Kundin in der Apotheke: „Ich hätte gerne einen Becher Urin.“
Pharmama: „Äh? Sie meinen einen Probenbehälter?“
Kundin in der Apotheke: „Ich hätte gerne einen Becher Urin.“
Pharmama: „Äh? Sie meinen einen Probenbehälter?“
Ich habe hier im Blog erst vor kurzem das Verschwinden der Mottenkugeln aus dem Handel beklagt.
Scheint, ich war etwas voreilig, denn … was sehe ich in der Chemikalien- und Drogen-Bestellung gestern?
Dies hier:
Für einen Kunden wurde Naphtalinum in globulis bestellt. Auf gut deutsch: die wirklich klassischen Mottenkugeln! Es gibt sie doch noch!
Und ich durfte kontrollieren, ob auch wirklich das richtige gekommen ist. Bei den Chemikalien und Drogen bedeutet das: aufmachen, anschauen, dran riechen und ev. noch ein paar Tests zur Sicherheit. Weitere Tests waren bei den Dingern aber nicht nötig – Aussehen und Geruch lassen eine Bestimmung doch eindeutig zu. Die hier riechen nicht nach Veilchen wie die Chloro Kampfer.
Und was für ein Geruch! Baaaah! Einmal aufgemacht, angeschaut, (fotografiert), wieder zugemacht und ins Bestellregal gestellt – und jetzt stinkt die Büchse den ganzen hinteren Teil der Apotheke voll.
Nachtrag Oktober 2012: Wir haben inzwischen regelmässig Mottenkugeln gebraucht – eben, weil es die anderen Dinger nicht mehr gibt. Es gibt tatsächlich Leute, die das lieber haben als zum Beispiel die Gesal Mottenpapiere oder die Dinger, die man in den Schrank hängt … obwohl die bei weitem (oder gar nicht) so stinken wie die Mottenkugeln. Jetzt haben wir aber die neuste Revision des Chemikaliengesetzes- im Zuge einer weltweiten Vereinheitlichung. Und da drin steht unter anderem, dass Biozidprodukte (als alles, was zum schädigen, abhalten etc. von Insekten oder anderen Tierchen und auch Bakterien gedacht ist) eine spezielle Kennzeichnung braucht, sonst darf man es nicht verkaufen. Da fallen auch verschiedene ätherische Öle drunter, die zum abhalten von Mücken gedacht sind … und eben Mottenkugeln. Die darf ich also nicht mehr verkaufen. Oder … zumindest nicht als Mottenkugeln – als Naphtalin zum „beduften“ oder so :-/ schon. Oder?
Nachtrag 2013: Jetzt ist endgültig fertig mit Mottenkugeln – auch zum „beduften“. Der Grund war eine Reklamation … und die endgültige Reaktion des Gesetzgebers, Nachzulesen hier: Fertig Mottenkugeln.
*Das* fand ich herzig:
Kundin: „Haben sie etwas um meine Darmfauna wieder aufzubauen?“
Ja, klar – nur sagt man heute Darmflora.
Aber eigentlich ist das überholt, denn die Flora betrifft im Normalfall das Pflanzenreich während die Fauna sich mit dem Tierreich beschäftigt. Aber wir haben ja keine Pflanzen im Darm und hoffentlich auch keine Tiere sondern Bakterien.
Kundin in der Drogerie:
„Ich brauche ein Shampoo, aber es darf absolut kein „PH“ enthalten!“
Man versuchte ihr zu erklären, dass es sich bei dem pH nicht um einen Inhaltsstoff, sondern um eine Angabe der Säure handelt – im Sinn von: je näher dem normalen Haut-pH von 5.5, desto milder für Haut und Haar. Das war aber hoffnungslos – sie wollte einfach nicht verstehen, also suchte man nach einem Produkt, wo nichts mit pH drauf steht. Einen pH hat es natürlich trotzdem …
Gar nicht so einfach, wie man denkt. Da gibt es pH-neutrales Shampoo, pH 5.5, pH Hautneutral, pH 5, etc. Man glaubt es kaum, wo das alles draufsteht.
„pH“ – das ist die Abkürzung für den lateinischen Begriff „potentia hydrogenii“ und heißt übersetzt „Wasserstoffionen-stärke“.
Der pH-Wert dient dazu, Säuren und Laugen voneinander zu unterscheiden und ihre Stärke zu kennzeichnen. Denn alles, was Wasser enthält, hat auch einen pH-Wert, der mittels elektrischer Meßgeräte oder aber den sogenannten Indikatoren, wie z. B. Lackmus festgestellt wird. Die Skala reicht dabei von pH 0 bis pH 14, wobei der Mittelwert von pH 7 als neutral bezeichnet wird. Wasser hat diesen Neutralwert von pH 7. Alkalische Seifenlösungen, sprich Laugen, haben einen pH-Wert größer als 7. Demgegenüber rangieren saure Lösungen, so beispielsweise Essigsäure, Milchsäure und Kohlensäure, auf dieser Skala zwischen 0 und 7.
Unsere Haut hat einen leicht sauren pH von 5.5 – und braucht das auch, als zusätzlichen Schutz vor Bakterien. Den sogenannten Säureschutzmantel sollte man nicht kaputt machen durch sehr basische oder auslaugende Produkte.
Kundin in der Apotheke:
„Haben sie mir eine Liste aller Medikamente die es gibt?“
…
Uh, nein. Aber sie können ja damit anfangen, indem sie in eine Buchhandlung gehen und dort nach dem „Kompendium“ fragen – da sind zumindest die in der Schweiz zugelassenen drin. Für Deutschland wäre das wohl die „rote Liste“, für die anderen Länder müssten sie anfragen …
Kunde: „Haben sie etwas gegen innerliche Blutungen? Eine Creme oder so?“
….
Stellt sich im Verlauf des Beratungsgesprächs heraus, dass er etwas gegen blaue Flecken meinte.
Na dann.
