Das harte Leben eines Rezeptes

„Was ist denn da passiert?“ denke ich, als die Pharmaassistentin mir ein Rezept reicht. Es ist teilweise zerrissen und fast am zerfallen. Ok, vielleicht nicht das, aber ein paar Teile fehlten schon. Zumindest ist die wichtige Info noch drauf, so dass ich es ausführen kann..

Aber manchmal fragt man sich schon, was mit diesen kleinen Papierblättern passiert zwischen dem Zeitpunkt, wo der Patient es vom Arzt bekommt und dem Moment, wo es in der Apotheke überreicht wird. Manche sind in fast unglaublichem Zustand. Man könnte denken, dass in den paar Stunden (oder Tagen) nicht so viel passieren sollte, aber … Rezepte scheinen ein hartes Leben zu haben.

Ich hatte schon Rezepte die voller Blut waren, solche, die die Waschmaschine knapp überlebten, solche die so nass waren, dass wir sie auf ein anderes Blatt legen mussten zum trocknen – sonst wäre es uns in der Hand zerfallen. Ich habe Rezepte gesehen mit Buntstiftzeichnungen drauf – offensichtlich hatte da ein Kind gleichzeitig Zugriff auf Rezept und eine Schachtel Farbstifte … und ich hatte Rezepte die rochen wie eine ganze Küche. Eines war angeblich in die Fritteuse gefallen – da konnte man durchschauen, so fett war das, aber noch nicht knusprig.Ich hatte auch schon eines das angebrannt war …

Ja, man könnte wohl eine Realityshow draus machen: das Leben eines Rezeptes. Da draussen sind ein paar gute Geschichten, was mit ihnen passiert ist!

Also: wenn Du als Patient beim Arzt ein Rezept bekommst, bring es an einem sicheren Platz unter. Dinge scheinen diesen kleinen Blättern einfach zu passieren. Und es macht unsere Arbeit in der Apotheke nicht gerade einfacher, wenn wir nicht nur das Geschreibsel des Arztes entziffern sondern es erst noch zusammenpuzzeln müssen …

14 Antworten auf „Das harte Leben eines Rezeptes

  1. Erinnert mich an ein Aufsatzthema, das wir in der Schule hatten. Da mussten wir aus der Sicht eines Gegenstandes (z.B. Schuh) das Leben desjenigen erzählen.

    Die Rezepte, die ich erhalten, packe ich entweder (einmal zusammengelegt) in den Geldbeutel oder in die Handtasche. Auch nach „Gebrauch“ kommen sie wieder in den Geldbeutel um sie danach der Krankenkasse einzureichen

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  2. Hallo!
    Hab Dein Blog gerade gefunden und mußte sehr schmunzeln….
    Bin in der Qualitätskontrolle eines Pharmaunternehmens tätig und meine Arbeitskollegin ist PTA und hat mir schon ähnliche Geschichten erzählt…=)
    Wenn ich darf, würde ich hier öfters mal vorbeigucken!
    Ganz liebe Grüße
    sonia

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  3. ich kenne nur Rezepte, die entweder von Hund oder Katze gefressen, in Bus oder Zug verloren oder unter Vorhaltung von Hieb- Stich- und Schusswaffen entwendet wurden.
    Und dann soll der Doktor in der Notambulanz ein neues ausstellen. Oder gleich die Pillen liefern. Wobei es sich merkwürdigerweise immer um Benzos oder Opiate handelt. Was für ein Zufall aber auch…

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  4. Was machen die Leute?? Wenn ich nen Rezept bekomme, gehe ich direkt vom doc zur Apotheke.. meistens hat man sogar im Erdgeschoss schon eine. Was soll auf den 20 Metern bitte passieren??
    Und ich dachte schon ich wäre ein Schludrian

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    1. Offensichtlich bist Du doch keiner …
      Na ja, es gibt genug Leute die mit dem Rezept nicht gleich in die Apotheke gehen. Vielleicht müssen sie das erst mal überschlafen oder so.
      Ich finde das auch ok, … wenn das nicht häufig die Leute sind, die sich dann aufregen, wenn das Medikament nicht grad an Lager ist. Stichwort: „Aber ich brauche es jetzt gleich!“

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  5. solche kenn ich auch, mit tee überschüttet und bemalt war das schlimmste bis jetzt

    die andere seite is aber auch witzig
    ich hatte mal ein rezept das aussah wie frisch gedruckt aber schon 2 jahre alt war, im übrigen über amoxi

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    1. Gut erhalten sozusagen. Ja so etwas habe ich auch schon bekommen.
      Letzhin hatte ich eine Diskussion wegen einem Pillenrezept wo das Datum tippexiert und verfälscht war – schlecht nur, dass man von der Rezeptrückseite das Jahr gut lesen konnte …

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  6. da lobe ich mir doch meinen Arztausweis als Schlüssel zu jedem gut sortierten Apothekenschrank. Bevor es diese blaue Wunddertüte gab, wurde ich schon so manches mal in der Apotheke angemault, ich solle doch mal bitte ein noch lesbares Rezept einreichen. UND BITTE NICHT KNICKEN! Hmm…

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