Sturzbetrunken

Sturzbetrunken im wahrsten Sinn des Wortes war der Mann, der bei uns vor ein paar Tagen etwas gekauft hat. Am Anfang war ich nicht sicher, ob er nicht ein anderes Problem hat: er war sehr unsicher auf den Beinen. Es hätte auch ein neurologisches Problem sein können. Beim Bedienen musste ich ihn 2 x festhalten, weil er sonst einfach langsam umgekippt wäre.

Nach dem Bezahlen frage ich ihn nochmal, ob er Hilfe braucht … „Neinnn, geht schhhonn!“ meint er, macht drei Schritte … und fällt längelang hin!

Nachdem wir ihm wieder aufgeholfen haben klopft er sich kurz ab und schwankt dann aus dem Laden.

Ehrlich: dem gegenüber bin ich etwas hilflos. Kann / soll ich ihm helfen? Wie denn? Indem wir ihn und die Sachen heimbringen?

 

Hier sind noch ein paar betrunkene Leute mehr … eins haben sie alle gemeinsam: der Boden scheint auf sie eine grössere Anziehungskraft auszuüben …

Und das Ganze nochmals …

Ich berate eine Mutter mit kleinerem Kind, das auf Rezept Feniallerg Tropfen bekommt.

Pharmama: „Das sind die Feniallerg Tropfen. Man benutzt sie gegen Allergiesymptome wie Jucken und Hautausschläge. Geben sie ihm X Tropfen Y mal am Tag falls nötig. Die Medizin kann müde machen, also könnte es sein, dass ihr Kind etwas mehr schläft als üblich.“
Mutter: „Was meinen sie mit „falls nötig“?“
Pharmama: „Es bedeutet, nur dann, wenn das Kind Beschwerden hat. Wenn es keine Probleme hat, müssen sie es auch nicht geben.“
Mutter: „Was für Beschwerden? Ich bin kein Arzt, auf welche Beschwerden soll ich denn achten?“
Pharmama (habe ich das nicht vorher gesagt?): „Eben: Hautausschlag und das Jucken.“

Apotheken in aller Welt, 69: Havannah, Kuba

Kathrin vom Blog „Treibgut“ schickt uns dies:

wir waren letztes Jahr auf Kuba und haben in Havanna eine der wohl schönsten Apotheken der Welt gesehen, die Farmacia Taquechel. Leider habe ich kein digitales Foto von der Außenansicht. Auf dem Foto hier sieht man die Apotheke von innen. Die alten Porzellandosen mit den Medikamenten stehen in Reih und Glied. Hinter den Kulissen geht es allerdings hoch her. Hier wird gemischt, gemörsert und verpackt. Schließlich sind die Kubaner für ihr sehr gutes Gesundheitssystem bekannt.

Wer also in Havanna ist, sollte auf jeden Fall einen Abstecher in die Calle Obispo machen. Diese Apotheke ist schon fast ein Museum!

Nicht nur fast. Nach dem was ich gelesen habe ist es ein Museum und eine funktionierende Apotheke. Sehr interessant. Falls ich mal auf Kuba gehe, muss ich da auch vorbei.

Von Katharina ein update von 2016:

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Wirklich ein Prachtstück!

Merken

Ansteckend

Ein Kunde kommt in die Apotheke, fängt an zu husten, zieht das Rezept aus der Jackentasche und hustet … in die Hand mit dem Rezept, bevor er mir selbiges reicht und sagt: „Bitte beeilen sie sich, der Arzt sagt, ich habe eine ziemlich ansteckende Lungenentzündung!“

Äh, Ja, danke.

(Wo ist das Händedesinfektionsmittel? Und wenn wir schon dabei sind: warum nicht eine der Masken nehmen, von der Schweinegrippehype sind sicher noch welche da.)

Apotheken in aller Welt, 68: Berlin, Deutschland

Ein regelmässiger Blogleser schickt mir dies:

anbei sende ich Dir für Deine Reihe „Apotheken aus aller Welt“ eine Apotheke, die ich letztens gesehen habe. Es handelt sich um die Apotheke im Berliner Hauptbahnhof. Ein ganz abschreckendes Beispiel.
Leider war es schon abends und ich konnte nur ohne Blitz fotografieren, daher sind die Bilder etwas pixelig.

Man beachte beispielsweise die – meiner Meinung nach – völlig geschmacklose Weihnachtsbaumdekoration im Schaufenster. Da haben die schon mal ein riesiges Schaufenster und was stellen Sie rein? Mit Neonröhren beleuchtete Weihnachtsdeko im Weihnachtsbaumlook…

Von innen konnte ich keine Fotos machen, aber das sind etwa 100 – 150 qm Verkaufsfläche, auf denen so ziemlich jede Kosmetikmarke, die in einer Apotheke erwerbbar ist, verkauft wird.
Was ich wirklich suchen musste war der Handverkaufstisch, bei dem die Medikamente erhältlich sind.
Der HV-Tisch selbst misst etwa 2 m Länge, Medikamente sind dort nicht übersichtlich im Hintergrund in ein Regal eingeordnet, sondern in einer Art drehbares Regal.

Diese Apotheke hat definitiv nichts mit dem zu tun, was ich unter einer vernünftig eingerichteten Apotheke verstehe, sondern das ist – subjektiv betrachtet – eine Bude, in der neben Kosmetik noch zusätzlich Schachteln verkauft werden, die rein zufällig Medikamente sind.
Wenn ich so etwas sehe, finde ich es persönlich richtig, dass die Fläche der Freiwahl (also der Anteil an Kosmetik) in Deutschland demnächst auf 30 % der gesamten Apothekenfläche begrenzt werden soll.

„Kitsch as Kitsch can“ scheint am Berliner Hbf übrigens groß geschrieben zu werden. Dort findet sich nämlich auch dieser total stilsicher aufgestellte und sehr natürlich wirkende Weihnachtsbaum und dieser topmodische Weihnachtsmann aus Glühbirnen, die ich Dir ebenfalls beigefügt habe.

Naja, ich sag immer: auch abschreckende Beispiele sind gut – auf ihre Art. 24 Stunden geöffnet? Wahrscheinlich Schichtarbeit – auch für die Apotheker. Da würde ich mich schön bedanken, das wäre gar nichts für mich.

Quicky (16)

Telefon.

Frau: „Ich habe letzte Nacht zum ersten Mal KY Gel benutzt und meine Vagina tut immer noch weh. Ist das eine allergische Reaktion?“

Pharmama (versucht professionell zu bleiben): „Möglich, aber es ist wahrscheinlicher, dass der Schmerz damit zu tun hat, mit …äh … was immer sie gestern Nacht gemacht haben.“

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