Tschüss Herdenimmunität!

Veröffentlicht am von pharmama

Viele Eltern heute verzichten darauf ihre Kinder Impfen zu lassen ...

- weil sie denken, das Durchmachen einer Krankheit sei besser für die Kinder

Besser als was? Als es nach der Impfung nicht - oder nur sehr abgeschwächt zu bekommen? Das Immunsystem des Körpers arbeitet nach der Impfung genau gleich wie nach dem Erregerkontakt und produziert Antikörper, nur hat man nicht die Symptome der Krankheit. Ich verstehe nicht, warum jemand sein Kind mit Keuchhusten und Atemproblemen über Wochen sehen will, oder gar mit Hirnentzündung und Blutvergiftung...

- oder weil sie Angst haben vor negativen Impfreaktionen oder späterer Folgen wie Autismus

Impfreaktionen kommen vor, allerdings wesentlich (!) seltener als selbst die seltensten, schlimmsten Komplikationen der Krankheiten. Die meisten Impfreaktionen sind ausserdem leichter Natur. Das mit der Verbindung der MMR-Impfung und Autismus ist erwiesen eine erfundene Geschichte eines medien- und geldgeilen Mediziners, dem inzwischen deshalb auch die Zulassung entzogen wurde. Der Mensch hat mit seiner Lüge unglaublich viel Schaden angerichtet und mit seinen Fehlinformationen auch die Fachwelt derart verunsichert ... eigentlich sollte man den mehr bestrafen.

- weil sie die Krankheiten heute praktisch nicht mehr sehen und darum ihre Folgen nicht kennen – und weil sie denken, dass ihre Kinder durch die sogenannte Herdenimmunität geschützt sind. Die Krankheiten treten nämlich nicht mehr auf, wenn genug geimpft sind.

Dass die Impfungen effektiv sind, zeigt zum Beispiel diese nette Grafik. Man beachte die Mortalität dieser einst tödlichen Krankheiten, die um 99% gefallen ist!

Im Prinzip sind Impfungen das Opfer ihres eigenen Erfolges: Man sieht diese Krankheiten heute (kaum) mehr.

Und hier sind Neuigkeiten für die Eltern: Die Herdenimmunität bricht zusammen, wenn weniger als 90% der Leute in der Gesellschaft geimpft sind. Wir sind auf allerbestem Weg dazu. Nein, ich korrigiere: wir haben das Problem schon: mit Masern, mit Pertussis (Keuchhusten), mit Windpocken ... und mehr ist am kommen.

Und während man noch darüber diskutieren kann über die Rechte, die man hat als Eltern über die eigene Gesundheit und über die ihrer Kinder ... treffen die Eltern am Ende nicht nur eine Entscheidung, die ihre eigenen Kinder betrifft, sondern auch die Kinder auf dem Rest der Welt. Der sogenannten dritten Welt im speziellen.

Was ich meine ist das: der Ausbruch einer heute fast verschwundenen Krankheit mag (bei richtiger Behandlung) nicht gerade verheerende Auswirkungen auf die meisten Leute hier haben ... aber ein einziger Reisender der sie mitnimmt nach Ghana oder Kenya... gibt das weiter an die Leute dort .... und das bringt dort eine Menge Kinder um. Das natürlich speziell, weil sie dort nicht so einen Zugang zu Medikamenten und Behandlung haben wie hier.

Auch sollten wir nicht vergessen, dass wir hier bei uns nicht alle impfen können. Sehr kleine Babies profitieren von der Herdenimmunität, genauso wie schwangere Frauen. Dir macht "ein bisschen Röteln" ja nichts aus ... aber die Schwangere bekommt nach Kontakt eventuell ein Kind mit Fehlbildungen.

Wenn man sich entschliesst, seine Kinder nicht impfen zu lassen, sollte man sich auch darüber informieren, was denn die Risiken der Krankheiten sind, denen man sie aussetzt.

Manchmal nutzt auch unser besseres Gesundheitssystem und die Verfügbarkeit von Medikamenten und Behandlung nichts.

Das Kind, das Masern mit der Komplikation Hirnentzündung hat, hat vielleicht eine ziemlich geringe Chance dafür: etwa 1 von 1000 Erkrankten bekommt das. Aber das Kind, das die Hirnhautentzündung dann hat, hat eine fast 20% Chance daran zu sterben und eine fast 40% Chance für bleibende Hirnschäden. ... und dann gibt es Leute, die Masernpartys veranstalten. Wie gesagt - für 999 Kinder geht das gut ... aber wer sagt, dass das bei deinem auch so ist?

Und Tetanus: Eine Mutter von einem Kind, das ins Tagi von Junior geht (und die arbeitet im weitesten Sinn noch für das Gesundheitssystem) und deren Kind gegen gar nichts geimpft ist, hat letzthin gemeint zum Thema Tetanus ... (O-Ton): „da gibt es ja Antibiotika zur Behandlung.“

Ja ... trotzdem, wenn ihr Kind das aufliest – und die Tetanus-(Wundstarrkrampf)-Bakterien sind praktisch überall- Eine verdreckte Wunde und man kann das bekommen – und wie oft kommen Kinder mit sowas nach Hause? Jedenfalls, wenn ihr Kind das bekommt, hat es auch mit rechtzeitiger antibiotischer Behandlung eine Chance von 25% dass es stirbt. Ja: Fünfundzwanzig Prozent! Und selbst wenn es überlebt: die Muskelkrämpfe die Tetanus macht müssen höllisch schmerzhaft sein – und sind auch fast nicht behandelbar.

Ich will das für dich nicht. Und für mein Kind auch nicht – darum ist Junior geimpft. Darum bin ich geimpft.

Und darum empfehle ich allen, sich zu impfen.

Und jetzt noch ein Fundstück aus dem weiten Netz: (aber es hätte auch vom Monsterdoc sein können ...)

[youtube="http://www.youtube.com/watch?v=-vQOM91C7us"]

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Lydia 25/06/2012

Wie gesagt, wir impfen ja. Aber ganz ehrlich - wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, überhaupt an Röteln oder Masern zu erkranken? Sehr gering. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein erkrankter Mensch auf eine schwangere Frau trifft, die nicht geimpft ist? Noch wesentlich geringer. Ich mag es nicht, wenn mit schlechtem Gewissen an die Diskussion herangegangen wird. Hier ist stets viel Panikmache im Spiel und es kommt nicht darauf an, ob ein Kind mit 4 Monate "durchgeimpft" ist oder eben mit 1 Jahr eine sinnvoll erscheinende Immunisierung bekommt. Ich sehe da durchaus auch das Kind, und ich sehe, wie die ganz Kleinen "na halt die typischen Impfreaktionen von 41 Grad Fieber und drei Tagen Unruhe und Geschrei" (Zitat eines Freundes) zeigen. Und ich sehe mein Kind, das eine gute Konstitution hat, weil es schon die Chance hatte, sich nach der Ankunft auf dieser Welt körperlich zu festigen, und ich sehe, wie der Arzt es ablenken kann, wie eine Spritze nichts Schlimmes ist, wie es die Pieks gar nicht merkt und anschließend nur mal einen kleinen roten Punkt am Oberschenkel hat - und sonst nichts.

Und weißt du, vor welchem Hintergrund eine Windpockenimpfung immer wieder empfohlen wird? Weil man dann nicht zwei bis vier Wochen auf Arbeit ausfällt! DAS finde ich doch mal die Höhe! Wenn mein Kind im Laufe der Zeit keine Windpocken bekommt und damit nicht auf natürliche Weise immun wird, dann kann es sich im Erwachsenenalter gern für diese Impfung entscheiden. Aber das bleibt dann ihm überlassen. (Genauso wie jedem geimpften Kind überlassen bleibt, für die nötige Auffrischung zu sorgen)

Pharmama 25/06/2012

Genau!

Pharmama 25/06/2012

Die Wahrscheinlichkeit ist nur darum so gering (im Moment), weil noch genug geimpft sind - siehe Herdenimmunität. Aber: bei Kontakt mit dem Masernerreger ist die Chance sich auch anzustecken fast 100% (genau: 95%), für Keuchhusten etwa 90%, für Röteln ist es geringer: 15-20% ...
Das Argument mit den Schwangeren zieht dann auch nicht mehr, wenn es mehr Kranke gibt, die das übertragen können.

Lydia 25/06/2012

Warum dann aber - ob deines Beispiels des Ersthelfers - eine Impfpflicht für Kinder fordern und nicht an die Vernunft der Erwachsenen appellieren, sich um eine ausreichende Immunisierung (Auffrischung) zu kümmern? Ich bin NICHT gegen das Impfen, aber ich bin dagegen, alle Säuglinge (!) "durchzuimpfen" auf Teufel komm' raus! Die skizzierten Szenarien sind möglich, keine Frage. Aber es ist so vieles möglich, was soll mein Kind denn noch alles einnehmen oder lassen, damit es ein gutes Leben hat (und die Mutter kein schlechtes Gewissen gemacht bekommt)? Soll es bei jedem Infekt Antibiotika nehmen, weil das irgendwer empfiehlt, und soll es nicht am Babyschwimmen teilnehmen, weil man davon Asthma bekommt und auf Bäume klettern soll es auch nicht, denn es könnte herunterfallen und querschnittsgelähmt werden?! Nein, ich finde, ein wenig Ruhe bei diesem Thema tut Not, und auch wenn ich verstehen kann, dass mir Betroffene ihre Beinschiene hinterherwerfen wollen, so können sicherlich die, deren Kinder eben Probleme mit dem frühen Impfen hatten, denjenigen ganz andere Dinge hinterherwerfen. Ich lasse die Frühimpfer früh impfen und schüttle den Kopf über die, die gar nicht impfen (und davon "leben", dass wir unsere Kinder gefährden). Für mich ist das ein annehmbarer Kompromiss :)

delfinstern 25/06/2012

Soweit ich weiß, ist der Impfschutz bei mir vollständig, was zumindest die Hauptsachen angeht. Bei FSME fehlt noch Impfung nr 3, aber erst im Herbst. HPV kann man streiten (streiten auch die Ärzte), habe ich nicht.
Grade kleine Kinder, Kranke oder ältere Leute können nicht immer geimpft werden und die Krankheiten sind bei der Gruppe noch viel schlimmer. Warum sollte ich nicht noch die anderen mitschützen? Ich bin als Frau auch froh, wenn mich in der Schwangerschaft keiner mit Röteln ansteckt.

Don 25/06/2012

Wobei ich die Gedankengänge hinter diesen Masernpartys noch nie verstanden habe.
Denn das, was diese ganzen Impfgegner da durchführen, ist ja letztendlich auch sowas wie eine Impfung, nur mit einem viel übleren Impfschaden, als man ihn mit dem MMR-Impfstoff jemals erleiden müßte.
_

Zu Tetanus:
Die Krämpfe bei dieser Krankheit sind so stark, daß sogar die Muskeln von den Knochen dabei abreißen und die Wirbel brechen können. Neben den schrecklichen Schmerzen kommt also noch eine nicht wiedergutzumachende Schädigung hinzu.
Wer sich also nicht gegen Tetanus impfen lassen will, hat sie schlichtweg nicht alle!

Tin@ 25/06/2012

Die Immunität nach Infektion oder Impfung beträgt bei Keuchhusten etwa 10 Jahre, möglicherweise weniger.

rueckenpatientin 25/06/2012

Ach, wie ich dieses Thema liebe.
Mein Terrorkrümel wurde gegen alles Notwendige geimpft. Ohne Impfung hätte er gar nicht den Kindergarten besuchen dürfen, den ich für ihn ausgesucht habe
-denn dort wurden nur geimpfte Kinder aufgenommen. Ich habe dort nie einen Zettel gesehen, dass XKinder an einer Kinderkrankheit erkrankt sind.
Wenn man sich schon nicht um das eigene Kind Gedanken macht, sollte man wenigstens an die Allgemeinheit denken.

michaela 25/06/2012

Hallo, Pharmama,
Wundstarrkrampf wird ausgiebig geschildert in "Winnetou 1".
Kommt sehr überzeugend.
Gruß, Michaela

hajo 25/06/2012

Herrschaften,man sieht doch gerade im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten", was sachliche Argumente ("Zwangs"-Versicherung) ausrichten, gegen Ignoranz und Pseudo-Wissenschaften
:-( !!!
warum soll das "Abendland" da besser sein?
.. leider! LLLLEEEEIIIIDDDDEEEERRRR!!!!!!

delfinstern 25/06/2012

Die Wahrscheinlichkeit kann ich dir nicht sagen, nur soweit, dass ich wohl (trotz) Impfung Röteln hatte, aber der Arzt nicht erkannt hat. und ich mit den Nachbarskinder gespielt habe, wobei die Nachbarin schwanger war. Es ist nicht passiert, weil sie einen ausreichenden Schutz hatte, aber es kann eher vorkommen als man denkt.
Grade im Kindergarten&Schule hängen immer wieder Infozettel welche Krankheiten aktuell sind.

Hermione 25/06/2012

Danke!

tiefblau 25/06/2012

Ja, aber andererseits: Nothing that's worth having comes easy.

So wie es Unfallgutachter gibt, müsste es dann eben Amtsärzte geben, die beurteilen, woher die Krankheit kommt (und Masern ohne Impfung ist ja irgendwie eindeutig). Das hätte dann auch nichts mit einem Zweiklassensystem zu tun, denn die wichtigsten Impfungen werden ja meines Wissens von den Kassen gedeckt.

Aber du hast natürlich recht, ich gehe auch nicht davon aus, dass es irgendwelche Impfverpflichtungen geben wird in der näheren Zukunft. Leider.

tiefblau 25/06/2012

Wie ist eigentlich die Situation in den USA, was den Herdenschutz angeht? Die vielen Bürger ohne Versicherung haben ja sicher keine Lust, Geld für viele Impfungen auszugeben, denke ich mir. Weiß da jemand mehr drüber? Könnte mir vorstellen, dass dort so manche Krankheit grassiert, die hier selten geworden ist.

Industrieapotheker 25/06/2012

Keine Sorge, ich hatte das von Dir und Ril schon so interpretiert, daher auch der Smiley. Die Antwort mit der hehren Entwicklung lebensrettender Medikamente für die gesamte Menschheit ist meine Standardantwort, wenn ich von Impfgegnern wie daisy weiter unten gefragt werde, wie ich "meine Seele an die böse Industrie verkaufen konnte".
Entwickelt man einen IPod, der Menschen Freude bereitet, ist man toll. Arbeitet (oder bei Dir: verkauft) man aber an lebensrettenden Medikamenten, ist man geldgierig. Verstehe ich nicht.

Ein Wink zurück! :-)

turtle of doom 25/06/2012

Was mir noch einfällt:

1. Ein Beispiel für unsere Risiko-Wahrnehmung - mal ganz fernab von Impfungen und Infektionskrankheiten.

Es gibt viele Leute, die Angst haben davor, starke Schmerzmittel einzusetzen. Man könne ja abhängig werden davon!

Gleichzeitig gibt es viele Leute, die bedenkenlos ihre ein oder zwei Päckchen Zigaretten pro Tag rauchen und gar nicht mehr merken, dass sie süchtig sind.

Der Unterschied ist aber, dass opiatabhängige Menschen völlig normal aussehen können. Man würde sie im Alltag gar nicht erkennen. Aber 20 Jahre Rauchen gehen nicht spurlos an der Haut, den Fingernägeln und am Geruch der Wohnung vorbei.

Soviel dazu. Unsere Optik ist so oder so verzerrt. Und Bildung kann dabei helfen, die Dinge klarer zu sehen. (Hier einen Dank an die Pharmama!)

2. Es gibt diese "Es wird mir schon nichts passieren"-Haltung, gerade wenn man in der Familie keine Menschen kennt, die schon als junge Menschen schwer verunfallt sind, behindert sind oder gar gestorben sind.

3. Präventionsmassnahmen funktionieren selten, wenn die Menschen selbst dafür aufkommen müssen. Ich kenne niemanden, die oder der nur deshalb joggen geht, weil es das Herzinfarktrisiko senkt.

Sie tun es, weil sie es für gesund halten. Und weil es nebenbei auch Spass macht.

Das kann man aber von Impfungen nicht sagen.

Und bei Präventionsmassnahmen hat man das Problem, dass man sich sagen kann: "Mich wird es nicht treffen! Und die Kosten für die Impfung spare ich mir!"

Mit dieser Einstellung liegt man zwar meist richtig. Aber wenn es dann mal mich trifft, dann kostet die Behandlung in einem Tetanus-Fall locker ein paar zehntausend Franken. Und ziemlich sicher mehr als das.

Und wer wird das bezahlen? Die Allgemeinheit über die Krankenkassen. Deshalb sollten alle Impfungen von der Krankenkasse übernommen werden. Und es sollte für alle Krankheiten, die schwerwiegend sein können und für die eine Impfmöglichkeit besteht, auch ein entsprechender Zwang eingeführt werden.

Man kann schlecht Krankheiten ausrotten, wenn für die ganz ganz armen Viren und Bakterien Naturschutzgebiete in Form von Impfverweigerern bereitstellt.

Wolfram 26/06/2012

Nun - unsere Tochter ist geimpft, wenn auch immer ein paar Monate später als vorgesehen. Und gegen Vogelgrippe haben wir uns nciht impfen lassen, auch wenn die République Française die schwangere Pfarrfrau gleich mehrfach dazu aufgefordert hat. Da fällt mir ein, ich sollte mal bei Gelegenheit meinen Impfschutz überprüfen lassen; da ist sicher was aufzufrischen.

Blogolade 26/06/2012

Die Wahrscheinlichkeit ist ja nur deshalb so gering, weil genug Leute geimpft sind.
Die Auffrischungen für Erwachsene sind für mich selbstverständlich, man muss allerdings bei den Kindern anfangen, die sind viel mehr Seuchenherde ;)

Windpocken sind neben dem Arbeitsausfall (der für mich als Arbeitende ein Argument ist!) auch sehr unschön als Erwachsene. Ich hatte in meinem Leben eine Gürtelrose und hätte viel dafür gegeben, hätte es dagegen einen Impfstoff gegeben.

Ich hoffe nur, dass du deinem Kind gegenüber irgendwann so ehrlich bist zu sagen "hey, du bist nicht gegen X und Y geimpft, also sorgst du entweder jetzt selbst für die Impfung oder du musst damit rechnen, krank zu werden." Warte damit aber bitte nicht, bis es volljährig ist sondern sprich lange vorher mit deinem Kind darüber. Es muss wissen, vor welchen Ansteckungen es keine Angst haben muss (Schulfreunde und Geschwister davon) und vor allem sei so ehrlich und sag auch, dass Windpocken und Masern mehr sind als ein lästiger Ausschlag.

Eine Freundin von mir hatte (als Kleinkind) übrigens auch einen mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt. Wegen Windpocken. Die ja ach so harmlos sind. Ich kann das Argument, dass es ja nur lästig ist, juckt und einen mehrwöchigen Arbeitsausfall macht, absolut nicht leiden.

Herr Schwaner 26/06/2012

"wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, überhaupt an Röteln oder Masern zu erkranken?"

Die Kindergärten in der Mitte Berlins sind überbordend voll. Dementsprechend oft sind Erkrankungen. Und fast jedes Jahr hängt mindestens einmal ein Zettel mit einer aktuellen Infektionswarnung an der Tür: Windpocken, Röteln, Masern, Scharlach. Zur Zeit haben wir eine Inkubationszeit für Röteln bis zum 2. Juli mit Warnungen für alle Schwangeren. So selten ist das also nicht.

sakasiru 26/06/2012

Laut Wikipedia: "In den USA besteht Impfpflicht gegen folgende Erreger: Hepatitis A, Hepatitis B, Rotavirus, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Influenzavirus A und B, Pneumokokken, Kinderlähmung, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken"
Soviel ich weiß, müssen Kinder geimpft sein, bevor sie in die Schule kommen. Wer die Kosten dafür trägt weiß ich allerdings auch nicht.

Lydia 26/06/2012

Das einzige, wogegen ich mein Kind nicht impfe, sind die Windpocken sowie diese Viren-Dinger, die schon bei Dreimonatigen gemacht werden. Alles andere wird immunisiert, keine Angst. Mir geht es mehr um die Frage, wann ein Kind wogegen geimpft werden sollte. Und da gehe ich mit der Stiko und einer gewissen Anzahl an Kinderärzten eben nicht mit. Die WIndpockenimpfung IST umstritten! Und wenn mein Kind eben keine Windpocken bekommt, dann gehen jetzt aber nochmal 10, 15 Jahre ins Land und die Impfstoffe, die es heute gibt, werden weiterentwickelt - dann kann ich mich immernoch zu einer Impfung entscheiden. Aber dieses Mantra vom "durchimpfen" finde ich unreflektiert. Nicht mehr und nicht weniger.

Lydia 26/06/2012

Und weil jetzt in Berlin ein paar Kinder krank sind, soll ich meinen Säugling auf dem schwäbischen Land impfen?! Genau darum geht es doch - wenn es nach Stiko geht, wird einem fast Neugeborenen durch die Impfungen körperlich immens was abverlangt, was gar nicht Not tut. Eine Empfehlung, Einjährige zu impfen oder eben je nachdem, mit wem sie so verkehren (z.B. bei einem Kita-Besuch), das wäre angemessen. Im Moment geht mein Kind zur Tagesmutter, wo die eigenen Kindern geimpft sind (weil sie mit 3 Jahren (!) gegen MMR geimpft wurden). Wie hoch also, frage ich nochmals, ist das Risiko für meinen Einjährigen?
Oder lässt du dich gegen Tropenkrankheiten impfen, weil immer mal wieder Fälle auftreten, in denen jemand was eingeschleppt hat? Vorwerfen könnte man es dir, wenn nicht... ;)

Lydia 26/06/2012

Ich habe aufgrund meines Alters, meiner Gebärfähigkeit und meiner eigenen Mutterschaft :) in letzter Zeit einige Kinder gesehen, die bei der U4 "durchgeimpft" wurden. KEINES davon ist locker und leicht mit den Impfungen umgegangen - jedes einzelne hatte Fieber, von einem bis zu vier Tagen, teilweise bis zu 41 Grad, es wurden Fieberzäpfchen verabreicht, es gab rote Stellen und Beulen und von den Tagen und Nächten an sich möchte ich nicht sprechen. Sicherlich mag das nichts sein im Vergleich zu einer Bewältigung einer Kinderlähmung oder ähnlichem - aber die Gefahr, im Laufe des gesamten ersten Lebensjahres an Polio o.ä. zu erkranken ist wohl nicht wesentlich höher als in den Monaten vor der U4, oder?! Jedenfalls habe ich auch meinen Zwerg gesehen, der mit einer vernünftigen körperlichen Entwicklung und schon einigen Angriffen auf seine körperliche Unversehrheit (Schnupfen, Zahnen, Schrammen ;) ) zu dieser ersten Impfreihe ging. Und da wusste ich für mich: Das war eine gute Entscheidung!

Lydia 26/06/2012

Ich arbeite an einer Schule und habe schon an vier anderen gearbeitet.
Außer einem Schweinegrippenfall gab es noch nie einen Hinweis auf irgendwas.
Ich fühle mich ziemlich sicher. Aber ich bin halt auch nicht an einer Waldorfschule ;)

Lydia 26/06/2012

Aber du beziehst dich in deinem Artikel nur auf "Eltern". Gerade von den wahrscheinlich vielen Millionen Erwachsenen, die nicht aufgefrischt sind, geht doch die Gefahr aus - für die Säuglinge vor der ersten Impfung und für die, die nicht geimpft werden können.
(Ein Impfpasscheck all derer, die hier so für Impfpflicht sind, wäre spannend)

Wolf 26/06/2012

@Schildi des Verderbens:
Problem: Bei den Kassen (in D zumindest) sitzen SoFas, die selbst an solche Dinge wie "die Krankheit ist besser als die Impfung" und "Homöopathie hilft!" glauben.Da ist es schwer beizukommen.
Ich streite mich andauernd mit meiner Kasse wegen diesem Müll. Hehe, mache das nicht nur beruflich, sondern auch zu meinem privaten Vergnügen :-)

turtle of doom 26/06/2012

Die Antwort an Lydia hänge ich hier an:

Man spielt sozusagen auf Zeit, indem man nicht impft. Und hofft, dass das Kind die Krankheit nicht bekommen wird. Aber je später das Kind trotzdem mal die Krankheit bekommen wird, desto heikler wird es. Bei Masern zum Beispiel sind schwere und bleibende Hirnschäden umso häufiger, je älter das Kind bei der Erkrankung war.

Jetzt kommt hinzu, dass dank Impfungen die die Wahrscheinlichkeit, Masern zu bekommen, drastisch reduziert werden konnte. Aber das heisst wiederum: Wenn ein Kind dann trotzdem Masern bekommt, dann ist häufiger in einem höheren Alter! Und das heisst... mehr schwere Schädigungen durch die Masern.

Entweder impft man gar nicht, oder dann rottet man die Krankheit gleich aus, indem man die Herdenimmunität sicherstellt. Ein Mittelweg würde bedeuten, dass die einen Leute sich an ihrem Impfschutz erfreuen, während die anderen Leute umso schwerer geschädigt werden durch die fehlende Impfung.

Ril 26/06/2012

na ja, eine offizin hat bloss wenig mit den grossen firmen zu tun. sie ist im prinzip genau so von ihnen abhängig wie die patienten selber. was mich stört, ist das scheinbar völlig falsche bild der apotheker, das manche haben. viele können sich gar nicht vorstellen, worum es sich in diesem beruf überhaupt handelt.

das kam vielleicht falsch rüber, ich hab keine probleme mit der bösen bösen industrie. ich denke zwar, dass geld eine zu grosse rolle in der forschung spielt, aber irgendwie muss man die 1 mia CHF entwicklungs- und forschungskosten ja wieder rein bekommen.

wie auch immer, an dieser stelle ein dankeschön an euch industrieapotheker für die gute arbeit! :)

Andreas Moser 26/06/2012

Einer muß es sagen: Was ein Kind nicht umbringt, macht es härter.

anna 26/06/2012

Dazu gibt es ein grausames Zitat aus einem grauslichen Disneyfilm: "Du wirst dich wundern, was du alles überleben kannst." (Nachfolgefilm von Aladin, der Bösewicht kann niemanden töten (1001 Nacht, ihr versteht) und droht dem Protagonisten mit diesem Satz Folter ohne Erlösung durch den Tod an.)

anna 26/06/2012

MMR, DiTePo werden aktuell gehalten; Windpocken habe ich gehabt; HPV und Hep A/B halte ich aufgrund langweiligen Lebenswandels (Sex, Drogen, Reisen, Job) bisher nicht für nötig; FSME wird erledigt, sobald das Endemiegebiet mich erreicht hat (da der Schutz nur für zehn Jahre gewährleistet ist, möchte ich nicht zu früh impfen); Grippeimpfung (auch Schweine-) hatte ich noch nie (keine regelmässigen dauerhaften Kontakte mit gefährdeten Personen) -- sonst noch Fragen? Und was schliesst du aus diesen Angaben?

delfinstern 26/06/2012

@lydia: ich war auch in einer normalen Kiga/Schule, da hingen aber auch andere Dinge dort zb "Magen-Darm-Gripp", "Läuse"... ab und zu gabs aber auch Fälle von Windpocken und co (wobei ersteres noch "normal" war, zu miener Zeit gabs einfach noch keine Impfung)

DarthBane 26/06/2012

und genau DESWEGEN wurden in dem sogenannten unrechtsstaat und dem bösen diktatorischen, menschenverachtenden regime der DDR impfungen von den ärzten vorgenommen...ohne erst die eltern zu fragen.

Wolf 27/06/2012

@Lydia: Gehört eigentlich zu deiner obigen "Frage", da lässt sich aber nicht antworten:
Du wirfst Dinge in einen Topf, die nur auf den ersten Blick miteinander zu tun haben.
Die Wahrscheinlichkeit sich in D eine Tropenkrankheit einzufangen ist wahrlich als äußerst gering einzustufen, aber das hat nichts mit hier vorkommenden Erkrankungen wie Masern / Mumps / Röteln zu tun. (Wobei für uns Malatia z.B. mittlerweile eine Tropenkrankheit ist, die aber auch in Norddeutschland vor Jahren noch regelmäßg Todesopfer gefordert hat). Insofern wird auch niemand auf die Idee kommen, dass du dein Kind gegen Denguefieber oder ähnliche Krankheiten impfen lässt.

Kleines Beispiel: Ein einzelner Mann (!) hat 2009 Masern von D nach Bulagrien exportiert. In der Folge sind 24.000 Menschen an Masern erkrankt und 24 gestorben. Masern reisen, denn Menschen reisen. Und wenn einer kaum Symptome zeigt und irgendwohin fährt, z.B. seine Eltern besuchen, ja dann landen die Masern auch bei dir im schwäbischen Ländle.

"Wie hoch also, frage ich nochmals, ist das Risiko für meinen Einjährigen?" Wenn er Masernerregern ausgesetzt wird und nicht geimpft ist: Nahezu 100% Ansteckungswahrscheinlichkiet. Und bedenke: Es gibt Menschen die als Überträger dienen können aber selbst kaum Auswirkungen der Krankheit zeigen. Und die Ansteckung kann überall erfolgen: Im Supermarkt, im Babyladen, beim Kinderarzt sogar bei der netten ungeimpften Frau (steht ja nicht drauf) die gesagt hat was für ein süßer Bengel dein Kleiner doch ist. Da ist nichts auf den Kindergarten oder die Grundschule beschränkt.
Und schwupps: Wenige Jahre später hast du ein schwerstbehindertes Kind, das eher früher als später den Löffel abgeben wird. (Ich weiß das hört sich hart an, aber genau so ist das Leben)

Ich finde dieses Risiko ausreichend hoch, du auch?

Wolf 27/06/2012

Die DDR WAR ein Unrechtsstaat, sie WAR diktatorisch und sie WAR menschenverachtend.
Da gibt es keinen "sogenannten".

McCloud 27/06/2012

Vielleicht darf ich ausnahmsweise einen kommerziellen Link bringen:
Die Stiftung Warentest hat vor einigen Monaten einen Artikel gebracht, in welchem sie das Thema Impfungen bei Kindern thematisiert hat. Das Ding ist ziemlich gut aufgemacht und größtenteils sachlich korrekt. Das Einzige, was man daran kritisieren kann, ist das Abraten von einer Impfung gegen Windpocken.

Wer sich mal informieren möchte: http://www.test.de/Teil-1-Serie-Impfen-Impfungen-fuer-Kinder-Dieser-Impfschutz-ist-sinnvoll-4335096-4335746/
Der Abruf kostet allerdings 3 Euro (deutsches Handy, Kreditkarte oder andere Zahlungsmöglichkeiten). Wer sich das Geld sparen möchte, kann ja mal in der Apotheke ums Eck oder bei seinem Kinderarzt nachfragen, ob sie/er diesen Test vielleicht haben und einem geben könnten (ich nehme an, dass fast jeder Apotheker oder Kinderarzt diesen Artikel kennt).

Ein Teil dieses Tests ist kostenfrei abrufbar: www.test.de/impfen-extra

Lily 27/06/2012

Ach, die Zeit ist vorbei, Sohn ist inzwischen >30 :-)

Liz 28/06/2012

Bist Du sicher, dass es eine Windpockenimpfung am Oberarm war? Dort wurde nämlich bis 1975 gegen Pocken geimpft, genau wie am Oberschenkel.
Das Problem mit Windpocken ist jenes, dass man sie viele Jahre nach der Impfung doch bekommen kann, weil der Titer irgendwann zurückgehen könnte. Das kann auch bei Röteln passieren.

Und Windpocken in der Schwangerschaft sind auch eine gefährliche Geschichte. Schon deswegen ist ein ausreichend immunisierter Bevölkerungsteil notwendig.

Auch wenn manche Arten von Impfschutz nicht ewig halten - ich halte Impfungen für sehr wichtig. Sie sind das kleinere Übel.
Und nachdem ich die Windpocken als Kind durchmachen musste (in den 70ern wurde noch nicht dagegen geimpft) und mein gleichaltriger Mann sie dann mit 37 erlitten hat, wurden unsere Jungs vorsichtshalber gegen Windpocken geimpft, als der mütterliche Nestschutz durch Stillen langsam auslief.

Liz 28/06/2012

Von der Windpockenimpfung abzuraten, nur weil sie nicht nach dem eierlegenden-Wollmilchsauprinzip alle Gürtelrose-Erkrankungen mitverhindert und nicht ewig hält ohne ggf. Auffrischung zu bedürfen, finde ich etwas unreflektiert.

Es wird schließlich auch eine Röteln-Impfung empfohlen, auch wenn da seit längerem bekannt ist, dass sie nicht gegen die Sonderform Ringelröteln schützt und man damit rechnen muss, dass sich der Titer zurückbilden kann. Nicht umsonst wird auch bei Vorlage des Impfpasses eine Titer-Bestimmung bei Schwangeren vorgenommen, um jene mit fehlendem oder zu niedrigem Titer entsprechend zur besonderen Vorsicht mahnen zu können.

Würde man vom Kauf eines Autos abraten, nur weil damit zu rechnen ist, dass nach ein paar Jahren (lange vor Verschrottungsreife des Fahrzeugs) die Reifen abgenutzt sind?

Ganz ehrlich, ich würde was drum geben, wenn man noch mehr folgenschwere oder auch nur sehr unangenehme Krankheiten mit Impfung verhindern könnte.

Meine Kinder sind durchgeimpft, auch wenn wir wegen der langen Stillzeit zwei Monate später damit angefangen sind als von der STIKO vorgeschlagen. Allerdings besuchte auch kein Geschwisterkind irgendeine Einrichtung, wo es in Kontakt mit potenziellen Überträgern in Kontakt kam.
Wäre unser Großer schon im KiGa gewesen, hätten wir den kleinen Bruder bestimmt frühzeitiger impfen lassen gem. Impfplan, und uns nicht auf den Nestschutz durchs Stillen verlassen.

Ich hatte eine Kollegin, die stark hörgeschädigt war - wegen Röteln. Und die eines Tages mit Anfang 20 im Urlaub einen Verkehrsunfall erlitt, weil sie ein nahendes Auto nicht gehört hatte. Beides wäre zu verhindern gewesen, hätte man damals in den 70ern schon mehr auf Rötelnimpfschutz für Frauen, die irgendwann mal schwanger werden könnten, geachtet.

Don 28/06/2012

Sie hatte ja auch nicht geschrieben, daß sie eine Windpockenimpfung in den Oberarm hatte, sondern daß dort eine Narbe von ihrer Windpockenerkrankung zurückblieb.

Wolf 28/06/2012

"[...]Allerdings besuchte auch kein Geschwisterkind irgendeine Einrichtung, wo es in Kontakt mit potenziellen Überträgern in Kontakt kam. [...]"

Kind niemals mit in den Supermarkt genommen?
Niemals mit anderen Kindern auf dem Spielplatz spielen lassen?

Es ist ein Trugschluß zu denken, wenn ein Kind nicht in den KG geht, dass es sich nicht mit irgendwas anstecken kann. Und es müssen nicht immer andere Kinder die Überträger sein.

Aber für das Impfen gibt es einen Daumen hoch :-)

sakasiru 28/06/2012

Auf den Nestschutz beim Stillen kann man sich auch nicht ewig verlassen. Klar kriegt ein Kind ein paar Antikörper mit, aber ob das im Zweifelsfall gegen eine Ansteckung reicht? Da geb ich meinem Kind doch lieber frühzeitig die Möglichkeit, selber welche zu bilden, noch während es Nestschutz hat.
Stillen kann man ja trotzdem weiter ;-) Hab 13 bzw 14 Monate gestillt, und meine Kinder trotzdem nach STIKO geimpft.

DarthBane 28/06/2012

aaah. also ist es menschenverachtend, per verfassung das recht auf arbeit zu verankern, wohnungsbau zu betreiben statt konsumtempel zu errichten, es ist also menschenverachtend, den werktätigen kostenlose kinderbetreuung anzubieten, ein schulsystem zu errichten, welches ganztägigen unterricht anbietet, den kindern verantwortungsgefühl beigebracht wird. es ist wohl menschenverachtend,eine bestmögliche, im übrigen kostenlose, medizinische versorgung zu garantieren. klar, wer dreck am stecken hatte, wurde nicht gerade mit samthandschuhen wie das in der BRD der fall ist, angefaßt. aber die meisten dürften es auch nicht anders verdient haben. aber heute ist natürlich alles ganz doll und rosig. mit staatlich gewolltem massenelend, ausbeutung und unterdrückung. ein sauberer staat, diese BRD. :)

Myuu 28/06/2012

Du plapperst wohl auch alles nach, was eure Göbbelse damals und heute noch verzapfen. Schon mal bemerkt, das in vielen Kriegen der Sieger den Besiegten im nachhinein noch dämonisiert um selbst im besten Licht dazustehen und dem unterdrückten Volk auf diese weise jedweden Widerstand auszutreiben? Das selbe lief und läuft auch hier ab.

Don 28/06/2012

Ich bin in der DDR aufgewachsen und kann Dir nur sagen:
Oh ja, es war ein Unrechtsstaat und nichts anderes!

anonym 29/06/2012

Gegen die üblichen Sachen (Polio etc.) bin cih geimpft -Danke an meine Eltern. Überlege, ob ich mich gegen HPV auch impfen lasse.

Wolfram 29/06/2012

Ja klar. Wer nicht der staatlich verordneten Einheitsmeinung war, hatte es verdient, von der Roten Hilde nach Bautzen verfrachtet zu werden. Wer nicht der staatlich verordneten EInheitsmeinung war, hatte es verdient, daß ihm die Kinder weggenommen wurden, damit linientreue Genossen sie aufziehen durften. Wer da nicht leben wollte, hatte es verdient, abgeschossen zu werden wie ein Kaninchen.
Wenn es dir in der Bundesrepublik nicht gefällt, steht es dir frei, alles zu nehmen, was dir gehört, und woanders hinzugehen. Ging das in der DDR auch? Nein, q.e.d., denn "niemand will eine Mauer errichten, aber 28 Jahre lang hat sie euch edle Kommunisten eingemauert.

Wolfram 29/06/2012

Die beste Beschreibung des "antifaschistischen Lagers", die ich seit langem gelesen habe...
aber es hatte keinen Krieg verloren, sondern schlicht abgewirtschaftet, euer tolles System.

Liz 29/06/2012

Hallo Wolf, wir haben nur 2 Monate später begonnen als die STIKO vorgab. Man hinkt schnell mal ein paar Wochen hinter dem Plan her, wenn man immer zu den Impfterminen ein kränkelndes Kind hat und beim Ersatztermin beim Kinderarzt dann die nächste fiebrige Geschichte beim Baby stattfindet.

Insofern denke ich, dass da schon gewisse Reserven in den Terminempfehlungen enthalten sind und 2 Monate nicht das extreme Risiko bedeuten.

Und ich bin tatsächlich kein Freund von dieser neumodischen Handhabe, die kleinen Kinder gerade in den ersten Monaten überallhin mitzuschleppen. Ich finde es gar nicht schlimm, mal für ein paar Monate Rücksicht auf das Baby zu nehmen und etwas häuslicher zu leben.

Öffentlicher Spielplatz war bei uns kein Thema, für den zweieinhalbjährigen älteren Bruder reichte damals auch der Garten.
Und beim Einkaufen lag das Baby im Babysafe mit Windschutz, insofern hatte es kaum Gelegenheit, sich via Tröpfchen- oder Schmierinfektion irgendwelche Keime von fremden Menschen einzufangen.

Wäre geplant gewesen, das Kind mit 6 Monaten zur Tagesmutter oder in einen Hort zu geben oder eine PEKIP-Gruppe, Massagekurs oder einen Schwimmkurs, dann hätte ich auch auf einer früheren Impfung bestanden.

Aber all diese potenziellen Risikofaktoren waren bei uns ausgeschlossen, der große Bruder durchgeimpft und wir Eltern und Großeltern hatten die Krankheiten weitestgehend durchgemacht und fielen daher als Überträger aus.
Und vor all diesen Hintergrundüberlegungen sehe ich auch heute kein Problem darin, dass wir uns einfach 2 Monate mehr Zeit gelassen haben mit dem Impfen.
Die einzelnen Impfungen haben unsere Jungs dann auch problemlos verkraftet, der Große hatte nur einmal leichtes Fieber und der Kleine hat überhaupt keine nennenswerten Reaktionen gezeigt.
Ich führe das auch darauf zurück, dass wir nur geimpft haben, wenn die Kinder richtig fit waren und nicht kränkelten oder zahnten.

turtle of doom 29/06/2012

Ich hab da noch ein paar Zahlen ausgegraben:

Afrika 520.102 316.224
Amerika 1.755 19
Östliches Mittelmeer 38.592 15.069
Europa 37.421 37.332

Links sind die gemeldeten Masernfälle im Jahre 2000. Rechts jeweils die Masernfälle des Jahres 2005.