Apotheken in aller Welt 34, Japan

Hallo Pharmama,
besser spät als nie. Bin gerade meine Urlaubsbilder durchgegangen und da fiel mir plötzlich wieder ein, warum ich eigentlich die Apotheken fotografiert habe.
Bild1 zeigt eine Apotheke in Hiroshima, Honshu
Bild2 zeigt eine Apotheke in Kochi, Shikoku
Habe in beiden nachgefragt, aber Bilder von Innen durfte ich leider keine machen.

Oh, schade, aber Danke für’s Fragen, Hajo!

Die erste ist von aussen kaum als Apotheke zu erkennen, v.a. wenn man nicht Kanji lesen kann. Hier also nochmal:

Das heisst „Apotheke“. Gut zu wissen.

Bildquelle

Frusthaufen

Wie frustriere ich die liebe Drogistin?
Ganz einfach: wenn sie aufgestellt und freundlich lächelnd auf sie zukommt, wenn sie in das Geschäft hineinlaufen, fallen sie ihr, bevor sie etwas sagen kann ins Wort:
„Sie müssen mich gar nicht abfangen, ich komme schon zu Ihnen!“
Und nachdem die Drogistin ihnen eingeschüchtert ihr Panadol verkauft hat, setzen sie noch einen drauf:
„Und einen guten Tag müssen Sie mir auch nicht wünschen! Das ist er nicht.“

Für Sie ist wahrscheinlich kein Tag ein guter Tag, aber das heisst nicht, dass Sie es an meiner Kollegin auslassen müssen.

Es ist wirklich unglaublich, wie einen eine einzige solch negative Person den Tag vermiesen kann.

Coca-Cola-logie

Erfunden wurde Coca Cola von Dr. John Pemberton – einem Apotheker und Arzt im Süden von Amerika als Gesundheitsgetränk. Ursprünglich war es der Ersatz für seinen Coca-Wein, der aber wegen der Prohibition 1886 verboten wurde. Also ersetzte der kluge Mann den Alkohol durch Zuckerwasser und gab Kohlensäure dazu – damals dachte man noch, Blubberwasser sei gut für die Gesundheit.
1887 wurde das Gesetz übrigens rückgängig gemacht, worauf die Formel für Coca-Cola an Asa Candler verkauft wurde und Pemberton sich wieder auf seinen Coca-Wein konzentrierte.
Den Erfolg seines Produktes bekam Dr. Pemberton übrigens nicht mehr mit, weil er 1888 starb.

Coca Cola enthielt tatsächlich einmal Cocain. Das war noch in der Zeit, als Bayer Heroin als Schmerzmittel verkaufte, also nicht so schockierend, wie sich das heute anhört. Aber man trank das eigentlich nicht um einen Kick davon zu bekommen (jedenfalls nicht vom Cocain) – obwohl wir nicht sagen können, wie viel Cocain in den Anfangstagen drin war, bis 1902 waren es noch 1/400stel von einem Gramm pro Unze Sirup. Und ab 1929 war gar nichts mehr drin.

Der Name des Getränkes kommt von den Hauptbestandteilen zu der Zeit, wo es zuerst produziert wurde: Coca Blatt und Kola Nuss. Dass es nicht Coca-Kola heisst, liegt daran, dass Dr. Pembertsons Geschäftspartner Frank Robinson dachte die Doppel-C’s würden besser aussehen in der Werbung. Er hatte recht… Robinson war auch verantwortlich für das Schriftlogo: man nennt den Font Spencarian.

Hast Du auch schon einmal das Gerücht gehört, dass nur 2 Menschen auf der Welt die Formel für Coca-Cola kennen … und jeder nur die Hälfte davon? Das sei, damit die Formel nicht verkauft werden kann. Tatsächlich stimmt das nicht. Die Formel liegt (komplett) in einem Schliessfach in Atlanta und mehrere Angestellte kennen sie. Natürlich unterstehen die strengen Sicherheitsvorkehrungen und haben Verschwiegenheitserklärungen unterschrieben, bevor sie sie zu sehen bekommen.  Das hier könnte sie übrigens sein: :-)

Coca Cola und Pepsi sind ziemlich ähnlich. Der Hauptunterschied ist, dass Pepsi süsser schmeckt – ein Grund, warum es die Leute im „Pepsi-Test“ bevorzugen. Tatsächlich schmecken die beiden ziemlich ähnlich – wobei ich ein echter Coca Cola Fan bin und Pepsi nicht sehr mag. Ausser dem Geschmack teilen sie aber noch mehr: auch Pepsi wurde von einem Apotheker in Amerika erfunden: Caleb Bradham, nur wenige Jahre nach Cola.

Coca Cola umranken einige Urbane Legenden … siehe auch Snopes, das eine eigene Abteilung namens Cokelore hat.

Übrigens: Ein Zahn, den man über Nacht in einem Glas Cola lässt, löst sich nicht auf – genauso wenig wie Fleisch, Knochen oder Geldstücke. Wenn man einen Zahn ein paar Tage drin lässt, könnte er aber schon von den Säuren angegriffen werden. Da wir aber kaum tagelang mit Cola im Mund herumlaufen (oder mit Orangensaft etc.) macht das nicht mehr Zahnprobleme als anderes mit Zucker.

Cola eignet sich nicht als Verhütungsmittel – auch nicht, wenn man direkt damit spült. Ausserdem ist es kein Entfetter.
Cola eignet sich aber dazu Dinge zu reinigen wie Chrom, Münzen … und es entfernt Blutflecken – mehr darüber bei den Mythbusters, die das und mehr getestet haben.

Das ist ein Cola aus Thailand – zu meinem Glück findet sich das Getränk so gut wie überall auf der Welt – und das Rot und Weiss sind ja gut für den Wiedererkennungseffekt, auch wenn man die Schrift nicht kennt.

Wer wissen will, was im Körper passiert, nachdem man eine Cola (oder Pepsi …) getrunken hat, kann das hier nachlesen.

So. Genug zu Cola – hab ich noch was vergessen?

Was gut ist für den Nachbarn …

Letzte Weiterbildung Dermatologie zeigte uns der dozierende Doktor ein Bild von einem Mann mit hochgradig allergischer Reaktion  auf ein Medikament (in dem Fall gut sichtbar an der tiefroten Hautfarbe) und erzählte uns dies dazu:

„Das ist ein 19 jähriger Mann. Er wusste, dass er allergisch ist gegen Ponstan, aber als er sich Zuhause beim Handwerken auf den Finger gehauen hat, ist er zum Nachbar gegangen, sich ein Schmerzmittel auszuleihen. Der Nachbar war so freundlich und hat ihm eine Tablette Mefenacid gegeben …“

(lautes Stöhnen im Saal, alle fassen sich an den Kopf: es handelt sich um ein Generikum mit demselben Wirkstoff – beide übrigens rezeptpflichtig).

Dozent lapidar: „Der Mann ging wegen allgemeinem Unwohlsein zum Arzt, kam dann auf die Intensivstation, (2. Bild: die Haut löst sich in grossen Blasen grossflächig ab) … wo er dann gestorben ist.“

Nein, nicht alles, was dem Nachbar gut tut, ist auch gut für einen selbst. Und Medikamente (speziell rezeptpflichtige, aber auch andere) weiterzugeben ist meist keine gute Idee.

Warnsignale, auf die man rasch reagieren muss: Fieber im Zusammenhang mit plötzlichem Hautausschlag; dunkle Rötung der Haut; Blasenbildung; Schleimhäute betroffen, auch Augen; nicht jucken, sondern Schmerzen – das gehört sofort zum Arzt!

Mutige googeln jetzt nach dem Lyell Syndrom – selten, aber man muss es erkennen können als Fachperson.

Apotheken in aller Welt, 33: Copola, Mexico

Andreas aus Mexico (wow, kommt mein Blog herum :-) schreibt und schickt uns dies:

Hier zwei Fotos einer Apotheke in Copala, Mexico. Sieht mehr nach Schampoo-Fachgeschäft als nach Apotheke aus, das war bei den anderen Apotheken in der Gegend übrigens auch so. Falls Dich die genaue Position interessiert, auf folgender Karte siehst Du Copala, die Fotos wurden an der Ecke San Juan und Hidalgo gemacht: http://maps.google.com/?ie=UTF8&ll=16.60826,-98.977879&spn=0.005655,0.010289&t=h&z=17

Ah, die bunten Farben – da komme ich schon fast wieder in Ferienstimmung :-)

Aber: Coca-Cola macht Werbung für die Apotheke (oder umgekehrt)?

…so ganz am Rand: falls ihr noch Apothekenfotos habt, findet oder neu macht: HER DAMIT! So langsam gehen sie mir hier aus und ich könnte Nachschub gebrauchen !

Um die Ecke bringen

Apotheker Frank Hiepe warnte anlässlich eines Interviews im Südwestfunk vor einer Verwechslungsgefahr von Bärlauchblättern mit den Blättern der giftigen Herbstzeitlose. Die Gefahr besteht deshalb, weil manchmal die Herbstzeitlose in der Nähe von Bärlauchbeständen wachsen und die Blätter von Laien nicht immer unterschieden werden können. Frank Hiepe erwähnte einen Vergiftungsfall: Eine Frau sammelte eine Portion Bärlauchblätter, die einige Blätter der Herbstzeitlose enthielt. Sie kochte damit ihrem Gatten ein feines Süppchen. Dieses Mahl überlebte der Mann nicht. Apotheker Hiepe erwähnte auch, wie man Bärlauchblätter leicht von anderen unterscheiden kann. Bärlauchblätter riechen und schmecken knoblauchartig.

Eine Kundin, die nach dem Interview in die Wiesental-Apotheke in Zell kam, meinte zu Frank Hiepe: „Herzlichen Dank für ihren guten Tipp.“ Der Apotheker glaubte zunächst, sie bedanke sich für den Ratschlag, wie man Bärlauchblätter von giftigen Blättern unterscheide. Aber die Kundin meinte etwas ganz anderes. Sie sagte: „Nun weiss ich, wie man jemanden um die Ecke bringen kann.“

Quelle: Scholz, Heinz; Hiepe, Frank: „Arnika und Frauenwohl“ (Heilpflanzen aus Baden-Württemberg, dem Elsass und der Nordschweiz)