Entweder – oder!

Der Patienten kommt zurück in die Apotheke, weil er verwirrt ist, wie er das Medikament jetzt nehmen muss.
Hier ist der Satz, der ihn verwirrt hat: (auf der Dosieretikette)

„Nehmen sie morgens und abends je 1 Tablette
entweder 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem Essen.“

Patient: „Was meinen sie mit 1 Stunde vorher oder 2 Stunden nach dem Essen?“
Pharmama: (Wie, was ich meine?) „Das bedeutet, sie nehmen die Tablette entweder 1 Stunde vor dem Essen oder aber 2 Stunden nach dem Essen. Das geht beides.“
Aber er war immer noch verwirrt.
Patient: „Ja, soll ich dann eine Hälfte der Tablette 1 Stunde vor und die andere Hälfte 1 Stunde nach dem Essen einnehmen?“
(Waaaah!)
Pharmama: „Nein, sie nehmen die ganze Tablette. Aber sie können aussuchen, ob sie sie 1 Stunde vor dem Essen oder 2 Stunden nach dem Essen nehmen wollen … Sie müssen einfach genug Abstand zum Essen einhalten, weil das Medikament sonst nicht so gut wirkt.“

Oh, meine Nerven.

11 Kommentare zu „Entweder – oder!

  1. In dem Falle möchte der Patient bevormundet werden und die Verantwortung über sein Handeln abgeben können: Entscheide doch einfach das nächste mal selbst, wann er das Medikament nehmen soll und schreib nur diese eine Version auf die Etikette.
    Erleichtert sein und Dein Leben ;-)

    Manche Menschen brauche das und sind mit zu vielen Freiheiten einfach überfordert…

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    1. Schon, aber … ich habe ihm die Wahl gelassen, weil ich seine Lebensumstände ja nicht kenne.
      Vielleicht muss er morgens um 6 Uhr raus – dann müsste er stattdessen vor 5 Uhr aufstehen, wenn er nach der Tablette noch Frühstücken will…
      oder er geht gleich nach dem Abendessen schlafen – dann vergisst er die Tablette 2 Stunden nachher.

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  2. Es fällt auch mir immer wieder auf, dass es sogar ziemlich viele Menschen gibt, die mit der Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten, und wenns auch nur 2 sind, restlos überfordert sind.
    Ob dann eine „Bevormundung“ das Richtige ist weiss ich nicht. In Medikamentenfragen kann ich es mir gut vorstellen, bevor sie das Medikament falsch oder aus Verunsicherung gar nicht nehmen, sagt man vieleicht lieber: so und so wirds gemacht. – Wobei, wo ist da der viel gepriesene selbstbestimmte Patient? Nicht, dass er dann meint, er hätte keine Verantwortung mehr!
    Und in anderen Lebensbereichen?

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  3. Das soll sich jetzt nicht böse anhören, aber bei manchen Menschen frage ich mich schon wie die so alt werden konnten. ;)

    @Pharmama
    Manchmal muß einen doch der unbändige Drang überkommen dem Kunden einfach zu sagen: „Lesen Sie doch mal laut vor was da steht, lassen Sie es einen Moment auf sich wirken und dann sagen Sie mir was sie denken was es bedeutet.“

    Bestimmt nicht kundenfreundlich aber es lohnt sich manchmal die Menschen zu eigenständigem denken zu bewegen.

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    1. Dann zwingst du dir morgens eine Scheibe Brot und eine Tasse Tee runter, wiederholst abends das gleiche Spielchen und freust dich, wenn du den Kram nicht mehr nehmen musst.

      Und wenn du das 14 Tage gemacht hast, dann hast du sogar drei Tage danach noch das Bedürfnis nach Frühstück ;) Und ja, ich war froh, als ich mein Antibiotikum los war.

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    2. Neeneee, dann nimmst du die Tablette einfach, OHNE nachher was zu essen – nüchterne Einnahme ist hier erwünscht, da muss niemand hinterher was futtern …

      Anders sieht´s allerdings aus, wenn das Medikament zur besseren Aufnahme oder besseren Verträglichkeit ein wenig Füllung im Magen erfordert, dann muss man sich schon zum Essen zwingen, auch wenn´s doof ist.

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