Schadenersatz-Forderungen an Apotheker

In der Apotheke Adhoc steht ein interessanter Artikel zu Klagen gegen Apotheker in England – offenbar schwappt die aus Amerika bekannte „Schadenersatz-Kultur“ jetzt über den grossen Ozean:

In Großbritannien sehen sich Apotheker immer öfter mit Schadenersatzforderungen von Patienten konfrontiert. Grobe Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht, falsche pharmazeutische Beratung und Abgabefehler sind die häufigsten Vorwürfe. Angeheizt wird die Prozessfreudigkeit der Patienten weniger durch tatsächliche Mängel bei der Versorgung, sondern vielmehr durch Anwälte, die in Klagen gegen Heilberufler ein Geschäft entdeckt haben.

Der geforderte Schadenersatz ist im Vergleich zu den Kosten der Anwälte oft gering. Dass sich die Patienten trotzdem auf den Streit mit ihrem Apotheker einlassen, liegt schlichtweg am Angebot: Mehrere Kanzleien werben mit unter dem Motto „No win no fee“ mit der Zusicherung, dass im Falle einer Niederlage keinerlei Kosten fällig werden.

Und um was für Anklagen geht es da? Hier zwei Beispiele:

Der Fall einer 20-jährigen Kundin, die aus der Apotheke regelmäßig Kontrazeptiva bezog und trotzdem schwanger wurde. Der Apotheker hätte sie auf das Restrisiko hinweisen müssen, begründete die junge Frau ihre Forderung.

Oder eine Patientin, der zu Hause eine Dose mit Antidepressiva auf den Küchenboden gefallen war: Weil die Packung kaputt gegangen war, hatte ein dreijähriges Kind zwei Tabletten geschluckt und im nahe gelegenen Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Für die Mutter Grund genug, gegen die Apothekerin Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Ehrlich? Ehrlich??

Na toll. Weitere  Förderung der „alle anderen ausser ich selbst sind schuld“-Kultur. Eigenverantwortung? Fehlanzeige.

Apotheken in aller Welt, 79: Plymouth, England

Neuleser Bert hat sich die Mühe gemacht und aus alten Ferienfotos diese hier herausgesucht:

Eine Apotheke, die Du anscheinend noch nicht präsentiert hast, habe ich im Frühjahr 2008 in Plymouth besucht. Dort findet sich im Obergeschoss eines alten Fachwerkhauses, das als Museum über die Geschichte der Stadt informiert (Seefahrt/Handel, „Great War“ etc.), eine originale Apotheke („Park Pharmacy“), die nach Geschäftsaufgabe des Inhabers komplett gestiftet und dort eingerichtet wurde. Wie das in England üblich zu sein scheint, ist dort ein/e Freiwillige/r anzutreffen, der/die mehr als nur die Texte auf den Flugblättern weiss. Unsere Informantin erzählte, dass sie noch als Kind (in den fünfzigern) selber Kundin in der Apotheke war – für jemanden, der seine geringen Medikamenteneinkäufe in einem Laden Baujahr ca 2004 macht (aus der Praxis heraus, ich habe hier drei Neubau-Apotheken mit mässig sympathischem Personal und null Flair zur Auswahl) ist das Sammelsurium an Flaschen und Gedöns schon einschüchternd. Bis zum Ruhestand des vormaligen Inhabers hatte er es dort wohl auch zig Jahre ohne grössere Innovationen ausgehalten :-)

Ja, das ist schon speziell so eine historische Einrichtung, charmant irgendwie – aber für die heutige Gesetzgebung nicht mehr kompatibel. Leider.

Tolle Bilder jedenfalls! Danke für’s teilen!

Apotheken in aller Welt, 50: Oxford und Bury St. Edmunds, England

Ich war letzte Woche in England und habe auch nach Apotheken geguckt. So richtig schöne habe ich nicht entdeckt, vielleicht habe ich sie aber auch nur nicht erkannt.

Die eine, die ich gesehen habe, sah eher wie ein Spielzeugladen oder Schmuckladen aus! Ich habe versucht, durch die Tür zu fotographieren. Weil mein Apparat leider recht lange braucht, bis er mal auslöst, lief der Mann leider ins Bild, das andere Bild war verwackelt und ich habe es gelöscht. Falls Du das Bild im Blog zeigen möchtest, kann man das Gesicht vielleicht verpixeln oder so. Diese Apotheke war in Oxford.
Die Andere war in Bury St. Edmunds in East Anglia, die scheint zu einer Kette zu gehören, ich habe später noch mehr davon gesehen in anderen Orten.

Noch eine blaue Apothekenkette? In England scheint die Farbe beliebt zu sein.

Apotheken in aller Welt, 44: London, England

Svü von der Svuechiatrie schickt uns dies:

Da ich jetzt die Woche spontan nach London entführt worden bin… wollte ich mich auch mal beteiligen ;)
Leider sind die Bilder nicht so schön geworden wie erwünscht… und in dem ganzen Stress hab ich vergessen mir die Straßen aufzuschreiben… Beim 1. Bild handelt es sich allerdings um eine Kette die so über ganz London verteilt immer mal wieder auftaucht. Auch immer recht große Läden… und nie ohne Drogerie zu finden :)
Das zweite ist eine kleinere… so wie es aussieht auch keine Kette. Blau sind sie aber irgendwie alle gewesen :D

Die erste ist die Riesenkette Boots, die es nicht nur in London, sondern in ganz England gibt. Wer kennt die zweite? Für mich sieht das aber irgendwie auch nach einer Kette aus.

Apotheken in aller Welt 16: London, England

Also an der Apotheke bin ich auch schon vorbeigekommen, auch wenn sie mir nicht aufgefallen ist damals.

Anna schreibt dazu:

hier ein Bild einer Apotheke -natürlich eine Filiale von Boots am wohl wuseligsten Ort Londons, dem Piccadilly Circus. Sehr groß, sehr wuselig und ich denke den Apotheken in der Schweiz ähnlicher als in Deutschland, da es auch eine Drogerie mit allerlei „Schnick-Schnack“ war.

Schnick-Schnack in der Apotheke. Da bin ich auch kein grosser Fan von, allerdings muss man sehen, dass das vor allem daher kommt, dass die Margen auf die Medikamente kaum mehr der Rede wert sind – mit anderen Sachen kann man mehr Geld verdienen. Drogerieartikel und … eben:  Schnick-Schnack. Ausserdem ist es auch eine Dienstleistung ein grösseres Sortiment zu haben, an manchen Standorten gibt es halt keine Drogerien.

Ein Problem mit dem auch deutsche Apotheken zu kämpfen haben … nur dass dort jetzt die Politik sich einmischen will und das verbieten … (wenn ich den Artikel wiederfinde, verlinke ich ihn :-( ).