Apotheken aus aller Welt, 245: Basel, Schweiz

Besten Dank an Suzanne aus Basel für diese „Spezielle Apotheke“:

Das ist die Notfall Apotheke in Basel, gegenüber vom Kantonsspital. Sie ist eine etwas speziellere Apotheke, da sie dann offen hat, wenn andere Apotheken geschlossen sind. Darum auch die Nachtaufnahme: da ist sie nämlich offen. Entschuldige die schlechte Bildqualität – Nachtaufnahmen mit dem iPhone werden nicht gerade berauschend.

So wie’s aussieht, haben die auch ganz normale Sachen wie Sidroga Tees. Die Lage ist natürlich ideal für sie.

Weshalb sind die Medikamente in der Schweiz teurer?

Lassen wir mal die Erklärung mit dem höheren Lohnniveau und den höheren Lebenshaltungskosten allgemein zur Seite, hier eine neue (und überraschende) Erklärung, warum in der Schweiz die Medikamente teurer sind als in anderen Ländern:

Damit die Medikamente in anderen Ländern billiger sein können.

Huh? Lies hier:

http://www.aargauerzeitung.ch/wirtschaft/schweiz-finanziert-medikamente-der-nachbarlaender-mit-124530479

Sinken in der Schweiz die Medikamentenpreise …  leide das ganze Geschäftsmodell der Pharmaindustrie. Die grossen Firmen würden eine Mischkalkulation betreiben. Länder mit hohen Medikamentenpreisen finanzierten Länder mit niedrigen Preisen mit.

Wir „subventionieren“ also mit unseren Preisen Länder wie Deutschland mit. Das betrifft anscheinend vor allem die Generika, weil da in Deutschland ein (Zitat) ruinöser Wettbewerb für die Pharmafirmen läuft.

Was zum Geier? Vor allem, wenn man dann weiss, wie die Medikamentenpreise bisher „gemacht“ wurden:

Medikamentenpreise (wir reden hier von denen, die von der Grundversicherung übernommen werden) sind keine Marktpreise, sondern werden staatlich festgesetzt. Der Publikumspreis eines kassenpflichtigen Medikamentes setzt sich zusammen aus dem Fabrikabgabepreis und den Vertriebskosten. Der Fabrikabgabepreis wiederum wird aufgrund eines therapeutischen Quervergleichs und eines Auslandpreisvergleich bestimmt.

(Quelle BAG)

Wir haben ja einen sehr starken Franken, da „lohnt“ sich der Vergleich mit dem Ausland und eine Anpassung des Preises. Bisher war der Umrechnungskurs für die Medikamente auf CHF 1.53, neu soll er CHF  1.23 sein (die Anpassungen erfolgen hier nur alle 3 Jahre, darum ist das noch so hoch).

In der Schweiz zahlen Patienten für kassenpflichtige Mittel laut Krankenkassenverband Santésuisse aktuell im Schnitt 20 Prozent höhere Preise als in den sechs Vergleichsstaaten. … Bei den Generika fällt diese Rechnung noch gravierender aus.

Das sind übrigens die 6 Vergleichsstaaten: Dänemark, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, die Niederlande und Österreich.

Alt und Neu: Bepanthen Nasensalbe

Das alte fällt auch ein bisschen unter „seltsame Schrift für eine Medikamentenpackung“. Auffallend auch die unterschiedliche Menge: waren es früher (links) noch 15g Tuben, gibt es jetzt (rechts) nur noch eine Packung mit 2 Mini-Tuben zu je 5g drin. Wahrscheinlich ein Hygiene-Problem.

Zu erwähnen ist, dass (trotzdem) die Haltbarkeit der neuen Tuben geringer ist, sobald sie offen sind. Laut Packung soll man sie „nach Anbruch innert 7 Tagen (!) aufbrauchen“.  Meiner Meinung nach ein Unsinn. Bis 30 Tage sollte bei der Anwendung an/in der Nase drin liegen. Wenn man sie aber für in die Augen braucht dann würde ich die „7 Tage“ befolgen. In der Schweiz ist sie aber nur als Nasensalbe zugelassen … wird aber „Off-label“ von manchen Augenärzten verschrieben.

Pfefferspray und Tränengas (und Alkoholtester)

Man sollte denken, dass die Schweiz und Deutschland ziemlich ähnliche Gesetzgebungen haben – aber da kann man reinlaufen.

In der Schweiz bekommt man zum Beispiel Pfefferspray (mit Capsaicin) in der Apotheke. Dafür muss man volljährig sein und für die Abgabe brauchen wir eine Unterschrift vom Kunden. Der Spray fällt unter das Chemikaliengesetz.

Für Tränengas dagegen braucht es in der Schweiz einen Waffenschein und man bekommt es nur in Waffengeschäften.

In Deutschland ist es umgekehrt. Da fällt der Pfefferspray unter das Waffengesetz – so dass es ziemlich übel ausgehen kann, wenn man zum Beispiel damit in der Handtasche am Zoll erwischt wird.

Nur als Info.

… Und wenn wir schon beim Zoll sind. Autofahrer, die über die Grenze nach Frankreich fahren müssen seit neustem einen Alkoholtester mitführen. Ab dem 1. Juli sind sie obligatorisch und ab Ende Oktober wird gebüsst, wer keinen vorweisen kann.

(falls man sonst keinen findet: die lassen sich auch in der Apotheke bestellen).

Apotheken in aller Welt, 211: Basel, Schweiz

Danke vielmals an Andreas vom Blog http://klaeui-web.ch :

War eben am Samstag erst nach Ladenschluss an eine drive-thru Apotheke in Basel rangelaufen. Darum habe ich die Funktionsart nicht gesehen. Im Internet ist nur folgendes zu entnehmen:
“ Muss es mal schnell gehen oder schläft Ihr Kind gerade im Auto? Kein Problem, Sie können im Auto sitzen bleiben und wir bedienen Sie am Drive-In. Absolut Einzigartig in der Schweiz und sehr geschätzt von vielen Kunden. Gerne begrüssen wir Sie auch am Drive-In wenn Sie mit Ihrem Motorrad unterwegs sind. „
Eine Drive-through Apotheke. Brauchen wir das wirklich??

Preisgestaltung

Mal ein Thema nicht um die Apotheke, sondern eher privat. Ich bin am überlegen, wohin wir in den Herbstferien wollen, respektive, was wir da machen wollen. Eine Möglichkeit ist eine Mittelmeerkreuzfahrt. Das habe ich noch nie gemacht und ich denke, das ist etwas, das auch mit Junior gut möglich ist.

Bei meinen Nachforschungen im Internet (gibt es da viele Varianten) und im Reisebüro bin ich auf etwas interessantes gestossen. Es gibt von manchen Kreuzfahrtveranstaltern Seiten speziell für die Schweiz und solche für Deutschland (ich bin sicher auch für andere Länder). Lustigerweise kommt die Seite für Deutschland bei einer Googel-Suche des Veranstalters bei mir erst viel weiter unten. Aber wahrscheinlich ist das Absicht. Die Seiten .de und .ch bieten dieselben Reisen an -manchmal mit unterschiedlichen Namen. Im Moment (!) ist der Preis bei beiden Seiten für die gleiche Reise auch gleich (eigentlich sogar etwas günstiger, weil es in Franken ist).

Aber … schaut Euch mal an, was die Reise sonst kostet –  von Deutschland aus gebucht:

und dasselbe von der Schweiz aus gebucht:

Was sie im Normalfall in der Schweiz verlangen ist praktisch das doppelte des deutschen Preises! Und ja, das ist tatsächlich so  -ich habe dann in einem Reisebüro in Deutschland nachgefragt: sie haben auch Prospekte die sie nur an Deutsche abgeben dürfen und andere, die für die Schweizer bestimmt sind. Mit sehr unterschiedlichen Preisen drin.

Nett. Soviel (mal wieder) zur Hochpreisinsel Schweiz. Manchmal glaube ich die denken „Mit denen können wir’s ja machen!“

Grrrrr!