Betrug in der Apotheke

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Dass die Apotheke ein … ich sag jetzt mal sehr hilfsbereiter Ort ist, hat sich leider auch bei Personen herumgesprochen, die das ausnutzen.

In Bern zum Beispiel hat es Fälle gegeben, wo ein Mann in die Apotheke gekommen ist und darum gebeten hat, dass er der Apotheke sofort ein Mail schicken darf und die Apotheke den Mail-Anhang für ihn ausdruckt. Er sei in einer Notlage, er brauche den Ausdruck dringend für einen Termin in der Botschaft.

Hört sich harmlos an, aber genau mit solchen Mailanhängen kommen Viren und Trojaner auf den Computer … und was dann passieren kann, haben diverse Spitäler und andere Institutionen letztens erfahren müssen: deren Systeme wurden verschlüsselt und sie wurden von Betrügern um Geld erpresst, damit sie wieder Zugang auf ihre eigenen Daten haben.

Und noch ein Fall, wirklich so passiert (aber nicht bei uns):

Da wollte die Kundin (ausländischer Herkunft) Kindernahrung kaufen. Bei der Bezahlung hatte sie aber kein Geld dabei, worauf sie jammerte und klagte und bei der anwesenden Kundschaft Mitleid erregte, sodass ihr das Produkt bezahlt wird. Man kann sich das vorstellen: „Mein armes Baby hat Hunger und ich kein Geld …“  Sie verlangt den Kassabon … und kommt (kurz) darauf wieder zurück und will das Produkt gegen Bargeld umtauschen.

Ist doch nett, wenn die Hilfsbereitschaft der Mitmenschen so ausgenützt wird.

Nicht.

 

 

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Aber ich habe doch gar kein …

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Kuschelbär (ja, so nenne ich meinen lieben Mann hier) nimmt zu Hause einen Anruf entgegen. Er ist in englisch – Nummer unterdrückt. Die nette Dame kündet sich freundlich als vom Windows Support an. Angeblich hätten wir ein Problem mit unserem Computer – Viren so wie’s aussieht. Und sie will uns zeigen, wie wir die wieder loswerden …

Ich daneben höre nur die Seite meines Mannes:

„Sorry, Ich kann kein Englisch.“

„Was Windows Support? Computer Problem??“

„Aber wir haben gar kein …“

Klick

Tja. Pech gehabt. Auch wenn ich meinem Kuschelbär danach erklären musste, was das denn für ein Anruf war und was sie wirklich wollten: Passwörter abfragen, eventuell mit seiner Mitarbeit einen Trojaner installieren und so Zugriff auf den ganzen Computer bekommen. Zum Daten abgreifen (zum Beispiel für’s Internetbanking) – nicht zum helfen.

The Swiss Confederation of United Nations

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.. hach, wie vertrauenserweckend!

Bekomme ich doch ein mail von oben genannter Institution (hätten wohl manche gerne, aber die gibt's nicht) die mir als Scam-Opfer (bin ich nicht, würde ich aber wohl werden, wenn ich auf die mail reinfallen würde) Geld verspricht.

Tatsächlich für einmal ein ziemlich professionell geschriebenes mail:

UNITED NATIONS COMPENSATION COMMISSION,
IN CONJUNCTION WITH THE
EUROPEAN UNION.
AND THE SUPPORT OF WORLD BANK GROUP FACT FINDING, EUROPE.
BERN, SWITZERLAND

Attention: Beneficiary

YOUR COMPENSATION PAYMENT FROM THE $300m GIVEN TO VICTIMS OF SCAM

IMF — Your Email Address has been selected to receive a compensation payment.
UN Information Service — The United Nations Compensation Commission (UNCC) has made available a total of $300,044,579 to some governments for distribution,in a bid to pay all outstanding victims of scams for this fiscal year 2013. The Governing Council met with the Secretary General of the United Nations, Ban ki-moon and held series of meetings. The fund was then made available by adopting a decision early last year (2012) to receive 5% of all export sales of petroleum, petroleum products, and natural gas from 10 countries with a very stable economy for a period of 6 months.
Payment is being made in accordance with the Governing Council's decision in respect of over 19,740 estimated (reported and unreported) cases across the countries. There are five (5) major categories of claims in which the payments would be made, depending on the category your case falls under. Category “A” (claims of individuals who have been scammed below $25,000), Category "B" (claims of individuals who have been scammed above $25,000 up to $50,000), Category "C" (claims of private legal entities who have been scammed above $50,000 up to $100,000), Category "D" (claims of corporate legal organizations who have been scammed above $100,000 up to $150,000) and Category "E" (claims of public sector enterprises who have been scammed above $150,000 up to $200,000).
Further information about how you can receive your money, contact United Nations Association of the UK – uncc.paymentscheme@yahoo.co.uk
The Swiss Confederation of United Nations

wenn es nur nicht von vorne bis hinten erfunden wäre.

Ein Versuch Leute, die schon einmal auf so etwas hereingefallen sind (und entsprechen leichtgläubig) zu erreichen?

Guten Morgen?

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„Guten Morgen“

so startet die mail, die ich von einem Schulkollegen bekommen habe.

Ich bin zur zeit im Ausland und habe meine Tasche verloren samt Reispass und kreditkarte. Die botschaft ist bereit, mich ohne meinen Pass fliegen zu lassen. Ich muss nur noch für mein ticket und die hotelrechnungen zahlen. Leider habe ich kein Geld dabei, meine kredit karte könnte helfen aber die ist auch in der Tasche. Ich habe schon kontakt mit meiner Bank aufgenommen, aber sie brauchen mehr zeit, um mir eine neue zu schicken. Ich wollte dich fragen ob du mir ein bisschen Geld so schnell wie möglich leihen kannst. Ich gebe es dir zurück sobald ich da bin. Ich muss unbedingt den nächsten Flug bekommen. Du kannst mich durch e-mail oder durch die Hotel Reception erreichen kann unter di nummer +447024030611.

Ich warte auf deine Antwort…

Ich werde nicht antworten. Oder höchstens, indem ich ihm telefonisch persönlich auf seine Hausadresse mitteile, dass seine email-Adresse offensichtlich gehackt wurde. Das ist schon ein ziemlich gut gemachter Betrug – nicht auffallend viele Schriftfehler, gekonnt vage (wo genau er feststeckt steht nicht drin) – auch nicht mein Name, der nicht so einfach aus der email-Adresse ersichtlich ist …

Wer telefoniert könnte in einer Fangleitung landen und eine nette Telefonrechnung bekommen – oder aber er wird per mail überzeugt Geld zu schicken (Westernunion oder Bank?).

 

Erfreuliche email von der Steuerverwaltung … oder?

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Heute im email-Ordner:

Datum 04 Juni 2012
Unsere Referenz B/22635/12
Ihr Zeichen 09R/211/12

HINWEIS DER STEUERERKLÄRUNG FÜR DAS JAHR 2011

Sehr geehrte Steuerzahler,

Nach den letzten Berechnungen des jährlichen steuerlichen Ihre Tätigkeit haben wir festgestellt, dass Sie Anspruch auf eine Steuererstattung von 254,07 CHF erhalten sollen.

Um Ihre Rücksendung erhalten, füllen Sie bitte das Steuerformular im Anhang zu dieser E-Mail und ermöglichen es uns 3-5 Werktage, um es zu verarbeiten.

Mit freundlichen Grüßen
ELVIN ZINGRE
Eidgenössische Steuerverwaltung

Ja klar. Schön wär’s.

Mal abgesehen davon, dass die Steuerbehörden nicht per email sondern per Papierformularen mit einem kommunizieren – da steht keine richtige Anrede drauf, da steht keine Dossiernummer drauf … und das Deutsch ist auch eher fraglich.

Ja, es ist wieder ein Betrugsversuch, sie phischen nach Adressen. Das geht direkt in den Rundordner (Abfall).

Betrug mit der Apotheke?

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Eine klassische Betrugsmasche, der vor allem (aber nicht nur) ältere Personen zum Opfer fallen ist, sich durch einen Trick Zugang zur Wohnung zu verschaffen. Früher wurde darum gebeten, rasch ein Telefonanruf machen zu dürfen, die Toilette zu benutzen, oder man fragte nach Papier und Stift, um dem Nachbarn, den man nicht angetroffen hat, eine Nachricht zu hinterlassen … Jedenfalls, nachdem die Person die Wohnung wieder verlassen hat, fällt häufig auf, dass Bargeld und Kreditkarten fehlen …

Neuer ist diese Methode: (Quelle)

Seit Anfang Februar 2012 wird nun eine neue Machart bevorzugt. Vornehmlich ältere Menschen erhalten Anrufe von einer Frau, die erklärt, sie habe in einer Saarbrücker Apotheke ein Rezept gefunden, das der Angerufene verloren habe und das man am nächsten Tag überbringen wolle.

Ich persönlich frage mich dabei allerdings: Wissen die Leute denn nicht, wenn sie ein Rezept bekommen haben? Die bekommt man ja nach einem Arztbesuch und die tauchen nicht auf einmal irgendwo auf. Auch nicht in der Apotheke.

So?

Eintrag in Schweizer Wirtschaftsverzeichnis www.swiv.ch

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Und einmal mehr versuchen sie es:

Diesmal bei meinem Mann, aber ich bin sicher, der für die Apotheke ist auch schon unterwegs.

Eintrag in *das* Schweizer Wirtschaftsverzeichnis:  swiv.ch

Betriebe und Unternehmen mit Schweizer Domiziladresse werden automatisch im Schweizer Wirtschaftsverzeichnis eingetragen.

Ja und?

Durch Begleichen der Rechnung bestätigen Sie die Richtigkeit der Angaben und Annahme des Angebots.

Eintragungs- und Publikationsgebühren CHF 142.60.-
8% MwSt  CHF 11-40.-
Total CHF 154.00.-

Für einen Eintrag in ein weiteres nutzloses Verzeichnis, das niemand je anschaut.

Und mit der einmaligen Zahlung ist es dann natürlich auch nicht getan, da der Vertrag grad 2 Jahre läuft und wenn man nicht rechtzeitig schriftlich 3 Monate vor Ablauf kündet, dann verlängert er sich automatisch … kennt man ja.

Fazit: Eine Abzock-Versuch mehr.

Finger weg und ab in den Abfall damit!

Ich bin Reich!!!

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Naja, noch nicht. Aber: Ich habe gewonnen! – wenn man dem mail denn glauben will: Das muss das längste Scam mail sein, dass ich je bekommen habe: hier in seiner ganzen Grösse mit Original Schreibfehlern – und meine Gedanken dazu in blau

Google UK Ltd
Belgrave House
76 Buckingham Palace Road
London SW1W 9TQ
United Kingdom (die Adresse stimmt sogar)

Betreff.: Google Wohltätigkeitsfonds (Auszahlungsnummer: GF-EUROPA-9EJFYT-2011)    Datum: 09.01.2011

Google UK Ltd wünscht Ihnen eine angenehmen Januar und hiermit teilt Ihnen die Ergebnisse von Google Wohltätigkeitsfonds für E-Mail-Adresse [für Deutschland, Schweiz, Oesterreich Einwohner] Programm mit.

Die endgültige Programme wurden auf dem 8 Januar 2011 in Bonn, Deutschland gehalten.Dies Ergebnis ist jetzt zu Ihnen heute 9 Januar 2011 freigegeben worden.

Ihre E-Mail-Adresse, die in der Einer Kategorie befestigt wird,hat €5,000,000.00 EUR (FUENF MILLIONEN EUROS) (AH, die typische Grossschreibung) gewonnen,und dazu ist Ihre E-Mailadresse als ein Gewinner fuer den Geldpreis vom €5,000,000.00 EUR (FUENF MILLIONEN EUROS) gewählt worden.

Diese Programme wurde von den Google International Inc. und die unten genannten Firmen fundiert:
1. Coca-Cola
2. Mastercard
3. Carlsberg
4. Becks
5. MacDonalds (nette Liste – wissen die wohl was von ihre Namensmissbrauch – oder fällt das unter Werbung?)

Alle E-Mail Adressen wurden automatisch durch ein Computerstimmzettelsystem ausgewählt, in den Ihre Email-Adresse als einer der ZEHN {10} glücklichen Gewinner in der Ersten Kategorie ausgewählt wurde. Alle E-mail Adressen wurde von den Europäischen Union{EU} Einwohnerverzeichnis und Internet Benutzer Databanken aus dem ganzen Gebiet {Deutschland, Schweiz und Oesterreich} ausgewählt , nachdem wir die Genehmigung von der Europäischen Union{EU} erhalten haben. (Das ist jetzt aber sehr seltsam. Die Schweiz ist nämlich nicht Mitglied der EU …)

Andere Gewinner in Ihrer Kategorie lautet:

1. Dr. Joerg Müller – Aus Basel, Schweiz
2. Frau Melanie Bäcker – Aus Linz, Oesterreich
3. Herr Friedrich Berger – Aus Klagenfurt, Oesterreich
4. Herr Urs Meier – Aus Bonn, Deutschland
5. Frau Inge Schulz – Aus Stuttgart, Deutschland
6. Pfarrer Luthar Koepf -Aus Bern, Schweiz
7. Frau Anna Bianchi -Aus Muenchen, Deutschland
8. Ing. Johannsen Svensson -Aus Wien, Oesterreich
9. Herr Gerd Baumann – Aus Salzburg, Oesterreich.

Ihre Gewinndaten lautet:
Ticket Nummer :-846594 , Glueckszahl :-5 (ja, ist das hier ein Glückskeks??)
Ref Nr.: GOOGLE-0293856-2011
Einzahlungsscode: BB-J3948-10  (aber meinen Namen oder die email-Adresse könnt ihr nirgends im mail erwähnen?)

Sie müssen Ihre oben Gewinn Informationen vertraulich {SEHR GEHEIM} behalten, bis Ihre Ansprüche und Ihre Fonds fertig bearbeitet worden sind, und Ihre Fonds zu Ihnen überwiesen worden sind.Dies ist ein Teil von unserem Sicherheitsprotokoll,um Doppelbeanspruchen und ungerechtfertigten Missbrauch von diesem Programm zu vermeiden. Sie müssen Ihr Gewinn nicht später als am 15th Februar 2011 beansprucht werden. Nach diesem Datum, wird alle unbeanspruchten Fonds zu unserem Zentralebüro in den U.S.A zurückgekehrt werden. (Also: ICH soll die Daten vertraulich behandeln, aber oben posaunen sie die Namen der anderen Gewinner aus?)

Unten ist eine detaillierten Informationen und Erklärungen auf der Verarbeitung und den Zahlungsanweisungen:

Für die Auszahlung von Ihrem Google Wohltätigkeit Fonds werden Sie berechtigt, einen der unter Auszahlungsoption zu wählen:
* Reise zu unserem Büro in London um Ihre Fonds abzuholen.
* Überweisung von Fonds auf Ihrem Konto.

Wenn Sie zu unserem Büro in London innerhalb 48 Stunden reisen koennen, dann informieren Sie uns sofort, damit wir Ihre Einladungsverfahren vorbereiten können. Aber wenn nicht, dann haben Sie die Moeglichkeit fuer Ueberweisung auf Ihrem Konto. (Ja klar, die meisten können es sich leisten zeitmässig oder geldmässig innert 2 Tagen nach London zu fahren… also wählt man die andere Option, die -hoppla- auch etwas kosten wird… oder besser: viel mehr…)

Wir bitten Sie, sich an der Offiziellen Bezahlende Bank {Bank Of America BOA} zu wenden {für Auszahlung und alle andere wichtige Erklärungen}. Sie sollen mit Ihrer Ansprechperson (Direktor für Ihre Verhandlung) Herr David C. Darnell für weitere Fragen und Erklärungen ueber Ihre Fonds diskutieren, weil er Deutsch verstehen kann: (aber offenbar nicht schreiben)

BANK OF AMERICA INT.(BOA)
VERARBEITUNG UND AUSZAHLUNGSABTEILUNG,
GOOGLE WOHLTÄTIGKEITSFONDS 2011
ANSPRECHPERSON: Herr David C. Darnell
Bank of America
Merrill Lynch Financial Centre
2 King Edward St.
London
United Kingdom
David C. Darnell
E-mail: davidc.darnell00@gmail.com

Für die Verarbeitung und Auszahlung von Ihren Fonds ,füllen Sie sofort die unten Form und reichen Sie es zu Google Wohltätigkeitsfonds 2011 Verarbeitung /Auszahlungsabteilung von der Offiziellen Bezahlende Bank {Bank Of America BOA} Herr David C. Darnell durch E-mail ein: E-mail: davidc.darnell00@gmail.com

GOOGLE WOHLTÄTIGKEITSFONDS 2011 GEWINNER ANMELDEFORMULAR FUER AUSZAHLUNG . (Was, ich muss noch soviel dafür arbeiten?)

VORNAME:………………………
GEBURTSDATUM:.. ……………….
NACHNAME:……………………..
GESCHLECHT:……………………
ADRESSE:………………………
NATIONALITAET:…………………
BERUF:………………………..
TELEFONNUMMER:…………………
FAXNUMMER:…………………….
BETRAG GEWONNEN:………………. (da könnte man doch noch etwas mehr reinschreiben …)
REF NR.:………………………
WELCHE AUSZAHLUNGSOPTION MOECHTEN SIE?:
ABHOLUNG IN LONDON / UEBERWEISUNG AUF IHREM KONTO
GENEHMIGT FUER AUSZAHLUNG

Wir gratulieren Ihnen und hoffen, dass Sie sich an unserem Google Wohltätigkeitsfonds 2011 Mega Ende des Jahres teilnehmen werden, wo Sie eine Chance haben werden, Fünfzig Millionen Euros (€50,000,000.00 EUR) zu gewinnen.

Für Google Wohltätigkeitsfonds 2011 Programm
Mag. Dr. Amelie Williams
Google UK Ltd
Belgrave House
76 Buckingham Palace Road
London SW1W 9TQ
United Kingdom

P.S. BEANTWORTEN SIE NICHT ZU DIESER MAIL,SONDERN WENDEN SIE SICH AN DER BEZAHLENDE BANK DURCH E-MAIL MIT IHREN DATEN {FUER DIE VERARBEITUNG UND AUSZAHLUNG VON IHREN FONDS ZU IHNEN}!

Copyright (c) 2011 Google International Inc. Alle Rechte vorbehalten. Geschaeftsbedingungen -Hilfe

Und es gibt immer noch Leute, die auf derartigen „Vorschussbetrug“ hereinfallen. Erstaunlich.

Angeschmiert. Eine Betrugswarnung für schweizer Apotheken.

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An einem Samstag (logischerweise) kommt eine Kundin in die Apotheke und sagt, sie brauche dringend ihr Insulin. Es sei ihr ausgegangen, ihr Arzt hat zu, sie braucht es aber dringend.
Problem: sie ist keine Kundin von uns und hatte noch nie ein Rezept hier. Sie hat ihr Portemonnaie zu Hause vergessen und hat weder Versicherungskarte noch Ausweis dabei. Sie kann es darum auch nicht zahlen …

Meine Kollegin hat ihr dann nach Diskussion trotzdem das Insulin gegeben – schliesslich ist es ein lebenswichtiges Medikament – und festgehalten, was sie an Information bekam.
Die Kundin versprach, sobald möglich ein Rezept vom Arzt vorbeizubringen.

Das war vor etwas über einem Monat. Seither wurde nichts mehr von ihr gehört.
Die Pharmaassistentin versucht nun selbst ein Rezept aufzutreiben.
Und jetzt kommt das Beste: Die Kundin ist beim Arzt nicht bekannt. Unter der angegebenen Natelnummer nimmt jemand ab, der nicht einmal Deutsch kann (Türkisch irgendwer?), die Adresse ist falsch, bei der Krankenkasse kennt man niemanden mit dem Namen.
Lauter Sackgassen.
Das Geld (im 3-stelligen Bereich) können wir abschreiben.

Was macht man in so einem Extremfall? Für das nächste Mal habe ich Anweisung rausgegeben, dass die Person sich mindestens korrekt ausweisen müssen kann – ansonsten muss sie in den Notfall gehen.

Was ich daran speziell traurig finde ist, dass das Verhalten dieser Betrügerin es der nächsten, ehrlichen Person in ähnlicher Situation praktisch unmöglich machen wird, das benötigte Medikament ohne Umwege zu bekommen.

Wechselgeldbetrüger

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Scheinbar kommen mehr Gauner heraus, je näher es an Weihnachten geht.

Nach einem mail des lokalen Apothekervereins waren wir schon vorgewarnt, aber letzte Woche hatten wir einen ziemlich typischen Fall:

Die Kundin kommt, kauft etwas günstiges ein, sie zahlt – meine Kollegin gibt das Rückgeld heraus, die Kundin dreht sich um. Meine Kollegin versorgt das Geld und schliesst die Kasse. In dem Moment dreht sich die Kundin wieder zurück und sagt: „Ich habe aber mit einer Hunderter-Note bezahlt. Sie haben mir nur auf 50 herausgegeben!“

Die Kollegin ist vollkommen überrascht, ist aber sicher, eine Fünfzigernote in die Kasse versorgt zu haben, darum leistet sie Widerstand: „Nein, ich bin sicher, es war eine 50er Note!“

Darauf wechselt die Kundin die Sprache – auf einmal kann sie kein Deutsch mehr, nur noch englisch und redet schnell, wobei sie mit ihrem Portemonnaie fuchtelt auf sie ein.

Das ist der Punkt, wo man mich zu Hilfe holt.

Beide erzählen mir ihre Geschichte – ich erkläre der Kundin ruhig, dass ich das jetzt so nicht entscheiden kann – aber Morgen früh, wenn die Kasse gemacht wird, sieht man schnell, ob 50 Franken zuviel drin sind. Sie soll mir ihren Namen angeben und morgen noch mals vorbeikommen.

Die Kundin ruft immer noch aus, meint sie sei nur jetzt hier und wohne nicht in der Nähe, sei nur auf der Durchreise … ich bleibe hart. Wenn sie mir ihre Adresse angibt, kann ich es ja gegebenenfalls schicken.

Will sie aber auch nicht.

Dieser Trickbetrug funktioniert mit Täuschung und dem Überaschungseffekt. Viele lassen sich dazu drängen das Geld zu geben.

Man kann sich dagegen zu Wehr setzen, indem man sich immer genau merkt, was gegeben wurde oder es sogar so auf dem Kassabon eingibt. Ist der Verkauf abgeschlossen, darf man sich nicht bedrängen lassen, das oben ist eine gute Variante, Zeit zu gewinnen.

Übrigens: nein, es war nicht zuviel Geld in der Kasse … und die „Kundin“ ist auch nicht wieder aufgetaucht.