Nur damit das wieder einmal gesagt ist.

Lieber Kunde,

ich arbeite für die Apotheke und nicht für Ihre Versicherung. Ich habe keine Aktien bei denen und auch keine Einsicht in die Geschäftsunterlagen und darum kann ich Ihnen auch nicht sagen, warum die Prämien wieder raufgegangen sind. Ich weiss auch nicht, wie hoch Ihre Franchise ist – das einzige, was die mir mitteilen (wenn ich die richtige Versicherungsnummer angebe) ist, ob Sie versichert sind, und wie, also: ob Grundversicherung, Zusatzversicherung, und/oder Komplementärer Zusatz.

Was ich nicht kann, ist diese Info korrigieren, wenn sie falsch sein sollte. Irgendwann werden sie denen selbst anrufen müssen und das in Ordnung bringen.

Ich weiss, das ist unangenehm, da muss man sich erst durch die Nummern-Auswahl wählen, dann hängt man ewig in der Warteschlaufe … ich kenne das.

Ich verstehe Sie.

Sie sollten auch unbedingt einmal Ihre Versicherungsbedingungen, die im Vertrag stehen, durchlesen. Da sollte auch drinstehen, welche Leistungen übernommen werden und welche nicht. Die Versicherung macht die Regeln, nicht ich – und ja, es gibt Versicherungen, die ändern diese Regeln gelegentlich. (Wie die Intras auf Anfang dieses Jahr). Glauben sie mir, das irritiert mich genauso wie Sie.

Ja, Sie müssen wirklich Ihre Versicherungskarte mitnehmen und uns zeigen, wenn Sie noch nie hier gewesen sind. Schockierend, ich weiss. Und die vom letzten Jahr – die geht dann oft eben auch nicht mehr, weil die Nummer gewechselt hat.

Nein, ich kann nicht bei anderen Apotheken in den Computer und nachschauen, was Sie für eine Versicherung haben – das wäre hacken und wird normalerweise nicht so gern gesehen vom Gesetz. Ich sehe auch nicht, was oder wann Sie in einer anderen Apotheke schon einmal etwas hatten.

Besten Dank für Ihr Verständnis.

Ihre Apothekerin.

Apotheken in aller Welt, 103: Wilster, Deutschland

 Noch eine „Schwan-Apotheke“, diesmal aus Wilster (Schleswig-Holstein). Wegen der Sonne kann man nicht alles lesen, was auf den Balken steht, aber die Bezeichnung Apotheke ist zu erkennen. Bei dieser Apotheke habe ich versucht, durch die Scheibe zu fotographieren, ohne daß ich selbst etwas sehen konnte – deshalb sieht man die Spiegelung vom Fotoapparat. Auf der linken Seite stehen jedenfalls viele Glasbehälter in den Regalen, könnte eine alte Einrichtung haben.

Anno 1660 steht da auf dem Balken der Fassade – das ist ziemlich alt. Der Effekt mit dem Fotoapparat am Fenster ist wirklich interessant :-)

Lassen Sie mich das wiederholen (12)

Lassen Sie mich das wiederholen … Sie fragen also bei mir an, ob wir eine Stelle offen hätten für Sie als Pharma-assistentin und das, obwohl A) ich weiss, dass sie regelmässig Beruhigungsmittel und Antidepressiva nehmen (damit könnte ich noch leben) und B) ich selbst Sie schon einmal erwischt habe, wie Sie ein Rezept verfälscht haben indem Sie die Anzahl Tabletten erhöht haben –was ich keine gute Voraussetzung für eine Angestellte unsere Apotheke finde.

Oookeeeee …. Nein.

Bisherige „Lassen Sie mich das wiederholen“ 1-11

Und woran ist ihr letzter Sklave gestorben?

Kundin in der Apotheke:

„Haben sie mir eine Liste aller Medikamente die es gibt?“

Uh, nein. Aber sie können ja damit anfangen, indem sie in eine Buchhandlung gehen und dort nach dem „Kompendium“ fragen – da sind zumindest die in der Schweiz zugelassenen drin. Für Deutschland wäre das wohl die „rote Liste“, für die anderen Länder müssten sie anfragen …

Silber – und die Haut

Vom Höllensteinstift habt ihr in einem der letzten Posts mal was gelesen. Jetzt meldet eine Zeitung einen Vorfall damit: Eine Angestellte der Apotheke hat einem Mann zum Rasieren statt einem Blutstillerstift einen Höllensteinstift verkauft. Die ganze (peinliche Story) hier.

Aua. Mal abgesehen davon, dass die Apothekerin unbedingt lernen sollte, wie man mit Fehlern umgeht.

Silbernitrat gibt auf der Haut unschöne schwarze Flecken, so wie diese hier: (Quelle Wikipedia)

und die gehen auch nicht so einfach wieder raus. Im Prinzip ist das feinverteiltes elementares Silber. Die Flecken bleiben, bis die Haut sich erneuert hat. Man benutzt den Effekt auch bei der Bank, indem man Geldscheine mit Silbernitrat präpariert. Wer damit in Kontakt kommt (im Normalfall nur ein Dieb), der hat nachher auch länger schwarze Finger. Manche kennen das auch von ihrem Silberschmuck.

Silber wirkt aber auch antibakteriell – ein Effekt, der in Wundsalben wie Flammazine und Ialugen plus schon lange ausgenutzt wird. Dort liegt das Silber als Silber Sulfadiazin vor – auch hier kann es, vor allem bei Sonnenbestrahlung auf die Fläche zu einer Graufärbung der Haut kommen.

Silberspulen finden sich übrigens als Schutz vor Kontaminierung in Nasensprays auf denen steht „Konservierungsmittelfrei.

Und dann sollte ich hier noch ein Wort verlieren über „kolloidales Silber“.

Kolloidale Silberlösungen werden heute noch häufig als alternative Heilmittel und „natürlicher“ Antibiotika-Ersatz angeboten. Die Anwendung ist dabei sowohl topisch (also äusserlich, auf der Haut), als auch innerlich (also getrunken). Die Wirkung dabei ist eher umstritten und manche der aufgestellten Behauptungen, gegen was es alles wirkt wurde schon wiederlegt (HIV? Herpes? Immunstimulation?). Für den Einsatz als Heilmittel fehlt der Wirksamkeitsnachweis und der Nachweis, dass es tatsächlich unbedenklich ist. Tatsächlich macht es in höheren Dosen Nierenprobleme, Hautirritation und Nervenprobleme. Silber ist auch kein Metall, das wir für unseren Organismus brauchen, also kann es nicht als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen werden. Vertrieben wird es demnach auch nicht über Apotheken, sondern (mit zweifelhaftem rechtlichen Hintergrund) via Internet – oder es wird gleich selbst hergestellt.

In geringen Mengen und kurzfristig eingenommen sollte es ok sein. Aber Vorsicht vor langfristiger Einnahme grösserer Mengen: das Silber kann sich dann, auch wenn es eingenommen wird, in der Haut einlagern und diese bläulich färben – ein Zustand, der sich Argyria nennt … und im übrigen nicht reversibel ist. Das bleibt so.

Übles Beispiel:

Irgendwie erinnert er mich an Papa Schlumpf.

Was ich mich schon gefragt habe

Wie oft ist es eigentlich anständig „Was?“ zu sagen, bevor man nur noch nickt und lächelt, weil man immer noch nicht gehört oder auch nur ein Wort verstanden hat von dem was gesagt wurde?

Wir haben so eine Kundin, die einem nach einem Einkauf immer … irgendetwas erzählt. Bruchstückhaft habe ich schon mitbekommen, dass es um ihren Mann, Sohn, die Regierung, Ferien, das Alter, die Preise und die Nachbarin geht, aber … was genau hat sie jetzt wieder gesagt?