Heute kein „Täfi“

Nein, liebe Mama von dem Jungen, der schon gestern die Hälfte der Hustenbonbon-Muster aus der Schale mitgenommen hat und auf mein Traubenzucker nicht mal den Mund für ein „Danke“ aufbekommen hat – und zwar nicht aus Schüchternheit und nicht, dass sie ihn darauf hingewiesen hätten – heute gibt’s halt kein „Täfi“.

18 Kommentare zu „Heute kein „Täfi“

  1. Was ist denn ein Täfi?
    „Danke“ ist leider heute doch desöfteren ein Fremdwort geworden. Wenn die „Naschereien“ schon so auf dem Präsentierteller liegen, darf man sich doch bedienen. Und wer nimmt denn nur ein Stück? (/Ironie)

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  2. Wenn was mehr oder weniger offen rumsteht, dann ist nichts mehr sicher vor den Leuten. Ich kenn das aus der ambulanten Behandlung aus der Klinik – wir haben zwei Bonbongläser mit Naschereien zur Belohnung, aus denen wir manchmal was rausnehmen auf dem Schrank stehen (Im Bereich unmittelbar vor den Behandlungsräumen, also nicht im Wartebereich) … nach jedem Wochenende sind die Teile leergefegt, weil die Leute sich die Taschen vollstopfen, wenn keiner hinguckt.

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  3. Also …. Täfi = Schweizerdeutsch für Bonbon. Hier: das Traubenzucker, das die Kinder sonst immer in der Apotheke bekommen. Die Schachtel mit denen steht (im Gegensatz zu den Mustern) hinter dem Tresen … eben damit man sich nicht selbst bedient. Bonbonmuster sind sonst immer schnell weg – die brauche ich nicht zu entfernen :-)

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  4. Ich habe aber auch oft das Problem, daß mein Sohn (4 Jahre) sich in solchen Situationen nicht bedankt. Vor ein paar Monaten hat er das immer von sich aus gemacht, ohne daß ich es einmal sagen mußte! Inzwischen kann ich mir den Mund fusselig reden, er versucht eher noch, den Geber auf drei statt einen Bonbon/Traubenzucker/ Gummibärchen/… hochzuhandeln. Wenn er will, kann er sehr charmant sein.

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  5. Jaja. Auf der anderen Seite: wieviele Erwachsene gibt es, die ZU einem Kind „Bitte“ und „Danke“ sagen?

    Normaler ist da doch, dass es Befehle gibt, deren Befolgung als selbstverständlich vorausgesetzt wird.
    Aber wenn die Kinder das dann genauso nachmachen ist es natürlich nicht recht…

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    1. Ich bedanke mich auch bei Kindern. Überhaupt habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich gerade als Nicht-Erziehungsberechtigte am meisten Erfolg bei Kindern habe, wenn ich an ihre Hilfsbereitschaft appelliere. „Bist du bitte so nett und schiebst mir den Stapel mit Büchern näher her? Vielen Dank, das hilft mir sehr!“
      Eine Mutter, die seelenruhig zuschaut, wie ihr Kind den Korb halb leerräumt, hätte bei mir auch versch… und das Kind müsste daraufhin unter „Entzug“ leiden. Arme Kinder, die lernen dann (mit etwas Glück überhaupt) Benimm auf die harte Tour.

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  6. Leider liegt das ganze wohl eher an der Erziehung als an dem Kind selbst, aber in so einer Situation unterscheidet man das logischerweise nicht mehr, weil man viel zu emotional ist… (Spreche da leider aus eigener Erfahrung!)

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  7. Zu meiner Praktikumszeit gaben wir den Kindern, die bei uns etwas bekamen, noch Yakari-Hefte oder kleine Spielzeuge dazu. Der Sohn einer Stammkundin wusste das und kam eines Tages ohne seine Mutter in die Apotheke und rief von der Tuer aus: „He, Mann, hast Du mir ein Geschenk?“ Ich antwortete am schnellsten: „Nein!“
    Ob das bei der Erziehung geholfen hat weiss ich nicht, aber die Mutter hat sicher jede Unterstuetzung angenommen, denn weil sie Stammkundin war wussten wir, dass sie vier Kinder hat …

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  8. aaaaso, also meine Tochter (jetzt drei Jahre alt) noch kleiner war, habe ich bei Bäcker/Metzger/Apotheke immer danke abgelehnt, wenn es hieß „möchte die Kleine denn ein Stück Wurst/Käse/Traubenzucker/Brötchen?!“ Meist habe ich mich noch entschuldigt, daß wir gleich Mittag-oder Abendessen wollen, weil ich wollte ja nicht unhöflich sein. Irgendwann habe ich dann gedacht, ok, sei nicht so, dein Kind ist normalgewichtig, ißt normal, da schadet ein Zwischendurchleckerli sicher nicht…..tja, und dann wars Kindchen bestens konditioniert *ggg* : „Eine Scheibe Wurst möchte ich!!!!“ und ich stand da und wäre vor Scham am liebsten im Erdboden versunken…und habe mich dann wieder entschuldigt….. habe sie aber darauf hingewisen *danke“ zu sagen – und ich war mächtig stolz, als sie das das erstemal ohne Aufforderung gemacht hat!! Aber die Bonbonschale in der Apotheke leerräumen….das geht ja gar nicht!!! Hast Du klassse gemacht – ich hätte auch nix rausgerückt!!

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    1. Na, wegen dem macht man das ja auch ;-)
      Nein, schon nicht, aber das lernen Kinder sehr schnell, wenn es irgendwo was feines gibt … und ich erkenne die erwartungsvollen Kinderaugen, wenn sie neben Mama stehen und hoffen/warten, dass es ein Täfi gibt. Und dann gibt es die, die noch einen Schritt weiter gehen und die Eltern praktisch ins Geschäft ziehen …
      Ich gebe eigentlich sehr gerne die Traubenzucker raus, vor allem, wenn so ein gehauchtes „Danke“ kommt … oder die schüchterne Frage, ob man für den Bruder/die Schwester auch eins nehmen darf …

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  9. Ich habe immer etwas jünger ausgesehen, als ich tatsächlich bin, bzw. tue es immer noch. Heute stört es mich wenig, wenn ich mit „Wenn Kinder Kinder kriegen“-Blicken oder gar -Fragen traktiert werde, früher war es mir doch etwas peinlich, wenn mir mit 16, in Begleitung der Mutter oder ähnlich erwachsen wirkender Person in die Apotheke (oder zum Metzger) ging und mir Täfeli (oder Wurst) angeboten wurde…

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