Können wir hier helfen?

Zwei Primarschülerinnen kommen in die Apotheke und fragen mich: „Können wir hier helfen?“

Ich (total überrascht: die sind nicht älter als 10, Maximum): „Wie helfen?“

„Na, wenn neue Sachen kommen, ins Regal stellen, versorgen und so.“

Ah. Taschengeld aufbessern?

„Ihr meint, ihr wollt hier arbeiten?“

„Ja.“

„Oh, sehr nett von Euch, aber das geht nicht: erstens seid ihr zu jung und dann ist die Drogerie kein geeigneter Ort für Schulkinder: zu viele giftige Sachen und so.“

Aber als sie weg sind, musste ich das nochmals nachschauen. Wie war das noch? Info über Jugendarbeit findet sich hier.

Demnach sind Gefährliche Arbeiten für Jugendliche grundsätzlich verboten.

Und was gilt als gefährlich? Zum Beispiel das Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Chemikalien;

Das ist vielleicht noch diskutabel – immerhin sind unsere Chemikalien doch meist ziemlich gut verpackt … ausser man muss sie abfüllen gehen. Aber dann steht da noch:
Vor dem 15. Geburtstag ist eine Beschäftigung Jugendlicher grundsätzlich verboten.

Hmm … ich dachte aber, ich habe schon vorher … Ah, da steht auch:

Ab 13 Jahren sind leichte Arbeiten erlaubt. Damit sind z.B. kleine Erledigungen, Ferienjobs und Schnupperlehren gemeint. Die leichten Arbeiten dürfen keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit, die Sicherheit und die Entwicklung der Jugendlichen haben
und weder den Schulbesuch noch die Schulleistung beeinträchtigen.

Tja, Pech für die engagierten Schüler – aber Schule geht vor. Und sie sind auch wirklich noch etwas sehr jung gewesen.

Über den Bergen, bei den …. Zwergen?

Hausaufgabe letztens. Junior muss die Sätze ergänzen.

Darunter obiger Satz. Den er so ausgefüllt hat: Über den Bergen, bei den 13 Zwergen.

Die Lehrerin hat das mit einem dicken Fragezeichen quittiert.

Weshalb nicht 7? Soll das wohl heissen.

Ja, wieso nicht? Ich musste nur kurz nachdenken, bis mir einfiel weshalb. Weil ich Junior bisher wohl nie das Märchen vom Schneewittchen erzählt habe – aber dafür haben wir zusammen der kleine Hobbit gelesen. Das war spannend und ist wohl auch bei ihm hängengeblieben.

Und ja, das sind 13 Zwerge.

Oin, Gloin, Ori, Nori, Dori, Fili, Kili, Bifur, Bofur, Balin, Dwalin, Bombur und Thorin.

… Da gibt es wohl wieder etwas Erklärungsbedarf :-/

Und das mit Schneewittchen muss ich Nachholen.

Lesen und Schreiben

So weit sind wir schon in der Schule: Nach knapp 3 Monaten (minus 2 Wochen Schulferien) sind das die aktuellen Hausaufgaben:

Erstens lesen (Heisst: buchstabieren, zusammensetzen, sagen)

und dann die Aufgabe erledigen.

Möglichst alleine.

hausaufgaben

Also ich find’s erstaunlich. Und sie haben noch nicht mal alle Buchstaben durch …

Beispiel: Male die Rosen mit drei Dornen rot an.

Alle anderen Rosen sollen lila sein.

Es sind … lila Rosen.

Es klappt schon ganz gut – bis auf das „alleine“.

Weiterüben!

Was macht Junior?

Oder vielleicht besser: was machen wir?

„Wir“ haben letzte Wochen den ersten Schultag gehabt. Ein grosser Tag für uns :-)

Junior hat gut angefangen – wie alle, die neu in das Schulhaus kommen, hat auch er einen Götti bekommen: einen älteren Schüler, der ihm hilft, ihm alles zeigt und bei Fragen da ist. Sein Wunsch für Junior: „… dass Du gut in der Schule bist!“

Au ja, bitte.

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Wir starteten schon gut: Hausaufgaben gab’s gleich am ersten Tag – und die haben bisher auch nicht nachgelassen.

Seitdem machen wir also täglich Hausaufgaben. Das heisst natürlich Junior macht … und ich schaue, *dass* er sie macht. Er malt Nullen und O’s schon wie ein Profi :-) Ansonsten ist er ein bisschen ein Minimalist – jedenfalls hat er das Blatt, wo er in die Felder die Anzahl Objekte, die aufgeschrieben waren (zum Beispiel 5 Bälle, 8 Tannen etc.) alle einfarbig in Braun gemalt. Naja, es steht auch wirklich nirgendwo, dass es farbig sein müsste … also kein Grund für mich, mich zu beklagen.

Dafür habe ich vergessen, ihm sein Badezeug mitzugeben – was hauptsächlich daran liegt, dass auf dem Stundenplan steht „Turnen“ … und ich nicht dachte, dass sie grad mit Schwimmen starten. Da musste er sich eine Badehose vom Abwart ausleihen … und ich mir nachher seine Vorwürfe anhören. Das nächste Mal bekam er auch das Badezeugs mit … da hat er nur Turnen. Hmmm – ich muss mal nachfragen, wie sie das gedacht haben. Denn die nasse Badehose sollte er ja nach Hause wieder mitbringen – auf der anderen Seite steht, dass der Turnsack immer in der Schule bleibt … aber auch den hat er bisher immer wieder zurückgebracht. Ist es wirklich gedacht, dass er immer beides dabeihat?

Für Junior ist das anstrengend – für uns auch. Immerhin müssen wir jetzt täglich früher aufstehen. Da sind meine Arbeitszeiten etwas unangenehm, weil wenn ich bis 7 Uhr abends arbeite, wir erst frühstens auf die halb Acht zum gemeinsamen Nachtessen kommen … und das heisst wiederum, dass er danach gleich ins Bett muss.

Die ersten paar Nächte war er auch wesentlich unruhiger … aber das ist zu erwarten, er hat viel zu verarbeiten.

So sind wir alle ein bisschen müde, aber zufrieden.

sehr erfreuliche Entwicklung

Junior kommt ja im Sommer in die Schule – voraussichtlich in eine Kleinklasse, da er noch etwas Unterstützung benötigt. Offenbar aber reicht die Empfehlung der Kindergärtnerinnen und des Vor-Heilschul-Pädagogischen Dienstes dazu nicht aus, so dass wir das "Vergnügen" eines Besuchs beim Schulpsychologen hatten.

Ich sag nur: das ist auch eine Art Arbeitsbeschaffung :-)

Jedenfalls haben wir nach dem gemeinsamen Gespräch jetzt auch von ihm den Antrag für die Kleinklasse. Aber – amüsant fand ich die Bemerkung:

Junior ist ein bewegungsfreudiger, altersgemäss entwickelter Bub, der dank des Einsatzes der Eltern, der Lehrpersonen, des VHPDs, Physio- und Psychomotoriktherapie und Logopädie eine sehr erfreuliche Entwicklung hin zum heutigen Stand gemacht hat. Er braucht aber noch eine engere Begleitung im Schulalltag, als dies durch die Regelklasse gewährleistet werden kann, um seine etwas kurze Konzentrationsspanne auszugleichen und ihn bei der Sache zu behalten, weswegen es für ihn optimal wäre, zunächst in einer Kleinklasse eingeschult zu werden.

2 Sätze – 

aber ich finde, er hat noch die Grosseltern und das Tagesheim vergessen – wenn er schon so ziemlich alle erwähnen muss :-) Ganz offensichtlich braucht es heute noch ein Dorf um ein Kind aufzuziehen … oder die gleiche Menge an heilpädagogisch ausgebildeten Leuten …