mit erhobenem Zeigefinger

Patientin, die ihre Medikamente nicht nimmt – oder zumindest nicht richtig, nämlich regelmässig.
Sie bekommt Blutdruckmedikamente und die Diskussion hatten wir schon ein paar mal.

Pharmama:. „Was kann ich noch machen? Soll ich ihnen ein Bild von mir geben, mit erhobenem Finger und richtig böse dreinschauend, damit sie es an den Badzimmerspiegel kleben – und daran denken, ihre Medikamente richtig zu nehmen?“

Wir lachen beide.

Pharmama: „Sie müssen ihre Medikamente nehmen. Mit dem hohen Blutdruck riskieren sie nämlich einen Schlaganfall in nicht allzu ferner Zukunft.“

 

Belauscht (4)

Guter Duft, schlechtes Deutsch. Oder: lost in translation …

Frankfurt am Main. Auf der Zeil. In einer Apotheke.

Während ich auf meine Frau warte, die gerade bezahlt, betrachten eine Gruppe Amerikaner einen Warenständer mit Badezusätzen. Eine Frau in der Gruppe nimmt eines der Badezusätze vom Ständer und fragt ihre Begleiter erstaunt und leicht entsetzt:

“Bad aroma!? Who would want to buy that?”

Quelle: www.belauscht.de

Damenhygiene

Es kommt ein junger Mann mit einer Packung Tampons an die Kasse der Drogerie.

Er legt sie hin, sichtlich peinlich berührt und sagt, während ich sie einscanne: „Die sind nicht für mich!“

Pharmama (lächelnd): „Das habe ich mir schon gedacht.“

Warum ist es manchen Männern so peinlich Hygieneprodukte wie Tampons oder Binden für ihre Freundinnen / Frauen zu kaufen? Da ist wirklich nichts dabei.

Oder liegt es an der Auswahl, dass sie so … beeindruckt sind? Normal, Super, Mini, mit Applikator oder ohne, mit Flügelchen und Röckchen mit …

 

Und dann war da noch die Geschichte, die mir der Kollege Busfahrer erzählt hat:

Bei der Endstation haben sie immer Pause und Zeit etwas kleines zu essen und auf die Toilette zu gehen. Das ist eine öffentliche unisex-Toilette.

Wie er eintritt tönt es aus einem der Abteile: „Hallo? Ist da jemand? Ich brauche hier Hilfe!“

Sie war ziemlich enttäuscht als sie hörte dass es ein Mann war: „Oh ich habe gerade … meine Periode bekommen. Ich bräuchte ein Tampon oder so etwas…“

Busfahrer: „Das ist gar kein Problem.“

Er geht raus, steigt in den Bus, in dem inzwischen schon ein paar Leute sitzen und warten und sagt: „Ich habe hier einen Notfall. Hat jemand vielleicht einen Tampon für mich?“

Die Blicke müssen … unbeschreiblich gewesen sein.
Aber: er hat ihn bekommen!

Apotheken in aller Welt, 125: Mayen, Deutschland

Von Leser Morell:

hier mal eine Apotheke aus der Innenstadt Mayen (Vulkaneifel, ca. 25 km westlich von Koblenz, Deutschland). Von außen und von Innen (soweit von außen zu erkennen) nicht sehr spektakulär, aber das Schild ist doch ungewöhnlich. Auch wenn ich die eigentliche Krone abgeschnitten habe. Die Bildqualität ist leider nicht sehr hoch, ich hatte nur das Mobiltelefon dabei.

Es gibt auch eine Homepage mit weiteren und besseren Bildern auch von Innen.

Auch hübsch! Schade ist die Krone abgeschnitten, aber Schlange und Becher sehen auch gut aus.

Aber Sie müssen sich an mich erinnern!

Tatsächlich, wir erinnern uns.

Die Drogisten-Kollegin, hat die Kundin etwa 1 Stunde lang ausführlichst beraten, bis sie sich für ein Produkt entschieden hat. Dann wollte sie es als Geschenk eingepackt haben, während sie rasch etwas trinken geht. Sie sagte, sie käme gleich zurück es zu bezahlen.

Sie kam nicht mehr. Leider hat sie auch keinen Namen genannt, so dass man ihr telefonieren konnte.

Man hielt ihr das Geschenk 1 Woche auf der Seite, falls sie doch noch kommt, dann hat man es wieder ausgepackt und versorgt.

Und jetzt – 2 Wochen später ruft sie an und will es.

Kundin: „Sie erinnern sich sicher noch an mich, ja? Ich habe ganz vergessen es abzuholen, aber da ich es ja bezahlt habe …“

Drogistin: „Ja ich erinnere mich, aber … es wurde noch nicht bezahlt.“

Kundin: „Doch, doch, das weiss ich ganz genau – sie müssen sich doch auch daran erinnern?“

Drogistin: (Schaut nochmal nach): „Tut mir leid, aber es wurde noch nicht bezahlt. Wir können jeden Verkauf im Computer nachvollziehen. An dem Tag haben wir das Produkt nicht verkauft – also auch nicht an sie.“

Kundin: „Doch, doch, das habe ich bezahlt,  und … ich komme das jetzt abholen!“

Drogistin: „In Ordnung, aber sie müssen entweder den Kassabon mitbringen, als Zahlungsbeleg – oder es beim abholen zahlen.“

Sie kommt tatsächlich und macht nochmals den gleichen Aufstand, aber einen Beleg hat sie logischerweise keinen.

Was war das? Der Versuch gratis an ein (teures) Kosmetik- Produkt zu kommen? Wusste sie es wirklich nicht mehr?

Die Selbstdispensation in den Medien

Was kostet die Selbstdispensation?
Zahlreiche Studien wurden zur Frage verfasst, ob die Selbstdispensation oder die Abgabe in Apotheken aufgrund von ärztlichen Rezepten kostengünstiger ist. Konstantin Beck, Ute Kunze und Willy Oggier kommen in ihrer Studie zum Schluss, dass in den SD-Kantonen,nach Korrektur um die sozioökonomischen Unterschiede, um 243 Franken höhere Medikamentenkosten pro Einwohner und Jahr anfallen als in den Rezepturkantonen. Der Kostenunterschied zwischen SD-Kantonen und Kantonen mit Mischsystem sei erwartungsgemäss kleiner; er beträgt aber immer noch signifikante 35 Franken pro Kopf und Jahr
Quelle: Beck, Ute Kunze und Willy Oggier, „Selbstdispensation: Kosten treibender oder Kosten dämpfender Faktor?‘, in Managed Care 6/2004

Die Politik zur Selbstdispensation
In 17 Kantonen haben die Ärtzte heute ganz oder gebietsweise das Recht, Medikamente selber abzugeben. Und das Geschäft mit dieser sogenannten Selbstdispensation ist äusserst lukrativ. Der Preisüberwacher hat letztes Jahr in einer Studie aufgezeigt, dass die Ärzte mit eigener Apotheke allein durch den Medikamentenverkauf ihr Einkommen im Durchschnitt um 106 000 Franken aufbessern konnten.
Genau diese Verknüpfung zwischen Einkommen und Medikamentenabgabe ist Couchepin nun aber ein Dorn im Auge. Wo ein Arzt mit Medikamenten verdiene, bestehe die Gefahr, dass er mehr und Teureres verschreibe als nötig. Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind die Medikamentenkosten in Kantonen mit Selbstdispensation deutlich höher – um 250 Franken pro Person. «Diese Situation ist unhaltbar», sagt Couchepin.
Quelle: Tagesanzeiger 22.9.09 ZH

ZÜRICH Immer mehr Ärzte geben ihren Patienten Medikamente ab. Zwischen 2005 und 2008 stieg ihre Zahl um 6 Prozent auf 4300, wie eine Studie der grössten Krankenkasse Helsana zeigt. Gleichzeitig verkauften die selbstdispensierenden Ärzte in dieser Zeit 16 Prozent mehr Medikamente. Die Kasse errechnete pro Jahr einen Durchschnitts-Reingewinn von 55 000 Franken pro Arzt oder 7.40 Franken pro Packung. «Ein ungerechtfertigter Profit», wie die Helsana findet. Die Ärzte erhalten die gleiche Marge wie die Apotheker. Ihnen bleibt mehr Gewinn, weil sie geringere Fixkosten haben. Es dürfe keine Anreize mehr für die Ärzte geben, möglichst viele Medikamente abzugeben
Quelle: Sonntags Zeitung

Mein Arzt hat zu mir gesagt, dass die Medikamente bei ihm billiger sind als in der Apotheke, stimmt das?
Diese Aussage ist nicht richtig. Der Medikamentenpreis ist staatlich verordnet und gilt für alle Leistungserbringer: Spitäler, Apotheken und Ärzte. Jeder Leistungserbringer kann bei der Medikamentenabgabe für die Leistung die Tarife verrechnen, welche mit der Krankenkasse vertraglich festgelegt worden sind. Die Tarife der Apotheken sind sogenannte Fallpauschalen, welche unabhängig vom Zeitaufwand sind. Der Arzt verrechnet seinen Aufwand gemäss TarMed im 5-Minuten-Takt (ca. CHF 18.- pro angebrochene 5 Minuten). 
Genau genommen sind die Medikamente in den öffentlichen Apotheken billiger, weil diese gemäss LOA-Vertrag den Krankenversicherungen bei der Abrechnung der Rezepte auf die Medikamentenpreise 2.5% Rabatt geben (Kostenstabilisierungsbeitrag). Gerade bei teuren Medikamenten macht dies sofort ein paar Franken aus. Bisher leisten die Ärzte keinen solchen Beitrag zur Kosteneinsparung bei den Medikamenten.
Quelle: Apothekerverband Zürich

Zusammenarbeit in Gefahr
Der Medikamentenverkauf der SD-Ärzte hat sich als Blockade für jegliche Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker erwiesen. pharmaSuisse freut sich sehr, auch künftig zum Wohle der Bevölkerung in enger Kooperation mit der Ärzteschaft zu arbeiten.
Die Ärzte müssen für ihre ethisch hochstehende Arbeit korrekt entlohnt werden, nicht aber für den Verkauf der von ihnen verschriebenen Medikamente
Quelle: Homepage pharmasuisse