Die Geschmäcker sind verschieden …

Besten Dank an Moinsen für diese Begebenheit! – Ich sag nur: nicht nur bei uns!

Habe mich gestern grad an diesen Post erinnert… ein Telefon, wie Pharmama immer sagt:

Kundin: „Ich will dass Orthomol Granulat mit Orangengeschmack.“
Ich: „Also, es gibt entweder NUR das Granulat, dann mit Grapefruitgeschmack; ansonsten gibt es eine Kombipackung mit Granulat, Tablette und Kapsel – da schmeckt das Granulat mit Orangengeschmack.“
K: „Tablette und Kapsel brauche ich nicht, ich möchte nur das Granulat.“
I: „Das ist dann halt mit Grapefruitgesch…“
K: „Neinnein, ich will das mit O-Geschmack!!!“
I: „Naja, wie ich schon sagte, wenn sie NUR das Granulat haben möchten, dann gibt es das eben nur mit G-Geschmack…!“
K: „Nein, ich hatte das Granulat doch schon, das schmeckt nach Orange.“
I: „!!!Hatten Sie denn eine Packung mit NUR GRANULAT oder waren da bei Ihnen auch tabl. und kaps. drin?“
K: „Ja schon, aber die brauche ich nicht, ich will nur das Granulat!“
I: “ (Einatmen – Ausatmen…) Also nochmal langsam „Frau K., es gibt zwei versch. Packungen, Entweder NUR mit Granulat ODER Granulat, Tabs, Kaps…“
K: „Ja, aber es gibt doch auch noch Trinkampullen, oder?“
I: “ ???!?!? Äh, ja,…möchten Sie denn lieber die Trinkamp.? Die habe ich zwar nicht auf Lager, kann ich aber selbstverständlich zu heut nachmittag bestellen…“
K: „Neee, die sind so teuer, hab ich gehört. Lieber das Granulat.“
I: „(Einatmen, Kollegen tätscheln schon von hinten beruhigend die Schultern und verkneifen sich das Lachen…) „…mit Grapefruit-Geschmack…???“
K: „Nein, ich sagte doch Orange!“
I:“……………………………………….ich schau noch mal eben auf die Packungen, Frau K.“
Stumm-Knopf gedrückt, einmal kurz und laut geschrien…mach ich in letzter Zeit irgendwie öfter :-)

Es kommt raus, dass die Geschmäcker genau so verteilt sind, wie ich es ihr die ganze Zeit erzähle, nach noch gefühlten 120Mal hin und her nimmt sie dann die Kombipackung und lässt einfach Tabletten und Kapseln liegen bzw. schmeißt sie weg….

LIEBE KUNDEN; BITTE HÖRT DOCH MAL AKTIV ZU!
ein utopischer Wunsch, ich weiß.

Spezifischer Kundenwunsch

Ich mag es ja, wenn der Kunde weiss, was er will. Aber manchmal sind die Wünsche ein bisschen zu … spezifisch.

So letzthin:

Kundin: „Ein Aufbaumittel für meine ältere Mutter, aber …

  • es darf kein Vitamin C enthalten und nicht aufputschend wirken, weil sie es am Nachmittag nehmen soll.
  • Es muss etwas sein, das man in viel Wasser lösen muss, denn sie soll mehr trinken – und anders bekomme ich sie nicht dazu. Also: Brausetablette oder Pulver, keine Tropfen, kein Sirup, den man löffelweise nimmt.
  • Es muss gut schmecken, sonst nimmt sie es nicht.“

Vorschläge? Ich habe nichts gefunden, das ihr passte.

Frustrierend.

Tag der seltsamen Kundenwünsche

Das hatten wir letzthin. An einem Tag gleich mehrere Anfragen von … ungewöhnlichem.

Dass die Kunden zur Weihnachtszeit nach Kerzen in der Drogerie fragen, kenne ich schon – das liegt daran, dass das früher mal so üblich war. Genauso wie manche noch fragen, ob wir Fotos entwickeln, oder Holzbeize haben …

Aber eben, letzthin an einem Tag gleich drei seltsame Anfragen.

Frau: „Könnten sie mir die Adresse von jemandem anhand der Telefonnumer heraussuchen?“

Naja, ich könnte im Internet nachschauen, ob ich etwas finde. Aber, wenn Sie die Nummer oder den Namen haben, können Sie auch selbst beim Auskunftsdienst anrufen. Ich habe nämlich im Moment keine Zeit für derartige Recherchen.

Frau: „Ich brauche homöopathische Placebo-Globuli“ – Ja. Ernsthaft, Mit gar nichts drin (nicht mal Vakuum :-)

Wofür: Ihre Katze bekommt demnächst homöopathische Medikamente und sie will sie jetzt schon daran gewöhnen, die zu nehmen. Katzen sind nur schwierig dazu zu bringen Medikamente zu nehmen – und mit dem Essen soll man homöopathische Mittel ja auch nicht nehmen … Das haben wir ihr übrigens besorgen können. Hier der Beweis.

Mann: „Ich hätte gerne Kräuter Zigaretten aber ohne Tabak … – zum aufhören rauchen.“

Hmmm. Es gab tatsächlich einmal Zigaretten ohne Tabak, die wir bestellen konnten. Die sind inzwischen ausser Handel. Im Internet fand ich ein paar Vertreiber für so „Kräuterzigaretten“ – mit den absonderlichsten Geschmacksrichtungen. Menthol und Schokolade sind da noch die normalsten. Aber erstens kann ich die nicht bestellen und zweitens … widerspricht das Rauchen von Kräuterzigaretten nicht der Aussage „aufhören rauchen“?

Was hattet ihr bei Euch schon für seltsame Anfragen?

Ethanol-Mepha ?

Mann: „Ich brauche etwas von meinem Dauerrezept.“

Pharmama: „Was brauchen sie?“

Mann: „Mein Etanol-Mepha“

Pharmama: …? denke: Etanol – Ethanol – Alkohol??

ich schaue etwas sparsam und suche in seinem Computerdossier.

Mann: „Die für meinen Blutdruck!“

Pharmama: (der Groschen fällt) „Aah, sie meinen die Atenolol.“

Mann: „Das habe ich ja gesagt.“


Naja, Atenolol und Ethanol ist nicht ganz dasselbe – und dass es Alkohol auf Rezept gibt habe ich auch noch nicht gesehen – ausser vielleicht in Haut-Rezepturen.

Molekular Küche?

Kunde in der Apotheke: „Ich bräuchte etwas Salzsäure.“

Pharmama: „Ok, und für was brauchen sie das?“

Kunde: „Zum Kochen.“

Ähhh … sicher? Ich habe ja schon einiges Seltsames von der Molekularküche gehört, aber Salzsäure fände ich jetzt sehr …. wäääh. Also fragte ich dreimal nach und ging schliesslich mit ihm im Internet nachsehen.

Im Endeffekt meinte er Zitronensäure …

Aber weil es mich interessiert, habe ich mich ein bisschen Schlau gemacht über das Thema. In der molekularen Küche stehen die biochemischen und physikalisch-chemischen Prozesse im Vordergrund. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse hieraus werden bei der Lebensmittelherstellung und -zubereitung umgesetzt. Das Ergebnis sind dann Sachen wie „Campari-Kaviar“, „Weisse Tomatensuppe“ und „flüssige Oliven“…

Hier eine Liste der Mittel, die in der Molekular Küche gebraucht werden (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Die meisten davon kann man auch via Apotheke bestellen – auch wenn ich nicht denke, dass das viele gleich an Lager haben:

  • Agar-Agar E 406
  • Alginat E 400
  • Calciumlactat E 327
  • Calciumchlorid E 509
  • Calciumgluconat E 578
  • Carrageen E 407
  • Gellan  E 418
  • Glycerin E 422
  • Guarkernmehhl E 412
  • Johannisbrotkernmehl E 410
  • Lecithin E 322
  • Maltodextrin
  • Methylcellulose E 461
  • Natriumalginat E 401
  • Natriumcitrat E 331
  • Sojalecithin E322
  • flüssiger Stickstoff (nein, ich habe keine Ahnung, wie man daran kommt)
  • Xanthan E 415
  • Zitronensäure E 330
  • Zuckerester Sucro E 473

Wie man sieht, sind die auch als Zusatzstoffe für Lebensmittel gebraucht. Die E-Nummern sind eine Art der Kennzeichnung.

Das E steht dabei für Europa. Die E-Nummer ist im Grunde das Zeichen dafür, dass für den betreffenden Stoff im Rahmen des Zulassungsverfahrens der Europäischen Union nachgewiesen wurde, dass er auf seine gesundheitliche Unbedenklichkeit überprüft wurde, technologisch notwendig ist und festgelegten Reinheitsanforderungen entsprechen muss.

Wen es interessiert, der findet hier eine Liste der E-Nummern und Zusatzstoffe mit Beschreibung: was, warum, Probleme ..

Und da kommen wir zur Kritik an der Molekularen Küche. Die verwenden diese „Zusatzstoffe“ nämlich in wesentlich höheren Mengen und Konzentrationen, für die sie weder zugelassen noch getestet wurden. Und das kann dann Probleme geben – wenn z.B. das Geliermittel den Darm verklebt und die Aufnahme von anderen Stoffen behindert, oder Calciumlactat, das für Erwachsene zwar unbedenklich ist, bei Kleinkindern aber (weil sie die Milchsäure nicht gleich abbauen) eine Übersäuerung des Blutes bewirken kann.

Mehr darüber hier.

Wen das nicht abschreckt, kann sich ja selbst mal daran versuchen. Rezepte wie der Lachstartar mit Campari-Kaviar sehen recht gut nachkochbar aus.

Ich denke, ich werde das mal versuchen. Wie sieht es bei Euch aus? Habt ihr schon einmal molekular gekocht – oder gegessen? Und was? Wie war es?