Wild Flower schickt uns diese hübsche (und klassische) Apothekenfront aus ihrem Urlaub in Brügge:
Vertreterbesuch
„Meine“ Apotheke liegt nicht in einer besonders feinen Gegend, und wenn jemand im Anzug mit Aktenkoffer hereinkommt, ist die Chance, dass das ein Vertreter ist grösser, als dass es ein Businessman ist.
… Apropos: Kann ich eigentlich noch Vertreter sagen? Auf den meisten Vistitenkarten, die ich heutzutage bekomme, stehen so hochtrabende Bezeichnungen wie Gebiets-Manager, Regionaler Pharmazeutischer Manager etc. Wie auch immer, ich bleibe hier mal bei der Bezeichnung Vertreter.
Ich versuche hier mal so einen Vertreterbesuch in der Apotheke zu beschreiben.
Meist fängt so ein Gespräch leicht an: der Vertreter erkundigt sich danach, wie das Geschäft läuft, ob es einem gut geht – wie es der Familie geht etc.
Er scannt mehr oder weniger unauffällig die Regale, um zu sehen, ob etwas von ihrem Sortiment zu sehen ist, je nachdem fragt er auch, ob man es schon an Lager hat … und wie es läuft? Dazu gebe ich eigentlich nicht gross Informationen heraus. Ein einfaches „gut“, oder „wenig“ muss genügen – unsere Zahlen gehen ihn nichts an.
Wenn es rezeptpflichtig ist, kommt manchmal auch: „verschreiben es die Ärzte ?“ – manchmal gefolgt von „Dr. XY (in der Nähe) hat versprochen es vor den Konkurrenzprodukten zu berücksichtigen.“ Das mag so sein, oder nicht – meist ist es so, dass unterschiedliche Vertreter die Apotheken und die Ärzte besuchen. Und wenn … höchstwahrscheinlich hat der Arzt auch nur genickt um seine Kugelschreiber und Ärztemuster zu bekommen.
Dann kommen wir zum Märchenerzählen. Warum ihr Produkt X besser ist als Produkt Y. – Ja, manchmal ist es tatsächlich ein innovatives, neues Produkt, in letzter Zeit sehe ich jedoch häufiger „Ich-auch“-Präparate. Noch ein Magensäureblocker, noch ein Antidepressivum mit Retard Formulierung, schon wieder ein Schmerzpflaster, noch ein Generikum mehr. Vielleicht ist ihres im Moment ein paar Rappen günstiger.
Dann kommen die harten Fakten – auch die sind mit einem Körnchen Salz zu geniessen: Mit was haben sie ihr Produkt verglichen? Wieviele Leute haben sie tatsächlich getestet (wow. Kleine Studie), die bunten Grafiken: sie gehen oft nicht bis Null oder haben ziemlich interessante Skalen. Ich bin vielleicht ein Zyniker – aber jedem sollte klar sein, dass sie ihre Ergebnisse möglichst gut aussehen lassen wollen (auch wenn der Unterschied der Wirksamkeit zum Placebo minimal ist…).
Und dann kommen die aktuellen Aktionen. Heute ist das meist so, dass man doch schon eine Menge nehmen muss, um bessere Einkaufsbedingungen zu erzielen … und dann muss man die Vergünstigungen vom Gesetz her auf die eine oder andere Weise dem Kunden weitergeben – worauf man auch immer schön hingewiesen wird :-)
Wenn man Glück hat, nimmt der Vertreter dann noch Retouren entgegen und man bekommt etwas dafür – aber auch das kommt heute immer seltener vor. Viele Firmen haben dermassen restriktive Retourenreglemente, dass man es grad vergessen kann. Umso dankbarer bin ich den Firmen (und Vertretern) bei denen das nicht der Fall ist.
…
Nein, ich habe nichts gegen Vertreter. Das sind normalerweise nette Leute, die auch Geld zum Leben verdienen müssen. Ich gebe einfach nicht übermässig viel auf die Info, die sie liefern – da ändern auch die Werbegeschenke wie Kugelschreiber und Notizblöcke nichts dran. Zu manchen habe ich ein besseres Verhältnis als zu anderen – das ist abhängig von der Persönlichkeit, aber auch, wie sehr sie versuchen, mich zu manipulieren oder Druck auszuüben. Und manche von denen bekommen ziemlich Druck, damit „ihre“ Verkaufszahlen stimmen.
Werbung in und für die Apotheke
Werbung für Apotheken ist oft langweilig, es geht aber auch anders:
Gefunden von Malou in München: Für die Apotheke vor Ort und gegen Bestellung im Internet:
.. die beste Werbung die ich je gesehen habe! [Falls es schlecht zu erkennen ist: Die Dame auf dem Poster hat einen Bart]
Hihi, nicht schlecht. Kommt mir zwar irgendwie bekannt vor …
:-)
Und dann noch das:
Schwedens grösste private Apothekenkette die Apotek Hjärtat schafft seit neuestem nackte Tatsachen und wirbt mit ihren entblätterten Mitarbeitern unter dem Motto “die nackte Wahrheit über Ihre Haut” für Kosmetik aus der Apotheke.
Ziel der Aktion sei es, die Beziehung zwischen Kunden und Apothekern wider zu spiegeln: „Bei der Beratung unserer Kunden haben wir keine Hintergedanken: Ohne Verkleidung empfehlen wir das für den Kunden objektiv beste Produkt“, sagt eine Unternehmenssprecherin.
5 Frauen und 1 Mann (alles echte Apothekenmitarbeiter) finden sich auf den Plakaten wieder.
Kreativ … aber, ich glaube *das* würde ich mich nicht trauen. Aber die Schweiz ist ja auch nicht Schweden :-)
Was wird es denn?
Männlicher Kunde in der Apotheke zu anderer Kundin, die ganz offensichtlich schwanger ist:
„Was für ein Sternzeichen wird es denn?“
…
die Kundin ist baff, fängt sich aber rasch wieder. „Ich glaube … Zwillinge?“
Hat Euch das mal jemand in der Schwangerschaft gefragt? Fragen nach dem Geschlecht des Kindes und wann der Geburtstermin ist, das ist ja üblich, aber …. das Sternzeichen?
Liebe Apotheke …
Ein Gastbeitrag von Fränzi vom Blog Sternenzaubers Geschichtenhimmel, wo er zuerst publiziert wurde:
LIEBE APOTHEKE …
Zu Dir komme ich gerne – und das nicht nur, weil Du so praktisch auf meinem Arbeitsweg liegst. Nein, die Apothekerinnen und die Apothekerhelferinnen (sagt man denen heute noch so?) sind kompetent, freundlich, hilfsbereit, humorvoll.
Wenn ich mich damals an meine komplikationsreiche Bauchlandung beim Tennisspielen erinnere – und wie mir die netten Fröileins anschliessend die Restbestände des grünen Kunstbelages mittels Pinzette aus der eitrigen Schürfwunde pulten und mich wunderbarst fachgerecht versorgten. Toll!
Oder wenn mein Dauerrezept abgelaufen ist, ich wieder mal in der letzten Minute vor den Ferien reinschneie – ich kriegs. Weil man mich kennt und die Situation richtig einschätzt.
Kaufe ich mal andere Medis, werde ich auf Wechselwirkungen hingewiesen. Brauche ich Rat, kriege ich den, mit einem freundlichen Lächeln und guten Wünschen garniert.
Kurz und gut: ich bin sehr zufrieden mit „meiner“ Apotheke. Sehr.
Aber gestern – auf dem Nachhauseweg – habe ich beim Vorbeigehen kurz mal in Deine Vitrine geschaut. Und bin ruckartig stehen geblieben. Neeee! Das darf jetzt nicht wahr sein. Oder?
Ich glaub mich tritt ein Pferd!
SLOGAN: „Ziel der XXXX-Methode ist nicht nur schnell und effektiv abzunehmen, sondern auch nach der Kur das Gewicht zu halten….“ (gekürzt)
Barbie und Ken als Mass aller Dinge im Zusammenhang mit Werbung für Schlankheitsmittel, welcher Art auch immer, zu suggerieren … liebe Apotheke, das geht gar nicht.
Der Zusammenhang zwischen Essstörungen (Ess-/Brechsucht = Bulimie) und Werbung ist erwiesen – und gerade eine Apotheke, welche zum Wohle der Menschen da ist, trägt hierbei eine grosse Mitverantwortung.
Apotheken in aller Welt, 126: Augsburg, Deutschland
(ich) schickt uns dies hier:
Also, hier mal wieder eine Apotheke. Es ist die Stern-Apotheke in Augsburg am Moritzplatz. Im Internet konnte ich leider nicht mehr über die Apotheke in Erfahrung bringen. Ich hoffe, sie gefällt Dir trotzdem.
Sehr hübsche Fassade – von Augsburg kenne ich ja sonst nur die „Puppenkiste“ :-)





