Alternative Medizin und die Übernahme durch die Krankenkassen

Worum geht es? Vorläufig mal um die 5 bekannteren Teile der sogenannten alternativen Medizin:
Die anthroposophische Medizin,
die Homöopathie,
die Neuraltherapie,
die Phytotherapie
und die traditionelle chinesische Medizin

Von Ex-Bundesrat Pascal Couchepin wurden diese 2005 (wieder) aus dem Leistungskatalog der Grundversicherungen geworfen – wo sie zwecks Überprüfung der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Unbedenklichkeit seit 1999 waren – den Voraussetzungen, damit ein Medikament überhaupt auf die Spezialitätenliste kommt.

Die Datenlagen sind bei einigen dieser Methoden mehr als spärlich – für die Phytotherapie, die Behandlung mit Pflanzenauszügen, Tees, Extrakten … gibt es einige positive Studien, weshalb es auch in der Zwischenzeit Präparate gab, die übernommen wurden; aber für die Homöopathie – so beliebt sie ist, gibt es keine brauchbaren Studien betreffend Wirksamkeit, bisher deutet dort alles auf einen positiven Placeboeffekt …

Ich finde es eigentlich ok, dass nicht einfach alles übernommen wird (obwohl es das für mich als Apothekerin natürlich einfacher machen würde) – es gab und gibt ja noch die Zusatzversicherung – und wenn man derartiges übernommen haben will, kann man sich eine aussuchen, die das macht.

Dann gab es 2009 die grosse Volks-Abstimmung, (ich habe darüber berichtet) in der die Alternativ-Medizin-Befürworter gewonnen haben. (Mit 67% und allen Ständen). Damit ging folgender Auftrag an den Staat:

Art. 118a (neu) Komplementärmedizin
Bund und Kantone sorgen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Berücksichtigung der Komplementärmedizin

Und dann war längere Zeit Ruhe – fast schien es, dass sich der Staat absichtlich Zeit damit lässt und eine Entscheidung vor sich herschiebt, aber jetzt heisst es zumindest die obengenannten 5 Zweige werden ab 2012 wieder von den Krankenkassen vergütet – zunächst mal bis 2017. Bis dahin sollen die umstrittenen Alternativmethoden neu evaluiert werden. Und zwar von Vertretern der alternativen Behandlungsmethoden (ob die das zahlen können?) und parallel dazu wird das EDI eine international anerkannte – (welche ?) Institution beauftragen, ein unabhängiges Gutachten zu erstellen. Damit wären wir so in etwa wieder am gleichen Punkt wie 1999. Mehr lesen im Artikel der NZZ.

Ab nächstem Jahr erwarten Experten, dass von den Krankenkassen für etwa 50 Millionen Franken derartige Alternativmedizin-Methoden und Mittel übernommen werden müssen. Ob dann deshalb die Kosten in der westlichen Medizin sinken werden … wird sich zeigen.
Ich wage es zu bezweifeln. Eher schlägt sich das wieder in einer rechten Steigerung der Krankenkassenprämien nieder.

Und wie es mit den übrigen zahlreichen Methoden der Alternativemedizin aussieht … da ist auch noch nichts geklärt.

Einen positiven Effekt dürfte das Ganze aber haben: nämlich, dass es dann wirklich vernünftige Studien zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit geben wird. Ich bin gespannt.

Was ich in den Diskussionen hier eher vermeiden möchte sind Kommentare im Sinn von „derartiges gehört nicht in die Apotheke!“ Es ist in der Apotheke und wird hier bleiben – weil das Stimmvolk in der Schweiz und demnach der Staat es so will.

Trotzdem ist Skeptik angesagt – und die dürfen wir auch äussern. Als die Fachpersonen, die wir sind.

Danke für Eure Gedanken! Pharmama

Apotheken in aller Welt, 190: Greifswald, Deutschland

Friedrich von Alltagsabenteuer.de schickt uns dies:

Diese Apotheke befindet sich in der Hansestadt Greifswald im Nordosten Deutschlands und wurde 1551 von Professor Franciscus Joel gegründet. Details gibt es hier: http://www.offizin24.de/rats-apotheke-hgw/Seiten/Startseite/Historie.aspx

Eine ganz spezielle Apotheke – mit einem Gebäude wie eine kleine Burg. Wunderbar!

An der Stelle möchte ich mich noch bei Friedrich entschuldigen, es ist mir gerade aufgefallen, dass ich gar nicht auf sein mail geantwortet habe! Durch die Lappen gerutscht ist mir das – im Normalfall bemühe ich mich, mich auch für Eure aufmerksamen Zusendungen per mail zu bedanken.

update von simp:

da ich in der Regel  in Deutschland unterwegs bin, finde ich meist nur schöne deutsche Apotheken- Noch aus dem Sommerurlaub eine sehr schöne Apotheke aus Greifswald, vom dortigen Marktplatz. Sie hat zwei Eingänge, eine Passantin meinte, hinter dem Holztor auf der linken Seite wäre auch das Laboratorium. Sie ist auch innen schön mit altem Holz gestaltet, nur war sie leider schon geschlossen.

Greifswald

 

Greifswald3

 

Greifswald5

 

Greifswald4

Also bin ich ein Schlangenträger: Ophiuchus

Da dachte ich doch mein ganzes Leben lang, dass ich im Sternzeichen Schütze geboren bin – und jetzt muss ich herausfinden, dass das wahrscheinlich nicht mal stimmt.

Laut der „Time“ und den Astronomen der Minnesota Planetarium Gesellschaft ist wegen den Gravitationskräften, die der Mond auf die Erdrotation ausübt die Ausrichtung der Sterne um etwa einen Monat verschoben worden. Wenn die Astrologen also heute sagen, die Sonne stehe im Steinbock, dann stimmt das nicht (mehr). Laut der Minnesota Planetarium Gesellschaft müssten die Sternzeichen heute – wenn man danach schaut, in welchem Sternbild die Sonne wirklich steht – so sein:

Steinbock/ Capricorn: 20. Jan. – 16. Feb. 
Wassermann/Aquarius:
16. Feb. – 11. März. 
Fische/Pisces:
11. März -18. April 
Widder/Aries:
18. April – 13. Mai. 
Stier/Taurus:
13. Mai – 21. Juni
Zwillinge/Gemini:
21. Juni -20. Juli
Krebs/Cancer:
20. Juli – 10. Aug.  
Löwe/Leo:
10. Aug.- 16. Sept.
Jungfrau/Virgo: 16. Sept. – 30. Okt. 
Waage/Libra:
30. Okt.-23. Nov.
Skorpion/Scorpio: 23. Nov. -29. November
Schlangentröger/ Ophiuchus:
29. Nov. -17. Dez.  (Ja, der ist neu, das Sternbild gibt es schon lange, als Sternzeichen wurde es aber von den Babyloniern rausgeworfen)
Schütze/Sagittarius: 17. Dez. – 20. Jan.

Nach dem bin ich also nicht mal ein Skorpion, sondern etwas ganz neues.

Ophiuchus … ich habe schon Mühe mit dem Namen. Auf deutsch wäre das der „Schlangenträger“

Und was ist das für ein neues Zeichen?

Die Konstellation Ophiuchus stellt einen Mann dar, der mit einer Schlange kämpft – er teilt den Körper der Schlange in 2 Stücke. Es ist das einzige Zeichen des Zodiac, das einen richtigen Menschen darstellt und er teilt seine Züge mit Imhotep, einem Ägyptischen Arzt aus vorchristlicher Zeit (2700 v.Chr.) und dem biblischen Joseph. Wie Imhotep sieht man Ophiuchus als Heiler und Doktor der Medizin oder Wissenschaft. Er sucht nach Bildung und Erhellung. Er soll im Leben eine hohe Stellung einnehmen. Wie Joseph ist er ein Interpret von Träumen und lebhaften Vorahnungen. Der Stab des Aesculap – heute Sinn-Bild für medizinische Berufe kommt von diesem Sternbild.

… ich glaube damit kann ich gut leben :-)

Apotheken in aller Welt 71: Tréguier, Bretagne, Frankreich

Cora aus Deutschland schickt uns:

die Bilder von einer schönen, maritimen Apotheke in Tréguier, Bretagne angehängt, die ich in den letzten Tagen auf der Suche nach brauchbaren Fotos für die Großeltern „wiederentdeckt“ habe.
Geknipst habe ich die Fotos diesen Spätsommer. Direkt am Hafen gelegen wäre das doch ein schöner Arbeitsplatz, oder ? Man beachte das Bullauge an der hinteren Wand :-)

 

Das Bullauge – ist das nicht ein Spiegel? Aber das alte Gemäuer, das gefällt mir!

Ich bin doch keine Bank!

Samstag Mittag in der Apotheke:
Mann: „Ich brauche Imodium Kapseln und Buscopan Dragees.“
Ich hole beides, kläre ab, ob das die richtigen Medikamente sind, erkläre ihm die Anwendung, da er es bisher nicht gehabt hat, dann gehen wir zur Kasse, ich lese die Medikamente ein.
Er hält mir die Kundenkarte hin. Und dann sagt er: „Aber ich kann es erst Montag zahlen“.
Pharmama: „Dann … kann ich es ihnen auch erst Montag geben.“

Ein Stammkunde, bei dem ich das eventuell noch machen würde ist er nämlich – trotz Karte- nicht.
Und dann kann ich alles wieder rückgängig machen. Den Verkauf stornieren und die Medikamente versorgen.

Und in den Apotheken in Deutschland?

Ich habe ja ein bisschen über die Zustände bei uns in der Schweiz Anfang Januar mit den Krankenkassen, aber ich muss sagen, dass ich die Apotheker in Deutschland mit den neuen Vorschriften und Änderungen auch bedauere.
Vielleicht bekomme ich ja noch den einen oder anderen Kommentar, der mir die folgenden Beobachtungen in den Medien bestätigen kann:

Da wären einmal das neue Gesetz betreffend der Normgrössenverordnung: Man sollte denken, dass die Angabe der erlaubten Packungsgrössen-spanne das vereinfachen würde, was jetzt von der Kasse übernommen wird und was nicht  (im Gegensatz zu den Problemen von vorher)– aber wenn natürlich die Hersteller (absichtlich?) falsche Angaben an die Computersoftwarehersteller der Apotheken macht, was gesetzlich von der Krankenkasse übernommen wird, dann wird es … schwierig.

Alle Präparate mit gleichem Wirkstoff gelten innerhalb der Spanne um die N-Größe als austauschbar – selbst dann, wenn nicht genau die gleiche Tablettenzahl enthalten ist, also beispielsweise 95 statt 100 Stück.
Substituiert werden kann auch, wenn statt N1, N2 oder N3 eine definierte Tablettenzahl verordnet ist. Allerdings muss dann exakt die verordnete Menge abgegeben werden – es sei denn, die Stückzahl liegt wieder innerhalb einer N-Spanne.
Produkte die Tablettenmengen ausserhalb der Spanne haben, werden nicht übernommen von der KK

Dann die Möglichkeit dem Patienten weiterhin „sein“ bisheriges Generikum abzugeben – statt das wo die KK einen (neuen) Vertrag mit einem Hersteller hat. Das geht neu tatsächlich, allerdings muss der Patient es in der Apotheke selbst zahlen und es dann zur Abrechnung der Krankenkasse einschicken. Wieviel dann daran gezahlt wird, das ist alles andere als klar.

Die Kassen raten dem Patienten auch glatt ab das zu machen, respektive: er soll sich in der Apotheke vorrechnen lassen, wieviel er davon im Endeffekt selber zahlen muss, denn die Krankenkasse zieht eine Menge davon ab.

Und so funktioniert das dann: Die Apothekenmitarbeiter suchen das regulär abzugebende Arzneimittel aus der Software heraus und ziehen zunächst Zuzahlung, Kassenabschlag, Herstellerrabatt, Großhandelsabschlag ab. Dann wird für den gegebenenfalls bestehenden Rabattvertrag noch ein pauschaler Betrag abgerechnet, der sich nach Abgabepreis gestaffelt ist: Bis 30 Euro werden 5 Euro verrechnet, bis 60 Euro 20 Euro, bis 120 Euro 40 Euro, bis 240 Euro 80 Euro und darüber hinaus 160 Euro. Bei den günstigeren Medikamenten kann es da tatsächlich sein, dass man im Minus landet, also gar nichts bekommt – dafür kann man aber dann den Verwaltungsaufwand von 5 Prozent den die Krankenkasse auf den verbliebenen Betrag abzieht auch vergessen :-) … Der Patient darf dann im Folgequartal mit der Erstattung rechnen.

Und dann noch das: Nicht nur unkorrekte Meldungen von Herstellern haben im Zusammenhang mit der neuen Packungsgrößenverordnung zu Fehlern in der Apothekensoftware geführt. Seit Jahresbeginn werden auch einige apothekenpflichtige Arzneimittel, die bei bestimmten Krankheiten von den Kassen übernommen werden, nicht mehr als erstattungsfähig angezeigt.

(Quelle: apotheke-adhoc.de, diverse Artikel)

Und jetzt bin ich mal ruhig und lasse den Apothekern in Deutschland das Wort.