Es gibt ja Apotheken, die ihren Kunden die die Checks* erlassen. Du denkst, das sei eine gute Sache? Denk mal an das: diese „Checks“ sind ein Grossteil des Einkommens der Apotheke. Wie machen die das also?
Es sind Riesenketten welche viele Ihrer Produkte günstiger einkaufen können (die Masse machts) – v.a. weil 2 (inzwischen dank Aufkauf sogar 3) dieser Ketten direkte Abkömmlinge von Grossisten sind. Die kaufen sozusagen bei sich selbst ein.
Die Anstellungsbedingungen sind mässig. Mag sein, dass sie die Apotheker gut bezahlen (ohne die können sie ja auch keine Apotheke haben), aber Pharmaasistentinnen und Drogistinnen … na ja. Verwalter erhalten derartige Knebelverträge, dass auch schon die Kantonsapotheker interveniert haben.
Deshalb leidet auf die Dauer auch die Qualität. Wenn nur das Geld die Motivation für die Arbeit ist, ist das wohl zu erwarten.
Ich weiss von mindestens einem Fall, wo die Apothekerin dann auch morgens jeweils bei der Öffnungszeit nicht anwesend war und auch sonst öfters durch Abwesenheit glänzte – und das ist gesetzlich nicht erlaubt. Während der Öffnungszeit einer Apotheke hat die Apothekerin anwesend zu sein. Sonst darf die Apotheke nicht aufmachen.
Dementsprechend (und das sieht man auch), schneiden diese Ketten in Tests wie dem Mystery shopping regelmässig schlechter ab. -Leider sind bei den meisten der Tests, die von Zeitschriften durchgeführt werden die Ergebnisse nicht nach einzelnen Apotheken und den verschiedenen Ketten aufgesplittet, sonst würde das vielleicht auch das Publikum merken.
Solche grossen, rein wirtschaftlich orientierten Apothekenketten scheuen sich nicht, Medikamente zu verkaufen als wären sie Duschmittel und mit Discountermethoden den Konsum anzukurbeln. Die Wirkung: Apotheken mit medizinischer Orientierung verlieren um Umfeld der Discounter ihre wirtschaftliche Basis vollends und geben auf.
Wichtig für die Konsumenten zu wissen: die Beratung über die richtige Einnahme, über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und über Störungen und Unverträglichkeiten wurde aktiv aus dem Angebot verdrängt. Das Produkt wurde zwar billiger, die Versorgung aber schlechter.
* die Checks (wie von abchecken, abklären) hiessen früher mal Taxen, dann Pauschalen. Ersteres tönt sehr nach irgendwas steuerlichem, was es nicht ist, letzteres irgendwie unpersönlich. Jedenfalls finde ich es interessant, dass die Discount-Apotheken die Checks immer noch Taxen nennen…

ja, wir müssen aufpassen, dass die medizinischen dinge nicht zur massenware verkommen. die riesen supermärkte haben die tante emma läden kaputt gemacht, die massentierhaltung den kleinbauern. ähnliches gibt es in deiner branche nun durch versandapotheken und -ketten.
bei uns soll es vermehrt „beratungstelefone“ vulgo callcenter auch durch krankenkassen geben – evtl. auch schmalspurmediziner, die geschwind eine diagnose stellen.
alles für den billigheimer.
aber: der kunde möchte das nicht anders. geiz ist geil, alles wird nur noch bei kik gekauft, auch wenn die klamotten aus bangladesh kommen, und die tomaten aus almeria.
quali kostet geld. und viele haben davon nicht mehr viel.
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Ich hole meine Medis allein schon deshal aus der Apotheke um die Ecke, weil es persönlicher ist. Man kennt mich mit Namen, weiß, was ich brauche…
Außerdem hasse ich Großbetriebe.
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Der Trend geht eindeutig in Richtung Ketten … eben auch weil die günstiger einkaufen können und Aktionen machen können. Aber dabei sollte die Qualität nicht untergehen – und es gibt auch anständige Ketten.
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