Apotheken in aller Welt 20: Bretten, Deutschland

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Anne aus Bretten schickt mir dies:

Liebe Pharmama,
Ihre Reihe „Apotheken in aller Welt“ ist sehr interessant – und ließ mich die heimischen Apotheken unseres Städtchens Bretten (im Kraichgau zwischen Karlsruhe, Heidelberg und Pforzheim) einmal genauer betrachten.
Es herrscht hier eine recht große Dichte, allein in der Kernstadt mit 28 Tsd. Einwohnern sind es 5 Stück, dazu eine einer Kette im Einkaufszentrum. Das ist für uns Kunden natürlich sehr angenehm, für die Inhaber aber sicherlich eine große Herausforderung, die Kunden zu binden. Die meisten kommen wohl mit dem Auto aus umliegenden Ortschaften und sind entsprechend flexibel in der Wahl.

Die älteste, die Markt-Apotheke von 1632 (innen leider modernisiert), liegt idyllisch in der Fußgängerzone, doch zum nächsten großen Parkplatz läuft man gut 150m. Der Apotheker hat eine pfiffige Lösung für seine Auto-Kunden gefunden: Er deklariert seine hinter dem Haus gelegene Privatgarage zum kostenlosen Kundenparkplatz und reduziert so den Fußweg auf etwa 20m.
Die hässlich an der Ausfallstraße gelegene Weißhofer-Apotheke kommt den Autofahrern noch mehr entgegen: Sie hat ihre Garageneinfahrt zum Autoschalter ausgebaut (kann man die Aufschrift lesen? „Autoschalter – wenn’s schnell gehen soll; Beratung – wenn’s mehr sein soll“) Außerdem hat sie massiv „geflaggt“, damit man ja nicht vorbeifährt.
Die anderen Innenstädtchen-Apotheken seien gerechtigkeitshalber ebenfalls erwähnt:
Die Melanchthon-Apotheke setzt eher auf Entschleunigung und Verweilen, indem sie sich noch ein Hautzentrum angegliedert hat.
Die Hirsch- sowie die Rathaus-Apotheke betonen ihre Kompetenz in Naturheilverfahren und Homöopathie (wobei hier im Südwesten die Kügeles-Gläubigkeit eh recht hoch ist, finde ich).

Kommentar Pharmama: Jaja, ungewöhnliche Probleme erfordern kreative Lösungen – und die mit dem umgebauten Privatparkplatz finde ich super! Ich persönlich hoffe aber, dass diese Drive-through Apotheken nicht zu uns kommen. Ich finde dass Medikamente Beratung brauchen und irgendwie ist das in den paar Minuten durch ein Autofenster nicht so gut möglich.

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10 comments on “Apotheken in aller Welt 20: Bretten, Deutschland

  1. Andrea sagt:

    Klasse…

    das Bild kam mir gleich so „bekannt“ vor…

    Bin aus der Gegend…

    GLG und auch danke an Anne…

    Andrea

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  2. Wenn ich das richtig sehe, ist der Autoschalter eher ein direkter Parkplatz mit separatem Eingang. Nicht wie bei den Burgerbrätern mit „durchs Fenster“. Oder?

    Gruss Daniel

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  3. Anne sagt:

    @Daniel: Doch „durchs Fenster“, ist ja extra ein kleines mit Ablage vorgesehen. Um das erreichen zu können muss man zwar aus dem Auto aussteigen, aber in den Laden gelassen wird man nicht. Die Tür ist vermutlich als Ausgang für das Personal gedacht – „Warten Sie bitte im Auto, ich bringe Ihnen gleich die frisch gerührte Salbe“.

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  4. Cornelia sagt:

    Doch in Basel hats bereits eine Apotheke und es wird sicherlich noch mehr haben.

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  5. Steven sagt:

    Ingolstadt hat auch schon sowas…

    Da fragt man sich schon, ob die Leute, die in so einer Apotheke arbeiten, in einem Beruf, der eine Arbeitslosenquote von unter 0,5% hat, eigentlich anderweitig keinen Job mehr kriegen…

    Hallo…? Unistudium…?
    Und dann im Drive-In arbeiten?

    Da hätte man dann auch gleich eine Ausbildung zur Restaurantfachkraft beim McBurger machen und sich das Studium sparen können.

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  6. Tine sagt:

    Ich finde den „Drive-In“ dahingehend unproblematisch, wenn es um den Verkauf freiverkäuflicher Produkte geht. Wenn ich nur ne Creme oder ein Nasenspray will, brauch ich nicht reingehen und mich in der Schlange anzustellen. Immerhin besteht so der Kontakt noch zum Kunden im Gegensatz zur Online-Apotheke. Obwohl meine Online-Apo da sehr gut ist: Beziehe von dort meine Pille und hatte für meinen Mann später mal Johanniskraut bestellt. Seitdem bekomme ich in jeder Lieferung den Hinweis, dass Johanniskraut Auswirkungen auf die Pille haben kann. Die wissen ja nicht, dass es nicht für mich ist – find ich positiv!

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    • Steven sagt:

      Ja, aber wenn sowas Schule macht, können wir wirklich gleich Automaten aufstellen, die Medis neben die Pizza in den ALDI räumen und das Pharmaziestudium abschaffen.

      Oder noch schlimmer:
      Dann könnten wir den Ärzten gleich die Erlaubnis geben, dass sie Medis abgeben dürfen. Da soll es eh ein paar geben, die denken, sie kennen sich mit der Chemie oder Technologie von Arzneimitteln aus…
      Ich hab einmal bei nem befreundeten Arzt seine Muster angesehen (grins, die „2“ Stück, die pro Jahr offiziell erlaubt sind). Ich war danach einfach echt fassungslos…

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  7. Ich muss ja häufig Medikamente für meine Tochter holen und nicht immer klappt es, dass ich das allein erledigen kann. Oft mache ich es mit Kind im Auto. Das bedeutet dann aber eben auch: Kind erst aus dem Kindersitz fummeln, mehr oder weniger mühsam zur Apotheke und wieder zurück zum Auto, Kind wieder reinwuchten, anschnallen …. Je nach Tagesform kann das sehr anstrengend werden – da fände ich ein Drive In schon recht praktisch, denn Beratung brauche ich für diese Medikamente nicht.

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  8. Skymninge sagt:

    Ich komme ja fast aus diesem schönen Städchen… jedenfalls schulisch. Aber dass die Weißhofer jetzt einen Drive-In hat hab ich noch gar nicht festgestellt.
    Vor ein paar Wochen hätte ich das vielleicht noch bedenklich gefunden, aber seit ich in Schweden bin, bin ich da mehr gewohnt.
    Hier gibts inzwischen in vielen Supermärkten Automaten, an denen man rezeptfreie Medikamente erstehen kann. Und da ist wirklich niemand in der Nähe, der eine Beratung durchführen könnte. Wenn ich dran denke werd ich mal so eine „Apotheke“ fotografieren.

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