Fassadenbehandlung

Gefunden auf jeder-Fehler-zählt, wo Ärzte (anonym) Fehler melden können – damit auch andere davon lernen können. Fall 605 stammt (ausnahmsweise) aus einer Apotheke und ist mal nicht so ernst:

Was ist passiert?
Ein Patient hat eine Rezeptur verordnet bekommen. Es war ein Warzenmittel. Der Allgemeinarzt war möglicherweise so gestresst, dass er als Signatur schrieb:

D.: Zum Betupfen der Apotheke

Wir haben uns amüsiert.

Was war das Ergebnis?
Wir haben natürlich das Betupfen zum Schutze des alten Gebäudes an den Patienten weitergegeben.

Mögliche Gründe
Gefahr bestand eher für das alte Gebäude als für den Patienten.

Wie hätte man das Ereignis verhindern können?
Ja, bei weniger Stress in der Praxis durchaus.

Die Wasseraffentheorie

Und jetzt mal etwas ganz anderes (oder: and now to something completely different)

Die Evolution des Menschen hat mich schon immer interessiert. Woher kommen wir? Warum sehen wir so aus? – Fragen, die wohl jeden einmal beschäftigen. Darum habe ich damals das Thema für meine Maturarbeit in Biologie gewählt. Und dabei einige Überraschungen erlebt. Mein damaliger Lehrer hat mir einige Bücher mitgegeben zum Studium. Darwins „Evolution of Men“ und mehr – darunter auch ein Buch „The decent of woman“ von Elaine Morgan … und so kam ich zur Aquatic Ape Theory.

Theorie, denn, wie so vieles in unserer eigenen Evolution ist noch nichts bewiesen. Eines der Dinge, die man ziemlich schnell merkt, wenn man sich damit beschäftigt, ist, dass bei der Evolution des Menschen ziemlich viel unklar ist. Wir können z.B. auch heute noch nicht wirklich eine „Zeitlinie“ aus den wenigen Fossilien der Vorfahren des Menschen zusammenstellen. War der Neanderthaler eine Sackgasse oder wurde das genetische Material integriert?

Da gibt es die klassische „Jäger der Savanne-Theorie“. Die besagt, dass wir die sicheren Wälder und die Bäume verliessen, um auf der Savanne zu leben – wegen Überpopulation oder einem Klimawechsel. Und auf diesen weiten, trockenen Flächen, richteten wir uns auf, damit wir weiter sehen konnten, verloren das Fell, damit wir nicht überhitzten und entwickelten Sprache um im Pack zu jagen.

Nur … hat das ein paar Haken: Es leben auch andere Primaten in der Savanne, Paviane zum Beispiel – und die rennen immer noch auf allen vieren und haben volles Fell – da ist kein Zwang sich anzupassen.

Die Wasseraffen-theorie besagt, dass die Veränderungen schon vorher angefangen haben – in einer Übergangsphase, die im/am Wasser verbracht wurde.

Um die Theorie zu unterstützen, müsste in Afrika ein Klimawandel stattgefunden haben zum Zeit der Umstellung – da, wo unsere Vorfahren herkommen – dem Gebiet der grossen Seen. Und wirklich, in der Zeit zwischen vor 7 Millionen bis vor 70’000 Jahren wurde das Gebiet vom Meer überflutet. Es entstand ein riesiger Inland See, abgeschlossen vom übrigen Meer, aber mit Salzwasser. Heute ist alles ausgetrocknet, eine Wüste mit riesigen Salzlagern.

Dass keine Fossilien gefunden wurden, welche die Wasseraffentheorie unterstützen ist zu erwarten: die meisten der Veränderungen sind nicht in den Knochen sichtbar: Behaartheit, Lage der Organe, Unterhautfettgewebe etc. Dass die meisten Fossilien aber in der Nähe von (ehemaligen oder noch existierenden) Wasserflächen gefunden wurden wäre wieder eher ein Hinweis, dass sie korrekt ist.

Hinweise für die Wasseraffentheorie:

Der aufrechte Gang: die meisten Primaten sind mit dem Vierfüsser Gang durchaus zufrieden und richten sich nur kurz auf, um bedrohlicher zu wirken, oder nach etwas Ausschau zu halten. Und … um Wassergebiete zu durchqueren. Sie können zwar schwimmen, aber sie laufen lieber aufrecht, das Wasser trägt ein Teil des Gewichtes, was es einfacher macht und sie können den Kopf über Wasser halten zum atmen. Auch wir sind auch nach fast 5 Millionen Jahren immer noch nicht perfekt an den aufrechten Gang angepasst (was die vielen Leute mit Rückenschmerzen, Krampfadern, Hämorrhoiden etc. zeigt) – warum also würde man so etwas auf sich nehmen – wenn man nicht durch die Umgebung dazu gezwungen wird – z.B. durch weitreichende Überschwemmungen?

Haarlosigkeit – Warum sind wir nackt? Nackt zu sein, bedeutet die Haut mehr der Sonne auszusetzen, was sicher kein Vorteil ist (Sonnenbrand irgendwer?), in Afrika wird es ausserdem in der Savanne nachts reichlich kalt und auch dafür ist es nicht gerade ideal.

Welche anderen Tiere – speziell Säugetiere sind haarlos? Wal, Delfin, Dugong, Nilpferd, – alles Tiere, die im Wasser leben, oder häufig dorthin zurückkehren. Der Elefant ist auch nackt – und ein ausgezeichneter Schwimmer – und Schweine leben im Halbwasser: Schlamm. Alle diese haben auch – zum Ausgleich der vor Auskühlung schützenden Haarschicht ein dickes Unterhautfettgewebe entwickelt – und auch der Mensch zeigt Ansätze dafür. Frauen übrigens mehr als Männer – in beider Hinsicht: Haarlosigkeit und Unterhautfettgewebe. Waren wir vielleicht häufiger im Wasser, weil es da sicherer war? Und die Männer mehr an Land, weil es auch da Nahrung zu jagen gab?

Das Fett ist schon ziemlich typisch für uns – andere Primaten haben diesen Ansatz nicht. Sie werden auch nicht so dick wie wir, mit Wülsten an den Hüften und Bauch und unter den Armen – und das Fett ist für uns bis zu einem gewissen Grad normal. Eine 16jährige sollte etwa 27% des Körpergewichtes in Fettgewebe haben. Fällt der Anteil unter 22% hört der Menstruationszyklus auf und wir können nicht mehr schwanger werden. Ein guter Teil des Fettgewebes befindet sich auch in und unter der Haut – Unterhautfettgewebe wie bei Wasserlebenden Tieren.

Schwitzen – als Kühlfunktion ist das reichlich eine schlecht funktionierende Einrichtung. Das System, das Einzigartig ist für die Menschen – andere Säugetiere die Schwitzen, tun dies viel weniger und brauchen andere Drüsen dafür. Ausserdem schwitzen wir oft, wenn es gar nichts bringt – in feuchtem Wetter. Es fängt viel zu langsam an, bringt mehr als die dünne Schicht Feuchtigkeit, die es zum kühlen bräuchte und verschwendet Salz. Wir sind die einzigen Säugetiere, die Salz ausscheiden mit dem Schwitzen. Wir schwitzen sogar noch, wenn wir fast total dehydriert sind.

Also warum das ganze? Eine Möglichkeit ist: um Salz auszuscheiden. Wenn wir wirklich lange an/im Salzwasser verbracht haben und Meeresfrüchte gegessen und gelegentlich Salzwasser geschluckt haben, war das vielleicht eine Möglichkeit, die Nieren zu entlasten bei der Salzausscheidung. Seevögel haben auch spezielle Drüsen zum ausscheiden von Salz.

Der Mensch weint – etwas, was Wissenschaftler schon länger erstaunt. Auch das ist ursprünglich entstanden um Salz loszuwerden. Vielleicht hast Du das schon einmal selbst erlebt: wenn man lange weint, sticht das Salz in den Augen. Walrösser weinen, Elefanten weinen. Andere Primaten weinen nicht.

Schwimmen und Tauchen – Um schwimmen und tauchen zu können, müssen die Luftwege vom Wasser abgeschlossen werden können. Wir haben so eine Vorrichtung, das Velum hinten im Gaumen, das die Nasenhöhlen von der Mundhöhle abtrennen kann. Das ist unter den Primaten einzigartig und der Kehlkopf musste dazu nach hinten versetzt werden. Andere Wasserlebende Tiere wie der Pinguin oder das Krokodil haben ähnliche Vorrichtungen. Auch bei tauchenden Säugetieren findet sich das: Seelöwe und Dugong.

Dann ist da noch der Tauchreflex, der auftritt, wenn der Kopf in Wasser gehalten wird – Babies haben bis etwa im Alter von 6 Monaten einen Reflex, der verhindert, dass sie unter Wasser einatmen.

Und schaut mal Eure Hände an, speziell zwischen den Fingern: Ist das anfangende Schwimmhautbildung?

Der Verschobene Kehlkopf (Larynx) hatte aber noch einen anderen Vorteil: er verleiht uns eine grössere Tonweite – im Vergleich zu Schimpansen, die vor allem aus dem Grund nicht sprechen können, weil ihnen die physiologischen Vorraussetzungen dafür fehlen. Das Problem ist nicht die Intelligenz, sondern, dass sie über die Atmung kaum Kontrolle haben – im Gegensatz zu uns. Eine weitere Charakteristika, die wir mit tauchenden Säugetieren (Delfine, Biber, Seeotter) gemein haben. Keine anderen nicht-aquatischen Säuger haben das.

Der Penis – Die relative Grösse des Penis beim erwachsenen Mann (13cm gegenüber einem etwa gleich grossen Gorilla: 3cm) war eine notwendige Entwicklung wegen dem Rückzug und der relativen Unzugänglichkeit der Vagina. Der Lagewechsel der Vagina hat wieder um mit der Anpassung des ganzen Köpers an das Wasser zu tun – Wenn Wirbelsäule und Beine in einer Linie liegen: Stromlinienförmigkeit.

Hirn-Futter: DHA ist eine Fettsäure, die notwendig ist für die Entwicklung des menschlichen Gehirns und für die Augen – sie findet sich leicht in Meeresfrüchten und Fischen, aber kaum an Land. Auch das ein Hinweis darauf, dass sich das menschliche Hirn zumindest in der Nähe vom Meer entwickelt hat, bevor die Menschen anfingen das Land zu erobern.

Es gäbe noch mehr … die Talgdrüsen, die bei uns so gerne Akne machen, die Haare auf dem Kopf, dass wir schon ziemlich „plump“ geboren werden …

Wie gesagt, Beweise fehlen noch – aber das gilt auch für die anderen Theorien, Mir gefällt die Wasseraffentheorie aber mehr als die normale– vielleicht, weil ich das Wasser sehr mag?

Apotheken in aller Welt, 128: Mompox, Kolumbien

So wie es aussieht, war das da, wo meine Eltern mal eine Apotheke besuchen „mussten“ statt durften. Zumindest wussten sie da schon, wie sie danach suchen müssen, sonst wäre ihnen „Freddys Drogen“ :-) in Mompox in Kolumbien wohl nicht aufgefallen:

Sieht nicht nach viel aus, oder? Aber innen! Ein Apotheker mit weissem Schurz, der – das Rezept in der Hand – wohl grad die richtige Anwendung von Antibiotikumsirup und Trinkampullen erläutert. (Nein, ich mache sicher keine bessere Figur dabei).

Und so sieht die Apotheke sonst innen aus:

Vertreterbesuch

„Meine“ Apotheke liegt nicht in einer besonders feinen Gegend, und wenn jemand im Anzug mit Aktenkoffer hereinkommt, ist die Chance, dass das ein Vertreter ist grösser, als dass es ein Businessman ist.
… Apropos: Kann ich eigentlich noch Vertreter sagen? Auf den meisten Vistitenkarten, die ich heutzutage bekomme, stehen so hochtrabende Bezeichnungen wie Gebiets-Manager, Regionaler Pharmazeutischer Manager etc. Wie auch immer, ich bleibe hier mal bei der Bezeichnung Vertreter.

Ich versuche hier mal so einen Vertreterbesuch in der Apotheke zu beschreiben.

Meist fängt so ein Gespräch leicht an: der Vertreter erkundigt sich danach, wie das Geschäft läuft, ob es einem gut geht – wie es der Familie geht etc.

Er scannt mehr oder weniger unauffällig die Regale, um zu sehen, ob etwas von ihrem Sortiment zu sehen ist, je nachdem fragt er auch, ob man es schon an Lager hat … und wie es läuft? Dazu gebe ich eigentlich nicht gross Informationen heraus. Ein einfaches „gut“, oder „wenig“ muss genügen – unsere Zahlen gehen ihn nichts an.

Wenn es rezeptpflichtig ist, kommt manchmal auch: „verschreiben es die Ärzte ?“ – manchmal gefolgt von „Dr. XY (in der Nähe) hat versprochen es vor den Konkurrenzprodukten zu berücksichtigen.“ Das mag so sein, oder nicht – meist ist es so, dass unterschiedliche Vertreter die Apotheken und die Ärzte besuchen. Und wenn … höchstwahrscheinlich hat der Arzt auch nur genickt um seine Kugelschreiber und Ärztemuster zu bekommen.

Dann kommen wir zum Märchenerzählen. Warum ihr Produkt X besser ist als Produkt Y. – Ja, manchmal ist es tatsächlich ein innovatives, neues Produkt, in letzter Zeit sehe ich jedoch häufiger „Ich-auch“-Präparate. Noch ein Magensäureblocker, noch ein Antidepressivum mit Retard Formulierung, schon wieder ein Schmerzpflaster, noch ein Generikum mehr. Vielleicht ist ihres im Moment ein paar Rappen günstiger.

Dann kommen die harten Fakten – auch die sind mit einem Körnchen Salz zu geniessen: Mit was haben sie ihr Produkt verglichen? Wieviele Leute haben sie tatsächlich getestet (wow. Kleine Studie), die bunten Grafiken: sie gehen oft nicht bis Null oder haben ziemlich interessante Skalen. Ich bin vielleicht ein Zyniker – aber jedem sollte klar sein, dass sie ihre Ergebnisse möglichst gut aussehen lassen wollen (auch wenn der Unterschied der Wirksamkeit zum Placebo minimal ist…).

Und dann kommen die aktuellen Aktionen. Heute ist das meist so, dass man doch schon eine Menge nehmen muss, um bessere Einkaufsbedingungen zu erzielen … und dann muss man die Vergünstigungen vom Gesetz her auf die eine oder andere Weise dem Kunden weitergeben – worauf man auch immer schön hingewiesen wird :-)

Wenn man Glück hat, nimmt der Vertreter dann noch Retouren entgegen und man bekommt etwas dafür – aber auch das kommt heute immer seltener vor. Viele Firmen haben dermassen restriktive Retourenreglemente, dass man es grad vergessen kann. Umso dankbarer bin ich den Firmen (und Vertretern) bei denen das nicht der Fall ist.


Nein, ich habe nichts gegen Vertreter. Das sind normalerweise nette Leute, die auch Geld zum Leben verdienen müssen. Ich gebe einfach nicht übermässig viel auf die Info, die sie liefern – da ändern auch die Werbegeschenke wie Kugelschreiber und Notizblöcke nichts dran. Zu manchen habe ich ein besseres Verhältnis als zu anderen – das ist abhängig von der Persönlichkeit, aber auch, wie sehr sie versuchen, mich zu manipulieren oder Druck auszuüben. Und manche von denen bekommen ziemlich Druck, damit „ihre“ Verkaufszahlen stimmen.

Werbung in und für die Apotheke

 

Werbung für Apotheken ist oft langweilig, es geht aber auch anders:

Gefunden von Malou in München: Für die Apotheke vor Ort und gegen Bestellung im Internet:

..  die beste Werbung die ich je gesehen habe! [Falls es schlecht zu erkennen ist: Die Dame auf dem Poster hat einen Bart]

Hihi, nicht schlecht. Kommt mir zwar irgendwie bekannt vor …

:-)

Und dann noch das:

Schwedens grösste private Apothekenkette die Apotek Hjärtat schafft seit neuestem nackte Tatsachen und wirbt mit ihren entblätterten Mitarbeitern unter dem Motto “die nackte Wahrheit über Ihre Haut” für Kosmetik aus der Apotheke.

 

Ziel der Aktion sei es, die Beziehung zwischen Kunden und Apothekern wider zu spiegeln: „Bei der Beratung unserer Kunden haben wir keine Hintergedanken: Ohne Verkleidung empfehlen wir das für den Kunden objektiv beste Produkt“, sagt eine Unternehmenssprecherin.

5 Frauen und 1 Mann (alles echte Apothekenmitarbeiter) finden sich auf den Plakaten wieder.

Kreativ … aber, ich glaube *das* würde ich mich nicht trauen. Aber die Schweiz ist ja auch nicht Schweden :-)