Kotztüte

Also die Bildgebung soll mir mal jemand erklären: Schiff, Flugzeug, Bus = alles Orte, wo man Reisekrank (Seekrank, Luftkrank) werden kann – aber was soll das Apothekerkreuz zuunterst??

(Das Bild hätte ich hier gebrauchen können).

Non Sequitur

Mann: „Ein Mittel gegen Haarausfall, bitte.“
Pharmama: „Ist es für sie?“
Mann: „Nein, für meine Frau. Sie hat lockige Haare.“

Haarausfall hat nichts damit zu tun, ob man glatte oder lockige Haare hat, oder was für eine Farbe sie haben. Auch für die Behandlung ist diese Information nicht relevant -ausser vielleicht der Haarausfall wäre soweit fortgeschritten, dass sie eine Perücke braucht …

Apotheken in aller Welt 32: Rom, Italien

Hallo Pharmama,
anbei als kleiner Gruß aus Rom, wo ich gerade meine Tochter besuche, Fotos von der Apotheke an der Piazza S.Maria in Trastevere. Ich hätte die Bilder gerne fotografisch besser gemacht, hatte mich aber zu sehr auf das „Einfangen“ des blinkenden Kreuzes konzentriert… Im Inneren sind die römischen Apotheken kaum von den deutschen zu unterscheiden – mit einer Ausnahme: Ich war vor Jahren mal in einer, die hatte wunderschöne Deckengewölbe mit Deckenmalerei, weiß jedoch nicht mehr, welche es war!
Liebe Grüße von Gudrun aus Rom (sonst aus Hamburg)

Die Wandbegrünung gefällt mir! Die ist echt, oder?

Haarige Geschichte

Ein jüngerer Mann kommt in die Drogerie mit einer ungewöhnlichen Bitte:

„Könnten sie mir das Wachs auf der Brust entfernen?“

Das Problem: er hat sich mit Heisswachs selbst die Brust enthaaren wollen. Dabei hat er aber das Wachs zu heiss gemacht – jedenfalls hat er jetzt wohl Verbrennungen untendran – und Angst, das Wachs abzuziehen.

Die Drogistin, die Erfahrung hat mit Heisswachs (wobei sie es eher für die Beine benutzt), empfiehlt ihm das Wachs stückweise mit Paraffinöl anzulösen, dann das Ganze vorsichtig zu waschen und mit einer desinfizierenden Salbe zu verbinden.

Wenn das nicht klappt, hilft nur noch der Arzt.

Jaja, Schönheit muss leiden, sagt man immer. Autsch.

Noch mehr Haariges findet sich hier.

Beratung in der Apotheke – Nachgefragt

So, nach dem (langen) vorigem Blogpost wüsste ich jetzt gerne von Dir, lieber Leser dieses Blogs, was Du für Erfahrungen gemacht hast mit Beratung in der Apotheke – und: warst Du zufrieden damit?

Worum ging es? Wusstest Du, was für ein Mittel Du wolltest oder gingst Du hin, um Dir für ein Problem etwas empfehlen zu lassen?

Wie war die Beratung? War es zuviel? War es zuwenig?

Waren sie wenigstens freundlich?

Beratung in der Apotheke

Beratung in der Apotheke ist ja offensichtlich ein Reizthema, sowohl in Deutschland, als auch in der Schweiz.

Ich möchte dazu mal ein paar deutliche Worte sagen.

Beratung in der Apotheke über die Medikamente, das ist nicht freiwillig, das sollen wir, nein, das müssen wir.
Mir ist schon klar, dass es da schwarze Schafe gibt, die das nicht machen – oder vielleicht auch nicht richtig machen. Und mir ist auch klar, dass es Kunden und Patienten gibt, die das tatsächlich nicht wollen. Ja, ernsthaft. Sie fühlen sich ausgefragt, verhört, für unselbständig oder unmündig genommen. Nichts davon liegt in unserer Absicht, aber manchmal kommt es so rüber.
Nochmals: wir müssen so fragen. Medikamente sind keine einfachen Konsumartikel!

Vielleicht erkläre ich hier ein paar Dinge: Was wir fragen müssen und wieso wir das tun.

Für wen ist es?
Ganz oft ist es so, dass das gekaufte Medikament nicht für die Person ist, die in der Apotheke steht. Da kann man üble Überraschungen erleben: „Nein, das Grippemittel ist nicht für mich, es ist für meine Frau, ah ja, übrigens: sie ist schwanger.“ Oder: „Für meine Grossmutter, sie nimmt nur noch Blutverdünner, Blutdruckmittel, Herzmedikamente und …“ Oder, oder  … Da kann man ganz schön reinlaufen, (wie ich hier), deshalb sollte das eine der ersten Fragen sein.

Für was brauchen sie es?
Sooo viele Leute denken, sie wissen, für was ein Medikament ist. Da ist der, der ein NeoCitran verlangt …. dabei hat er Halsschmerzen. Der, der ein Perskindol Gel will (das Gelbe) und hat eine Muskel-Entzündung, oder das Imodium gegen Schmerzen ... wir sehen das täglich.
Ehrlich: ich bin mir durchaus dessen Bewusst, dass man als normaler, medizinisch halt nicht ausgebildeter Mensch einfach vieles nicht wissen kann. Woher auch? Aber dafür sollten wir als Fachpersonen ja hier sein. Um das Richtige zu finden.

Wieso wollen sie zwei (drei, vier) Packungen davon? (Oder: wieviel davon nehmen sie täglich?)
Man kann zuviel Medikamente nehmen. Zuviel auf’s Mal nennt sich Überdosierung und die kann auch bei so „einfachen“ Sachen wie Paracetamol (Panadol, Dafalgan, BenUrRon) rasch giftig bis tödlich sein. Zuviel auf Dauer nennt sich Missbrauch … und das hat die entsprechenden Auswirkungen auf den Körper: Nasensprayabhängigkeit, Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen bei Schmerzmitteln, usw.
Es ist ja nicht so, als wenn ich das nicht verkaufen möchte. Aber ich möchte, dass es auf die bestmögliche Weise wirkt, wenig Probleme macht und dementsprechend richtig angewendet wird. Ich will niemandem schaden mit den Medikamenten, die ich verkaufe!
Natürlich kann es sein, dass eine Packung für hier und eine für den Ferienort ist. Oder für den Nachbarn, oder für die Handtasche … aber man wird ja noch fragen dürfen. Und je früher man hier ein Problem erkennt, desto leichter lässt sich noch etwas machen.

Nehmen sie gleichzeitig noch andere Medikamente?
Medikamente haben nicht nur Wirkungen, sie wechsel-wirken auch oft und stark mit anderen Medikamenten oder sogar Nahrungsmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln (also auch das Magnesium und das Calcium aus dem Discounter). Das müssen nicht nur Tabletten sein, die man schluckt, es kann schon Probleme geben bei Augentropfen (in Kombination mit Asthmamittel, Herzmittel) ….
Ein „harmloses“ Aspirin (wer so denkt, sollte mal die Fachinformation dazu lesen) zur Cortisonspritze vom Arzt oder auch nur Alkohol und sie machen Magengeschwüre, Blutungen…

Haben Sie schon etwas ausprobiert? (und hat es geholfen?)
Einerseits fragt man das, damit man nicht etwas empfiehlt, was schon (erfolglos) probiert wurde – nicht jedes Mittel wirkt bei jedem gleich gut. Andererseits ist das auch ein Hinweis auf was es sein könnte (wenn man eine Diagnose sucht). Das Pilzmittel hat vielleicht nicht geholfen, weil es ein Ekzem war…

Manchmal kommen auch diese Fragen … wobei ich finde, dass der Kunde das eigentlich von sich aus angeben sollte:
Haben Sie Allergien?
Medikamente machen – wie alles andere auch- Allergien. Wenn man mal eine hat, sollte man versuchen, den Auslöser zu vermeiden. Etwas doof ist bei den Medikamenten, dass die Namen unterschiedlich sein können und trotzdem dasselbe drin ist. Eine Wespe sieht immer gleich aus, da weiss man, was man befürchten muss, wenn man gestochen worden ist, aber ein Medikament kann immer wieder anders aussehen oder anders heissen und trotzdem das enthalten, was man nicht verträgt.

Sind sie schwanger oder stillen sie?
Fragt man ja eher ungern, weil man sich da oft in Fettnäpfchen setzt, macht man aber, wenn man ganz sicher sein will. Da gibt es ein paar Medikamente die man gar nicht nehmen darf, viele die man nicht nehmen sollte. Grundsätzlich sollte man in der Schwangerschaft nur die allernötigsten Medikamente nehmen – und zwar am besten nach Absprache mit dem Frauenarzt oder der Apotheke.

Und zum Schluss:

Einmal hat mich ein Kunde erbost gefragt, warum er bei uns jedes Mal, wenn er ein einfaches Medikament kauft, so „ausgequetscht“ wird.
„Weil ich um Ihre Gesundheit besorgt bin“ war meine Antwort.
„Sie nicht?“ – das hätte ich noch gerne angehängt.