Nicht empfehlenswert

Im Moment ist enorm viel Werbung im Umlauf für so „Stifte“ zur „einfachen Behandlung von Nagelpilz“ – ich habe sie mir angesehen – ja, dank Nachfrage, verkaufen wir sie auch – aber irgendwie … ich kann nicht wirklich dran glauben, dass das hilft. Bis ich irgendwelche Rückmeldungen von Kunden bekommen habe – oder anständige Studien gesehen habe, fallen die bei mir in die Kathegorie „eher fragliche Mittel“. Davon gibt es auch bei uns (leider) einige.

Ich dachte mir, ich mache mal eine Liste. Also: Sachen, mit denen ich Mühe habe bei der Beratung / die ich nicht empfehle:

die meisten Mittel gegen Nagelpilz – nicht Fusspilz, Nagelpilz. Aus eigener Erfahrung und der der Kunden ist das enorm schwierig selbst zu behandeln. Es gibt Mittel, aber auch bei korrekter, sehr langer Anwendung kann es sein, dass es nicht genug ist. Da hilft nur zum Arzt zu gehen. Es gibt nämlich Tabletten die wirken, deren Anwendung aber abgeklärt werden soll.

Alle Mittelchen gegen Schnarchen. So leid es mir tut, aber Nasenpflaster geben wohl mehr Luft, nützen aber höchstens wenn das Problem in der Nasenscheidewand liegt, was selten der Fall ist. Rachensprays, Plättchen zum Lutschen etc mögen kurzfristig etwas bringen, aber eigentlich hatte ich noch keinen, der zurückkam und sagte das ist es! Über’s Schnarchen und mögliche Behandlungen habe ich übrigens hier schon mal geschrieben.

Die meisten Mittelchen zum abnehmen. Abnehmen tut man wegen einer Kombination aus Ernährungsanpassung, Stichwort ‚gesundes Essen’ und ‚Energiebilanz’ sowie Bewegung und Lifestilekorrektur. All die Mittelchen sind äh, unterstützend und nicht mehr.

Eine Menge der Mittel gegen genetisch bedingten Haarausfall. Ja, es gibt solche, die wirken, ABER die sind dann regelmässig und immer anzuwenden und nicht preisgünstig und dann sollten wir noch ein Wort über die Nebenwirkungen von manchen verlieren. Und: NEIN, auch wenn das auf dem Shampoo steht: das nützt nix. Mehr darüber hier.

Ohrenkerzen: in meinen Augen reiner Humbug. Wenn das jemand kaufen will, ok, empfehlen werde ich das NIE. Und: Bitte nicht alleine anwenden, ich habe schon genug Fälle von Verbrennungen gehört, weil etwas Wachs ins Ohr getropft ist. Kurzfristig waren doe Dinger bei uns sogar verboten, inzwischen bekommt man sie wieder.

Fusspflaster: Äh ja. Es wird braun über Nacht. Ich bezweifle aber dass das wirklich Gift- und Schlackestoffe sind. Aber zumindest habe ich hier noch von keinem gehört, der sich damit geschadet hätte.

… fällt noch jemandem etwas ein? (Und lassen wir die Homöopathie hier mal vor, das sind sie jetzt schon genug am diskutieren)

Vollgesch….

Kundin, ziemlich „geladen“- wirft mir eine Packung Feuchttücher auf den Tisch: „Gibt es die nicht in grösser?“
Ich schaue auf die Packung: „Sie meinen mehr?, nein, das ist die grosse Grösse.“
Kundin: „Nein, nicht mehr, grössere – da steht auch nicht auf der Packung wie gross sie sind?“
Pharmama: „Sie meinen wie 10 auf 10 cm oder so?“
Kundin: „Ja, genau, wieso steht das nicht drauf? Wie soll ich da wissen, welche ich nehmen muss?“
Pharmama: „Für was brauchen sie sie denn?“
Kundin: „Ich arbeite in einem Kinderhort. Können sie sich vorstellen wie toll das ist, wenn eine ganze Gruppe 2-3-jähriger Durchfall hat? Mit diesen Winz-tüchern hat man da gleich mal alles an den Händen! Ich brauche grössere!“
….
Ok, ich verstehe das Problem – mir reicht das, wenn Junior mal Durchfall hat, ja das ist eklig, aber ich habe wirklich noch keine Grössenangaben auf den Feuchttüchern gesehen – und erfahrungsgemäss haben die alle etwa die gleiche Grösse.

Pharmama: „Wie wäre es denn mit Einmal-Waschtüchern? Die müssten sie halt selbst feucht machen, aber die sind grösser und man kann sie auch entsorgen nachher?“

verhinderter Diebstahl

Nun, das war zumindest deutlich.
Ein Mann kommt in die Drogerie, geht zur Parfumabteilung nahe beim Ausgang und schnappt sich 4 Päcklein. Er dreht sich um und rennt (ja, rennt!) aus dem Geschäft. 3 Mitarbeiter waren in dem Moment im Laden – alle am bedienen. 2 rennen direkt laut rufend hinter dem Dieb her.
Vor dem Geschäft bekommt ein Mann den Tumult mit, dreht sich um und genau als der Dieb vorbeiläuft, streckt er das Bein aus … und der Dieb fällt voll drüber. Er lässt sich dadurch aber nicht gross aufhalten, rappelt sich auf, greift sich 3 der 4 Pakete und rennt weiter, aber so ungeschickt, dass er nochmals stolpert und wieder alles fallenlässt. Endlich gibt er die Beute auf und sucht trotz Anhalteversuchen weiterer Passanten das Weite.

Da soll mal jemand sagen, es herrsche Gleichgültigkeit!
Den Stolper-Helfer haben wir jedenfalls belohnt.

Gestohlen wird ja enorm viel – weshalb wir in der Kosmetik/Parfumabteilung z.T. die Flaschen aus den Packungen genommen haben und nur Leerpackungen im Regal sind. Aufmerksamkeit hilft, aber es ist enorm schwierig jemanden zu ertappen. Kommt noch erschwerend dazu, dass es in der Schweiz nicht reicht, wenn etwas eingesteckt wird – erst, wenn der Dieb den Laden verlässt ohne zu zahlen, gilt das als Diebstahl.

Darum ist es ganz wichtig, dass man neben den Kunden steht, dass man grosse Taschen an der Kasse deponieren lässt – und wenn man jemanden etwas einstecken gesehen hat, hilft es noch am meisten, wenn man direkt zum Kunden geht und sagt: „Ich nehme ihnen das Produkt aus der Tasche an die Kasse, dann können sie es dort zahlen, bevor sie wieder gehen.“

Prävention, Aufmerksamkeit – und wenn wirklich mal jemand erwischt wird, wird der angezeigt Und er darf vorher die 150 Franken Bearbeitungsgebühr gleich bar oder mit Kreditkarte bezahlen, bevor er geht!

Absoluter Notfall

Es ist abends, 6 Uhr 45, kurz vor Ladenschluss.
Telefon.
Eine Frau – im Hintergrund andauerndes Kindergebrüll.
Ich höre zu, was sie zu klagen hat. Im folgenden meine Seite des Gespräches:

„Ja, das ist schon tragisch, was ihnen als alleinerziehende Mutter da so spät abends passiert ist – dass der Sohn den Flaschentrinkaufsatz kaputtgebissen hat und sie jetzt keinen mehr haben. Aber: Nein, ich kann jetzt niemanden vorbeischicken einen bringen.“

„Warum? – es ist kurz vor Ladenschluss, wir sind nur noch zu zweit, und sie haben gesagt, sie wohnen wo? 3, 4 Quartiere weiter. Ah, ja.“

„Da gibt es aber auch Apotheken und Drogerien und andere Geschäfte, oder?“

„Nein, sorry. Auch wenn ihr Kind jetzt schon im Pyjama ist und sie nicht aus dem Haus können und keinen haben, den sie schicken könnten. Das muss jetzt leider warten bis morgen.“

„Was? Verdursten? Nein – das glaube ich eher nicht. Haben sie es schon mit einer Tasse versucht?“

„Doch, ich bin auch selbst Mutter und ich verstehe, dass das unangenehm ist. Daran lässt sich im Moment aber nichts ändern. Tut mir leid.
Gute Nacht!“

Sollte ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben?

Genug ist genug

Der Lehrling in der Drogerie ruft mich, nachdem sie für einen Kunden das Teppichreinigungsgerät aus dem Keller geholt, den Mietvertrag ausgefüllt und ihm gezeigt hat, wie es geht, weil der Mann über den Preis diskutieren will.
Der Kunde fragt, warum die Miete für das Teppichreinigungsgerät bei uns 20 Franken am Tag kostet – in der anderen Drogerie sei es nur 10 Franken.

Pharmama: „Das ist unser Preis.“ Viel anderes kann ich dazu nicht sagen.
Mann: „Aber ich bin Stammkunde!“
Pharmama: „Ja, auch Stammkunden zahlen die 20 Franken.“
Kunde grummelt: „In dieser Apotheke hat einfach keine gute Service!“

Moment! Soll ich das jetzt einfach so stehen lassen? Immerhin kenne ich den Herrn, und zwar nicht als Stammkunde: derselbe war vor nicht allzu langer Zeit schon einmal hier …damals habe ich ihm mühsam und mehrmals das Blutzuckermessgerät – das er im übrigen nicht von uns hatte – instruieren dürfen. Und ich habe ihm noch gratis ein neues als Austausch besorgt.
Das sage ich ihm dann auch so.

Was sagt er: „Aber das war gratis.“
Pharmama: „Das Gerät von der Firma ja, aber meine Arbeitszeit – die ist nicht gratis.“

Nein, ehrlich, das macht mich etwas stinkig. Jetzt haben wir ihm einige mal etwas gegeben, ohne etwas zurückzubekommen … und dann so was. Kein Service?

Als er dann noch mal erwähnt, dass er es anderswo günstiger bekommen kann, sage ich es: „Dann gehen sie doch da hin.“ Und räume die Mietunterlagen und alles wieder weg.
Genug ist genug.

P.S: es war nicht alles vergeblich: nur wenig später am Tag kommt jemand anders und mietet das Gerät.

Wenn Männer einkaufen

Mann: „Ich hätte gerne Fluimucil 200.“
Drogistin:Möchten sie es als Brausetablette, Beutel oder Tablette?“
Mann: „Nein, nicht das – das was man ins Wasser macht.“
Drogistin: „Also Brausetablette?“
Mann: „Nein, nicht Brause, das, was man in einem Glas Wasser auflöst!“
Drogistin: „Also im Beutel?“
Mann: „Bah, meine Frau will das – ach geben sie mir einfach alles, was sie haben, irgendeines davon wird es schon sein!“