Lieber Zahnarzt: Bitte nicht.

Kundin bestellt bei uns eine spezial-Zahnpasta. Die braucht tatsächlich ein Rezept, muss aber (wie eigentlich alles auf Zahnarztrezept in der Schweiz) bezahlt werden.

Das Ding ist nicht exorbitant teuer.

Pharmama: „Das macht 9 Franken 50.“

Kundin: „Mein Zahnarzt hat gesagt es kostet 8 Franken.“

Pharmama: „Es kostet 9.50.“

Kundin: „Oookay. 9.50.“

Sie knübelt das Geld aus dem Portemonnaie und zahlt. Leicht widerwillig.

Lieber Zahnarzt. Das Ding kostet mich im Einkauf schon etwas über CHF 7.50.-. Bitte sieh‘ davon ab, dem Kunden irgendwelche Preise zu sagen. Die sind bei Sachen, die sowieso nicht von der Krankenkasse bezahlt werden Marktabhängig … und Du weckst Erwartungen beim Kunden, die wir dann enttäuschen müssen. Ich geh‘ ja auch nicht hin und sag der Kundin: „Oh, ein Loch flicken im Backenzahn – das kostet Sie nicht mehr als … Franken beim Zahnarzt.“

Also: Bitte nicht.

spezielle Allergien

Frau in der Apotheke: „Ich möchte ein Schmerzmittel, aber ich bin allergisch auf Milligramm.“

Pharmama: „Entschuldigung, Sie sind was?“

Frau: „Naja, ich kann Milligramm nehmen, aber nicht mehr als 200 aufs Mal – also geben sie mir ein Schmerzmittel mit weniger drin!“

…

Missverständnis (8)

Der junge Mann kommt in die Apotheke und verlangt: „Ein starkes Schmerzmittel!“

Es fällt auf, wie dick seine eine Backe ist, also fragt ihn die Pharmaassistentin: „Haben Sie Zahnschmerzen? SO geschwollen wie das ist, sieht sich das besser ein Zahnarzt an.“

Der Junge stutzt, nimmt ein Taschentuch aus der Hosentasche, spuckt den riesen-Kaugummi, den er in der Backe verstaut hat da rein und sagt: „Nein, das Schmerzmittel ist für die Kopfschmerzen meiner Mama.“

Ups. Na dann …

Das gehört wahrscheinlich unter die Kategorie: Missverständnisse …

mehr in der Sparte:

 

 

automatischer Refill-Service

Frau Kehraus etwa 55 Jahre, wohnt in der Nähe – nicht weiter als 2 Querstrassen weg – und kommt bei uns regelmässig ihre Rezepte einlösen. Sie möchte auch, dass wir ihr Sachen vorbeibringen – ein, zwei Mal monatlich oder so.

Das ist in Ordnung. Wir machen das auch als Kundendienst … nur manchmal frage ich mich: Warum? – wenn sie schon mindestens jede Woche einmal sowieso in der Gegend ist. Sie kommt dann auch in die Apotheke um dies und das zu kaufen.

Aber was bei ihr am schwierigsten ist: Ihre Dauermedikamente. Sie will, dass wir ihr die Sachen automatisch bringen – also dann, wenn sie ihr auslaufen – und zwar ohne, dass sie sie verlangen muss – Wir ‚sollten schliesslich wissen, wann meine Tabletten ausgehen und sie mir dann bringen’. Sie will nicht die Verantwortung dafür übernehmen, dass sie genug zu Hause hat.

Pharmama: „Das kann ich nicht. Ich habe nicht das Computersystem dafür … und kann auch nicht ständig nachschauen gehen. Vielleicht könnte ich noch ein Computerprogramm basteln, das mich daran erinnert, aber auch dann weiss ich nicht mit Sicherheit, ob Sie nicht noch welche haben – manche der Dinge sind je nach Bedarf zu nehmen.“

(Und ich weiss ja auch nicht, ob sie die wirklich so nimmt, wie sie sollte).

„Es ist wichtig, dass Sie uns jeweils den Auftrag geben. So wie die andern auch. Das geht auch telefonisch.“

Sie will davon nichts hören.

Ich erkläre ihr: „Das ist dasselbe wie man schauen muss, dass man immer Brot, Milch oder Toilettenpapier zu Hause hat.“

Nichts nützt.

Sie erklärt mir dass ihre Gesundheit tatsächlich meine Verantwortung (!) ist. Immerhin ist es ja auch meine Verantwortung, dass Sie die richtigen Tabletten bekommt, also soll ich auch schauen, dass sie die rechtzeitig bekommt. Lies: Automatisch.

Ich habe das Gefühl, mich jetzt hinsetzen zu müssen.

„Nein. Nochmal: Ihre Gesundheit ist Ihre Verantwortung!“

Was ich noch machen könnte ist, ihr ein Dosett richten lassen. Dann wären die Medikamente bei mir und sie würde wöchentlich das Dosett gerichtet bekommen und auch nach Hause geliefert.

Das will sie aber auch nicht, schliesslich sei sie ’noch nicht so tüdelig, dass ich die Tabletten nicht selber aus den Packungen nehmen könnte!‘ Der wahre Grund dürfte aber sein, dass Sie für den Service bezahlen müsste.

Mir scheint manchmal, die Leute heute wissen immer mehr von ihren Rechten und immer weniger von ihrer Verantwortung oder „Pflichten“.

Frau Kehraus war mehr als erstaunt, dass ich ihrer Argumentation nicht folgte. Wahrscheinlich war sie so überrascht wie ich, dass sie meinen Erklärungen nicht folgen konnte.

Ich habe ihr gesagt, was ich tun kann für sie – dass Ihre Medikamente gebracht werden, wenn Sie sie verlangt. Auch telefonisch. Und wenn das nicht genug ist … nun ja. Sie kann ja noch versuchen, ob eine andere Apotheke das macht.

(Kaum).

Dieselbe Frage

Kunde: „Ich wollte wissen, ob ein Antibiotikum für mich auf der Seite ist?“

Pharmama: „Nein, wir haben noch kein Rezept dafür bekommen.“

Kunde: „Der Arzt hat kein Rezept gefaxt?“

Pharmama: „Nein, bisher noch nicht.“

Kunde: „Dann ist nichts bereit für mich?“

Pharmama: „Nein, es steht nichts auf der Seite für Sie.“

Kunde: „Dann hat der Arzt sich nicht gemeldet?“

Pharmama: „Nein.“

Kunde: „Und wann wird mein Antibiotikum zum abholen bereit sein?“

Pharmama: „Frühstens sobald wir vom Arzt etwas hören.“

Kunde: „Dann frage ich später noch mal nach.“

Machen Sie das.

Kommunikation per proxy

Wir haben da ein … Kundenpaar. Sie sind noch nett, nur ist manchmal die Kommunikation etwas erschwert – ein gutes Beispiel ist der Fall vor ein paar Wochen, als sie mit einem Rezept kamen auf „ihn“ ausgestellt, die gesamte Konversation aber über „sie“ laufen muss (obwohl er durchaus geistig und auch sonst in der Lage ist zu antworten). „Sie“ managt einfach alles für ihn. „Er“ darf nur danebengehen und zuschauen.

 

Sie (reicht mir das Rezept): „Wir kommen gerade aus dem Spital. Auf dem Rezept stehen Urinbeutel“

Pharmama: „Ja, ich sehe….“

Auf dem Rezept steht: Urinbeutel 800ml und Bettbeutel 2l, das ist alles. Ein bisschen wenig Info – da fehlt noch die Länge des Schlauches und ob da ein Ventil dran gehört, aber das kann ich ja die beiden fragen.

Pharmama: „Wissen Sie, ob der Schlauch X cm oder Y cm sein muss?“

Die Frau weiss es (das ist toll, das erspart mir den Anruf im Spital)

Ich gebe sie im Computer ein. Es gibt verschiedene, auf die die Spezifikationen zutreffen. Wir haben sogar welche da. Ich zeige sie ihnen.

Frau: „Das sind aber nicht die, die wir gehabt haben! Wir müssen wieder dieselben haben. Und zwar von der Marke …Moment …“

Sie geht hin und schaut auf ihrem Mann nach. Ja, ‚auf‘ – denn dazu muss sie ihm praktisch an die Hosen. Er lässt auch das stoisch, aber mit verlegenem Lächeln in unsere Richtung über sich ergehen.

Ich finde Marke und richtige Grösse im Computer, aber … es ist einerseits eine Bestellung (für die 800ml) und das andere gar eine Direktbestellung, da unser Lieferant die nicht führt.

Pharmama: „Ich kann die bestellen. Das eine ist allerdings eine Besorgung direkt vom Hersteller, das dauert etwa 2 Tage“

Frau: „Das geht, wir haben noch ein paar.“

Sie bekommen ihre Urinbeutel.

Zwei Wochen später bringen mir die beiden beide Packungen wieder zurück. Aufgemacht aber ungebraucht. Offenbar hat es mit denen gereicht, die sie vom Spital mitbekommen haben.

Frau: „Ich möchte das zurückgeben. Wir haben sie dann doch nicht gebraucht. Das wird uns wieder gutgeschrieben, ja?“

Pharmama: „Äh – nein. Mal abgesehen davon, dass die Packung geöffnet wurde – so wie sie jetzt sind könnte ich sie weder retour geben noch weiterverkaufen. Selbst wenn ich das dürfte. Und ich darf nicht.“

Mann: „Siehst Du, genau das habe ich Dir auch gesagt.“

Und bevor wir den Mund wieder zubekommen (Er hat was gesagt!) zieht er sie sanft aber bestimmt aus der Apotheke.