Fachwörter sind zu meiden …

… vor allem, wenn man nicht *ganz* sicher ist.

Fallbeispiel 1

Kunde: „Ich brauche meine Reflexologie Pillen“

Apothekerin: „Ihre was?“

Patient: „Na, die Tabletten für den Magen!“

Apothekerin: „Ah, Ihre Säurehemmer gegen Reflux!“

(Reflux = Zurückfliessen der Magensäure in die Speiseröhre. Das empfindet man dann als Magenbrennen

Reflexologie: Lehre von den Reflexen, beschäftigt sich mit Nervenverbindungen – da gibts keine Tabletten)

Fallbeispiel 2

Dankbare Kundin: „Danke für die Empfehlung der Fusscreme, die hat mir glatt den Besuch beim Pathologen erspart.“

(Das hoffentlich auch, aber ich glaube sie meint den Podologen, den Fussdoktor – und nicht den Arzt der die Toten anschaut)

Fallbeispiel 3

Empörter Kunde: Ich habe in der Packungsbeilage gelesen dass das Medikament epileptische Wutanfälle auslösen kann!“

(Er meint epileptische Anfälle, ein Wutanfall dagegen ist das, was er mir hier demonstriert.)

Fallbeispiel 4

Besorgte Mutter: „Was soll ich machen? Mein Sohn hat eine allergische Erektion?“

(Ich denke/hoffe sie meint Reaktion …)

Bestellt

Kundin kommt und fragt nach einem Medikament, das sie bestellt hat.

Wir gehen durch die Bestellungen, finden aber nichts.

Drogistin: „Haben sie denn einen Bestellzettel bekommen?“

(Manchmal hören die Leute nicht zu und verstehen „Man kann es bestellen“ als „Wir bestellen es ihnen“. Schon darum geben wir Bestellzettel ab)

Kundin: „Nein. Ich habe es telefonisch bestellt.“

Drogistin: „Ok. Ich kann leider nichts finden bei unseren Bestellungen und auch nichts in den Bestellformularen, wann genau haben sie es denn bestellt? Wissen sie noch, wen sie am Telefon hatten?“

Kundin:  „Was? Es war irgendwann letzte Woche. Ich kann mich nicht erinnern, wer am Telefon war. Können sie es mir nicht einfach geben?“

Drogistin: „Tut mir leid, aber es ist nicht hier. Ich habe auch keine Unterlagen, dass sie es bei uns bestellt haben. Wenn sie einen Moment warten möchten, kann ich im Computer schauen, wann es das letzte Mal bestellt wurde und was damit ist.“

Kundin:  „Dafür habe ich keine Zeit !!“

Sie läuft laut schreiend und fluchend aus dem Laden

Später am Tag. Telefon.

„Hallo. Ich war heute früher hier wegen dem Medikament das ich bestellt habe. Ich habe es tatsächlich bei einem anderen Laden bestellt. Ich bin erstaunt, dass sie das nicht wussten!“

Klar. Wir sind ja nicht das einige Geschäft in der Umgebung und ich bin für ihre Bestellung in einem anderen Laden zuständig?

Die falsche Anwendung (6)

Samstagmittag und eine Mutter kommt mit ihrem Kleinkind in die Apotheke – zu uns, weil ihre Apotheke schon geschlossen ist. Sie erzählt der Apothekerin von der Mittelohren-entzündung ihres Sohnes, für das sie vom Arzt Antibiotikasirup verschrieben bekommen hat:

Mutter: „Ich verstehe einfach nicht, warum es meinem Sohn nicht besser geht“.

Apothekerin:Haben sie ihm das Antibiotikum regelmässig und die ganzen 5 Tage gegeben?“

Mutter: „Ja, aber nach dem 2. Tag sah es so aus, als ob es keinen Platz mehr hätte.“

Apothekerin: „Keinen Platz? Wie meinen sie das?“

Mutter: „Ich habe wie verschrieben einen Löffel 2 x täglich in sein Ohr gegeben …“

Merke:  auch Antibiotika für Ohrenentzündungen sind zum einnehmen!

Was manche Leute wissen wollen

Oder: manchmal gibt es einfach keine gute Antwort.

Da gibt es eine Frau, die regelmässig mit den seltsamsten Fragen und Beschwerden kommt.

Frau: „Warum tut mir der Rücken weh – aber NUR wenn ich mich bücke während ich nach Südosten schaue?

… Könnte es sein, dass das mit der Wurzelbehandlung zusammenhängt, die ich am 16. Dezember hatte??“

Umtausch unmöglich

Ich bekomme mit, wie die Drogistenlehrtochter mit einer Kundin redet, die offenbar einen Haarschaum zurückgebracht hat:

Kundin: „Aber er funktioniert nicht. Kann ich ihn denn nicht einfach umtauschen?“

Lehrochter: (zweifelnd) „Das ist eine Marke, die wir nicht an Lager haben …“

Kundin: „Ja, aber ich habe das von ihnen gekauft. Ich kaufe das immer von ihnen. Den Kassabon habe ich leider nicht mehr.“

Lehrtochter: „Hmmm, ich schau’ mal im Computer nach.“

Sie macht den Artikelstamm auf und liest den Haarschaum ein. Ergebnis: der Schaum wurde das letzte Mal im Dezember bestellt. Dezember 2007!

Lehrtochter: (kurz baff) „ …Äh, das ist über ein Jahr her!“

Kundin: „Schon möglich, aber …“

Lehrtochter: (fasst sich wieder) Das kann ich nicht mehr umtauschen. Wahrscheinlich geht es nicht mehr, weil die Düse ausgetrocknet  ist. Das passiert manchmal, wenn man ihn einmal benutzt und dann lange stehen lässt. Versuchen sie es doch mal mit heissem Wasser.“

Kundin: „Aber…“

Lehrtochter: „Tut mir leid.“

Sie wirft mir einen Blick zu. Ich nicke nur leicht. Sie hat absolut recht.

Ein Haarschaum, der vor 15 Monaten gekauft wurde und den wir nicht an Lager haben. Da kommt kein Vertreter und vom Grossisten bekomme ich auch nichts mehr.  Umtausch – in dem Fall – unmöglich.