Schlagwort: Kunde
Es ist für meine Tochter
Aus der Rubrik „Auch Apotheker machen Fehler“:
Eine Frau kommt in die Apotheke und fragt nach Hustenmittel für ihre Tochter, sie hat ein Baby im Kinderwagen dabei.
Die Apothekerin fängt an, ihr zu erklären, dass es nicht viel gibt was man ihr geben kann, denn die meisten Hustenmittel sind erst ab 2 Jahren zugelassen.
Die Frau schaut die Apothekerin an, als sei sie verrückt und sagt: „Aber sie ist 26!“
– das Baby war ihre Enkelin!
Zugeflogen
Ich denke, die meisten, die in einer Apotheke oder Drogerie arbeiten, kennen den Typ Kunden. Es sind sicher keine mit medizinischem Hintergrund, aber offenbar glauben sie, dass wenn sie lange und fest genug die Packung anstarren, ihnen die benötigte Information über das Medikament zufliegt.
Mittelalte Frau kommt um etwas gegen den Husten und Schnupfen zu holen.
Apothekerin: „Ist der Husten trocken oder verschleimt?“
Sie: „verschleimt, aber der Arzt hat ihr schon etwas gegen den Husten gegeben. Früher habe ich mal Rhinotussal genommen, aber das gibt es ja nicht mehr. Haben sie etwa das dasselbe enthält, aber von einer anderen Firma?“
Apothekerin (denkt) ok, definitiv jemand, der sich nicht auskennt, also nett sein. „Also, man hat Rhinotussal zurückgezogen, weil …“
Kundin: „Ich weiss, ICH WEISS“
Apothekerin. „Ok, es wurde zurückgezogen und alle Medikamente, die dasselbe enthielten wurden auch zurückgezogen.“
Kundin: „Haben Sie nichts ähnliches?“
Apothekerin: „Doch, sie könnten zum Beispiel Rhinopront nehmen.“
Sie gibt ihr die Packung und die Kundin starrt während etwa 4 Minuten wortlos darauf.
4 Minuten können wirklich lange sein. In der Zeit kann man: die Decke anschauen, den Boden anschauen, Bei der Beratung der Pharmaassistentin mithören. 3 Rezepte doppel-kontrollieren, auf die Uhr schauen. Die Frau anschauen, die immer noch das Medikament anstarrt, das man ihr gegeben habe – vertraut sie der Apothekerin nicht?
Endlich macht sie Anzeichen aus ihrer Trance aufzuwachen.
Kundin: „Ich habe das noch nie genommen. Vielleicht ist es besser das nicht zu nehmen.“
…. und geht ohne etwas gekauft zu haben.
Hmpf.
Auf meine Verantwortung
„Sie können mir das schon geben, ich übernehme die Verantwortung!“
… sagt die Frau, die unbedingt ein Temesta auf Vorbezug haben will.
Tut mir leid, Lady, aber das liegt nicht in ihrer sondern allein in meiner Verantwortung und ich werde auch gebüsst, respektive verliere die Zulassung wenn ich etwas falsch oder illegal abgebe – und nicht sie!
Und im selben Zusammenhang aus einem Forum über Sucht:
Es kommen täglich Leute und wollen etwas Einschlägiges ohne Rezept haben. Eines der „besten Argumente“ war: „Mädchen, ich bin Jurist, und wenn ich so kleinkariert wäre wie du, wäre der Porsche da draußen nicht meiner!“
Fachwörter sind zu meiden …
… vor allem, wenn man nicht *ganz* sicher ist.
Fallbeispiel 1
Kunde: „Ich brauche meine Reflexologie Pillen“
Apothekerin: „Ihre was?“
Patient: „Na, die Tabletten für den Magen!“
Apothekerin: „Ah, Ihre Säurehemmer gegen Reflux!“
(Reflux = Zurückfliessen der Magensäure in die Speiseröhre. Das empfindet man dann als Magenbrennen
Reflexologie: Lehre von den Reflexen, beschäftigt sich mit Nervenverbindungen – da gibts keine Tabletten)
Fallbeispiel 2
Dankbare Kundin: „Danke für die Empfehlung der Fusscreme, die hat mir glatt den Besuch beim Pathologen erspart.“
(Das hoffentlich auch, aber ich glaube sie meint den Podologen, den Fussdoktor – und nicht den Arzt der die Toten anschaut)
Fallbeispiel 3
Empörter Kunde: „Ich habe in der Packungsbeilage gelesen dass das Medikament epileptische Wutanfälle auslösen kann!“
(Er meint epileptische Anfälle, ein Wutanfall dagegen ist das, was er mir hier demonstriert.)
Fallbeispiel 4
Besorgte Mutter: „Was soll ich machen? Mein Sohn hat eine allergische Erektion?“
(Ich denke/hoffe sie meint Reaktion …)


