorkommt, wenn überhaupt. Daher sehe ich nicht das Problem, das ihr habt. Im Gegenteil, ich habe die Erfahrung gemacht, dass leute, die genervt vor mir stehen und etwas umtauschen wollen, ziemlich interessant reagieren, wenn man nicht diskutiert und einfach großzügig ist.

          Interessant ist auch, dass alle immer nur von sich ausgehen und das ganze nie aus dem Standpunkt der Person, die gerne umtauschen würde bzw. unbedingt umtauschen will.

          Aber gut, ich sehe, dass ich hier gegen Windmühlen kämpfe und gebe mich geschlagen. Macht ihr ruhig das, was ihr für richtig haltet. Ich fahre mit meiner Regelung in meinem Geschäft sehr gut und werde daran auch garantiert nichts ändern. :-)

          Like

        2. @Steffi: Nein, mach nur weiter so, das ist schon ok. Wenn das nur alle 3-4 Monate vorkommt bei euch, um so besser. Vielleicht liegt das auch am Ort, aber wir haben tatsächlich häufiger derartige „Ich will das jetzt, weil ich verdiene das!“ Kunden und da entscheide ich nicht nach Lust und Laune, sondern mit Menschenverstand (und nach Richtlinien), ob das jetzt umgetauscht / zurückgenommen wird.
          Bisher bin ich damit auch nicht schlecht gefahren, darum bleibe ich auch dabei.

          Like

        3. @Steffi: Ich möchte dich sicher nicht umstimmen, bin selber aber auch nicht umstimmbar, weil gebranntes Kind und habe aber schon öfter mit solchen Anfragen zu tun gehabt und bekäme von meinem Chef ganz schön was zu hören (solche Arten von Anfragen, bei denen es auf reine Kulanz herausläuft, sind bei uns Chefsache und werden dementsprechend weitergereicht)… Ich habe die Erfahrung machen müssen, dass manche Kunden, denen man den kleinen Finger reicht, gerne mal die ganze Hand nehmen, sprich immer wieder erscheinen und gerne auch mal beschriftete, zerknüllte, nicht gebrauchte („Die Nebenwirkung hörten sich so schrecklich an, da hab ich’s besser nicht genommen.“) oder woanders gekaufte Medikamente bei uns gegen Bares wieder loszuwerden versuchen :-(
          Die Mehrheit macht so was sicherlich nicht, aber ein paar von dieser Sorte hintereinander reichen schon aus, um kritisch zu werden.
          Begründete Reklamationen (s.o.) sind natürlich etwas völlig anderes und würden NIE abgelehnt, aber die anderen ?!?

          Ihr seid also ganz schöne Glückspilze, wenn das bei euch so selten ist :-)

          Ich kann die Sache von der Kundenseite her sehr gut verstehen – wer hätte nicht mal einen Fehlkauf getätigt und sich geärgert und das Zeugs gerne wieder zurückgebracht. Aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass das nicht funktioniert und ich dann einfach selber schuld bin. Ist für mich mehr eine Frage der Eigenverantwortlichkeit. Ich kann nicht andere für meine Fehlentscheidungen bezahlen lassen (denn irgendwer muss ja bezahlen). Ich verbuch’s unter Lehrgeld und gut ist’s.

          Aber lasst uns doch jetzt alle friedlich sein, jeder in seiner Situation nach seinem Wunsch. Ich wünsche uns allen friedliche Weihnachtstage und ein gutes neues Jahr, in dem wir uns möglichst wenig ärgern müssen und die schönen Seiten unseres Berufes (und davon gibt’s ne Menge) genießen können.

          In diesem Sinne,
          Cora

          Like

      3. @Sisi: Zurückgenommene Medikamente dürfen laut Gesetz nicht mehr erneut abgegeben werden, da keiner weiss, wie das Medi gelagert wurde.
        Und ich bin mir sicher, dass 98% der Apotheken, die Medikamente von Kunden zurücknehmen, das Medikament zurück in die Schublade legen und wieder an andere Kunden abgeben!

        @Steffi:
        Ich glaube auch nicht, dass Deutschland eine Service-Wüste ist. Nur weil das in den Medien immer wieder behauptet wird, wird das trotzdem nicht richtiger.

        Nach Weihnachten werden die Geschäfte wieder voll sein mit Leuten, die Geschenke umtauschen wollen. Obwohl der Einzelhandel das nicht muss, werden die meissten Geschäfte da kulant sein.

        Bin vor 2 Tagen Deutsche Bahn (Fernstrecke – 800 km) gefahren. Laut den Medien: schlechter Service, überfüllte Züge, Verspätungen en mass. Meine Erfahrung: Zug halb leer, bei stärksten Schneeverwehungen nur mit einer halben Stunde Verspätung, stets freundliche Schaffner. Und mein urpsprüngliches Ticket, welches ich vor 3 Monaten gebucht hab und welches bis abends um 0.00 Uhr ging, wurde anstandslos und ohne Gebühr gegen ein Ticket umgetauscht, so das ich morgens losfahren konnte (bietet die deutsche Bahn aufgrund der Schneefälle gegenwärtig an). Das ist Service (und jetzt geh auf Spiegel Online und lies Dir die Berichte zur DB durch!) !

        Persönlich erwarte ich vom Einzelhandel und von den dort beschäftigten Personen nicht, dass sie mir in den Allerwertesten kriechen, sondern EINFACH NUR Service: darunter verstehe ich zum einen Höflichkeit, Freundlichkeit und im Fall von Problemen einfach etwas Kulanz.
        Und falls mir ein Geschäft im Einzelhandel das nicht bieten sollte, geh ich halt woanders hin.

        Die Leute, die Du beschreibst, sind die Pfennigfuchser, die drohen Dir eh ständig an, dass „sie in Zukunft im Internet bestellen, weil es da billiger ist.“. Um diesen Personenkreis ist es doch nicht schade.

        Like

  8. @Steffi: ich denke, es hat mit der Häufigkeit zu tun. Und noch etwas: wenn es eben viel öfter vorkommt, als du es erlebst, dann bekommen das jedesmal zig andere Kunden mit, die das ihrerseits wieder als normal erlernen. Denn was für den einen Kunden gilt, gilt auch für sie.
    Ich arbeite in einer Bibliothek. Da gibt es zB. Altersbeschränkungen bei Filmen. Wenn ein Kind nun in 3 Tagen 12 wird, kann ich ihm den ab 12 freigegebenen Film trotzdem nicht mitgeben. Das elektronische System verhindert es. Würde ich das austricksen, bekämen das sofort die andern Kinder mit. Wo setze ich dann die Grenze? Das führt zu endlosen Diskussionen, während die Aussage „Geburtstag gilt, kein anderes Datum“ rasch und von allen akzeptiert wird.
    Oder Verlängerungsfristen? Weshalb sollte ich Frau A 5 Monate statt der laut Reglement möglichen 3 Monate zugestehen, Herrn B aber nicht? Und Schüler C, der sich auf die 3 Monate verlassen hat und nun 2 Monate länger auf das Buch warten musste, darf ich unzufrieden machen, weil ich Frau A zufriedenstellen musste?

    Jede Kulanz verursacht Kosten. Und wie ich oben schon schrieb: ICH sehe nicht ein, die Frechheit der andern zu bezahlen. Nichts anderes tu ich nämlich, wenn die Kosten aufs gesamte Sortiment umgelegt werden.

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu Wolfram Antwort abbrechen

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..