Belauscht (3)

Zwickau, Apotheke

Kundin: “Haben Sie auch Augenklappen?”
Apothekerin: “Ja haben wir.”
Kundin: “Was kosten die denn?”
Apothekerin: “1 Euro das Stück.”
Kundin: “Ok. Dann nehm ich gleich 2.”
Apothekerin: “Aber dann sehen Sie doch gar nichts mehr!?”

Quelle: www.belauscht.de


Quicky (11)

Kunde zur Apothekerin: „Könnten Sie sagen, ob ich Mundgeruch habe?“

… und bläst ihr ins Gesicht.

Ahh, es ist schon wahr, dass man Mundgeruch selbst nicht unbedingt bemerkt. Man ist dabei aber nicht vom Geruchsempfinden einer anderen Person abhängig, man kann das auch selbst testen: Plastiksack nehmen der nicht riecht, ihn aufblasen, indem man durch die Nase ein und den Mund ausatmet, Sack zumachen, einige Minuten warten (ev. nach draussen gehen), Luft im Sack an der eigenen Nase vorbeileiten, dann riecht man das auch selbst. Oder man leckt sich mit der Zunge über den sauberen Handrücken, lässt das trocknen und riecht dann da dran. Oder man geht zum Zahnarzt – die haben auch Halimeter, elektronische Mundgeruch-testgeräte.

Heute kein „Täfi“

Nein, liebe Mama von dem Jungen, der schon gestern die Hälfte der Hustenbonbon-Muster aus der Schale mitgenommen hat und auf mein Traubenzucker nicht mal den Mund für ein „Danke“ aufbekommen hat – und zwar nicht aus Schüchternheit und nicht, dass sie ihn darauf hingewiesen hätten – heute gibt’s halt kein „Täfi“.

Warum haben sie mich nicht benachrichtigt?

Kunde in der Apotheke: „Waaaas? Mein Dauerrezept ist abgelaufen? Warum haben sie mich nicht benachrichtigt?“

Pharmama: „Benachrichtigt?“

Kunde: „Ja, sie könnten ja allen Kunden deren Dauerrezepte nächstens ablaufen telefonieren, um sie darauf hinzuweisen.“

Äh, nein, das kann ich nicht. Erstens bräuchte ich dann eine zusätzliche Angestellte, die den ganzen Tag nur am Telefon sitzt und versucht die Leute zu erreichen, – von denen Zweitens eine Menge nicht gestört werden wollen.

Andererseits … das wäre doch eine Dienstleistung. Sie geben mir ihre email-Adresse und ich schicke ihnen ein mail, dass das Rezept nächstens abläuft. Da gibt es sicher ein Programm, wo man das eingeben kann.

Frage des Tages (2)

Kundin: „Womit kann ich Früchte und Gemüse desinfizieren?“

Pharmama: „Warum wollen sie das denn?“

Kundin: „Ich bin Schwanger und meine Schwester in Italien hat gesagt ich muss das.“

Pharmama: „Ah, wegen der Toxoplasmose?

Es stimmt, man muss rohes oder nicht durchgekochtes Fleisch (Tartar, Schinken, Salami, blutige Steaks) meiden, die Hände waschen nach der Gartenarbeit und aufpassen mit rohem Gemüse und Salat – da die Erreger via Erde und Katzenkot darauf übertragen werden können. Aber: Waschen mit Wasser – und eventuell einer Spur Abwaschmittel – reicht absolut aus. Das braucht keine zusätzliche Desinfektion. Geschältes und gekochtes ist auch sicher.

Interessanterweise war ich selbst auch Toxoplasmose-negativ. 3 Katzen waren offenbar nicht genug, mich anzustecken…. Inzwischen muss man in der Schweiz übrigens nicht mehr routinemässig nach Toxoplasmose testen in der Schwangerschaft. Viel wichtiger als zu wissen, ob man jetzt Antikörper hat oder nicht, ist wirklich aufzupassen.

P.S.: gute Seite zu praktisch allen Fragen in der Schwangerschaft: www.swissmom.ch

Das harte Leben eines Rezeptes

„Was ist denn da passiert?“ denke ich, als die Pharmaassistentin mir ein Rezept reicht. Es ist teilweise zerrissen und fast am zerfallen. Ok, vielleicht nicht das, aber ein paar Teile fehlten schon. Zumindest ist die wichtige Info noch drauf, so dass ich es ausführen kann..

Aber manchmal fragt man sich schon, was mit diesen kleinen Papierblättern passiert zwischen dem Zeitpunkt, wo der Patient es vom Arzt bekommt und dem Moment, wo es in der Apotheke überreicht wird. Manche sind in fast unglaublichem Zustand. Man könnte denken, dass in den paar Stunden (oder Tagen) nicht so viel passieren sollte, aber … Rezepte scheinen ein hartes Leben zu haben.

Ich hatte schon Rezepte die voller Blut waren, solche, die die Waschmaschine knapp überlebten, solche die so nass waren, dass wir sie auf ein anderes Blatt legen mussten zum trocknen – sonst wäre es uns in der Hand zerfallen. Ich habe Rezepte gesehen mit Buntstiftzeichnungen drauf – offensichtlich hatte da ein Kind gleichzeitig Zugriff auf Rezept und eine Schachtel Farbstifte … und ich hatte Rezepte die rochen wie eine ganze Küche. Eines war angeblich in die Fritteuse gefallen – da konnte man durchschauen, so fett war das, aber noch nicht knusprig.Ich hatte auch schon eines das angebrannt war …

Ja, man könnte wohl eine Realityshow draus machen: das Leben eines Rezeptes. Da draussen sind ein paar gute Geschichten, was mit ihnen passiert ist!

Also: wenn Du als Patient beim Arzt ein Rezept bekommst, bring es an einem sicheren Platz unter. Dinge scheinen diesen kleinen Blättern einfach zu passieren. Und es macht unsere Arbeit in der Apotheke nicht gerade einfacher, wenn wir nicht nur das Geschreibsel des Arztes entziffern sondern es erst noch zusammenpuzzeln müssen …