Domain-Betrug

Global Netsource schreibt einen Brief, oder besser … schickt uns eine Rechnung über 259 Euro.

Firma: noch nie gehört, noch nie gesehen. Aus England, London …

Und für was wollen sie das Geld?

Der professionell gemachte Brief kommt in englisch. Original in grau, danach meine Übersetzung:

We have noticed that you have not submitted payment for our top domain package solicitation of September 2009.

Wir haben bemerkt, dass sie uns keine Zahlung für unsere Top Domain-Packung Angebot vom September 2009 gemacht haben. (Wundert mich nicht, habe ich doch nie etwas bestellt).

The domains which we will register for you will redirect visitors to your current domain and thereby enhance your visibility on internet and prevent other parties from misusing your company name and taking benefit of your reputation.

Die Domains, die wir für sie registrieren werden (!Ja, Zukunftsform), werden Besucher auf ihre jetzige Domain umleiten und die Sichtbarkeit im Internet erhöhen und andere Parteien davon abhalten ihren Firmennamen zu missbrauchen und von ihrem Ruf zu profitieren.

Your current domain:  http://www.XYZ.ch

Details: Qty 1 Registration of top domain package: 365 days  259 Euro

XYZ.com, XYZ.net und XYZ.biz

This is the final reminder to accept the terms of our original solicitation which will lapse on the expiry date. Please see webpage for full terms and conditions. Contract will arise on your timely submission of payment and you have no obligation to enter into legal relations.

Kurz gesagt: Mit der Zahlung kommt der Vertrag zustande. Auf der Webpage finde man die richtigen Konditionen – dort steht sicher auch dass sich der Vertrag automatisch verlängert, wenn man ihn nicht rechtzeitig kündet … etc.

Zahlbar via PayPal oder Kreditkarte auf der Website (www.global-netsource.com) – Vorsicht: ich übernehme keine Haftung wenn etwas mit der Seite nicht in Ordnung sein sollte.

Also Das ist doch wieder ein Betrugsversuch. Ich habe nie etwas von denen bestellt, nichts unterschrieben, nichts angeklickt im Internet, gar nichts. Trotzdem schreiben sie einem so, als ob man schon einen Vertrag mit ihnen hätte und jetzt zahlen muss – Dabei kommt der Vertrag erst mit der Zahlung zustande.

Und bei den 259 Euro (die ich für eine Domain Registrierung auch schon überrissen finde) bleibt es garantiert nicht.

Ich hab den Brief zerrissen.

18 Antworten auf „Domain-Betrug

  1. Haben den Brief in die Firma bekommen, natürlich nie etwas angefordert. Sollte man meiner Meinung nach als Betrug melden, versuche rauszufinden wer für so etwas zuständig ist.

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  2. Hallo liebe Besucher, offenbar hat global netsource eine neue Welle von „Aufforderungen“ verschickt, jedenfalls habe ich hier eine Menge Seitenaufrufe -trotz wegen Umzug geändertem Ort.
    Ich kann nur sagen: Werft den Brief weg! Das ist wirklich nur ein Versuch von denen an Geld zu kommen – und leider scheint es zu funktionieren, sonst wären sie nicht schon wieder dabei. Sie rechtlich zu verfolgen wäre zwar nett, aber die Erfolgsaussichten eher gering, operieren sie doch vom Ausland aus.

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  3. Hallo, auch uns hat so eine freche Zahlungsaufforderung erreicht. Wir sind ein griechischer Verein in Wien und damit in der EU. Werde mal sehen ob man nicht innerhalb der EU gegen die was unternehmen kann. LG in die Schwyz – Herb

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  4. Hallo, auch soeben eine solche „Rechnung“ erhalten. Da hilft erst mal cool bleiben und nachdenken und vor allem nachschauen im www ob andere auch eine solche „Rechnung“ bekommen haben, denn es kam mir doch echt spanisch vor, da ich nichts bestellt habe.
    Bin dan ja auch u.a. hier fündig geworden.

    So wie ich das verstehe versucht da eine Firma „ein Angebot“ zu machen und „tarnt“ dies aber aus meiner Sicht als Rechnung. Man hat zunächst den Eindruck, dass man für eine bereits erhaltene Leistung bezahlen müßte, aber bei sehr genaueren Nachschau und Übersetzung handelt es sich offensichtlich „nur“ um ein Angebot.
    Auf jeden Fall wird da sicher der eine oder andere verunsichert sein wenn er solche Post bekommt.

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  5. Hallo.

    Ich habe eben auch einen solchen tollen Brief erhalten. Natürlich wandert er praktisch ungelesen in den Briefkasten. Was mich aber wundert: Scheinbar rentieren sich solche Fake-Sachen. Verwunderlich, wie viele Idioten wohl auch zahlen.

    Ich habe übrigens einen „Reminder“ erhalten.

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  6. Für alle Interessierten. Das sind die öffentlich hinterlegten Daten des Domainbetreibers:

    Domain ID:
    Domain Name: global-netsource.com
    Created On: 27-Oct-2009 00:00:00
    Expiration Date: 27-Oct-2010 00:00:00
    Sponsoring Registrar: ‚Check Whois‘ (ENOM) (ENOM)
    Status: client_transfer_prohibited
    Name Server: ns1.crystone.net
    Name Server: ns2.crystone.net
    Registrant ID: Unknown
    Registrant Name: Global Netsource Ltd
    Registrant Organization: Unknown
    Registrant Street1: London, NA N13 4BS
    Registrant Street2: Unknown
    Registrant Street3: Unknown
    Registrant City: GB
    Registrant State/Province: Unknown
    Registrant Postal Code: Unknown
    Registrant Country: Unknown
    Registrant Phone: Unknown
    Registrant Fax: Unknown
    Registrant Email: Unknown
    Admin ID: Unknown
    Admin Name: Peter Bj?rk
    Admin Organization: Unknown
    Admin Street1: 483 Green Lanes
    Admin Street2: Unknown
    Admin Street3: Unknown
    Admin City: London
    Admin State: Unknown
    Admin Postal Code: NA
    Admin Country: GB
    Admin Phone: +44.2033180578
    Admin Fax: +44.2033180579
    Admin Email: peterbjork1@hotmail.com

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  7. Ich habe heute ebenfalls einen solchen Brief erhalten („reminder“) und das, obwohl ich die genannte „Hauptdomain“ schon lange nicht mehr besitze… Möchte mal wissen, wie die überhaupt an die Informationen gekommen sind?

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    1. An solche Adressinformation kommt man zum einen durch ein Impressum und zum anderen via die WHO-IS Abfrage bei der Denic. :D

      Wir haben den auch in die Firma bekommen, verrissen ist er noch nicht, gezahlt wird aber auch nicht. :)

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  8. An Tobias,
    das ist mir schon klar, ich arbeite selbst in der Branche. Nur… die domain, um die es sich handelt, habe ich schon vor mehr als 2 Jahren aufgegeben. Der Besitzer ist lange jemand anderes. Das hat mich stutzig gemacht.
    Es gibt also weder ein Impressum noch einen Eintrag bei denic, der meine Daten enthalten könnte.

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  9. Danke für die Infos in diesem Blog!

    Heute habe ich einen „REMINDER“ von der genannten „Firma“ erhalten.
    Selbstverständlich habe ich nichts bestellt und werde auch nichts bezahlen!
    Dennoch die Frage: Welche Erfahrungen gibt es bezüglich weiterer Drohungen, etc.?

    Kollegiale Grüße
    Jan

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  10. Es kann gar keine Drohungen geben… da es es sich lediglich um ein Angebot handelt und keinerlei Rechtsgrundlage für weitere „Mahnungen“ usw. besteht. Einfach ignorieren und in den Papierkorb werfen, selbst wenn noch weitere Schreiben kommen sollten.
    Immerhin scheint es – gerade in größeren Firmen – immer noch Buchhaltungen zu geben, die „Rechnungen“ über solche Kleckerbeträge unbesehen bezahlen.

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    1. Dank P.E.!

      Ich hatte weniger Angst, als es mich vielmehr ärgert, weil es Zeit stiehlt und Nerven kostet!
      Aber an das in Deinem letzten Absatz geschriebene glaube ich auch – peanuts, werden einfach unbesehen bezahlt! Nun, wir sind aber nicht so groß – NOCH nicht! ;-)

      LG
      Jan

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  11. Den Spaß hatte ich auch schon… Rechnung für einen Jahreszugang bei einer Download-Firma für 95 €. Nach näherem Fragen stellte sich heraus, dass ich mich mit einer email-Adresse angemeldet haben soll, die ich gar nicht habe. Das sorgte dann bei Vorlage bei der Verbraucherzentrale für Gelächter (denen war die Firma schon bekannt) und für eine Anzeige meinserseits für den Eigentümer der email-Adresse.
    (die Firma hatte ihren Sitz natürlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten, so dass man von Deutschland aus NICHT drankommt. Wär ja auch viel zu einfach…)

    grüße
    martin

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  12. Fies ist natürlich, dass sie es nun schon als Brief schicken.

    Eine ähnliche Masche ist mir neulich mit eine großen deutschen Telco-Firma passiert.
    Am Telefon wurde, in der Vergangenheitsform(!), über einen Vertrag gesprochen und es wurde der Eindruck erweckt, es ginge um die Zusendung von Informationsmaterial, das zum Vertrag gehört.
    Hab ich erstmal zugesagt. Ergibt ja Sinn, dass man nach Vertragsabschluss auch die Details nochmal zugeschickt bekommt.
    Im weiteren Gespräch kamen wir dann drauf, dass ich nur der Sohn, insbesondere nicht der Anschlussinhaber, bin.
    Nun kam erst heraus, dass der fragliche Vertrag keineswegs bereits abgeschlossen war, sondern ich das jetzt am Telefon hätten tun sollte.
    Fand ich dreist.

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  13. @NK: ja, das ist dreist. Gut, dass Du es noch rechtzeitig gemerkt hast – das nachher anzufechten ist dann eher mühsam.

    @Jens: eben, eins der ersten Dinge die mir aufgefallen sind an dem Brief: überrissen teuer und für etwas was man nicht braucht.

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  14. „Aha, mal was Neues“, das war mein erster Gedanke, als ich die „Rechnung“ auspackte. Ich mein ja nur, die Schweizer Version kennt man inzwischen, Register hier, Eintrag dort, Kostenpunkt ein paar Hunderter, das Übliche halt. Oder die lustigen Telefonate mit denen, die standfest behaupten, dass ihnen ein Vertrag für Werbung oder Registereinträge vorliege (ja ja, mein Gedächtnis ist eben auch nicht mehr das jüngste, man vergisst schon mal den einen oder anderen Vertragsabschluss) und wenn wir dieses ach so tolle Angebot kündigen wollten, wir dazu nur – wie einfach und bequem – ein uns sogleich zugefaxtes Papier unterschreiben müssten, kein Problem also. Gerade die Anrufe liebe ich, habe ich doch immer Zeit für ein nettes Schwätzchen.

    Jetzt aber wieder ernsthaft: Von Global Netsource haben wir heute auch Post bekommen. Sind die neu auf dem Markt? Im Internet findet man kaum Hinweise auf die Machenschaften dieser Firma. Aber das wird sich wohl bald ändern, wenn die ersten verunsicherten Leute Hilfe in Foren suchen. Deshalb schon mal danke für den schnellen Eintrag in diesem Blog, ich hoffe, dass dadurch viele Leute auf den Betrugsversuch aufmerksam gemacht werden! Diesem Geschwür ist kaum beizukommen, vor allem wenn sich die Firmen – wie in diesem Fall – im Ausland befinden. Hat man erst mal einbezahlt, bekommt man sein Geld garantiert nie mehr zu sehen. Also weg damit in den Müll!

    Das Ganze hat aber auch seine gute Seite: Ich habe durch meine Recherche nach Global Netsource eine weitere gute Internetseite gefunden, auf der ich jetzt ein wenig rumschnüffeln werde, schliesslich wäre aus mir auch fast eine Apothekerin geworden ;)

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  15. Und schon die nächste Rechnung: diesmal von HIM Swiss-Internet AG. 390 Franken für den Eintrag in ein paar Internet-portale.
    Ich verzichte darauf noch einen Blogeintrag zu machen, da für diese Firma schon diverse Warnungen im Internet stehen. Einfach Rechnung entsorgen.

    Interessant und gut: auch für global-netsource findet sich inzwischen einiges – aber ich war die erste! :-)

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