Pflänzchen

Also:

Wenn Du Deine Nachbarin bittest, während Deiner Abwesenheit „meine Tomatenpflanzen zu giessen“ (siehe Bild), solltest Du vielleicht vorher sicher gehen, dass sie keine Pharmaziestudentin ist.

So geschehen einer Mit-studentin vor etwa 15 Jahren – aber das gilt heute noch.

(Yup, das ist Cannabis.)

Für Interessierte:

Ich musste letzthin für einen Arzt ein paar Fragen zum Nachweis von Cannabiskonsum nachgehen. Das ist die Kurzfassung:

  • Nachweis mittels Schnelltest im Urin (wenige Tropfen genügen): Z.B. durch Intex Drogentest THC oder / Diatest Drogentest Cannabinoide
  • Beides Qualitative Nachweise = ab 50 nanogramm/ml (das ist seeeeehr wenig!)
  • Test funktioniert mit spezifischen Antikörpern. (d.h. er ist sehr genau nur auf das Gesuchte)
  • Nachweis von Tetrahydrocannabiol und deren Abbauprodukten (THC-Carbonsäure und weiteren)
  • Nachweis bis 3 Wochen nach Rauchen / Einnahme von Cannabis – weil die Abbauprodukte lipophil sind und im Körperfett gespeichert und dann langsam freigegeben werden. Bei Abmagerungskuren kann die Zeit der Freigabe noch verlängert sein.
  • 1 x rauchen reicht, dass der Test angibt (Angeblich braucht es sogar weniger als einen Joint, sagt die Firma Imbiex)
  • Quantitative Tests existieren auch, werden jedoch nur in Labors durchgeführt:  mittels Chromatographischen  Methoden. Auch Urintest.

6 Kommentare zu „Pflänzchen

  1. Für den Straßenverkehr finde ich diese Tests äußerst diskriminierend.
    Beim Alkotest wird ja auch nicht getestet ob jemand vor 3 Wochen ein Bier getrunken hat.
    Ausschlaggebend sollte ja die Frage sein ob jemand zum derzeitigen Zustand in der Lage ist ein Fahrzeug sicher zu führen.

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  2. Hihi, wahrscheinlich sind 90% aller Studenten in der Lage, Tomatenpflanzen von „Tomaten“pflanzen zu unterscheiden (außer katholische Theologiestudenten aus Kleingottesdorf ;-)). So einen Komilitonen hatte ich auch, der hat seine bei der Oma in Pflege gegeben. Er hat ihr aber erklärt, was es ist und sie hat wohl gut für das Pflänzchen gesorgt.

    Bin übrigens auch über den Kinderdok bei dir gelandet und ackere mich gerade durch dein Archiv. Tolles Blog, mach weiter so!]

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  3. Hallo bine! Inzwischen dürfte das Pflänzchen bei fast allen bekannt sein, das ist schon so. Ich sehe auch genug auf den Balkonen, wenn ich mit dem Velo durch die Stadt fahre.

    @Albert: dafür gibt es im Zweifelsfall dann doch noch die quantitativen Tests, die zeigen, wieviel das jetzt effektiv war?

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  4. Ich bezweifle, dass sich die zuständigen Behörden diese Tests antun werden. Zu langsam, zu umständlich, zu teuer. Außerdem gibt es ja keine verbindlichen Richtwerte wie die 0,5 Promill beim Alkohol.

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  5. Sind denn diese Verfahren spezifisch genug, um das THC vom Dronabinol zu unterscheiden?
    Wär blöd, wenn Opa in Krebstherapie als notorischer Kiffer deklariert würde… :P

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  6. göttlich.
    auch so erlebt in studentenzeiten. und da tatsächlich wirklich ungelogen als tomatenpflanzen betitelt. völlig unbescholtene ph-studentin. aber auch der kleine medizinstudent mit pharmakologie im hauptstudium konnte cannabis erkennen ;-) – ph-studentin völlig geschöckelt.

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