Apotheken in aller Welt 70: Chur, Schweiz

Miriam schickt uns diese hübsche Apotheke:

Heute schicke ich dir auch mal eine Apotheke. Es ist die Löwenapotheke in der Altstadt von Chur.
Ich mag diese Apotheke sehr, weil die Inneneinrichtung praktisch noch wie früher ist.
Bisher habe ich in Chur keine schönere Apotheke gesehen.

Endlich wieder eine schweizer Apotheke … man könnte fast meinen, hier gibt es keine so schönen / interessanten :-(

Ah. Ähh, Iiih.

Junge Kundin kommt und drückt der Pharmaassistentin eine Packung Nuvaring in die Hand: „Ich brauche eine neue Packung von denen, mein Dauerrezept ist hier.“
Die Pharmaassistentin merkt, dass noch etwas drin ist: „Da ist aber noch ein Ring drin!“
Kundin (unbeeindruckt): „Ja, das ist mein alter.“

Ah, ja. (Iiiih). Kann ich den ihnen entsorgen?

Für diejenigen, die das nicht wissen sollten: der Nuvaring ist ein Silikonring, der als Verhütungsmethode in die Scheide eingeführt wird und während 3 Wochen dort bleibt, wobei er kontinuierlich niedrigdosiert Hormone abgibt. So einen zurückzugeben (und zwar nicht im Rahmen von „alte Medikamente zum entsorgen“) ist ein bisschen, wie wenn man ein gebrauchtes Kondom in der Schachtel gibt und sagt: „Ich hätte gerne wieder solche“

Krankenkassen-Start-Probleme

Ausruf eines bei der Intras  versicherten Kunden:

„Was? Weshalb muss ich das hier bezahlen? Ich bin versichert! Ich werde mich bei der Versicherung über sie beklagen, warten sie nur!“

Oh ja, bitte machen sie das (und lesen sie das nächste Mal den Vertrag, den sie unterschreiben gut durch). Im letzten Herbst hat die Krankenkasse die Information betreffend dieser Versicherungsänderung verschickt … aber das scheint nicht bei allen angekommen zu sein. Naja, der Brief schon, aber die Info nicht.

Heute hatten wir gleich 3, die aus allen Wolken gefallen sind, als wir es ihnen gesagt haben.
Schön auch bei solchen mit Dauerrezepten. Damit die Kasse das zahlt, verlangt sie im Normalfall das Rezept und den Zahl-Beleg … und das Rezept ist ja eigentlich schon bei der Krankenkasse (wie gesagt: Dauerrezept). Damit der neu selbst zahlende Kunde das aber auch rückerstattet bekommt, muss ich das Rezept (das eingescannt und abgelegt wurde) wieder aus den Tiefen des Computers holen und ausdrucken– das dauert. Das plus die Erklärungen … und das ist noch nicht alles.

Momentan herrscht auch so das halbe Chaos was die Abrechnung mit der Krankenkasse betrifft.

Viele Kassen haben noch keine Karten verschickt und bei manchen, die das haben, kann man Deckungskontrolle über das Internet noch nicht machen, weil die neusten Daten anscheinend noch nicht online sind. Auf das gleiche lässt sich das Problem zurückführen, dass ich bei manchen Kunden, wohl eine Covercard-Abfrage machen kann, das mir als versichert und gedeckt anzeigt – aber das gar nicht mehr stimmt! Ich konnte das sehr schön bei meiner eigenen ehemaligen Krankenkasse verifizieren.

Das bedeutet, ich muss jedesmal (trotzdem) fragen: „Hat ihre Krankenkasse gewechselt?“ und wenn ja, dann bräuchte ich einen Beleg, dass sie neu dort versichert sind. Ich nehme auch irgendwas, z.B. die Rechnung der Kasse mit ihrer Policennummer drauf.

Und ganz toll ist die eine Person, die zwar tatsächlich eine neue Karte hat, die ich aber per Internet nicht abrufen kann – und wo mir die Krankenkasse nachher am Telefon sagt, sie sei gar nicht bei ihnen versichert, wegen irgendwelcher Probleme.
Und die alte Krankenkasse erzählt mir, dass sie auch nicht mehr bei ihnen versichert ist.
Das gibt einen netten Telefonanruf: „Hallo, sie haben im Moment laut Auskunft der Krankenkassen keine Versicherung. Bitte kommen sie die bezogenen Medikamente bei uns bezahlen … und melden sie sich gleich bei einer Kasse an.“

Hoppla.

Also ich bin froh, wenn sich das wieder etwas normalisiert.

Apotheken in aller Welt, 68: Hangszhou, China

Dorotheesophie grüsst aus „einem Winterparadies“ und schickt uns diese tollen Bilder einer chinesischen Apotheke:

anbei eine Apotheke aus Hángzhōu, China. Es liegt in der Nähe von Shanghai und stellt für viele Chinesen eine Urlaubsstadt da, die zum Entspannen hinfahren. Vor allem sind Seide und Drachenbrunnentee Hángzhōus Vorzeigeobjekte. Dieser Tee ist übrigens der Einzige, der nicht exportiert wird in andere Länder, weil er nach der Meinung der Chinesen „zu gut“ ist und sie ihn lieber selbst trinken. Sehr schlau, oder?

Auf den Bildern ist die Hu Qingyu-Apotheke zu sehen.
„In der als Fußgängerzone eingerichteten Hanghai Lu befindet sich das Gebäude der Hu Qingyu-Apotheke mit einem Museum für TCM. Das 1874 errichtete Gebäude enthält noch heute eine Apotheke für traditionelle chinesische Arzneimittel und kann als architektonisches Beispiel für ein großes Handelshaus der ausgehenden Qing-Dynastie angesehen werden.“ (sagt Wiki)
Alle Bilder im Anhang sind aus der Apotheke, es ist sehr traditionell in dunklem Holz eingerichtet und es geht hoch her in der Apotheke.
Hinter dem Bild von der „Lebenswurzel“ steckt die Geschichte, dass man sie für 10.000€ kaufen kann und ein unendliches Leben bekommt. Ich weiss leider nicht, wie man sie zubereiten muss oder ob es reicht, wenn man sie gerahmt über das Bett hängt. Mein Kleingeld reichte zu dieser Zeit nicht für ein solch wertvolles Mitbringsel ;-)

Die Apotheke ist super! Und sie sieht aus, als könne sie als Kulisse für die Fortsetzung von „crouching tiger, hidden dragon“ dienen…

Dass die Chinesen den besten Tee nicht exportieren ist clever. Besser als die Schweizer, die den besten Käse nicht für sich behalten sondern wegsenden …

Aber doch nicht einfach so!

Kundin: „Ich habe da am Zeh plötzlich so einen schwarzen Fleck bekommen. Was könnte das sein?“
Pharmama: „Naja, es ist etwas schwierig zu beurteilen, wenn sie den Schuh nicht abziehen wollen und mir den Zeh zeigen, aber … im besten Fall ist es ein Bluterguss unter der Haut, weil man ihn angeschlagen hat … es könnte aber noch einiges anderes sein.“

Kundin: (im weiteren Gespräch) „Und morgen gehe ich zum Arzt …“
Pharmama: „Wenn sie zum Arzt gehen, können sie ihm den Zeh ja auch zeigen.“
Kundin: „Nein das will ich nicht.“
Pharmama:„Aber … dafür ist der Arzt doch da.“
Kundin: „Wissen sie, ich bin nicht jemand, der einfach dem Arzt etwas zeigt! Ich gehe dahin, weil ich einen Termin habe für die Kontrolle vom Herz und dem Blut, nicht um ihn meinen Zeh zu zeigen.“
Pharmama: „Und wie wollen sie dann wissen, was genau das ist?“

Übrigens: bevor das Diskussionen gibt: wir Apotheker in der Schweiz dürfen sagen, was wir vermuten, wenn wir einen Diagnose-Verdacht haben, allerdings ist das etwas schwierig, wenn ich es nicht einmal anschauen darf. – Da dürfte auch der Arzt noch Probleme bekommen …